LiFi (Light Fidelity) als Alternative zu WLAN

Was ist Lifi?

Gesundes Wohnen schließt natürliche und nachhaltige Materialien ebenso ein, wie es Schadstoffe, Wohngifte und Elektrosmog ausschließt. Funkverbindungen wie WLAN sind heutzutage infolge der voranschreitenden Digitalisierung aber kaum noch aus einem Wohnhaus wegzudenken. Dabei geht die hochfrequente elektromagnetische Strahlung mit einigen Nachteilen für die Wohngesundheit einher, die mit einem LiFi-System ausgeschlossen werden können.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Christian Schaar.

Was ist LiFi?

Nicht nur nachhaltiges Bauen gewinnt immer mehr an Bedeutung, sondern auch gesundes Wohnen. Gewährleistet wird das im Neu- oder Umbau und der Innenraumgestaltung durch die Verwendung ökologischer und schadstofffreier Materialien. Ziel ist es, Wohngifte und Reizstoffe zu reduzieren, Schimmelpilze, Bakterien und Allergene zu vermeiden und Elektrosmog möglichst einzudämmen.

LiFi ist, in Anlehnung an Wi-Fi oder Hi-Fi, die Abkürzung für Light Fidelity und bezeichnet die optische drahtlose Datenübertragung mittels Licht oder Infrarotstrahlung.

Doch gerade in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung kommt es zu einer verstärkten Vernetzung im Eigenheim, die nicht zuletzt durch die Einrichtung von Smart Homes und Gebäudeautomation begünstigt wird.

Stabile Funkverbindungen sind inzwischen nicht nur unerlässlich, um die digitale Remote-Arbeit und Home-Schooling zu gewährleisten – insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie – sondern auch für die Steuerung von Kühlschrank oder Kaffeemaschine per Smartphone. In 96 Prozent der deutschen Haushalte (Stand 2020) kommt inzwischen WLAN zum Einsatz. Durch die dauerhaften Wi-Fi-Verbindungen steigen die elektromagnetischen Belastungen, dabei gibt es mit LiFi inzwischen eine innovative Alternative.

Gesundheitliche Auswirkungen von LiFi im Vergleich zu WLAN

Mit LiFi lassen sich wie auch mit WLAN verschiedene Geräte wie Laptops, Computer, Drucker oder Smartphones mit dem Internet verbinden. LiFi ist, in Anlehnung an Wi-Fi oder Hi-Fi, die Abkürzung für Light Fidelity und bezeichnet die optische drahtlose Datenübertragung mittels Licht oder Infrarotstrahlung. Anders als WLAN, das zwischen 100 Milliwatt und einem Watt Energie in Form von Strahlungsleistung transportiert, verursacht es keine elektromagnetischen Wellen und Elektrosmog. Auch, wenn die gesundheitlichen Beeinträchtigungen bisher nicht eindeutig nachgewiesen sind, gibt es doch Hinweise, dass sich die Strahlung von einem WLAN-Anschluss negativ auf den Körper auswirken und beispielsweise Konzentrationsschwierigkeiten oder Kopfschmerzen verursachen kann. Experten sehen gerade den WLAN-Ausbau in Schulen und Kindergärten kritisch und empfehlen eine Alternative auf Basis von Lichtwellen.

[Anmerkung der Redaktion: Wie Sie Elektrosmog-Quellen vorsorglich reduzieren können, lesen Sie hier]

lifi Installation
Installation eines Light Fidelity Systems

Denn bei LiFi treten derartige Beeinträchtigungen nicht auf, wie ein Pilotprojekt an der Waldorfschule in Frankenthal nahelegt, das von der S2 GmbH, der aeroLiFi GmbH und dem Forschungskreis für Geobiologie Dr. Hartmann e.V. begleitet wurde. Hierbei wurden Georythmogramme von Erwachsenen und Schülern unter WLAN- und LiFi-Einfluss mit Lichtwellen im Infrarotbereich erstellt. Während sich diese unter WLAN-Einfluss auf das bis zu 5-fache des Normalmaßes erhöhten, gab es unter LiFi-Einfluss keine Veränderungen.

