Greenwashing – was es ist und wie man es erkennt

Was ist Greenwashing und wie erkennt man es? Unser Artikel klärt auf.

Was ist Greenwashing und wie erkennt man, ob eine Firma es betreibt? In unserem Beitrag erklären wir, um was es sich dabei handelt und wie Sie die Zeichen dafür erkennen können.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Was ist Greenwashing?

Greenwashing ist der Versuch eines Unternehmens, die eigene Marke oder ein Produkt mit einem „grünen“ Image zu versehen, ohne dass dabei tatsächlich Wert auf ökologische oder soziale Nachhaltigkeit gelegt wird. Kund*innen sollen so mit gezielten Aktionen den Eindruck bekommen, dass das Unternehmen besonders auf Umweltverträglichkeit achtet. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um gezielte Marketingstrategien, mit denen Konsument*innen schlussendlich getäuscht werden.

Mit Greenwashing wird bei Kund*innen der Eindruck geweckt, dass es sich bei der Firma, dem Produkt oder der Leistung um ein nachhaltiges Angebot handelt.
Mit Greenwashing wird bei Kund*innen der Eindruck geweckt, dass es sich bei der Firma, dem Produkt oder der Leistung um ein nachhaltiges Angebot handelt.

Wie und was wird „grüngewaschen“?

Bei dem gezielten Marketing kann es sich um jegliche Form der Außendarstellung handeln, zum Beispiel um Fernseh- und Plakatwerbung, Etiketten und Verpackungen oder sogar ganze Werbekampagnen. Für ein grüngewaschenes Image reichen oft schon die Farbe Grün, Worte und Slogans rund um „Nachhaltigkeit“ oder Bilder, die „Natur“ darstellen.

Mit Greenwashing versuchen Unternehmen, ihre Produkte und Marken in ein "grünes" Licht zu rücken und so attraktiver für Konsumenten zu werden

Auch ein „grüngewaschener“ Internetauftritt kann den Anschein erwecken, dass es sich um ein besonders ökologisch agierendes Unternehmen handelt. So werden sogar auch die Kund*innen getäuscht, die sich im Vorfeld eines Kaufes ein wenig über das gewünschte Produkt erkundigen. Da sich immer mehr Menschen für einen bewussten Konsum entscheiden und auf Nachhaltigkeit Wert legen, greifen auch mehr und mehr Unternehmen zu Marketingstrategien mit den Argumenten „nachhaltig“, „fairtrade“ oder „biologisch/ökologisch“.

Doch bei welchen Produkten tritt Greenwashing auf? So ziemlich jedes Produkt kann davon betroffen sein. Ob Kosmetik- und Hygieneprodukte, Wasch- und Reinigungsmittel, Elektrogeräte, Autos, Möbelstücke, Nahrungsmittel oder Textilien. Bei jedem Produkt können Nachhaltigkeitsmaßnahmen aufgebauscht, Arbeits- und Herstellungsverhältnisse geschönt oder schlechte Produktionsumstände verschwiegen werden.

Jedes Produkt kann von Greenwashing betroffen sein; von Zahnbürste, über Möbel bis hin zu Autos.
Ob bei Kosmetikprodukten, Klamotten oder Autos; bei Greenwashing suggeriert die Werbung, dass es sich um ein besonders ökologisches, umweltschonendes oder gesundes Produkt handelt

Mit welchen Aspekten können Unternehmen „falsch“ werben?

Unternehmen können zum Beispiel den Klimawandel ansprechen oder das Artensterben thematisieren, ohne tatsächlich etwas dagegen zu unternehmen. Sie können auf Ressourcenschonung hinweisen, obwohl auf ebenjene nicht geachtet wird. Wenn ein Unternehmen Umweltverschmutzung zum Thema macht, bei der Produktion aber nicht auf Umweltschutzmaßnahmen achtet oder extrem viel Verpackungsmaterialien nutzt, erscheint das ebenfalls unglaubwürdig. Bei der Verpackung kann allerdings auch mit falschen Argumenten geschummelt werden; diese wird zum Beispiel als ökologisch ausgewiesen, auch wenn sie entweder komplett unnötig oder nicht recyclebar ist. Auch Produkte, die im Laufe der Herstellungskette mehrfach weite Transportwege aufweisen und die Kontinente wechseln, sind weniger ökologisch.

Einwegplastik ist nicht nachhaltig, und auch hier kann mir der Verpackung ein „grünes“ Image erzeugt werden

Warum betreiben einige Unternehmen Greenwashing?

Dafür gibt es mehrere Gründe; höhere Preise, besseres Image und Vergünstigungen im Handel können eine Rolle spielen. Mit einem grüngewaschenen Image können Unternehmen mehr Geld für ihre Produkte verlangen, da Käufer*innen oftmals bereit sind, für nachhaltige Produkte etwas mehr auszugeben. Denn gerade das „grüne“ Image eines Produktes ist für manche Menschen das ausschlaggebende Argument bei der Kaufentscheidung.

Generell kann ein Unternehmen versuchen, das eigene Image mit Greenwashing aufzuwerten. Denn so gibt es nach außen hin zu verstehen, dass es Verantwortung übernimmt und sich für eine besserer Welt einsetzt. Mit diesem Image könnte das Unternehmen auch im Handel mit Produktionspartnern, bei staatlichen Zuschüssen oder bei Verkäufern bessere Chancen haben. Zudem ist es für das Unternehmen billiger, Geld für aufwändiges Marketing auszugeben, anstatt wirklich nachhaltiger zu werden. Denn dafür müssten zum Beispiel Fertigungsprozesse geändert, Produkte neu designt und Arbeitsbedingungen erheblich verbessert werden.

Greenwashing ist der Versuch eines Unternehmens, die Einnahmen mithilfe eines irreführenden und falschen "grünen" Images zu steigern.
Greenwashing ist der Versuch eines Unternehmens, die Einnahmen mithilfe eines irreführenden und falschen „grünen“ Images zu steigern

Greenwashing Checkliste

Wenn Sie nicht genau wissen, ob ein Unternehmen Greenwashing betreibt, können Sie sich vor einer Kaufentscheidung informieren. Generell lohnt sich dafür ein Blick auf den Internetauftritt der Firma. Die folgenden Aspekte können Hinweise auf Greenwashing geben.

Worte vs. Taten

Benutzt das Unternehmen schwammige Aussagen und beschreibt allgemein eher Vorsätze, anstatt deutliche Beispiele zu bringen? Sind die Website und die Werbeauftritte mit Wörtern rund um Nachhaltigkeit geschmückt, ohne dass wirklich konkrete Umsetzungen präsentiert werden? Wenn ein Unternehmen Nachhaltigkeit als Aushängeschild oder Kaufargument nutzt, aber keine Handlungen vorweisen kann, ist das ein Hinweis auf Greenwashing.

Transparenz

Auch die Transparenz eines Unternehmens kann zeigen, ob Umweltbewusstsein oder fairen Produktionsbedingungen ernst genommen werden. Gibt die Firma zum Beispiel Details dazu bekannt, oder sind auch hier die Formulierungen vage und unspezifisch? Unterstützt die Firma Hilfsorganisationen, Umweltschutzprogramme oder spendet regelmäßig für den guten Zweck? Auch Angaben über Materialien können etwas über die Transparenz aussagen. Welche Rohstoffe, Materialien oder Chemikalien kommen zum Einsatz (oder werden konsequent gemieden, so wie Palmöl)? Sind die Produkte recycelbar? Bekommt man als Kund*in Einblicke in den Herstellungsprozess oder -Ort? Gibt es Informationen über faire Löhne oder die gesundheitliche Sicherheit der Arbeiter*innen vor Ort?

Wenn eine Website zudem keinen eigenen Abschnitt zum Thema Nachhaltigkeit hat (beispielsweise in Form von einer „über uns“ oder „unsere Werte“ Präsentation), dann ist „grüne“ Werbung wenig überzeugend.

Historie des Unternehmens

Ist das Unternehmen für günstige Produkte, Schnäppchen oder schnell wechselnde Kollektionen bekannt? Ist die Firma in der Vergangenheit mit Umweltskandalen oder schlechten Arbeitsbedingungen aufgefallen? Wenn ja, dann lohnt sich ein Blick „hinter die Kulissen“ erst recht. Dafür kann man den Namen des Unternehmens + „Greenwashing“ in die Suchleiste des Browsers eingeben. So stößt man auf Beispiele, Recherchen oder Nachrichtenmeldungen, die einem zeigen können, ob die Firma schon in der Vergangenheit negativ aufgefallen ist. Natürlich kann sich ein Unternehmen im Laufe der Jahrzehnte auch ändern; dann sollte man jedoch auf der Homepage auch sehen können, welchen Beitrag es beispielsweise für Umwelt- und Artenschutz, faire Löhne oder Klimaneutralität leistet.

Anteil der nachhaltigen Produkte im Sortiment

Wenn man sich das Sortiment eines Unternehmens anschaut, kann man oft schon erkennen, ob Nachhaltigkeit eine Priorität ist oder nicht. Denn teilweise wird ein sehr kleiner Anteil an nachhaltigen Produkten für einen sehr großen Anteil des Marketings genutzt. Hier ein Beispiel aus der Textilbranche; Ein Anbieter für Mode hat nur eine sehr kleine Auswahl an Kleidungsstücken mit Biobaumwolle, Fairtrade-Zertifikaten oder Umweltschutzmaßnahmen. Der überwiegende Rest der Textilien ist konventionell hergestellt. Trotzdem beherrscht die „grüne“ Mode die Werbung und wird als Aushängeschild benutzt. Mit solchem Methoden sollen Kund*innen davon überzeugt werden, dass das Unternehmen ökologisch handelt, faire Löhne zahlt und gesunde Materialien verwendet.

Gerade in der Modeindustrie in den Zeiten des Fast Fashions lohn sich ein Blick auf das Angebot; ist Nachhaltigkeit nur bei einer kleinen Kollektion ein Argument, oder ist sie ein Grundsatz der Unternehmensphilosophie?
Gerade in der Modeindustrie in Zeiten des Fast Fashions lohn sich ein Blick auf das gesamte Angebot; ist Nachhaltigkeit nur bei einer kleinen Kollektion ein Kaufargument oder ist sie ein Grundsatz der Unternehmensphilosophie?

Vertrauenswürdige Zertifikate

Immer mehr Produkte weisen Siegel oder Zertifikate auf, die besonders ökologische oder soziale Praktiken auszeichnen sollen. Doch sagen diese wirklich immer etwas über die Nachhaltigkeit des Unternehmen aus? Nein, denn auch bei Zertifikaten kann geschummelt werden; es gibt Konzerne, die sich einfach eigens entworfene Labels, Auszeichnungen oder Preise verleihen. Wenn man ein Produkt mit einem besonderen Gütesiegel oder einem Zertifikat sieht, das man noch nicht kennt, kann man dieses zum Beispiel googlen. So kann man herausfinden, ob es tatsächlich von einer externen, objektiven Prüfstelle vergeben wurde, oder das Unternehmen sich nur selbst etwas verliehen hat.

Außerdem kann man sich an Zertifizierungs- und Prüfstellen orientieren, die sehr bekannt sind (doch auch hier darf man hinterfragen, was genau geprüft und ausgezeichnet wird). Wir haben ein paar Links für Sie herausgesucht, an denen Sie sich beim nächsten Kauf orientieren können:

TÜV Nord listet beispielsweise seine Kriterien für Nachhaltigkeit und Klimaschutz und zeigt Konsument*innen so, worauf er bei einer Zertifizierung achtet.

