Villa Windrose in Bad Sachsa (Harzgebirge)

Die imposante Villa Windrose von außen

Die Villa Windrose ist ein baubiologisch saniertes Fachwerkhaus in Bad Sachsa, Niedersachsen, in dem man Ruhe und Erholung vom Alltag findet.

In diesem Artikel

Ein Ferienhaus für die ganze Familie

Die Villa Windrose liegt am Rande des Südharzes, in der kleinen Stadt Bad Sachsa. Das Ferienhaus hat insgesamt vier Schlafzimmer, zwei Bäder, eine große Gemeinschaftslounge sowie eine gut ausgestattete Küche. Es bietet Platz für bis zu 10 Personen und ist dadurch auch für große Familien geeignet.

Ein Schlafzimmer und ein Badezimmer sind ebenerdig, sodass sie auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erreichbar sind. Außerdem gibt es kostenlose Parkplätze am Haus, kostenfreies WLAN und einen Flachbildfernseher für die Möglichkeit gemeinsamer Filmabende.

Gemütliches Doppelbett im ersten Stock der Villa Windrose
Gemütliches Zimmer mit grünen Akzentenim ersten Stock der Villa Windrose
Liebevoll dekoriertes Zimmer mit Doppelbett im ersten Stock der Villa Windrose
Liebevoll dekoriertes Zimmer mit Doppelbett im ersten Stock der Villa Windrose, mit roten Akzenten
In diesem Zimmer haben 4 Personen Platz - bestens geeignet als Kinderzimmer
4-Personen Zimmer mit authentischer Dekoration
Das Zimmer liegt im Erdgeschoss und ist auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität erreichbar
Im Erdgeschosszimmer kann man gut entspannen
previous arrow
next arrow
Slider

Das Wohn- und Esszimmer bietet einen herrlichen Panoramablick auf die Harzwälder, denn hier befindet sich ein großer Esstisch und eine gemütliche Leseecke. Auf der Terrasse und dem Balkon kann man nicht nur eine tolle Aussicht, sondern auch die frische Waldluft genießen. Die vielen Freiflächen eignen sich in klaren Nächten besonders gut dazu, den Sternenhimmel zu bestaunen.

Der Panoramablick der Villa auf die angrenzenden Wälder
Weiter Blick auf die Harzwälder

Auch der große Wildgarten des Naturgrundstücks lädt zum Verweilen sowie zum Entspannen ein. Dort gibt es einen Kräutergarten, dessen Kräuter Sie in den Sommermonaten gerne für Ihre Gerichte verwenden dürfen. Ein weiteres Highlight des Gartens ist die Feuerstelle, denn dort kann jederzeit ausgiebig gegrillt werden. Da das Haus direkt an den Wald angrenzt und der Naturpark Harz in naher Reichweite liegt, gibt es ein vielfältiges Angebot an Aktivitäten in der Umgebung.

Weg durch den Garten der Villa Windrose
Schon beim Eintreten erwartet einen die volle Schönheit der Natur
Das sanierte Fachwerkhaus im Frühling
Der große Garten lädt zum Verweilen ein
Die Feuerstelle begeistert Groß und Klein
Die Feuerstelle lädt zum Grillen ein
previous arrow
next arrow
Slider

Des Weiteren gibt es noch einen ganz besonderer Vorteil dieser Location: die Gastgeber, Ute Janich und Klaus Harich, vermieten ein zweites Ferienhaus in Bad Sachsa – die Villa Weltenbummler. Dadurch gibt es die Möglichkeit, mit einer Gruppe mit bis zu 20 Teilnehmern nur 100 Meter getrennt voneinander Urlaub zu machen!

Naherholung in Bad Sachsa und Umgebung

Nicht nur die Villa Windrose bietet viele Möglichkeiten zum Entspannen, Erholen und Spielen, sondern auch die Ortschaft Bad Sachsa. Ein Besuch des kleinen Städtchens lohnt sich zu jeder Zeit – egal, ob es schneit, regnet oder die Sonne scheint. Der Harz besticht mit vielen Wanderwegen, die nicht nur zum Spazierengehen, sondern auch zu längeren Tagestouren einladen.

