Wohnen am Bodensee – ökologisch und modern

Maren Riekmann und ihre Familie wohnen am Bodensee in einer Doppelhaushälfte aus Holz

Wohnen am Bodensee – Familie Riekmann hat sich mit ihrem Eigenheim einen Traum aus Holz erfüllt. Die Doppelhaushälfte vereint eine ökologische Holzbauweise mit einem amerikanischen Look. Architektin Maren Riekmann berichtet von der Umsetzung und warum es sich lohnt, bautechnisch über den Tellerrand zu schauen.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Familie Riekmann.

Wie alles begann…

Wie wir unverhofft in einer Doppelhaushalte am Bodensee sesshaft wurden; Wir sind eine fünfköpfige Nomadenfamilie, die stets unverwurzelt durch die Welt tingelte. Wir haben in Norddeutschland studiert, einige Jahre in den USA verbracht und sind mit einem selbst ausgebauten Camper und zwei kleinen Kindern auf Europatour gegangen. Uns zog es immer in die Ferne. Zuhause fühlten wir uns wohl, wo andere Urlaub machen. Als Weltenbummler lieben wir das Meer und die Freiheit! Da das Wasser auf uns schon immer eine große Anziehungskraft hatte, war es ein Glückstreffer, dass uns ein Jobangebot meines Mannes an den Bodensee führte.

Mehr oder weniger durch Zufall wurde uns bald darauf ein Grundstück in Nonnenhorn zum Kauf angeboten, und da wir spontane Entscheidungen lieben, haben wir kurzerhand zugegriffen. Als Designerin und Architektin habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, das Bauprojekt selbst in die Hand zu nehmen. Unsere dritte Tochter war gerade geboren, als wir Anfang 2018 mit der Planung begannen.

Das Haus hat einen amerikanischen Look
Die Familie wohnt am Bodensee in einer Doppelhaushälfte aus Holz

Wohnen am Bodensee – ökologisch und außergewöhnlich

Eine Doppelhaushälfte in einem Neubaugebiet war nie unser Traum gewesen, also sollte das Haus erst recht nichts Gewöhnliches sein. Wir entschieden uns für eine ökologische Bauweise mit einem weitgehend offenen Grundriss. Nach einem halben Jahr Planungszeit wurde im Oktober 2018 der Rohbau von einer regionalen Zimmerei erstellt und in den darauffolgenden sechs Monaten verbrachten mein Mann und ich jede freie Minute außerhalb unserer Arbeitszeit mit der Fertigstellung des Hauses.

Beinahe jedes verbaute Teil im und am Haus hatten wir selbst in der Hand. Wir haben vom Dachdecken über die Elektroinstallation bis hin zu den Malerarbeiten nahezu alles in Eigenleistung gemacht. Dadurch wurden die Baukosten soweit reduziert, dass wir uns das Ganze überhaupt leisten konnten und einige extravagante Extras drin waren.

Die Kinder haben sich während der Bauzeit optimal in die neue Nachbarschaft integriert. Wir haben sie fast nur noch gesehen, wenn sie Hunger hatten oder es Zeit zum Schlafen war. Die meiste Zeit verbrachten sie draußen im Baugebiet mit ihren neuen Freunden. Glücklich, dreckig und müde fuhren wir alle abends in unsere alte Wohnung zurück. Im März 2019 sind wir eingezogen. Entstanden war in relativ kurzer Zeit das industrial Farmhouse, das wir mit großer Begeisterung und Leidenschaft geplant hatten. Liebevoll dekoriert und ausgestattet mit allem, was wir im Laufe unseres Nomadenlebens zusammengesammelt hatten.

So schön ist wohnen am Bodensee
Dekoriert hat die Familie mit vielen Gegenständen, die sie im Laufe des Nomadendaseins angesammelt hat

Ein Traum aus Holz

Um Kosten zu sparen, denken wir häufig outside-the-Box. So haben wir zum Beispiel im Innen- und Außenbereich viel altes Bauholz wiederverwendet.

Holz im Innenbereich
Altes Bauholz wurde für den Bau benutzt
Wohnen am Bodensee in Holzbauweise
Möbel aus altem Holz
Holzbauweise

Aus alten Brettern entstanden Schiebetüren, Einbauten und Möbel. Für die Fundamentschalung der Holzterrasse haben wir alte Plastikblumentöpfe verwendet.

Für die Fundamentschalung der Holzterrasse haben wir alte Plastikblumentöpfe verwendet.

Der Garten wurde aus recycelten Elementen wie beispielsweise übrigen Brettern und Paletten angelegt. Überall dort, wo es möglich war und Sinn machte, haben wir ökologische Baustoffe, wie zum Beispiel eine Zellulosedämmung für die Außenwände, verwendet.