Die Plattform Utopia hat einen Siegel-Guide, der verschiedene Nachhaltigkeitssiegel vorstellt. Es gibt eine Kurzvorstellung in der Übersicht sowie weiterführende Informationen. Utopia unterteilt die Siegel in die Gruppen staatliche Siegel, Label von Interessensgemeinschaften sowie Zeichen von Unternehmen.

Auf siegelklarheit.de haben Sie die Möglichkeit, die Siegel nach Produktgruppen (beispielsweise Textilien, Papier, Lebensmittel oder Mobiltelefone) kennenzulernen. Außerdem können Sie verschiedene Siegel miteinander vergleichen. Die Bewertung stellt sich aus den Kategorien Glaubwürdigkeit, Umweltfreundlichkeit und Sozialverträglichkeit zusammen. Diese haben wiederum transparente Bewertungsaspekte gelistet, sodass Sie direkt sehen, wie die Bewertung zustande kommt.

Die Seite Klima-Lügendetektor widmet sich komplett der Entlarvung von Greenwashing-Versuchen. Betrieben und befüllt wird die Seite von Journalist*innen, die regelmäßig neue Fälle von irreführendem Marketing aufdecken. Auch hier gibt es mehrere Unterteilungen, beispielsweise in Energie, Medien, Politik oder Wirtschaft.

Nachhaltiger Konsum

Um sich wirklich vor Greenwashing zu schützen, muss man sich mit den Unternehmen ein wenig auseinandersetzen, von denen man etwas kauft. Man sollte jedoch auch im Kopf behalten, dass nicht jedes Unternehmen in jeder Hinsicht nachhaltig sein kann. Trotzdem gibt es Firmen, die sich wirklich mit sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit auseinander setzen und einen Beitrag für eine bessere Welt leisten.

Zudem ist es wichtig, dass Konsument*innen aufgeklärte und bewusste Konsumentscheidungen treffen. Jeder kleine Beitrag bewirkt etwas, denn auch hier gilt „Die Summe macht’s“. Trauen Sie sich deshalb, das Thema Greenwashing im Familien- oder Freundeskreis anzusprechen. Viele Menschen wissen schließlich nicht, dass Unternehmen mit Marketingstrategien ökologische und soziale Nachhaltigkeit nur vortäuschen. So können Sie ihr Umfeld aufklären und sorgen dafür, dass immer weniger Menschen auf Greenwashing hereinfallen.

Und auch Minimalismus setzt auf nachhaltigen und bewussten Konsum, beziehungsweise eine allgemeine Reduktion von Konsumgütern. Für Interessierte haben wir deshalb einen kleinen Minimalismus-Leitfaden mit Tipps verfasst, der beim Einstieg in ein minimalistische(re)s Leben helfen kann.

Minimalismus ist nachhaltiger und bewusster Konsum

Text: Jenny Heim
Bilder: Unsplash und Pixabay

Vertikale Begrünung im urbanen Raum

Vertikale Begrünung mit modularen Systemen kombiniert eine flexible Bauweise mit positiven Eigenschaften für das Stadtklima und einem ausgezeichneten Lärmschutz. Ein Projekt von Fraunhofer UMSICHT.

Vertikale Begrünung mit modularen Systemen birgt viele Vorteile für wachsende Städte, denn sie ist verhältnismäßig pflegeleicht und ist zudem wirtschaftlich. Die Vorteile reichen von verbesserter Luftqualität über Schallschutz bis hin zu einer optimalen Temperaturregulierung. Ein Projekt von Fraunhofer UMSICHT.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Fraunhofer UMSICHT.

Projektziele

Immer mehr Menschen leben in Städten. Begleiterscheinungen sind unter anderem Luftverschmutzung durch Verkehrsaufkommen und hohe Geräuschpegel. Um eine hohe Lebensqualität zu sichern und diese weiter zu optimieren, bedarf es entsprechender Lösungen; Zunehmend rückt die Begrünung des urbanen Raums und urbaner Infrastrukturen ins Blickfeld von Architektur, Planungs- sowie Bauwesen. Es besteht zum einen der Wunsch, grüne Flächen als gestalterisches Element zu verwenden, zum anderen verspricht man sich von der Begrünung positive Einflüsse auf Sauerstoffproduktion, CO2-Bindung und Luftreinhaltung. Hinzu kommen energetische Einsparpotenziale und positive Auswirkungen auf das Mikroklima, bedingt durch die dämmende und kühlende Wirkung von bepflanzten Flächen sowie positive Auswirkungen auf die Biodiversität durch das Schaffen neuer Lebensräume.

Vertikale Begrünung: der Nutzen

Zusammen mit Partnern hat das Fraunhofer UMSICHT spezielle Elemente auf Basis eines mineralischen Werkstoffs (Kalksandstein) für den Bau von bodenungebundenen begrünten Wänden entwickelt. Der mineralische Werkstoff eignet sich durch seine optimierten saugfähigen und flüssigkeitsspeichernden Eigenschaften ideal für derartige Anwendungen. Die einzelnen Elemente sind mit Pflanzrinnen versehen und werden zu einem Modulsystem verbaut. Die Rinnen werden mit Pflanzsubstraten befüllt und können anschließend eingesät oder bepflanzt werden. Die Pflanzen wachsen nach vorne aus den Bauelementen heraus und bedecken die vertikale Fläche. Für die Begrünung eignen sich je nach gewünschtem Begrünungstyp unterschiedlichste Pflanzenarten. Insbesondere Gräser erzielen einen Begrünungserfolg bereits nach 2 bis 3 Wochen.

Pilotwand zur vertikalen Begrünung beim Fraunhofer UMSICHT: Modulsystem auf Basis von mineralischen Bauelementen.
Pilotwand zur vertikalen Begrünung beim Fraunhofer UMSICHT: Modulsystem auf Basis von mineralischen Bauelementen.

Die Bewässerung erfolgt von oben, wobei aufgrund der Flüssigkeits-Transporteigenschaften des Steins das Wasser in der Wand allein durch Schwerkraft nach unten geführt wird und so alle Pflanzrinnen erreicht. Das mindert den Aufwand für die Pflege der Pflanzen erheblich. Bei Bedarf können einzelne Steinlagen zudem separat bewässert werden.

Durch den Einsatz einzelner Bauelemente ist das System skalierbar, sodass sich beliebig große Flächen erstellen lassen. Die Anwendungsgebiete reichen von der Wandverkleidung- und Begrünung über die Nutzung als gestalterisches Element oder begrünte Trennwand bis zum vertikalen Gärtnern. Kleinteilige Module sind schon im Größenbereich von Balkonen oder Terrassen für die Bepflanzung nutzbar – beispielsweise als Kräutergarten.

Ergebnis

Die Bauelemente ermöglichen durch ihren Aufbau eine wirtschaftliche und industrielle Herstellung in Serie. Bislang sind Pilotsysteme in Castrop-Rauxel (UNIKA), im spanischen Orihuela Costa (biolit) sowie in Oberhausen (Fraunhofer UMSICHT) zu Forschungszwecken installiert – mit überzeugenden Praxisergebnissen. Aktuell abgeschlossene Messungen zum Lärmschutzverhalten bestätigen dem System ausgezeichnete Werte.

In nachfolgenden Arbeiten begleitet das Fraunhofer UMSICHT die Realisierung von Begrünungsobjekten. Im Fokus stehen dabei insbesondere Untersuchungen zum Verhalten des Systems im Hinblick auf die Mikroklimaverbesserung und Kühlwirkung im urbanen Raum.

Projektpartner

Biolit Vertical Green®
UNIKA – Ruhrbaustoffwerke GmbH & Co. KG

Das Projekt für urbane vertikale Begrünung ist eine Kooperation von Fraunhofer UMSICHT, biolit und UNIKA
Das Projekt für urbane vertikale Begrünung ist eine Kooperation von Fraunhofer UMSICHT, biolit und UNIKA
Bild: Fraunhofer UMSICHT/Holger Wack

Über die vertikale Begrünung von Biolit und UNIKA

Luftqualität, Schallschutz, Temperaturregulierung – all das sind Faktoren, die einen hohen Anteil an unserer Wohn- und Lebensqualität tragen. Sie gilt es nicht nur zu erhalten, sondern zu optimieren, um die immer weiter wachsenden Städte lebenswert zu gestalten.

Ein Baustein dazu ist die vertikale Begrünung mit dem neuen Begrünungssystem Biolit Vertical Green®. Diesem liegt ein Patent des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und Herrn Dipl.-Ing. Berthold Adler zugrunde. Die Vorteile dieser grünen Wände sind überzeugend:

Bauelement zur vertikalen Begrünung.
Bauelement zur vertikalen Begrünung.
  • Schall wird um mehr als 50 dB reduziert, bis zu 8 dB werden dabei absorbiert
  • Die Bindung von Kohlendioxid (CO2) und Stickoxiden (NOX) aus der Luft wird positiv beeinflusst
  • Das System trägt zur Luftreinhaltung und Biodiversität bei.
  • Das Mikroklima wird positiv beeinflusst
  • Der konstruktive Aufbau und die schnelle Begrünung schützen vor Schäden durch Vandalismus (z. B. Graffiti)
  • Die Pflege der Anlage ist einfach und wirtschaftlich
  • Mit dem voll integrierbaren Bewässerungssystem gehören vertrocknete grüne Wände der Vergangenheit an.

Viele Stadtverwaltungen haben erkannt, dass der Platz für Grünflächen zur Wohnklima- und Luftverbesserung nicht mehr ausreicht. Deshalb werden Begrünungsprojekte an Gebäuden gefördert. Neben der Förderung für Gründächer gilt dies seit wenigen Jahren auch für vertikale Flächen. Je nach Stadt sowie nach Art und Umfang der Begrünung werden bis zu 50 Prozent der Kosten erstattet.

Bei einer Messe wurde das Projekt vorgestellt
Bei einer Messe wurde das Projekt vorgestellt
Bild: Fraunhofer UMSICHT/Holger Wack

Statik und bautechnische Eigenschaften

Die Konstruktion kann flexibel und skalierbar geplant und zusammengefügt werden. Der Größe der zu begrünenden Flächen sind somit nahezu keine Grenzen gesetzt. Die Pflanzsteine können entweder als Vorsatzschale vermauert und über eine Verankerung an einer bestehenden Fassade befestigt werden oder sie erhalten als freistehende Wände oder Trennwände – beispielsweise zur optischen Gestaltung, zum Lärmschutz oder als Sichtschutz – bei Bedarf ein Fundament oder Tragsystem.

Die Bewässerung ist im System voll integrierbar und damit vor Vandalismus geschützt. Sie macht sich die speziellen Eigenschaften des mineralischen Baustoffs zunutze. Feuchtigkeit wird gespeichert und bei Bedarf wieder an das Pflanzsubstrat und die Pflanzen abgegeben.

Der Pflanzstein mit den Abmessungen 25 x 24 x 24 cm (Länge x Breite x Höhe) wurde bezüglich der Materialstruktur, auf Basis von Kalksandstein, speziell auf seine Wasserspeicher- sowie Wassertransporteigenschaften hin entwickelt. Bautechnisch gelten für ihn dieselben Parameter, die den Baustoff Kalksandstein auszeichnen. Er bietet einen hervorragenden Schallschutz und erfüllt zudem auch baurechtliche Anforderungen, z. B. im Brandschutz. Zudem liegt eine Umwelt-Produktdeklaration nach ISO 14025 vor. Die gute Frostbeständigkeit des Materials garantiert eine lange Wertbeständigkeit und Freude am vertikalen Grün.

Mit Winkelsteinen können die Pflanzrinnen umlaufend auf die andere Seite der Wand weitergeführt werden.