Auf der anderen Seite der kleinen Ortschaft gibt es einen Gipskarstgürtel zu bestaunen, der sich einmal entlang des Südharzes zieht. Die Landschaft dort ist geprägt durch steile Felsen, Erdfälle, alte Buchenwälder und Trockenrasen. Obwohl der Gipskarstgürtel nicht weit entfernt liegt, herrscht dort eine vollständig andere Vegetation mit ausgedehnten Weiden, Orchideenwiesen und Schluchtwäldern. Einen guten Einblick in die Region bekommt man außerdem auf dem durch das Gebiet führenden und zertifizierten Weitwanderweg „Karstwanderweg“.

Nur 1,4 km von der Unterkunft entfernt liegt das Erlebnisbad Salztal Paradies, in dem Klein und Groß einen Tag im Wasser verbringen können – auch bei schlechtem Wetter. Wer es lieber sportlich mag, kann die örtliche Kletterhalle besuchen. Doch auch Kulturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten, denn nicht weit von Bad Sachsa entfernt steht das Weltkulturerbe Kloster Walkenried. Alternative Ausflugsziele sind die Harzer Schmalspurbahn (die zum Teil noch mit Dampfloks betrieben wird), die vielen Bergwerke der Region sowie die Whisky Destillerie in Zorge.

Die Schmalspurbahn im Harz
Harzer Schmalspurbahn
Winterlandschaft im Harz
Wandern im Sommer
Schöne Wanderwege im Harz
Stollenbesuch im Harz
previous arrow
next arrow
Slider

Ferner gibt es noch die Möglichkeit, eine Imkerin zu besuchen und an einer Kerzenwerkstatt im Ort teilzunehmen. Auch im Winter gibt es sportliche Aktivitäte im Harz, denn es mangelt nicht an Rodelbahnen und Langlaufloipen. Auf dem Ravensberg, dem Hausberg von Bad Sachsa, gibt es zudem ein Skigebiet mit mehreren Liften.

Die meisten Aktivitäten in und um Bad Sachsa haben somit einen kleinen CO2-Abdruck. Die Anfahrt kann mit dem öffentlichen Nahverkehr geschehen (mit einem kurzen Fußmarsch von einem Kilometer) und mit der Kurkarte können Sie zudem die Busse kostenlos benutzen.

Baubiologische Sanierung der Villa Windrose

Das alte Fachwerkhaus, bevor es zur Villa Windrose wurde
Das Fachwerkhaus der Familie vor der aufwändigen Sanierung

2016 entschieden sich Ute und Klaus für eine Sanierung ihres alten Fachwerkhauses. Dieses wurde 1905 auf dem großen Naturgrundstück errichtet und war daher bestens für eine ökologische Nachrüstung geeignet. Da die Gastgeber großen Wert auf Nachhaltigkeit legen, entschieden sie sich für eine baubiologische Sanierung. Dafür wurde das alte Fachwerk aufwändig mit Lehm ausgefacht.

Während der Fußboden mit geschäumtem Altglas gedämmt wurde, wurden für die Dämmung der Wand Holzfaserplatten verwendet. Das Dach wurde hingegen mit Holzfasern gedämmt und auch die Fenster sind aus Holz. Generell spielt Holz in dem Haus ein große Rolle: so wurden für den Boden Buchendielen verlegt und auch die meisten Möbel sind aus Holz.

Buchendielen und Möbel aus Holz im Wohn- und Speisezimmer
Das Wohnzimmer ist mit den Buchendielen und dem altem Holzschrank eine Wohltat für die Augen
Der Treppenaufgang des Fachwerkhauses ist ein Highlight
Besonders gut gelungen ist der Treppenaufgang, denn hier wurde mit viel Aufwand ein Himmelsblick durch die alten Balken geschaffen
Natürliche Farben und gemütliches Interieur tragen zur wohnlichen Atmosphäre bei
Die Villa Windrose überzeugt mit natürlichen Farben und gemütlichem Interieur

Durch die vielen Lehmputze (auch im Badezimmerbereich) ist das Raumklima in dem Haus besonders angenehm, denn so ist eine optimale Feuchtigkeitsregulierung gewährleistet.

Das alte Bad im ersten Stock
Das alte Bad im ersten Stock
Das alte Bad im Erdgeschoss
Das alte Bad im Erdgeschoss
Das neue Bad im ersten Stock
Das neue Bad im ersten Stock
Das neue Bad im ersten Stock der Villa
Im Erdgeschoss sieht man die tolle Lehmtextur der Wände
Das neue Bad im Erdgeschoss: hier kann man deutlich den Lehmputz mit seiner schönen Textur sehen

Auch auf die Verwendung grüner Ressourcen wurde Wert gelegt, denn die Warmwasserbereitung ist solar und im Winter wird (optional) ein Holzofen im Wohnzimmer als Zusatzofen verwendet. Das Holz dafür stammt vom eigenen Grundstück oder aus den angrenzenden Wäldern.