Auch im Außenbereich ist viel Holz verbaut
Alte Bretter und Paletten eignen sich gut für Upcycling. So wird wohnen am Bodensee nicht nur nachhaltig, sondern auch stylish

Unsere Leidenschaft gilt weiterhin dem Design und dem Selbermachen. Im und um das Haus wird weiter gewerkelt und neue Ideen werden verwirklicht. Auch wenn ein Eigenheim nie auf unserer bottle-list stand, ist es momentan für unsere Familie genau richtig hier zu sein. Die Kinder fühlen sich pudelwohl im neuen Zuhause und haben ständig ihre Freunde um sich. Nur fünf Minuten zum Bodensee und die Nähe zu den Alpen, ermöglichen Urlaubsmomente im Alltag. Wie lange wir diesmal bleiben? „Leben ist das, was passiert, während Du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen“, wie John Lennon sagte. Wir blicken gespannt in die Zukunft und auf die Aufgaben die irgendwo auf uns warten. Und solange genießen wir das Leben am See und in unserem wunderschönen Holzhaus in vollen Zügen.

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Wohnen am Bodensee: 4 Fragen an Maren Riekmann

Was war die größte Herausforderung beim Bau?

Die größte Herausforderung war definitiv das hohe Maß an Eigenleistung neben unseren Jobs und den drei Kindern! Ansonsten ist es zur Zeit auf jeder Baustelle eine Herausforderung Handwerker zu finden, die Aufträge annehmen, beziehungsweise die richtigen Handwerker zu finden, mit denen man auch gut zusammenarbeiten kann. Auch die Kosten im Blick und so gering wie möglich zu halten ist herausfordernd. Da mussten wir öfter mal outside-the-box denken…

Architektin und Designerin Maren Riekmann
Designerin und Architektin Maren Riekmann

Wieso haben Sie sich für die Holzbauweise entschieden?

Schon im Studium war mir klar, dass ich irgendwann in einem Holzhaus leben möchte, von daher war es nicht schwer diese Entscheidung zu treffen. Die Atmosphäre in einem Holzbau ist sehr warm und gemütlich! Da unser ursprünglicher Traum vom Leben in einem alten restaurierten Haus in der momentanen Situation nicht in Frage kam, versuchen wir mit dem Holzhaus, der Verbindung von alt und neu, von gebrauchtem mit modernem das richtige Feeling für uns zu schaffen. Da wir es mit engen Auflagen aus dem Bebauungsplan zu tun hatten, hat die geringere Wandstärke eines Holzhauses im Vergleich zu der dickeren Massivwand auch gepunktet.

Auch für Schiebetüren und Möbel hat Familie Riekmann viel altes Holz verbaut

Außerdem beschäftigen wir uns schon lange mit dem Thema Nachhaltigkeit. Wir versuchen Müll zu vermeiden, kaufen Biogemüse, essen kaum Fleisch und versuchen unseren Beitrag zum Erhalt des Klimas beizutragen. Da musste es natürlich eine nachhaltige Bauweise sein. Ich gehe davon aus, dass hier auch die architektonische Zukunft liegt!

Ein Holzhaus hat einen klaren ökologischen Vorteil. Aber welche Vorteile hat diese Bauweise im Alltag auf die Bewohner?

Zusätzlich zu den zuvor genannten Punkten, kann man sagen, dass ein Holzhaus viel Leichter und schneller umzubauen ist, um es den nachfolgenden Bewohner oder einer neuen Lebenssituation anzupassen. Außerdem sprechen eine kurze Bauzeit und ein hoher Dämmwert und angenehme Oberflächentemperaturen sowie natürlichen Materialien im Innenausbau für das Leben in einem Holzhaus. Holz hat stark temperatur- und feuchtigskeitsausgleichende Eigenschaften. Neben dem immer warmen Raumgefühl sorgt das Holz auch dafür, dass die Raumluft nie zu feucht oder zu trocken ist. Holz ist ein immer trockener und warmer Baustoff. Die Gefahr der Schimmelbildung und damit der Gesundheitsgefährdung der Bewohner wird durch die diffusionsoffene Bauweise und den trockenen Baustoff Holz vermieden.

Wohnen am Bodensee mit Stil

Für wen eignet sich somit ein Holzhaus?

Für jeden! Im modernen Holzhausbau sind eigentlich keine Grenzen mehr gesetzt.

Wohnen am Bodensee klingt verlockend? Hier stellen wir Ihnen drei einzigartige Glamping-Unterkünfte für einen Urlaub am Bodensee vor!

Grundriss und Projektbeteiligte

Bauherr
Thorsten und Maren Riekmann
Email: info@riekmanufaktur.de

Architekt
riekMANUFAKTUR
Dipl.-Ing. Arch. (TU) Maren Riekmann
Email: info@riekmanufaktur.de
Telefon: 0179 – 531 80 77

Baumaterialien
SOLUX GmbH
Naturbaumarkt

Email: info@solux.de

Holzhaus
Johler Holzbau GmbH
Helmut Johler, Zimmermeister
Email: info@johler-holzbau.de

Holz-Außenfassade
Mocopinus
Außenbereich Keilspundschalung,
Lignucolor23 KSP in reinweiß
E-Mail: info@mocopinus.com

Text und Bilder: Familie Riekmann