Bewässerung, Substrat und Pflanzen

Nach dem Aufbau der Wand werden die Rinnen mit Substrat gefüllt und anschließend direkt bepflanzt oder eingesät. Das Substrat und die Pflanzen können dabei in vielfältiger Weise variiert und auf den gewünschten Begrünungstyp angepasst werden. Bei der Begrünung mit Gräsern wird ein schneller Erfolg (2 bis 3 Wochen) erzielt und das entstehende Mikroklima ermöglicht die Ansiedlung weiterer Pflanzen.

Perfekter Ort für Erdbeeren: Das Modulsystem auf Basis von mineralischen Bauelementen zur vertikalen Begrünung.
Perfekter Ort für Erdbeeren: Das Modulsystem auf Basis von mineralischen Bauelementen zur vertikalen Begrünung.

Meist reicht ein einzelner Wasseranschluss, um eine komplette Wand zu bewässern. Die Bewässerung des Systems erfolgt von oben, denn aufgrund der Flüssigkeitstransporteigenschaften des Pflanzsteins gelangt das Wasser in der Wand allein durch Schwerkraft nach unten und erreicht so jede Pflanzrinne. Bei Bedarf – zum Beispiel extreme Witterungsverhältnisse, Südseite – können die einzelnen Steinlagen jedoch auch separat bewässert werden.

Durch Regenereignisse nimmt das System eigenständig Wasser auf, was zu einer guten Bewässerungsbilanz führt. Durch die Nutzung von Regenwasser (beispielsweise mit Zisternen) ist eine Einleitung in die Kanalisation verzichtbar.

Bewässerungstechnik und Monitoring

Die Bewässerungsanlage lässt sich über verschiedene Module und Sensoren zu einem intelligenten System erweitern. Beginnend mit einfachen Zeitschaltuhren, die den Wasserzulauf regeln, sind auch Sensoren zur Luft- und Bodenfeuchtemessung und weitere, bis hin zur kompletten Wetterstation, integrierbar. Auf Basis der ermittelten Messdaten wird die Feuchtigkeit im System bedarfsgenau gesteuert und die Bewässerung somit individuell geregelt.

Per WLAN und GPRS-Adapter können die Sensorwerte auch an eine App weitergegeben werden. Der Anwender hat so die Möglichkeit, seine Bewässerungsanlage zu überwachen und gegebenenfalls zu justieren. Über Solarpanele bleibt auch die Stromversorgung autark.

Text und Bilder (wenn nicht anders gekennzeichnet): Fraunhofer UMSICHT

5 Tipps für nachhaltige Weihnachten

Nachhaltige Weihnachten; mit unseren Tipps gehts!

Nachhaltige Weihnachten feiern? Geht das überhaupt? Aber klar! Wir haben fünf Tipps für ein nachhaltiges und schönes Fest, bei dem Sie weder auf Schokolade und Geschenke noch auf einen reich geschmückten Baum verzichten müssen.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

1. Der nachhaltige Baum

Der Weihnachtsbaum hat eine kurze Lebenserwartung – schon nach wenigen Wochen landet er im Müll. Darüber hinaus stammen viele der Bäume, die wir im Baumarkt oder dem Supermarkt kaufen, aus Weihnachtsbaumkulturen. Der Einsatz von Düngern ist hier an der Tagesordnung. Die hier verwendeten Insektizide schädigen die Umwelt und bedrohen viele heimische Insekten. Aber es gibt Alternativen zu herkömmlichen Bäumen, die wesentlich nachhaltiger und ökologischer sind.

Eine Alternative sind beispielsweise Öko-Bäume. Weihnachtsbäume aus ökologischer Zucht erkennt man am Bioland-, Naturland- oder FSC-Siegel. Auch Bäume aus dem regionalen Forst punkten mit einer guten Klimabilanz. Hier stimmen nicht nur die Transportwege, sondern häufig auch der ökologische Anbau. Wer einen Baum aus dem regionalen Forst kaufen möchte, sollte am besten beim Förster vor Ort anfragen. In vielen Wäldern können diese Bäume übrigens auch selbst geschnitten werden. Da freuen sich vor allem die Kinder, die so nicht nur lernen, wo der Baum herkommt, sondern auch einen schönen Ausflug in den Wald erleben dürfen.

Für ein nachhaltiges Weihnachten sollte man einen nachhaltigen Weihnachtsbaum wählen

Zero Waste Weihnachtsbäume

Neben den Naturbäumen aus ökologischer Waldwirtschaft gibt es aber auch Alternativen, die jedes Jahr neu verwendet werden können und somit weder Müll produzieren noch Ressourcen verschwenden. Diese Zero Waste Weihnachtsbäume gibt es mittlerweile von vielen Herstellern. Bei „room in a box“ gibt es beispielsweise einen Baum, der zu mindestens 70 Prozent aus recyceltem Papier besteht. Außerdem spendet der Hersteller für jedes verkaufte Produkt einen Baum, der vom Partner Eden Reforestation gepflanzt wird.

Zero Waste Weihnachtsbäume

Wiederverwendbare Weihnachtsbäume haben einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie nadeln nicht und können jedes Jahr wiederverwendet werden. Darüber hinaus sorgen sie für einen modernen Look im Wohnzimmer und können genau wie ein echter Baum schön dekoriert werden. Ein reduziertes Exemplar können Sie auch ohne Probleme selbst basteln. Wie dieses Beispiel aus einer Lichterkette zeigt.

Auch ein Baum aus einer Lichterkette kann als Weihnachtsbaumersatz dienen.

Und der Weihnachtsbaumschmuck? Zu einem richtigen Weihnachtsbaum gehört natürlich auch der entsprechende Schmuck. Auch dieser kann nachhaltig und ökologisch sein. Am einfachsten geht es, wenn Sie ihren Weihnachtsbaumschmuck gebraucht kaufen. So haben sie eine große Auswahl und retten Sterne, Kugeln und Co. vor dem Mülleimer. Besonders nachhaltig ist es aber natürlich auch Schmuck aus Stroh oder Papier selbst zu basteln.

Weihnachtsschmuck kann man auch gut gebraucht kaufen

2. Nachhaltige Weihnachten: die Geschenke

Am nachhaltigsten sind selbstgemachte Weihnachtsgeschenke. Ob Marmelade, Chutney oder Kekse, die in hübsche Gläser verpackt werden: Damit machen Sie Oma, Opa und Tante garantiert eine Freude. Aber nicht immer hat man Zeit und Lust etwas selbst zu machen. In nachhaltigen Shops wie lilligreenshop finden Bastelmuffel jede Menge Geschenke und Wohnaccessoires für die Lieben. Und die Produkte bei sidebyside-shop werden in Werkstätten für behinderte Menschen produziert und verfolgen damit auch einen sozialen Gedanken. Darüber hinaus werden für die hier angebotenen Holzprodukte vorwiegend heimische Hölzer verwendet, die naturbelassen bleiben oder mit naturverträglichen Ölen, Wachsen oder Lacken behandelt werden.

Nachhaltige Weihnachten: mit nachhaltigem Geschenkpapier wird das Fest ein Stückchen nachhaltiger

Neben nachhaltigen Geschenken kann man aber auch Nachhaltigkeit verschenken. Wie das geht? Zum Beispiel mit einem Gemüsekisten-Abo vom örtlichen Bauernhof, mit einen Gutschein vom nächsten unverpackt Laden, einer Bienenpatenschaft oder einem Insektenhotel.

3. Ökologisches Geschenkpapier

Laut Nabu fallen in der Weihnachtszeit 20 Prozent mehr Müll als im restlichen Jahr an. Schuld daran ist auch das Geschenkpapier, das oftmals nur für wenige Stunden ein Geschenk umhüllt. Herkömmliches Geschenkpapier ist außerdem schwer zu recyceln. Denn Goldfolien, Glitzer, Prägungen und manche Fasern können häufig nicht recycelt werden. Aber es gibt auch hier nachhaltige Alternativen. Der Klassiker bei nachhaltiger Geschenkverpackung ist Zeitungspapier. Aber mal ehrlich: Das trifft nicht den Geschmack von jedem. Wesentlich schicker ist da die Verpackung in braunem Paketpapier. Wer es etwas bunter mag, findet häufig auch hier Alternativen im Altpapiermüll: Ein ausrangiertes Buch, eine Landkarte oder ein Comicheft sind farbenfrohe und nachhaltige Verpackungsmöglichkeiten.

Als Ersatz für konventionelles Geschenkpapier kann man Zeitung, Paketpapier, Geschirrtücher, alte Zeitungen oder Stoffe verwenden

Ist keines von all dem zur Hand, kann auch gerne nachhaltiges Geschenkpapier zum Einsatz kommen. Einige Hersteller bieten Geschenkpapier an, das aus Altpapier hergestellt wurde. Man erkennt es am entsprechenden Siegel, dem Blauen Engel. Aber auch vollständig recycelbares Geschenkpapier ist auf dem Markt keine Seltenheit mehr. Bei Planet Paket aus München gibt es beispielsweise ökologisches Geschenkpapier. Dank des innovativen Cradle-to-Cradle-Druckverfahrens der Druckerei kann hier das Papier vollständig wiederverwendet werden.

Ebenfalls auf nachhaltiges Geschenkpapier spezialisiert hat sich das Kölner Unternehmen Fair Squared. Für eine außergewöhnliche und nachhaltige Verpackung gibt es hier so genannte Furoshikis. Das sind Fair Trade Upcycling-Geschenktücher aus sri-lankischen, aussortierten Saris, die fair gehandelt und ohne Plastikmüll verschickt werden und jedes Jahr wieder verwendet werden können.

Furoshikis sind Fair Trade Upcycling-Geschenktücher aus sri-lankischen, aussortierten Saris, die fair gehandelt und ohne Plastikmüll verschickt werden und jedes Jahr wieder verwendet werden können

Neben nachhaltigem Geschenkpapier gibt es aber natürlich auch noch andere Möglichkeiten, Geschenke zu verpacken, ohne dabei viel Müll zu produzieren. Eine beliebte Möglichkeit ist beispielsweise das Verpacken in einer Stoffserviette oder einem hübschen Geschirrhandtuch. Das kann der Beschenkte danach dann auch gleich weiterverwenden.

4. Schokolade: nachhaltig und fair

Schokokugeln, Weihnachtsmänner und Lebkuchen. All das gehört zu Weihnachten dazu. Aber bei all den Leckereien fällt auch ganz schön viel Müll an. Darüber hinaus enthält handelsübliche Schokolade oft Palmöl, bei dessen Gewinnung große Regenwaldflächen, und damit wichtiger Lebensraum, zerstört wird. Und auch sonst sind viele Süßigkeiten oft nicht nachhaltig. Öko Test kritisierte bei einem Test im Jahr 2019 vor allem die enthaltenen Mineralöle und die Arbeitsbedingungen auf den Kakao-Plantagen.

Eine Schokolade sollte deshalb nicht nur ohne Palmöl sein, sondern auch fair gehandelt werden. Darüber hinaus sollte die Verpackung recyclebar sein und die Zutaten ohne Pestizide angebaut werden. Gar nicht so einfach, so etwas im Supermarkt zu finden.

Gute Anlaufstellen für den Einkauf der Weihnachtsschokolade sind deshalb unverpackt Läden, die häufig nicht nur darauf achten, dass ihre Produkte nicht verpackt sind, sondern auch sicherstellen, dass sie aus nachhaltigem, fairem Handel und ökologischem Anbau stammen. Eine Liste mit Unverpackt Läden in Deutschland gibt es zum Beispiel bei „Einfach Zero Waste leben“.

Wie ein Einkauf im unverpackt Laden abläuft haben wir übrigens hier beschrieben.