Viele der Geräte und Objekte in dem Haus sind außerdem ressourcensparend. Zum Beispiel sparen die Toiletten, Duschen und Wasserhähne Wasser und die Leuchtmittel Strom. Die Elektrogeräte entsprechen der A-Klasse und es sind einige Zwischenschalter verbaut, um den Stand-by zu verhindern. Im Alltag wird Müll durch wieder auffüllbare Seifenspender vermieden, die Spül- und Waschmittel sind ökologisch. Zudem werden Bioprodukte verwendet.

Kontakt

Ute und Klaus sprechen Deutsch und Englisch. Anrufen können Sie unter den folgenden Nummern:

015771891894
01787680013

Alternativ können Sie eine E-mail an die folgende Adresse schreiben:

ute.janich@gmail.com

Die Unterkunft mit Preisen finden Sie auf gängigen Buchungsplattformen wie airbnb.de, booking.com oder fewo-direkt.de.

Text: Jennifer Heim
Fotos: Ute Janich und Klaus Harich (andernfalls gekennzeichnet)

Stadl mit Lehm – eine zweite Heimat im Chiemgau

Stephanie Thatenhorst hat den alten Stadl im Chiemgau stylisch verwandelt
Bild: Stephanie Thatenhorst

Ein Stadl mit Charakter und Stil. Die Innenarchitektin Stephanie Thatenhorst hat sich einen Traum erfüllt und dafür die alte Scheune der Familie in ein Urlaubsdomizil verwandelt.

In diesem Artikel:

„Ich bin der festen Überzeugung, jeder Mensch braucht einfach mehr Natur.“

Für das Projekt ist Stephanie Thatenhorst ist an ihren Geburtsort zwischen Wald und Chiemsee zurückgekehrt. Dort hat sie den 120 Jahre alten Stadl ihrer Kindheit magisch verwandelt: dunkler Lehmputz und lebendige Hölzer bilden die Bühne für ihre edlen und unkonventionellen Möbelentwürfe mit pink- und salbeifarbenem Gewebe.

Der Stadl – Heimat mit Textur

Ob Stadl, Scheuer oder Schopf – Heulager heißen überall anders und sind überall ganz ähnlich: große Innenräume, einfach und bewährt aus Holz konstruiert. Stephanie Thatenhorst ist auf einem Bauernhof mit einem solchen Stadl im Chiemgau aufgewachsen. Dort sprang sie schon als junges Mädchen vom Gebälk ins Heu: „Da konnte man sich so schön reinplumpsen lassen“, erinnert sie sich.

das Heulager vor dem Umbau
Bild: Stephanie Thatenhorst

Die Fassade blieb erhalten: dadurch hat der Stadl seinen alten Charakter nicht verloren

Die Fassade verleiht dem Stadl seinen alten Charakter
Bild: Stephanie Thatenhorst
Die Scheune von außen
Bild: Stephanie Thatenhorst

Während ihrer Au Pair Zeit in Australien verliebte sie sich in Architektur. Nach ihrem Architekturstudium arbeitete sie dann als Innenarchitektin und realisierte gediegene Residenzen, exklusive Hotels und coole Interieurs für Bars und gemütliche Restaurants. Mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen lebt sie in München.

Den Hof ihrer Eltern führt ihre Schwester seit zehn Jahren als Biohof mit Milchwirtschaft. Als Ausgleich für das Leben in der Großstadt hatte Familie Thatenhorst schon lange ein Ferienhaus im Chiemgau gesucht – Da war es ein Glücksfall, als ihr Vater ihr die Hälfte des Heulagers im Obergeschoss des Stadls anbot. „Das war der Sechser im Lotto“, freut sich Thatenhorst daher, „Wir durften es ausbauen.“

Heute gibt es viel natürliches Licht im alten Stadl. Die Giebelfassade erhielt ein neues, großes Fenster neben den alten Öffnungen, während die Westfassade großzügig verglast wurde und beim Esstisch eine kleine Loggia an der Gebäudeecke bekam. „Ansonsten haben wir die Außenhaut so belassen, wie sie war“, sagt die Innenarchitektin. Gedämmt wurde von innen, das Dach danach verschalt und die Wände erst mit Kalk, dann mit Lehm verputzt.