An der Waldorfschule in Frankenthal fand ein Pilotprojekt zu LiFi statt
An der Waldorfschule in Frankenthal fand ein Pilotprojekt zu LiFi statt

Voraussetzung dafür, dass LiFi keine elektromagnetischen Störungen verursacht, ist eine einwandfreie Installation der LED-Leuchten, wie aktuelle Messungen der Europäischen Rundfunkunion (EBU) ergeben haben.

Vorteile und Nachteile von LiFi-Netzwerken

Light-Fidelity-Netzwerke punkten mit deutlich höheren Übertragungsraten, da Lichtwellen ein 1000-fach größeres Spektrum zur Signalübertragung bieten. Aktuell sind stabile Übertragungsraten von 100 bis 200 Mbit/s möglich, realistisch sind aber ebenfalls 10 Gbit/s und mehr. Aktuell arbeitet der Netzbetreiber Vodafone gemeinsam mit Signify der Firma Philips an einer Kopplung von 5G und LiFi, um die Stärken beider Systeme zusammenzuführen und eine sichere und zuverlässige drahtlose Kommunikation zu gewährleisten.

Anders als WLAN ist die Reichweite von LiFi allerdings auf nur wenige Meter beschränkt. Da die Lichtwellen durch feste Körper abgeschirmt werden, dringen sie nicht wie Funkwellen durch Wände. Das heißt, dass zwischen dem Sender und Empfänger immer eine Sichtverbindung bestehen muss. Dadurch ist die Installation etwas aufwendiger, denn bereits bei der Planung muss die spätere Raumnutzung beachtet werden. Dabei ist jeder einzelne Raum mit Sende- und Empfangsstationen auszurüsten.

LiFi Tablet
Tablet für das installierte Light Fidelity Netzwerk

Im Umkehrschluss bedeutet es aber auch, dass Light-Fidelity-Netzwerke im Gegensatz zu Wi-Fi-Systemen deutlich sicherer, weniger störanfällig und besser zu steuern sind. Hacker können nur dann auf das System zugreifen, wenn sie sich im selben Raum mit dem LiFi-Sender befinden. Während sich Wi-Fi-Netzwerke gegenseitig ausbremsen und die Bandbreite reduzieren, ist die Datenübertragung bei LiFi immer mit voller Bandbreite möglich. Da die Lichtwellen Wände nicht durchdringen, lassen sie sich gezielt zum gewünschten Nutzungsbereich lenken und die Netzabdeckung ist präzise steuerbar.

Vor- und Nachteile in der Übersicht:

Vorteile von LiFi:

  • deutliche höhere Übertragungsraten
  • aktuell 100 bis 200 Mbit/s, realistisch sind bis zu10 Gbit/s
  • im Gegensatz zu Wi-Fi-Systemen deutlich sicherer, weniger störanfällig und besser zu steuern
  • Datenübertragung bei LiFi immer mit voller Bandbreite
  • Netzabdeckung ist präzise steuerbar
  • Kopplung von LiFi und 5G in Planung

Nachteile von LiFi:

  • Reichweite von wenigen Metern
  • dringt nicht durch feste Körper wie Wände
  • zwischen Sender und Empfänger muss eine Sichtverbindung bestehen

Light Fidelity hat positive Auswirkungen auf die Wohngesundheit

Die Installation eines LiFi-Netzwerkes kann im Unterschied zu einer gängigen WLAN-Verbindung wesentlich zur Wohngesundheit beitragen, indem Störfaktoren wie hochfrequente elektromagnetische Strahlung bereits bei der Planung und beim Bau eines Hauses ausgeschlossen werden können. Nicht nur in Hinblick auf Home-Office und Home-Schooling in den eigenen vier Wänden kann so trotz stabiler Datenübertragung und moderner technischer Ausstattung ein optimales Wohnumfeld geschaffen werden, das keine negativen Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit der Bewohner hat. Denkbar ist vor diesem Hintergrund auch die Ausstattung von Schulen mit einem Light-Fidelity-System an Stelle eines WLAN-Systems, wie das Pilotprojekt an der Waldorfschule Frankenthal zeigt. Auf diese Weise ist es möglich, gerade für Kinder und Jugendliche ein störungsfreies und gesundes Lernumfeld zu schaffen.

Text: Christian Schaar
Bilder: aeroLiFi GmbH