Auch Schokolade kann man in einem unverpackt Laden finden

Lokal und fair kaufen

Auch Bäckereien bieten Kekse und Lebkuchen an, die unverpackt verkauft werden. Viele Bäckereien und Confiserien haben außerdem Schokonikoläuse im Angebot, die ebenfalls mit wenig oder keiner Verpackung und ganz ohne Palmöl auskommen. In Confiserien finden sich außerdem Pralinenmischungen mit weihnachtlichen Gewürzen. Hier setzen übrigens immer mehr Chocolatiers auf die „Bean to Bonbon“-Methode, bei der jeder Arbeitsschritt von der Bohne zur fertigen Praline aus einer Hand stammt. So wird sichergestellt, dass Transportwege und Arbeitsbedingungen garantiert fair sind. Außerdem weiß der Chocolatier so genau, was in seiner Praline steckt.

Für nachhaltige Weihnachten dürfen Leckereien nicht fehlen

Wer gerne im regulären Handel Weihnachtsmänner und Schokokugeln kaufen möchte, sollte die Siegel auf der Verpackung beachten. Ein Bio-Siegel alleine garantiert aber noch keinen fairen Kakaoanbau. Deshalb sollten Sie immer darauf achten, dass sowohl ein Fairtrade als auch ein Bio-Siegel auf der Packung zu sehen sind. Siegel wie das Naturland-Fair-Siegel berücksichtigen beide Komponenten.

5. Nachhaltige Weihnachten: Deko

Weihnachtliches Upcycling: so gelingt die Do-it-yourself Deko

Und die Deko? Auch die kann nachhaltig sein. Denn nichts ist weihnachtlicher als Zweige und Nüsse. Und die gibt es in der Regel vor der eigenen Haustüre. Aber Vorsicht: Einfach Zweige von Bäumen abreißen ist verboten. Und auch vom Waldboden sollten Sie nur das aufsammeln, was Sie für den persönlichen Bedarf brauchen, schließlich sind Kastanien und Eicheln eine wichtige Nahrung für Eichhörnchen und andere Waldtiere. Eine weitere Möglichkeit für schöne Weihnachtsdeko ist Upcycling. So wird zum Beispiel aus einem alten Zollstock ganz schnell ein schöner Weihnachtsstern. Dafür einfach aus den Zollstöcken Sterne formen und an der Wand befestigen.

Eine weitere Idee für nachhaltige Weihnachten ist das Upcycling alter Magazine. Für einen Stern aus einer ausgedienten Zeitschrift, rollen Sie einfach eine Magazinseite auf einem Holzstab eng auf. Das Ende können sie mit Klebstoff fixieren und dann den Stab entfernen. So gehen sie weiter vor, bis sie genügend Zacken für den Stern hergestellt haben. Im unserem Beispiel wurden stolze 120 Magazin-Seiten verarbeitet. Die fertigen Zacken können Sie dann auf einen Papierkreis kleben und anschließend aufhängen.

Wir wünschen Ihnen ein fröhliches und nachhaltiges Fest!

Text: Julia Schenkenhofer
Bilder: Unsplash, Pixabay, Roominabox, Tesa, Fair2me

Hinter den Kulissen: ein Tag im unverpackt Laden

Hinter den Kulissen: ein Tag im unverpackt Laden, Stefan Harich von Randvoll – Café und Unverpacktes berichtet

Wie sieht es eigentlich hinter den Kulissen in einem unverpackt Laden aus? Wir haben einen Mitarbeiter gefragt, wie ein Tag auf der anderen Seite der Theke abläuft. Er schildert, woran man bei Ladenöffnung und -Schließung denken muss, wie die Verkaufswaren ausgesucht werden und warum die Arbeit nicht ganz so entspannt ist, wie man bei einer so lockeren Einkaufsatmosphäre denken würde.

Einen Überblick zu den Vor- und Nachteilen von unverpackt Läden finden Sie hier, eine Schritt-für-Schritt Anleitung zum Einkaufen hier.

Ein Gastbeitrag von Stefan Harich von Randvoll – Café und Unverpacktes.

Bevor es losgeht

Morgens, bevor wir öffnen, bleibt das Licht so lange aus wie es geht. Denn Licht und Kund*innen ziehen sich an, wie Plus und Minus. Das Brot ist gerade angekommen und wartet warm und duftend darauf, in die Regale eingeräumt zu werden. Die Espressomaschine ist am Aufheizen und die Spülmaschine läuft sich in der Küche warm. Es herrscht geregeltes Chaos hinter der Theke. Der Wareneingang wird kontrolliert, Brot und Brötchen müssen präsentiert und mit Preisschildchen versehen werden und die Tische und Stühle stellen sich auch nicht von alleine raus.

Die Fahrerin erhellt das Team mit der neusten Anekdote aus der Düsseldorfer Backstube, bevor sie sich wieder aus dem Staub macht, um die nächste Erledigung zu tätigen. Tomaten vom Bauern und Kaffee aus der Rösterei des Vertrauens wird sie noch besorgen, bevor sie dann frei hat. Für den Rest des Teams heißt es Brotbestellungen prüfen und sortieren. Hier ist ein Brot zu wenig, da fehlen Brötchen für eine Bestellung. Schnell noch die Kundin anrufen und ihr eine Alternative zurücklegen – dann ist es auch schon 09:00 Uhr.

Der erste Ansturm

Vor dem Laden hat sich bereits eine kleine Traube aus Menschen gebildet, die sich, sobald das Schild an der Tür auf „Open“ gedreht wird, in den Laden drängt. Samstagsmorgens stehen Brötchen hoch im Kurs und die Brotkund*innen werden in Akkordarbeit bedient. Eine Person an der Kasse, die die Bestellungen eintippt und kassiert und zwei an den Brotregalen, um zu bedienen. Die erste halbe Stunde lang geht praktisch nur Brot über die Theke. Dann ist der erste Ansturm geschafft.

Die Sonne strahlt durch die Fenster und die ersten Menschen lassen sich an den Tischen nieder, in Erwartung ihrer morgendlichen Koffeindosis. Die Espressomaschine ist allerdings alles andere als Mittel zum Zweck. Der Laden hat Anspruch an seine Getränke. Mit den eben eingetroffenen Kaffeebohnen werden italienische Espressospezialitäten wie Cappuccino und Latte Macchiato zubereitet – alles mit einer Sorgfalt, die man selbst in hauptgeschäftlichen Cafés nicht häufig findet. Manche der Kund*innen wissen es zu schätzen, manche nicht. So ist es eben.

Die Ware

Sobald die ersten dann auch ans wirkliche Einkaufen gehen, beschäftigt sich mindestens ein Teammitglied damit, Bulk-Bins und Gläser aufzufüllen, wo es nötig ist. Dies fordert Überblick und Kraft, da man als unverpackt Laden die meisten Lebensmittel in 25 kg Säcken geliefert bekommt, die bis unter die Decke in Lastenregalen lagern. Natürlich kommt nicht alles in den riesigen Säcken. Zum Beispiel Gewürze und Tees sind Produkte, die im Grammpreis sehr teuer sind und nur in kleineren Mengen gekauft werden. Vor allem ölige Produkte, wie viele der Müslis und Nüsse, können nicht einfach in Papier geliefert werden. Früher hatten wir dann einfach in den Papiersäcken eine hauchdünne recycelbare Kunststoffschicht, welche das Produkt dichtgehalten hat. Mittlerweile haben sich die Liefernden aber angepasst und viele dieser Produkte kommen jetzt in Pfandeimern.

Vorne im Verkaufsraum müssen Fragen beantwortet werden, neue Kund*innen betreut werden und Kinder mit Plätzchen versorgt werden. Außerdem müssen alle Ecken des Ladens mit genügend sauberen Kellen, Zangen und Löffeln ausgestattet sein, die die Menschen brauchen, um sich Ware in ihre Behältnisse umzufüllen. Es wird gestaubt, gekleckert und verstreut. Alles wird prompt sauber gemacht.

Während die „große“ Kundschaft mit Kaffee versorgt wird, freuen sich die Kinder über leckeres Gebäck.

Die Wahl zwischen Bioqualität und konventionellen Produkten

„Ob ein Produkt in Großgebinden oder im Pfandsystem zu haben ist, ist die erste Frage, die wir uns stellen. Erst, wenn wir diese Frage mit ‚Ja‘ beantwortet haben, betrachten wir Bio-Zertifizierungen.“

Warum ist euer Laden eigentlich nicht Bio?“, fragt mich später eine Kundin. Gemeint ist eine Bio-Zertifizierung. Wenn wir ein neues Produkt in unser Sortiment aufnehmen wollen, erkläre ich ihr, fangen wir an, nach Herstellenden und Liefernden zu suchen. Wir sind ein Unverpacktladen und deshalb geht das Kriterium „unverpackt“ natürlich vor. Ob ein Produkt in Großgebinden oder im Pfandsystem zu haben ist, ist die erste Frage, die wir uns stellen. Erst, wenn wir diese Frage mit ‚Ja‘ beantwortet haben, betrachten wir Bio-Zertifizierungen. In den meisten Fällen finden wir direkt Liefernde, die Bio-Ware in Großgebinden anbieten. Perfekt!

Für das große Angebot müssen muss das Team erst abwägen, woher und wie die Ware geliefert wird

Doch es kommt auch mal zu der Situation, dass ein Bio-Produkt nur in Plastik oder Kleinverpackungen erhältlich ist und nur das entsprechende konventionelle Produkt in Großgebinden angeboten wird. Das sind dann meistens relativ spezielle Sachen, wie zum Beispiel Tortenguss.

Die Entscheidung vor der wir dann stehen ist diese: Entweder wir bieten das Produkt gar nicht an – und die Menschen kaufen es dann in Plastik verpackt im Supermarkt – oder wir bieten das konventionell hergestellte Produkt unverpackt an. Wenn alles weitere mit dem Produkt stimmt, entscheiden wir uns oft für die zweite Variante, denn damit geben wir den Kund*innen die Möglichkeit, ihre eigenen Prioritäten zu setzen. Die Abwägung was besser ist – verpackt, aber bio, oder unverpackt, aber konventionell – ist unglaublich schwer und zeigt die Vielschichtigkeit des Themas Nachhaltigkeit auf. So kann jede*r eine eigene Entscheidung treffen.

Budget der Kund*innen

Außerdem möchten wir noch einen weiteren Faktor berücksichtigen: Das Budget der Kaufenden. Bio-Lebensmittel sind teurer. Fakt. Es gibt viele Menschen, die aus diesem schlichten Grund nicht Bio kaufen können. Wir wollen Plastik vermeiden und diese Entscheidung wollen wir auch den Menschen zugänglich machen, die im Sortiment eines normalen Supermarktes keine Chance haben für Nachhaltigkeit einzustehen, weil sie sich keine Bio- oder Fair-Trade-Produkte leisten können. Wer also konventionell kaufen muss, kann so wenigstens unverpackt kaufen. Deshalb haben wir zum Beispiel bewusst eine nicht-bio-Mehlsorte und mehrere Sorten konventionelle Nudeln im Sortiment, neben den entsprechenden Bio-Sorten.

Die Auswahl in einem unverpackt Laden ist überschaubar, lässt einem aber oft noch die Wahl zwischen konventionellen Produkten und Bioqualität

Wir hoffen, dass so jede*r einen für sich gangbaren Weg findet, etwas für die Umwelt zu tun – denn das ist schließlich unser Anliegen.

Geschäftige Mittagszeit

Es geht auf 13 Uhr zu und das Café brummt. An der Kasse hat sich eine kleine Schlange gebildet, in der Küche sind die Waffeleisen heiß. Wirklich in Bedrängnis kommt das Team nur, wenn alle Bereiche des Ladens auf einmal abgedeckt werden müssen. Kaffee machen bedarf eines Teammitglieds, welches solange für Sonstiges weiter keine Zeit hat. Jemand muss ein Auge auf die Waffeln haben, zwei Menschen möchten Brot kaufen und das Telefon klingelt schon zum dritten Mal in zwei Minuten.