Historische Fassade der Scheune
Bild: Stephanie Thatenhorst
Die historische Fassade blieb erhalten
Großes Fenster in der Fassade
Bild: Stephanie Thatenhorst
Durch das große neue Fenster in der Giebelfassade wird der Innenraum gut belichtet

Raum durch Holz

Das alte Gebälk prägt die Räume, vom großzügigen Einraum mit acht Metern Höhe bis zum gemütlichen Kinderzimmer im hinteren Teil des Gebäudes. Dort schließt das Stockbett exakt an die alte Holzkonstruktion an.

Der Stadl wirkt herrschaftlich mit seinen hohen Öffnungen
Bild: Stephanie Thatenhorst
Die hohen, schlanken Öffnungen wirken herrschaftlich
Im Hintergrund ist das Kinderzimmer zu sehen
Bild: Stephanie Thatenhorst
Die Kinderzimmer nutzen den Raum bis unter den First
Die Kinderbetten auf der Empore
Bild: Stephanie Thatenhorst
Empore für die Kinderbetten, darunter ist Stauraum
Stahl, Holz und Lehm machen die Scheune zu einem Ort des Wohlfühlens
Bild: Stephanie Thatenhorst
Der schwarze Stahl, der bei der Rolltür, der Leiter und dem Geländer verbaut ist, ergänzt Holz und Lehm

Die Dachuntersicht besteht aus neuen, sägerauen Fichtenbrettern mit einer Patina durch Essigbeize. Der Tipp dazu kam vom Handwerker. „Das ist super gelungen“, freut sich die Bauherrin. „Es sieht sehr lebendig aus, ist aber keine jodelige Altholzerscheinung.“

Naturmaterialien: Treppe, Möbel und Türen aus Ulmenholz, Nadelholz und alten Bodendielen
Bild: Stephanie Thatenhorst
Symphonie aus Naturmaterialien: alte Bodendielen für die Treppe, rötliches Ulmenholz für die eigens entworfenen Möbel und Türen sowie gebeizte Nadelhölzer für die Dachuntersicht

Nur für die Treppe verwendete die Gestalterin wurmstichiges Holz weiter. „Hier war es ein schöner Anlass, die ehemaligen Bodendielen wieder zu verwenden.“

Wohnraum, Holztreppe und First des Stadls
Bild: Stephanie Thatenhorst
Der Wohnraum öffnet sich bis unter den acht Meter hohen First

Sonst setzte sie leicht rötliches Ulmenholz ein, zum Beispiel für die Türen und die opulenten Küchenmöbel.

Offene Küche, Gäste sind willkommen
Bild: Stephanie Thatenhorst
In der offenen Küche sind Gäste willkommen
Die Kücheninsel lädt zum gemeinsamen Kochen ein
Bild: Stephanie Thatenhorst

Ausstattung mit Gewebe

Als Ergänzung zu internationalen Designexponaten, wie zum Beispiel den Superleggera Stühlen von Gio Ponti, entwarf sie das gesamte Mobiliar selbst. Die Küche, die leicht geschwungene Couch mit salbeifarbenem Samtbezug, eine Bank mit alpinen Blümchen auf pinkfarbenem Bezug, die Ankleide sowie alle Betten und das Sideboard.

Weltoffene Ausstattung im Hauptraum des Stadls.
Bild: Stephanie Thatenhorst
Wohnen im historischen Raum mit weltoffener Ausstattung
Farben und Motive: Holz und Stoff in der Küche.
Bild: Stephanie Thatenhorst
Farbtupfer und florale Motive beleben zusammen mit den warmen Hölzern den coolen Loftcharakter
das Schlafzimmer der Eltern
Bild: Stephanie Thatenhorst
Elternschlafzimmer mit Waschzuber de luxe
Übergang zwischen Bad und Schlafzimmer
Bild: Stephanie Thatenhorst
Fließender Übergang zwischen Schlafzimmer und offenem Wellnessbereich
Marmor, Ulmenholz und Messingarmaturen im Badezimmer
Bild: Stephanie Thatenhorst
Edler Marmor kombiniert mit Ulmenholz und Messingarmaturen

„Textil in sämtlichen Einsatzgebieten ist mein Lieblingsmaterial“

Auch die Schiebetüren des Sideboards sind mit Stoff bespannt, „Textil in sämtlichen Einsatzgebieten ist mein Lieblingsmaterial“, bestätigt die Designerin. Dazu passt auch der Lehmputz mit seiner textilen Struktur sehr gut.

Das Sideboard wurde mit Stoffen verziert: ein echter Hingucker
Bild: Stephanie Thatenhorst
Das Sideboard als Hingucker: hierfür wurden Ulmenholz und Stoff kombiniert

Oberflächen mit Lehm

Der verwendete Lehmputz ist durchgefärbt und enthält außerdem winzige Glimmerplättchen, die abhängig von der jeweiligen Lichteinstrahlung das Licht reflektieren und glitzern. „Sie verleihen den Wänden tatsächlich einen natürlichen Glanz“, beschreibt es die Gestalterin. Des Weiteren kann Lehm besonders gut ohne Fugen verarbeitet werden. Durch die handwerkliche Spuren bekommt ein Wohnraum so einen individuellen Charme.

Glimmerplättchen im Lehmputz. So glitzert es im Stadl
Bild: Stephanie Thatenhorst
Im Lehmputz befinden sich Glimmerplättchen: dadurch glitzert es ein wenig

Allerdings bleibt Lehm wasserlöslich, weshalb er in den Nassbereichen einen farblosen Wasserlack erhielt. Dieser muss dann immer wieder nachgearbeitet werden – für eine Dauernutzung nicht wirklich geeignet. „So wahnsinnig robust ist er nicht“, weiß Thatenhorst, „Einem Kunden muss man vorher sagen, dass er empfindlich ist.“

Lehmputz im Bad, mit Lack geschützt
Bild: Stephanie Thatenhorst
Lack in den Bädern, denn dadurch wird der empfindliche Lehmputz geschützt

Lehmputz ist außerdem baubiologisch und verbessert das Raumklima. „Der gesundheitliche Aspekt wurde in vielerlei Hinsicht umgesetzt“, fasst es die Bauherrin zusammen, „Es ist sehr angenehm hier zu wohnen.“ Vor allem auf dem Land ist Weiterbauen besonders nachhaltig, denn es spart viel graue Energie und versiegelte Verkehrsflächen. Auch an Heiz- und Warmwasser ist im Stadl gedacht – dafür sorgt die vorhandene Hackschnitzelheizung des Bauernhauses.

Modernes Zuhause

Für die Familie ist der Stadl jedes Wochenende und zudem in den Schulferien das neue Zuhause. „Es war ein sehr großer Luxus, dass ich alles so verwirklichen konnte, wie ich es haben wollte“, lacht Stephanie Thatenhorst, „auch unpragmatische Dinge, die nur der Schönheit dienen und nicht der Funktionalität.“

Diese Radikalität erzeugte ein großes Medienecho, sowohl online als auch in Print und TV. Zudem erhielt der Ausbau den ersten Preis von „Best of Interior 2019“. Die Laudatio attestiert „eine moderne Loft-Atmosphäre. Das Chiemgau trifft in dieser Scheune auf die große, weite Designwelt. Mit mehr Gefühl für die Umgebung, die eigene Heimat und zeitgenössische Gestaltung kann man kaum einrichten.“

Das Chiemgau trifft in dieser Scheune auf die große, weite Designwelt

Laudatio „Best of Interior 2019“

Vier Fragen an Stephanie Thatenhorst

Warum haben sie auf dem Bauernhof Ihrer Eltern ein Heulager zu Ihrem Feriendomizil ausgebaut?
Die Kinder lieben den Stadl sehr. Es ist schön, dass sie neben dem schnellen und lauten Stadtleben hier die Einfachheit zu spüren bekommen. Und der See ist mit dem Fahrrad gut erreichbar.

Wie vermitteln Sie zwischen alt und modern?
Ich würde sagen – zwischen alt und Zeitgeist: Dass man natürlich die Historie bewahrt und alt sein lässt, was alt da ist, aber dann nicht irgendwelche pseudoalten Dinge hinzufügt, sondern etwas zeitgenössisches. Es muss ja auch nicht an allen Ecken und Enden jodeln.