Konzentration und Kommunikation im Team sind das Wichtigste, sonst wächst einem so eine Situation über den Kopf. Hektik macht alles nur schlimmer. Mittlerweile geht das Team sehr routiniert mit solchen Situationen um. Wenn Menschen mal warten müssen, reagieren sie meist mit Verständnis und Humor. Viele der Kund*innen sind Stammgäste und genießen das rege Treiben. Das Unverpacktprinzip zieht erfahrungsgemäß nette und offene Kundschaft an.

An diesem Samstag läuft sich das Geschäft gegen 14 Uhr aus. In der Stunde bis zum Ladenschluss kommen noch einige der ältesten Stammkund*innen, die wissen, dass um diese Uhrzeit meist ein bisschen Ruhe einkehrt. Das Team arbeitet das Spüldefizit in der Küche auf und macht Ordnung, wo während Hochbetrieb keine Ordnung gemacht werden konnte. Die Kaffeemaschine wird poliert, die Etiketten der ausverkauften Brote entfernt und benutzte Schaufeln und Zangen aus dem Verkaufsraum entfernt. Wenn Zeit ist, wird noch ein bisschen Ware aufgefüllt, bevor es schließlich an der Zeit ist die Tische einzuräumen. Um 15 Uhr, oder nachdem die letzte Kundschaft gegangen ist, schließt die Tür. Jetzt wird im Endspurt aufgeräumt, gesaugt und gewischt und die Kasse gemacht. Wenn sich alle beeilen, ist um 16 Uhr alles fertig.

Am Ende des Tages muss wieder die morgendliche Ordnung hergestellt werden

An Tagen wie diesen gehen sieben Stunden um, wie nichts.

Text: Stefan Harich
Bilder: Jenny Heim

Richtig heizen und lüften: so geht’s

Richtig heizen und lüften; Mit den richtigen Tipps können Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt schonen.

Wie kann man in Herbst und Winter richtig heizen und lüften? Mit den richtigen Tipps können Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt schonen.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Christian Schaar, Geschäftsführer der S2 GmbH.

Richtig heizen

Um die Wirkung von nachhaltigen Heizungssystemen zu verstärken und Wärmeverluste zu vermeiden, muss smart und effizient geheizt werden. Wenn im Innenraum etwa gleichmäßige Temperaturen gewünscht sind, ist eine Fußbodenheizung die richtige Wahl. Soll sich die Temperatur schnell ändern, werden Heizkörper eingebaut. In sensiblen Bereichen, beispielsweise dem Bad, kommt beides zum Einsatz. Hier entsteht mit der Fußbodenheizung eine angenehme Grundwärme.

Soll abends geduscht werden, kann ein Heizkörper relativ schnell für Wärme sorgen. Besonders kälteunempfindliche Menschen sollten darauf achten, dass die Außenmauern nicht zu kalt werden und für gleichmäßige Wärme im ganzen Haus sorgen. Denn an kalten Mauern schlägt sich leicht Feuchtigkeit nieder. In einem solchen Milieu können Schimmel und andere Mikroorganismen einfacher wachsen.

Eine Fußbodenheizung sorgt für gleichmäßige Temperaturen
Eine Fußbodenheizung sorgt für gleichmäßige Temperaturen

Richtig lüften

Zum richtigen Heizen gehört auch richtiges Lüften. Einem feuchten Milieu kann man durch häufiges, aber kurzes Stoßlüften entgegenwirken. Langes Kipplüften kann dagegen die Wärmeverluste erhöhen. Für Neubauten empfiehlt sich zudem eine zentral kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Hierbei werden Abluft und Frischluft kontinuierlich ausgetauscht. Die Zuluft von außen wird von Filtern gereinigt, sodass Pollen, Feinstaub und unangenehme Gerüche kaum noch ins Innere des Hauses gelangen.

Besonders Allergiker profitieren hiervon. Die Wärme der Abluft, die vorzugsweise in Bad oder Küche entsteht, geht auf die Zuluft über. So senkt sich der Energiebedarf für das Heizen weiter. Ist ein Neubau geplant, sind Passivhäuser und Niedrigenergiehäuser eine Überlegung wert. Diese sind schon in der Planungsphase und der Auswahl der Baumaterialien so errichtet, dass kaum Heizenergie verloren geht.

Gegen feuchtes Milieu hilft das richtige Stoßlüften
Bild: www.co2online.de

Über den Autor

Christian Schaar ist Geschäftsführer der S2 GmbH. Seine baubiologischen Kenntnisse erlangte er durch den täglichen Umgang mit Problemen der Baubiologie in verschiedenen Unternehmen des ökologischen Holzbaus. Als Geschäftsführer eines Planungsbüros, dessen Schwerpunkt ebenfalls der ökologische Holzbau ist, wird er bei Neubauprojekten und Sanierungen regelmäßig mit baubiologischen Fragestellungen konfrontiert und als Experte auf diesem Gebiet konsultiert.

Richtig heizen und richtig lüften; Christian Schaar weiß, wie es geht

Text: Christian Schaar
Bilder: S2 GmbH-NIBE

Nachhaltige Hotels: Die 5 wichtigsten Buchungsportale

Nachhaltige Hotels und wie man sie findet: wir stellen Ihnen 5 Online-Portale vor
Bild: BIO HOTEL Panorama, Südtirol

Nachhaltige Hotels versprechen entspannten Urlaub mit gutem grünem Gewissen. Leider ist es alles andere als einfach, bei den gängigen Reiseportalen fündig zu werden. Und wie erkennt man überhaupt, ob ein Hotel wirklich nachhaltig ist oder nur Greenwashing betreibt? Hier erfahren Sie, was das Besondere an nachhaltigen Hotels ist und vor allem: wie man sie findet.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Was ist das Besondere an nachhaltigen Hotels?

„Können Sie sich vorstellen, wie viele Tonnen Handtücher weltweit jeden Tag gewaschen werden und wie stark Waschmittel unsere Gewässer belasten?“

Diesen Spruch, mit dem der Hotelgast im weiteren Verlauf dazu aufgefordert wird, sein Handtuch länger als üblich zu benutzen, kennt mittlerweile fast jeder. Doch steckt dahinter wirklich ein umweltbewusster Hotelier oder sollen nur Kosten gespart werden? Und was zeichnet nachhaltige Hotels wirklich aus?

Es gibt verschiedene Kriterien für nachhaltige Hotels
Das Bio Hotel Mattlihüs sorgt mit baubiologischen Zimmern mit Zirbenbetten für einen erholsamen Schlaf
Bild: BIO HOTEL Mattlihüs, Oberjoch (Allgäu)

Nachhaltige Hotels werden von Menschen geführt, denen Umweltschutz besonders am Herzen liegt. Sie versuchen, ihren Ressourcen- und Energieverbrauch zu senken, unterstützen die lokale Wirtschaft und verwenden natürliche und nachhaltige Materialien. Jedes Hotel setzt dabei etwas andere Schwerpunkte. Hier eine Übersicht, was nachhaltige Hotels von konventionellen Hotels unterscheidet:

  • Regionale, saisonale, faire Bio-Küche, auch vegetarische oder vegane Ernährungswünsche werden bedient
  • Verwendung von Ökostrom und erneuerbaren Energien, möglichst geringer Energieverbrauch
  • Ressourcenschonung, etwa durch Müllvermeidung und sparsamen Umgang mit Wasser
  • Fairer und sozialer Umgang mit den Mitarbeitern, Erhalt regionaler Traditionen und Unterstützung der lokalen Wirtschaft
  • Wellnessangebote zur bewussten Entschleunigung und Entspannung mit Fokus auf der Gesundheit der Gäste, Naturkosmetik, Naturpools, Sauna.
  • Nachhaltige Architektur aus der Region, Erhalt von Baudenkmälern, schadstoffarme und umweltfreundliche Baustoffe

Insgesamt gibt es weltweit um die 70 Zertifikate für nachhaltigen Tourismus, beispielsweise Bio Hotels, GreenSign, TourCert, GreenGlobe, Viabono und das EU-Ecolabel.

Wie findet man nachhaltige Hotels?

Die fünf wichtigsten Online-Portale für nachhaltige Unterkünfte in Europa sind Bio Hotels, Good Travel, Viabono, Bookitgreen und Anderswo. Außerdem gibt es eine Reihe kleinerer Online-Portale, die sich auf nachhaltiges Reisen spezialisiert haben. ReNatour bietet beispielsweise nachhaltigen Pauschalurlaub zu einem bestimmten Motto an.

Hier finden Sie im Überblick die wichtigsten Online-Portale für nachhaltige Hotels. Außerdem gibt es Tipps, für welche Art Urlaub sich das Portal am besten eignet. Dazu zeigen wir Ihnen jeweils ein Beispiel für ein besonders nachhaltiges Hotel.

BIO HOTELS

Website: www.biohotels.info

Angebot: etwa 80 Hotels – vorwiegend in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Griechenland und Slowenien.

Was zeichnet BIO HOTELS aus: BIO HOTELS ist die weltweit größte Vereinigung zertifizierter, biologischer Hotels. Wer das Label trägt, verpflichtet sich zur Einhaltung strenger Nachhaltigkeitskriterien, deren Einhaltung jedes Jahr zweimal von unabhängigen Bio-Kontrollstellen kontrolliert wird. Dazu gehören nicht nur regionale und saisonale Bio-Küche, sondern auch Ökostrom, niedrige CO2-Emissionen, Energiesparmaßnahmen, Bio- und Naturkosmetik und Ressourcenschonung. Dem Anbieter ist es wichtig, dass die Gäste neben bester Bio-Qualität auch ein Maximum an Transparenz haben. Fast alle Bio-Hotels bieten außerdem naturnahe Outdoor-Aktivitäten und Wellness-Angebote an.

Zielgruppe: Gesundheitsbewusste Bio-Urlauber, die Wert auf höchsten Komfort legen.

Buchungsmöglichkeit: direkt über das BIO-HOTELS-Portal. Es gibt viele verschiedene Sortiermöglichkeiten, z.B. Bio-Urlaub, Familienhotels, Wellnesshotels, Gesundheitshotels, Romantikhotels, Green Meetings, Klimaneutrale Hotels usw.

Unsere Bewertung: BIO HOTELS bieten modernen Bio-Lifestyle auf höchstem Niveau. Luxus und Nachhaltigkeit gehen hier Hand in Hand. Die hohe Qualität macht sich allerdings auch im Preis bemerkbar, denn ein Urlaub im Bio Hotel ist nichts für den kleinen Geldbeutel.


Beispiel “theiner’s garten” – der Bio-Pionier in Südtirol

Das Biorefugium theiner’s garten in Südtirol war das erste zertifizierte Klimahotel Europas. Der Traum der Familie Theiner: ein Hotel zu erschaffen, das die ökologische, naturverbundene und biologische Einstellung der Gastgeber widerspiegelt. Der hauseigene demeter-zertifizierte „Bergerhof“ blickt auf eine 30-jährige Tradition zurück.

previous arrow
next arrow
Slider

Die Räumlichkeiten sind schadstofffrei, Elektrosmog reduziert und schallgeschützt. Besonders am Herzen liegt den Hoteliers auch das Thema Mobilität. Gefördert wird nicht nur die Bahnanreise der Gäste, sondern auch die Nutzung von E-Bikes und E-Autos. Aufgeladen wird anschließend mit dem Strom der hauseigenen Photovoltaikanlage.


Good Travel

Website: www.goodtravel.de

Angebot: rund 250 nachhaltige Hotels, Ferienhäuser, Glamping-Unterkünfte, Bauernhöfe oder BnBs; europaweit, momentan hauptsächlich in Deutschland und Italien.