Was waren Ihre gestalterischen Prämissen?
Ein großes Augenmerk lag darauf, dass man so wenig Materialien wie möglich für die Oberflächen verwendet und das ganz konsequent durchzieht. Und ich wollte definitiv eine Wandoberfläche haben, die nicht gestrichen werden muss. Die Oberfläche sollte schon die fertige Farbe mit sich bringen – wie ein Lehmputz. Er ist mit seiner Struktur eine unglaublich schöne Erscheinung, baubiologisch und bringt ein angenehmes Raumklima. Den Lehm haben wir sogar in den Nassbereichen verwendet, wofür er eigentlich nicht geeignet ist. Der Boden ist einheitlich und das Ulmenholz für Möbel und Türen. Das waren meine Kernaussagen.

Wie verändert sich das Tageslicht in den Räumen?
Tagsüber bekommen wir durch die großen Fenster an der Westseite sehr viel Licht, wodurch der große Wohnraum trotz dunkler Wände förmlich zu glänzen beginnt. Abends entsteht durch die lediglich punktuelle Beleuchtung eine sehr gemütliche Atmosphäre.

Drei Fragen an Michaela Huber

Michaela Huber geht handwerklich meisterlich mit Lehm um. Mit einem Kollegen veredelte sie den Stadl und war 2018 zudem Preisträgerin des Claytec-Oberflächenpreises. Heute arbeitet sie als Restauratorin und Bauleiterin in der Denkmalpflege.

In was wurde der Stadl verwandelt?
In einen sehr besonderen Ort – vielleicht auch durch den erdigen Lehm. Er bringt Emotion hinein. Ich empfinde den Raum als sehr angenehm – kreativ gestalteter Wohnraum einmal anders erzählt.

Was ist das Besondere an Lehm?
Durch die Erdpigmente gibt es immer ein Lichtspiel. Das Material ist lebendig. Seine Haptik, seine Optik. Das ist für Körper und Geist wohltuend.

Wie aufwendig war die Oberfläche?
Wir haben die Oberfläche geglättet und dann noch leicht angeschliffen, damit sie optisch samtig wird und um das Gesamtbild ruhiger und homogener zu machen. Teilweise wurde sie bis zu 14 Mal mit einem Wasserlack eingelassen.

Der letzte Schliff für die verwandelte Scheune
Bild: Michaela Huber
Um die handwerklichen Spuren zu harmonisieren, wurde abschließend geschliffen

Baudaten Stadl

  • Baujahr: ca. 1900
  • Ausbaujahr: 2017
  • Grundfläche: 200 m²
  • Deckenhöhe: 8 m
  • Bauweise: Holzkonstruktion
  • Umbau: großzügige, neue Fenster, Holzfassade belassen, innen gedämmt, mit Kalk und Lehm verputzt, geschliffen, stellenweise lackiert sowie Möbel und Türen in Ulmenholz
  • Putzarbeiten: Michaela Huber für Maler Epple
  • Planung: Stephanie Thatenhorst

Text: Achim Pilz

Das Earthship – gemeinsam nachhaltig bauen und wohnen

Eingang des Earthships
Bild: Achim Pilz

Das Earthship ist ein soziales Experiment von einer Gruppe junger Menschen, die nachhaltig und gemeinschaftlich bauen und wohnen möchten.

In diesem Artikel:

„Es ist Zeit für echte Experimente. Wir wollen den Weg frei machen für alle, die radikal nachhaltig bauen, leben und lernen wollen.“

In der ökologischen Gemeinschaft Schloss Tempelhof experimentieren junge Menschen mit alternativen Wohnformen. Zu ihren mobilen Wohneinheiten haben sie sich ein autarkes Versorgungsgebäude aus Erde, Autoreifen, Lehm und Holz gebaut.

Die Gemeinschaft

In Süddeutschland, inmitten einer naturbelassenen, leicht hügeligen Landschaft zwischen Stuttgart und Nürnberg, liegt das kleine Dorf Kreßberg. Seit 2010 wächst dort die ökologische Gemeinschaft Schloss Tempelhof, welche Mitglied im Global Ecovillage Network ist.

Von ihren etwa 150 Mitgliedern, sowohl Erwachsene als auch Kinder, arbeiten einige in der solidarischen Landwirtschaft auf fast 29 Hektar gemeinschaftlichem Grün- und Ackerland. Das Projekt ist auf Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten für bis zu 200 Menschen ausgelegt.

An oberster Stelle der Visionen und Werte der Bewohner*innen steht der gemeinschaftliche Einsatz für Nachhaltigkeit und das „Wir“. Zuletzt bauten sie daher neue Räume für ihre Schule für freie Entfaltung, eine private Grund- und Werkrealschule. Bis jetzt wurden unter anderem auch Wohnungen, ein Laden sowie ein Café realisiert.