Was zeichnet Good Travel aus: Hinter Good Travel steckt eine engagierte Redaktion, die die “Perlen” unter den nachhaltigen Unterkünften sucht. Die Unterkünfte werden in einem Interview oder bei Vor-Ort-Besichtigungen persönlich überprüft. Dafür legt Good Travel fünf Nachhaltigkeitskriterien zu Grunde: 1. Naturnahe, regionale und nachhaltige Architektur; 2. regionale und frische Bioküche; 3. Wellnessangebot zur Ruhe und Entspannung; 4. Schonender Umgang mit Ressourcen (z.B. Ökostrom, Müllvermeidung, Energieeffizienz), 5. Faire und soziale Entlohnung des Personals.

Zielgruppe: Umweltbewusste Menschen, die einen individuellen Urlaub mit persönlichem Charme verbringen möchten.

Buchungsmöglichkeit: Good Travel ist keine Reise-, sondern eine Vermittlungsplattform. Jede Unterkunft wird ausführlich vorgestellt. Wer interessiert ist, kann auf die Website der Unterkunft weiterklicken und dort buchen. Man kann nach verschieden Filtern sortieren, etwa nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien.

Unsere Bewertung: Good Travel legt Wert auf “Klasse statt Masse”. Sie bieten handverlesene, einzigartige Unterkünfte der anderen Art. Die persönliche Atmosphäre im Urlaub spielt eine wichtige Rolle bei Good Travel – und das merkt man auch an der Auswahl der vorgestellten Hotels und Unterkünfte.


Beispiel Hotel La Donaira – Luxusresort im rustikalen Stil

Das Hotel La Donaira in Ronda, Spanien (Andalusien) ist ein 5-Sterne-Resort der besonderen Art. Das über hundert Jahre alte Farmhaus wurde ökologisch saniert. Typisch ist der Stilmix aus rustikaler Natürlichkeit und Moderne. Die Küchenchefs bringen Bioküche aus der Region auf den Tisch, vor allem vegetarisch. Zum Resort gehört auch ein eigener Pferdestall mit rund 60 Pferden.

previous arrow
next arrow
Slider

Viabono

Website: www.viabono.de, www.klima-hotels.de

Angebot: rund 6000 Unterkünfte deutschlandweit. Dazu gehören nicht nur nachhaltige Hotels, sondern auch Campingplätze, Ferienhäuser und Jugendunterkünfte.

Was zeichnet Viabono aus: Viabono wurde 2011 auf Initiative des Bundesumweltministeriums ins Leben gerufen. Im Unterschied zu den Mitbewerbern macht Viabono Nachhaltigkeit messbar: Es werden keine Kriterienlisten abgefragt, sondern auf wissenschaftlicher Basis die CO₂-Emissionen jedes Betriebes ermittelt, aufgeschlüsselt in die Bereiche Energie, Mobilität, Wasser und Restabfall. Viabono verspricht, dass alle Unterkünfte klimaneutral sind. Defizite in der CO2-Bilanz werden kompensiert durch ein Regenwald-Wiederaufforstungsprogramm in Panama.

Zielgruppe: Wer Urlaub in einem nachhaltigen Hotel verbringen möchte, das insbesondere Wert auf eine ausgewogene COZ-Bilanz legt, findet hier eine sehr breite Auswahl.

Buchungsmöglichkeit: Buchung direkt über das Viabono-Portal oder direkt bei den nachhaltigen Hotels.

Unsere Bewertung: Viabono ist das bislang größte Portal zum nachhaltigen Reisen in Europa. Weiterer Pluspunkt: Nachhaltigkeit wird bei Viabono ganz konkret messbar und vergleichbar. Die Vorstellung der einzelnen nachhaltigen Hotels und Unterkünfte wirkt allerdings etwas unpersönlich und könnte zum Teil noch ausführlicher sein.


Beispiel Creativhotel Luise

Dass nachhaltige Hotels auch im Businessbereich möglich sind, zeigt das “nachwachsende Hotelzimmer” des Creativhotel Luise in Erlangen. Bis ins kleinste Detail wurde hier nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip gearbeitet. Alle Materialien sind 100% wiederverwertbar, dazu gehören auch beispielsweise die Raumdecke aus Stroh oder die Teppichfliesen auf Fischernetzen.

previous arrow
next arrow
Slider

Bookitgreen

Website: www.bookitgreen.com

Angebot: rund 500 nachhaltige Hotels, Pensionen, Ferienhäuser, Bauernhöfe, Camping; derzeit vor allem (noch) hauptsächlich in Deutschland und Österreich, aber auch in Portugal, Spanien, Frankreich und Italien.

Was zeichnet Bookitgreen aus: Bookitgreen will auch kleineren Unterkünften die Chance auf eine Aufnahme ins Portal geben. Aufgenommen wird deshalb nich tnur, wer eines der bestehenden Zertifikate im nachhaltigen Tourismus erfüllt (z. B. EU-Siegel für Nachhaltigkeit, deutsches Bio-Siegel, Viabono, Fairstay), sondern auch, wer mindestens vier der 15 Nachhaltigkeitskriterien von Bookitgreen (z.B. Ökostrom, Bio-Lebensmittel, Abfallvermeidung) erfüllt.

Zielgruppe: Menschen, die mit gutem grünen Gewissen einen bezahlbaren Urlaub abseits des üblichen Mainstreams verbringen möchten.

Buchungsmöglichkeit: entweder direkt über das Portal oder per Weiterverlinkung auf die Website der Hotels. Man kann nach Art der Unterkunft und gewünschter Preisklasse sortieren.

Unsere Bewertung: Ob Indianer-Tipi in Portugal, Baumhaus in Frankreich oder Bio-Gut in Brandenburg – hier findet sich für viele Geschmäcker das passende Urlaubsdomizil. Die meisten Unterkünfte sind eher einfacher gehalten, für Luxushotels ist es die falsche Adresse.


Beispiel “Knödl-Alm” in der Steiermark

Die Knödl-Alm in Bad Mitterndorf, Österreich (Steiermark) bietet ihren Gästen vollwertige Bio-Küche, teils vom eigenen Bio-Bauernhof. Das Haus selbst wurde in massiver Holzbauweise erbaut, innen sorgen Lehmputz, Holzböden und echte Zirbenbetten für Wohnkomfort.

Bild: bookitgreen


Anderswo

Website: www.wirsindanderswo.de

Angebot: rund 100 Blaue-Schwalbe-Unterkünfte

Was zeichnet Anderswo aus: Hinter der Website steckt das Reisemagazin „Anderswo“, das sich ganz dem nachhaltigen Tourismus verschrieben hat und bewusst gegen den Strom schwimmen will. Auf der Website werden Unterkünfte, Veranstalter und Regionen für nachhaltig Reisen in Europa vorgestellt. Unterkünfte, die die Anderswo-Redaktion überzeugen, erhalten das Blaue-Schwalbe-Logo. Sehr lesenswert sind auch die Reiseartikel der Redaktion.

Zielgruppe: Menschen, die einen individuellen, nachhaltigen Urlaub verbringen und sich inspirieren lassen möchten.

Buchungsmöglichkeit: Bei Anderswo kann man nicht direkt buchen, sonderndie nachhaltigen Hotels und Unterkünfte werden nur vorgestellt und weiterverlinkt.

Unsere Bewertung: Die vorgestellten Unterkünfte sind außergewöhnlich und individuell – ähnlich wie bei Good Travel trifft die Redaktion schon eine Vorauswahl. Die Beschreibungen der einzelnen Unterkünfte könnten noch ausführlicher sein.


Beispiel “Hotel Sturm” in der Rhön

Das Biohotel Sturm ist das erste 100 Prozent bio-zertifizierte Hotel im Unesco-Biosphärenreservat Rhön. Die Hotelküche verwertet die Produkte regionaler Bioproduzenten aus der Region, gleiches gilt für die Naturkosmetik im Spa-Bereich. Der eigene Naschgarten lädt dazu ein, selbst angebaute frische Erdbeeren oder Kräuter zu probieren.

previous arrow
next arrow
Slider

Unser Tipp: Auf der Website Fairunterwegs kann man zwar keine Reisen buchen, findet aber eine Vielzahl von Tipps und Orientierungshilfen rund ums nachhaltige Reisen. Empfehlenswert!

Text: Kerstin Dunker

Unverpackt einkaufen: so funktioniert’s

Einkaufen gehen im unverpackt Laden: wie zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie das unverpackte Einkaufen funktioniert.

Wie funktioniert eigentlich unverpackt einkaufen gehen? Wir waren zu Besuch bei Randvoll – Café und Unverpacktes und zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie der Einkauf in einem unverpackt Laden abläuft. Denn mit einem verpackungsfreien Einkauf tun Sie nicht nur sich selbst, sondern auch der Umwelt etwas Gutes!

Wenn Sie noch unschlüssig sind, ob Sie den ersten Schritt Richtung „unverpackt“ gehen möchten, haben wir eine Übersicht mit den Vor- und Nachteilen für Sie erstellt.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

randvoll unverpackt in Kaarst bei Neuss und Düsseldorf: hier können Sie gemütlich unverpackt einkaufen gehen und einen Kaffee trinken

Vor dem Einkauf: die Planung

Der Einkauf in einem unverpackt Laden benötigt ein wenig Vorbereitung. Da die Waren ohne Verpackung verkauft werden, müssen diese selber mitgebracht werden. Einige Produkte sind leicht verpackt; diese können Sie dann ohne eigenen Behälter in den Einkauskorb legen. Zum Beispiel haben einige Kosmetik- oder Küchenartikel ein Pappetikett.

Für einen EInkauf eigenen sich Gläser aller Größen mit Schraubverschlüssen sowie Einmachgläser, Einkaufsnetze, Jutebeutel, und Aluminium- oder Plastikdosen. Zusätzlich sollten Sie an eine ausreichend große Transportmöglichkeit denken. In den meisten unverpackt Läden kann man zudem vor Ort passende Behältnisse kaufen oder bereitstehende Papiertüten verwenden.

In Gläsern kann man gut die unverpackt gekauften Waren lagern und transportieren
Meistens können Sie och im unverpackt Laden Jutebeutel, Gläser oder Netze kaufen

Außerdem ist eine Einkaufliste hilfreich. Wenn man sich unsicher ist, welche Waren genau erhältlich sind, hilft ein Blick auf die Homepage des ausgewählten Geschäftes. Auch die gewünschte Menge sollte überlegt sein, damit Sie Behältnisse in passender Größe mitbringen. Wenn Sie ölige oder flüssige Lebensmittel einkaufen möchten, sollten Sie zudem auf eine gute Dichtung achten. Wenn Sie Eier kaufen möchten, könnten Sie noch einen aufbewahrten Karton von zuhause mitbringen oder im Laden anrufen und fragen, ob es auch vor Ort welche gibt.

Einkaufswägen stehen selten bereit, deshalb sollten Sie für den gesammelten Einkauf einen eigenen Korb mitbringen. Einige unverpackt Läden stellen für ihre Kunden auch Einkaufskörbe bereit.

Wichtig für einen Einkauf ohne Einkaufswagen und Verpackungen: der Transport

Falls Sie sich noch unsicher sind, ob Sie bereit für den ersten unverpackt Einkauf bereit sind; wir haben eine Übersicht mit den Vor- und Nachteilen von unverpackt Läden erstellt, die Sie hier finden.

Das Abwiegen der Behälter

Nachdem Sie Ihren Einkauf geplant und die Behälter vorbereitet haben, kann es nun losgehen. Bevor die Behälter befüllt werden, müssen sie jedoch gewogen werden. Dazu stehen eine Waage und die Möglichkeiten zur Beschriftung bereit. Sie stellen jeden Behälter einzeln auf die Waage und notieren sich dann, wie viel er wiegt. Man kann entweder mit einem Marker das Gewicht direkt auf das Glas oder die Dose schreiben, kleine Zettel verwenden oder eine Liste anlegen.