Die Gemeinschaft Tempelhof, die das Gebäude erbaut hat
Bild: Gemeinschaft Schloss Tempelhof

Das Grundstück

Für das experimentelles Bauen sind zwei Grundstücke reserviert: das ‚Tempelfeld‘ und die ‚Naturerfahrung‘. Auf dem Sondergebiet „Naturerfahrung“, das sich im Norden des Bebauungsplans Tempelhof befindet, sollen in der Zukunft Experimente wie Pfahl-, Weiden- oder Erdhäuser realisiert werden. Auf dem Tempelfeld, welches am südöstlichen Rand liegt, siedelt jetzt schon eine kleine Gruppe aus der Gemeinschaft in mobilen Wohneinheiten.

Das Grundstück der Gemeinschaft
Bild: Gemeinschaft Schloss Tempelhof

Das Earthship

Im Jahr 2016 hat die Gemeinschaft ihr neues Versorgungsgebäude eingeweiht, ein so genanntes ‚Earthship‚. Es besteht aus natürlichen und recycelten Materialien und soll sich autark mit Strom, Wasser und Wärme versorgen. Als Teil des umfassenden Nachhaltigkeitskonzeptes nutzt es möglichst einfache und robuste Technologien – also „low tech“ – und konnte so weitgehend selbst erbaut werden. Ziel war es auch, möglichst wenig Maschinen und möglichst viel Handarbeit einzusetzen.

Willkommen im Earthship
Bild: Achim Pilz
Lowtech Energiekonzept: Glasfassade nach Süden, Lüftungsklappen auf dem Dach und ein Erdhügel mit zwei gigantischen Wassertanks im Norden, durch den die Zuluft temperiert wird
der Eingang zu dem Geminschaftsort

Das Konzept des Earthships

Da bei der Errichtung eines Eartships möglichst nachhaltig gearbeitet werden soll, wird das Konzept des Upcyclings genutzt. Dabei finden Materialien, die sonst oft weggeworfen werden, eine weitere Verwendung.

Upcycling: Glasflaschen in der Wand

Das erste Earthship erbaute der amerikanische Architekt Michael Reynolds in den 1970er Jahren in Taos, New Mexiko. Dafür verwendete er Wohlstandsmüll wie Autoreifen, Aluminiumdosen und Glasflaschen sowie natürlichen Materialien wie Erde, Lehm und Holz. Zu dieser Zeit des ungebremsten Wachstums, also noch vor der ersten Ölkrise, waren ein passives Energiekonzept und das Verbauen von Müll allerdings geradezu revolutionär. Gerade deshalb musste Reynolds gegen viele Widerstände für den Urtyp der Earthships, das ‚Global Model‘, kämpfen. Trotz ungewöhnlicher Methoden war das Projekt letztlich erfolgreich.

Die Wände des Earthships bestehen aus mit Erde gefüllten Autoreifen
Bild: Gemeinschaft Schloss Tempelhof
Einblick in den Rohbau – Upcycling von Autoreifen sowie Aluminiumdosen und Glasflaschen

Inzwischen gibt es weltweit sogar um die 1.000 Earthships. Seit 2012 steht im Europäischen Earthshipzentrum in Tschechien das erste Earthship Mitteleuropas. Bei uns in Deutschland machte der Verein ‚Earthship Deutschland‘ die Bauweise bekannt.

Ökologische Modifikation

Die Tempelfelder entschieden sich für ein Earthship in modifizierter Form. Auf dem Tempelfeld erhielt es vor allem mehr Dämmung, unter anderem mit Schaumglas-Schotter und Schafwolle. Durch eine Wandtemperierung und einen Stampflehmboden wird außerdem das Innenklima verbessert. Außerdem wird die Ökologie des Hauses durch die Dachbegrünung optimiert.

„Wir durften keine zu großen Modifikationen vornehmen, dann wäre es kein Earthship mehr gewesen “, erklärt Max Thulé. Er ist der Bauleiter des Ausbaus und Chef der Firma MoWo (Mobiles Wohnen), deren mobile Einheiten das Earthship begleiten. „So haben wir nur geschaut, wo können wir auf die Kunststoffdämmung verzichten, wo können wir mit Folien anders umgehen. Die Decke erhielt ein Baumwolltextil und fünf Zentimeter Schafwolldämmung, um die Akustik zu verbessern.“

Wegen Bauauflagen musste das potentiell autarke Gebäude darüber hinaus an Nahwärme, Strom und Wasser angeschlossen werden. „Wir dürfen Regenwasser nicht trinken. Das war die Auflage des Gesundheitsamt“, sagt Thulé enttäuscht. „Wir können im Bereich Wasserzufuhr aber relativ schnell ‚offgrid‘ gehen.“ Dazu wird die Wasserqualität während des Betriebes im Labor untersucht.