Die leeren Behältnisse werden gewogen; dann wird das Leergewicht vermerkt

Das Gewicht der Behälter ist essenziell für die Berechnung des endgültigen Preises. Ohne das Gewicht des Glases oder der Dose kann schließlich nicht festgestellt werden, wie viel die von Ihnen abgefüllte Waren wiegt. Denn damit festgestellt werden kann, welche Menge einer Ware Sie abgefüllt haben, wird das Gewicht des jeweiligen Behälters an der Kasse vom Gesamtgewicht abgezogen.

Beispiel:
Sie bringen ein Einmachglas mit und stellen es auf die Waage. Es wiegt 946 Gramm. Diese Zahl notieren Sie sich auf dem Glas. Sie befüllen das Glas bis oben hin mit Knuspermüsli.

An der Kasse wird das volle Glas anschließend gewogen: es bringt nun 1779 Gramm auf die Waage. Nun wird das von Ihnen notierte Gewicht des Glases abgezogen. Übrig bleiben 833 Gramm: so viel Müsli haben Sie abgefüllt. Die Kasse kann nun den Preis berechnen.

Für das unverpackte Einkaufen sind die Gewichte der leeren Behältnisse essenziell
Gewicht des Glases: 946 Gramm
Gesamtgewicht and der Kasse: 1779 Gramm
Berechnung: 1779g – 946g = 833 Gramm
Ihnen werden 833 Gramm Knuspermüsli berechnet

Das Befüllen

Bevor es ans Befüllen geht, können Sie erstmal einen Rundgang durch den Laden machen. So bekommen Sie einen guten Eindruck von der Sortierung und können sich einen Überblick über das Sortiment verschaffen.

Die Lebensmittel sind unterschiedlich gelagert und werden somit auch unterschiedlich befüllt. Getreide, Nüsse, Müslis und kleine Nudeln sind zum Beispiel in großen Glaszylindern mit Hebelmechanismen gelagert, sogenannten Bulk Bins. Aus diesen lässt sich mit dem Hebel vorsichtig die Ware direkt in Ihren Behälter abfüllen. Manche unverpackt Läden stellen auch eine Mühle bereit, in der man ausgewählte Lebensmittel anschließend noch mahlen kann.

previous arrow
next arrow
Slider

Andere Lebensmittel, wie zum Beispiel Trockenobst, Gewürze, Süßigkeiten und Tee oder Backzutaten, sind in großen Glasbehältern mit einfachen Deckeln gelagert.

previous arrow
next arrow
Slider

Für diese Waren stehen kleine Schäufelchen, Trichter oder Zangen bereit, mit denen Sie hygienisch die von Ihnen gewählte Menge umfüllen können. Dafür stehen zwei Kisten bereit: unterteilt in unbenutzte und benutzte Utensilien.

Für den hygienischen Einkauf stehen Schäufelchen und Zangen bereit

Flüssigkeiten, Kosmetikartikel und Putzmittel

Flüssigkeiten wie Essig, Öl und Saucen können Sie einfach in die von Ihnen mitgebrachte Flasche abfüllen. Auch die flüssigen Putzmittel füllen Sie direkt aus dem Kanister mit der Pumpe in Ihr Behältnis. Wenn Sie unsicher sind, wie etwas genau funktioniert, können Sie auch jederzeit das Personal fragen. Die Mitarbeiter*innen helfen Ihnen gerne bei der Befüllung und beantworten Ihre Fragen zum Thema unverpackt einkaufen!

Unverpackt einkaufen: auch Essig, Öle und Saucen können Sie abfüllen. Dafür sind dichte Behältnisse essenziell
Reinigungsmittel kännen Sie direkt in eine mitgebrachte Flasche füllen

In unverpackt Läden sind Kosmetik- und Reinigungsartikel oftmals die einzigen Waren, die tatsächlich mit ein wenig Verpackung bereit liegen. Es gibt Deocremes in Gläsern, Lappen mit Pappbanderole oder Wattestäbchen in kleinen Boxen. Doch auch hier findet man verpackungsfreie Artikel. Beispielsweise können Sie Haarseifen, Reinigertabletten und Bürsten verpackungsfrei kaufen.

previous arrow
next arrow
Slider

Obst, Gemüse und Milchprodukte

Zusätzlich zu Lebensmitteln, die nicht verderblich sind, gibt es meist noch ausgewähltes Obst und Gemüse, Eier und andere lokale Leckereien. Auch Milchprodukte können Sie unverpackt einkaufen.

Auch regionales Gemüse, Bioeier und Obst können unverpackt eingekauft werden

In einem Kühlschrank gibt es Joghurt und Milch in Glasflaschen und verschiedene Käsesorten. Wenn Sie sich für einen Käse entschieden haben, können Sie einfach dem Personal Bescheid geben und eine Dose dafür bereit halten.

Auch Käse kann ohne Verpackung gekauft werden
Einige Käsesorten auf Kuh- und Ziegenmilch stehen zur Auswahl

Das Sortiment ist in jedem unverpackt Laden unterschiedlich. Basics wie Reis, Nudeln und Hülsenfrüchte, weitere Getreide- und Kornprodukte, Gewürze und Tees, Nüsse und Füchte sowie Backzutaten gibt es jedoch fast überall.

Unverpackt einkaufen und schlemmen

Einige unverpackt Läden – so wie Randvoll in Kaarst bei Neuss und Düsseldorf – betreiben auch ein kleines Café. Für den Beginn oder Abschluss eines gemütlichen Einkaufes kann man hier einen Kaffee bestellen oder sich ein Stück Kuchen genehmigen. Auch das zeichnet die besondere Stimmung in unverpackt Läden aus. Denn der verpackungsfreie Einkauf hat eine ganz besondere Atmosphäre; die Geschäfte sind nicht so groß wie die gängigen Supermarktketten und oftmals liebevoll von den Inhabern gestaltet. Dadurch ist der Einkauf nicht so hektisch, man kann gemütlich durch den Laden schlendern und somit viel bewusster (unverpackt) einkaufen!

Bei randvoll.unverpackt in Kaarst bei Düsseldorf und Neuss können Sie in einem kleinen Familienbetrieb unverpackt einkaufen gehen
Die Stimmung beim unverpackt einkaufen gehen ist ganz besonders; es ist viel entspannter und sehr ansehnlich
In dem Cafe können Sie Kaffeespezialitäten und Gebäck genießen
Der Kaffe von Barista Stefan hat sich schon in Kaarst herumgeprochen

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei Ihrem ersten Einkauf in einem unverpackt Laden!

Text und Bilder: Jenny Heim

Minimalismus Tipps für Anfänger

6 Minimalismus Tipps für Anfänger

Mit diesen Minimalismus Tipps gelingt der minimalistische Lebensstil. Dieser soll entlasten, Stress reduzieren und Spaß machen. Aber wie geht minimalistisch leben eigentlich? Und was genau bedeutet das für den Alltag? Mit unseren Minimalismus Tipps gehen Sie den ersten Schritt in Richtung entspanntes Leben.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Was ist Minimalismus?

Minimalismus assoziieren viele Menschen mit Verzicht. Dabei bedeutet Minimalismus keinesfalls, einfach alles wegzuwerfen und fortan in einer leeren Wohnung zu leben. Minimalismus heißt vielmehr sich auf das zu konzentrieren, was wichtig ist und den Blick hierfür zu schärfen. Es bedeutet, unnötigen Konsum nicht als Katalysator zu nutzen, sondern sich im Alltag an den kleinen Dingen zu erfreuen und diese wieder mehr wertzuschätzen.

Was ist Minimalismus?

Unsere Minimalismus Tipps: so geht minimalistisch wohnen

Auf die Wohnsituation bezogen heißt das konkret: unnötiger Besitz, der in Schubladen und Schränken Platz wegnimmt und dafür sorgt, dass sie nicht mehr zugehen, muss gehen. Bleiben darf nur, was einem wirklich wichtig ist. Denn zu viel Besitz belastet mehr als man denkt! Wer kennt schließlich nicht den Moment, in dem man mal wieder stundenlang die Kuchenform sucht oder sich darüber ärgert, dass die Schublade der Kommode nicht zugeht?

Weniger Besitz sorgt für mehr Klarheit in der Wohnung, das spart nicht nur Zeit und Nerven, sondern schafft auch Klarheit im Kopf. In einem klar strukturierten und aufgeräumten Heim können Sie wieder durchatmen und sich jeden einzelnen Tag an ihrem Beitz erfreuen. Oder anders gesagt: Wer weniger Dinge besitzt hat mehr Zeit für das Wesentliche.

Wie geht minimalistisch wohnen? Wir zeigen es Ihnen!

Minimalismus Tipp 1: Ihre Lieben ins Boot holen

Wer mit anderen zusammen wohnt, kann so viel aufräumen und so viele gute Vorsätze haben, wie er möchte. Wenn die Familie nicht mitspielt ist die neugewonnene Ordnung und Klarheit vergebens. Holen Sie deshalb ihre Lieben ins Boot und ziehen sie gemeinsam an einem Strang. Eine Kiste für Spielzeug, die auch für Kinder erreichbar ist, sorgt dafür, dass das Aufräumen nicht nur an Ihnen hängen bleibt. Und wenn Sie abends gemeinsam den Esstisch von den Malsachen befreien, haben sie ein gemeinsames Erfolgserlebnis, das ihre Kinder dazu anspornt selbst aufzuräumen.

Damit Sie unsere Minimalismus Tipp langfristig umsetzen können, sollten Sie Ihre Lieben mit ins Boot holen.

Minimalismus Tipp 2: Wo fange ich an – richtig ausmisten

Wer minimalistisch leben möchte, muss als erstes ausmisten. Dafür müssen Sie nicht gleich ein Wochenende frei haben und die ganze Wohnung angehen. Für den Anfang reicht es, sich ein Projekt, zum Beispiel eine Kommode, vorzunehmen. So können Sie jeden Tag – zum Beispiel nach Feierabend – Schritt-für-Schritt vorgehen. Am sinnvollsten ist es außerdem, nicht mitten in einem Raum, sondern zum Beispiel rechts neben der Tür anzufangen und sich dann durch den Raum weitervorzuarbeiten. Jeder Schrank, jede Schublade und jedes Fach wird dann einmal komplett ausgeräumt, ausgewischt und erst dann wieder eingeräumt.

Für einen minimalistischen Lebensstil sollte Sie mal so richtig gründlich ausmisten!

Minimalismus Tipp 3: Was darf bleiben?

Sich zum Ausmisten aufzuraffen ist der erste Schritt. Aber natürlich muss dann auch etwas aussortiert werden. Dafür ist es wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein. Ziehe ich diese Bluse noch an? Benutze ich das Geschirr der Großtante wirklich noch mal? Und: Nur was Sie wirklich mögen darf bleiben. Außerdem sollten Sie nichts für den besonderen Anlass aufbewahren. Minimalismus bedeutet nämlich, nicht nur seine Schätze zu reduzieren, sondern sie auch wertzuschätzen.

Wer also ein besonders Besteck im Schrank hat, sollte es ab sofort jeden Tag verwenden und sich so daran erfreuen. Denn mal ehrlich: Um es nur einmal im Jahr zu verwenden ist es dann doch zu schade. Alle Dinge, bei denen Sie sich nicht sicher sind, ob Sie sie brauchen, packen Sie in einen Karton. Hier dürfen Wackelkandidaten ein halbes Jahr lang auf ihren Einsatz warten. Falls Sie nicht aus dem Karton genommen werden, müssen sie nach einem halben Jahr gehen.