Das Earthship als Versorgungseinheit

Das Earthship ist das zentrale Versorgungsgebäude der Tempelfelder, da es ein Bad, eine Toilette, eine Küche und ein Wohnzimmer hat. Zum offenen Gemeinschaftsbad sagt Thulé: „Für uns war es wichtig, Räume zu schaffen, in denen auch Begegnung stattfindet. Es war für uns auch davor ganz normal, zusammen zu duschen.“ Zusätzlich war das Haus ursprünglich auch für Gäste gedacht. Eine Wohnnutzung ist aber aus brandschutzrechtlichen Gründen nicht möglich.

Und auch heute bauen die Bewohner des Tempelfeldes stetig weiter. Zuletzt erstellte Max Thulé die „Forschungshütte Temperierung“, ein Tiny House aus Vollholz und Lehm. Hier und im Earthship werden laufend Daten gesammelt, um das autarke Siedeln weiterzuentwickeln.

Experimentelles Leben

Die bis zu 25 Tempelfelder wagen mit dem Earthship ein Lebens- und Wohnexperiment, das einen stärkeren Bezug zur Natur hat. Darüber hinaus suchen sie mit ihrer Lebensweise nach Alternativen zu eingefahrenen sozialen Strukturen. „Wie funktioniert eine größere Struktur als die Familie, eine Sippe oder ein Pylon“, fragt Max Thulé, „wie geht es, sich in der Gruppe mehr zu beheimaten?“

„Wir wollten einen geschützten Raum für uns, aber nicht nur für uns als Familie in einer Wohnung, sondern in einem größeren Gefäß.“

Wie in einer Wagenburg wohnen sie nun in 14 mobilen Einheiten, umgebauten Bauwagen oder auch eigens gebauten Räumen. Diese werden im Bauantrag jedoch „Aufenthaltsräume“ genannt. Nach einer internen Bausatzung soll es möglich sein, dass sie eines Tages weiterziehen können.

Gemeinsame Aktivitäten finden im Sommer im Freien statt. Im Winter jedoch hat ein warmer, ausreichend großer Gemeinschaftsraum gefehlt. Dafür baute die Gemeinschaft das 180 m2 Earthship von September 2015 bis April 2016. Beim Selberbauen halfen dann auch Freiwillige: ungefähr 50 Baubegeisterte erstellten so in vier Wochen den Rohbau für freie Kost und Logis. Außerdem erbrachte ein Crowdfunding der Gemeinschaft stolze 198.000 EUR.

Gemeinsam ein Earthship bauen: hier gibt es ein paar  Regeln zu beachten
Bild: Achim Pilz

Baudaten Earthship

  • Bauherr: Schloss Tempelhof e. G.
  • Architekt (zeichnend): Ralf Müller
  • Bauleitung ab Rohbau: Max Thulé
  • Nutzfläche: ca. 160 m²
  • Dämmung: Schaumglas, Schafwolle
  • Recycelte Baustoffe: Erde, Autoreifen, Glasflaschen, Aluminiumdosen, Biberschwänze
  • Ökologische Baustoffe: Rundhölzer, Holzständer für Innenwände, Stampflehm oder Solnhofer Platten für den Boden
  • Oberflächen: Putze und Spachtel aus Kalk und Lehm, Mosaike aus Bruchfliesen
  • Wärmeversorgung: Nahwärme, Temperierung der Zuluft
  • Lüftung: Zuluft durch den Erdhügel, Dachluken im Wintergarten
  • Grauwasser: 2 Regenwasserzisternen mit 25 m³ fürs Gemüsewaschen, das Schmutzwaschbecken und die Waschmaschine; kleine Pflanzenkläranlage im Wintergarten für die Toilette
  • Strom: Photovoltaik in der Attika

Projekte wie das Earthship zeigen uns, dass es viele nachhaltige Möglichkeiten gibt, wie gemeinschaftlich, ökologisch und nah an der Natur gebaut werden kann!

Text: Achim Pilz