Minimalismus Tipps: was darf bleiben, was wird aussortiert?

Minimalismus Tipp 4: Wohin mit den gebrauchten Sachen?

Wenn erst alles aus der Wohnung verschwunden ist, lebt es sich gleich viel unbeschwerter. Aber oft ist genau hier das Problem. Wohin mit den ganzen Sachen? Die einfachste Möglichkeit ist es, alles in den Müll zu werfen. Aber gerade bei Dingen, die noch gut sind, ist das oft nicht die beste Lösung. Besser für die Umwelt und das eigene Gefühl ist es, die Dinge sinnvoll zu entsorgen. Denn so kann sich noch jemand anderes daran erfreuen. Folgende Möglichkeiten kommen hierbei in Frage:

Freunde und Bekannte
Fragen Sie nach, ob jemand aus dem Freundeskreis Verwendung für ihre aussortierten Sachen hat. Vielleicht möchte der Schwager ja noch die Krimis lesen, die sie wegtun würden? Am einfachsten ist es, in eine WhatsApp-Gruppe unkompliziert die Bilder der aussortierten Gegenstände zu posten. So kann sich jeder das aussuchen, was ihm oder ihr gefällt.

Flohmarkt
Einen Flohmarkt zu besuchen macht Spaß und schafft Platz zuhause. Wenn Sie nicht auf den nächsten Termin warten möchten, können Sie auch einen Hofflohmarkt bei sich zuhause veranstalten. Fragen Sie hierfür aber am besten beim Ordnungsamt nach, inwiefern dies bei Ihnen möglich ist.

Online-Portale
Online-Portale können eine gute Möglichkeit sein, noch gut erhaltene Sachen zu Geld zu machen. Besonders beliebt sind beispielsweise die Plattformen ebay-Kleinanzeigen oder momox.

Spenden
Wer mag, kann die ausgedienten Sachen auch spenden. Fragen Sie dafür zum Beispiel einfach bei örtlichen Kinderheimen oder Wohlfahrtsläden nach. Diese freuen sich häufig über die Spenden.

Die aussortierten Sachen können auf vielerlei Weg eine weitere Verwendung finden

Minimalismus Tipp 5: So bleibt es ordentlich

Minimalismus und Aufräumen sind nicht das Gleiche. Beim Minimalismus geht es darum, nach dem Ausmisten nicht wieder mit dem Anhäufen unnötiger Dinge anzufangen. Mit diesen vier Minimalismus Tipps gelingts:

Erstens:
Beim Aufräumen bekommt alles seinen festen Platz und behält diesen auch.

Zweitens:
Gleiche oder ähnliche Dinge, zum Beispiel Batterien oder Kabel, werden alle an einem Ort aufbewahren

Drittens:
Jeden Abend vorm ins Bett gehen 10 Minuten die Spuren des Tages wegräumen. Wenn alles seinen festen Platz hat und die Schubladen nicht so voll sind geht das ganz einfach, versprochen!

Viertens:
Am aller wichtigsten ist es, keine neuen Schätze anzuhäufen. Denn beim Minimalismus geht es schließlich darum, nicht nur seinen Besitz, sondern auch den Konsum zu reduzieren. Hierfür ist es wichtig, sich selbst Spielregeln aufzustellen. Beispielsweise ist es sinnvoll für jeden neuen Gegenstand, der in die Wohnung kommt, einen wieder wegzugeben – und sei es nur der Werbe-Kugelschreiber von ihrem Bankvertreter. Wenn Sie erst einmal darauf achten, werden Sie schnell merken, wie häufig sie Neues in ihre Wohnung bringen, das dann die Schubladen wieder verstopft.

Wie bleibt es ordentlich, nachdem Sie sich minimalistisch eingerichtet haben?

Minimalismus Tipp 6: So wird es gemütlich und persönlich

Auch bei der Deko gilt: Weniger ist mehr. Das heißt aber nicht, dass Sie in einer kahlen Wohnung leben müssen. Vielmehr geht es darum, nur das auszustellen, was für Sie eine Geschichte erzählt. Der Vorteil: Mit dieser Methode wird das Auge des Betrachters automatisch auf die wenigen wichtigen Schätze gelenkt. So können Sie sich an diesen ungehindert erfreuen. Haben Sie beispielsweise eine Schublade voll mit alten Bildern, dann suchen Sie sich die fünf schönsten heraus und hängen diese einfach auf.

Gleiches gilt zudem für die gemalten Bilder ihrer Kinder: Hängen Sie Ihre liebsten Gemälde in schönen Rahmen auf. Die Übrigen können Sie beispielsweise in einem schönen Album sammeln. Besonders praktisch hierfür sind auch Rahmen, bei denen die Vorder- und Rückseiten bestückt werden können. Hier können sie ständig ein neues Kunstwerk präsentieren. Minimalismus bedeutet nämlich nicht, einfach nur zu verzichten, sondern sich an dem zu erfreuen, was man hat.

Wir hoffen, dass Ihnen unsere Minimalismus Tipps gefallen haben.
Wir hoffen, dass Ihnen unsere Minimalismus Tipps eine gute Starthilfe für einen geordneten Neuanfang sind!

Text: Julia Schenkenhofer
Bilder: Unsplash

Der „unverpackt Laden“ – Vor- und Nachteile

Ein unverpackt Laden ist ein Geschäft, in dem bewusst auf die sonst übliche Umverpackung der Ware verzichtet wird.

Ein Einkauf in einem unverpackt Laden ist eine gute Möglichkeit, mit einer alltäglichen Handlung etwas für die Umwelt zu tun. Denn diese Geschäfte verzichten bewusst auf die sonst übliche Umverpackung der Ware und sparen so sehr viel Verpackungsmüll. Wir zeigen Ihnen alles Wissenswerte auf einen Blick.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Was ist ein unverpackt Laden?

In den meisten Supermärkten ist ein Großteil der Ware ein- oder sogar mehrfach in Plastik eingepackt. Für Obst und Gemüse stehen oftmals dünne Einwegplastiktüten bereit. Dadurch entsteht zuhause viel Verpackungsmüll, der häufig schon direkt nach dem Einkauf entsorgt wird.

Ein unverpackt Laden versucht diesen Überfluss an Verpackungen zu vermeiden, indem die Waren ohne diese verkauft und gelagert werden. Wenn es nicht ohne eine Verpackung geht, sind die Produkte in Papier oder Pappe verpackt. Häufig gibt es zusätzlich Artikel, die zu einer Müllreduktion im Alltag beitragen. Das kann zum Beispiel wiederverwendbares Besteck für unterwegs oder ein Bienenwachstuch als Ersatz für Frischhaltefolie sein.

Es gibt viele Gründe, weshalb man über den Einkauf in einem plastikfreien Geschäft nachdenken sollte. Da es mit dem Thema „unverpackt“ jedoch oft Berührungsängste gibt, haben wir für Sie die Vor- und Nachteile zusammengefasst. So können Sie sich einen Überblick verschaffen und bei Interesse gleich den nächsten Einkauf in Angriff nehmen – mit möglichst wenig Verpackungsmaterialien!

Einmachgläser sind prima für die Aufbewahrung von Nüssen und Körnern
Mit Besteck aus Holz kann man unterwegs Plastikbesteck zum Wegwerfen vermeiden

Nachteile von unverpackt Läden


Die Umstellung auf mitgebrachte Behälter

Für einen Einkauf in einem Unverpackladen werden selbst mitgebrachte Behälter benötigt. Diese Umstellung auf wiederverwendbare Behälter kann am Anfang etwas schwierig sein. Denn man muss nicht nur die passenden Behälter finden, sondern diese auch beim Transport und der anschließenden Lagerung gut verstauen können.

Vor einem Einkauf sollten Sie also überlegen, was und wie viel Sie einkaufen möchten und dementsprechende Dosen, Beutel oder Gläser einpacken. Zudem ist eine etwas größere Einkaufstasche von Vorteil, da feste Behältnisse nicht so platzsparend sind wie bewegliche Plastikfolien.

Das Management von unverpackten Lebensmitteln kann zuerst überwältigend sein.
Das Management von unverpackten Lebensmitteln kann zuerst überwältigend sein

Der größere Zeitaufwand

Bei einem Einkauf in einem konventionellen Supermarkt ist die Einkaufsliste meistens mit wenigen Handgriffen abgearbeitet. In einem unverpackt Laden muss man hingegen die Behältnisse vorher auswählen, vor Ort bereithalten und die Lebensmittel einzeln abfüllen und wiegen. Zudem gibt es noch nicht in jeder Stadt Geschäfte, die sich auf den unverpackten Verkauf spezialisieren, sodass für den Einkauf eventuell ein kleiner Umweg in Kauf genommen werden muss.

Beispiel für eine Abfüllstation in einem unverpackt Laden
Abfüllstation in einem unverpackt Laden

Höhere Preise

Teilweise kosten die Lebensmittel in unverpackt Läden etwas mehr. Um vorher zu wissen, wie viel ein Einkauf kostet, kann ein kurzer Blick auf die Internetseite des ausgewählten Ladens und dessen Preisliste helfen. So kann man auch mit einem etwas kleineren Geldbeutel abwägen, welche Lebensmittel man ohne großen Aufpreis unverpackt kaufen kann. Oftmals handelt es sich bei Produkten aus dem Unverpacktladen auch um Bioprodukte, sodass der direkte Preisvergleich mit verpackten Bioprodukten keinen großen Unterschied aufweist.

Die Warenverfügbarkeit

Nicht jedes Lebensmittel kann ohne Verpackung gekauft werden. Daher ist die Auswahl in unverpackt Läden auch manchmal auf Grundnahrungsmittel und alltägliche Waren begrenzt. Auch vorgefertigte Gerichte oder stark verarbeitete Nahrungsmittel sind häufig Teil des Angebotes. Wer sich also schnell ein Fertiggericht oder vorverarbeitete Nahrungsmittel kaufen möchte, wird diese nicht unverpackt finden. Auch aus diesem Grund lohnt sich ein Blick auf die Homepage des ausgewählten Geschäftes. Ein Beispiel für ein großes Sortiment an unverpackten Waren finden Sie hier.

Spontaneinkäufe sind komplizierter

Sie möchten nach einem kurzen Ausflug in die Stadt kurz einkaufen gehen? In einem unverpackt Laden könnte das schwierig werden, wenn Sie die nötigen Behältnissen nicht dabei haben. Zwar gibt es in vielen plastikfreien Geschäften auch Behälter, die man gegen ein Pfand verwenden kann, ein größerer Einkauf könnte jedoch schwierig werden.


Vorteile von unverpackt Läden


Müllvermeidung

Das augenscheinlichste Argument lässt sich direkt am Namen ablesen: die Waren sind nicht verpackt. Somit gibt es viel weniger Müll im Haushalt. Laut Umweltbundesamt sind 2018 pro Einwohner 535 kg Siedlungsabfall angefallen. Davon waren große Anteile Hausmüll, Verpackungen, Kartonagen und Glas. Mit wiederverwendbaren Behältern können Sie so schon einen großen Teil der wöchentlichen Abfälle reduzieren.

In einem unverpackt Laden kauft man kein Plastik ein und schont so die Umwelt

Bessere Organisation

Mit der nötigen Vorbereitung kann man auch als Anfänger den Einstieg in den müllfreien Einkauf wagen. Sie könnten zum Beispiel jederzeit anfangen, zuhause passende Behälter zu sammeln. Für den Einkauf im unverpackt Laden eignen sich eigentlich alle Behälter, die fest verschließbar und gut zu transportieren sind. Das sind wiederverwendbare Dosen, Einmachgläser, Jutebeutel mit Schnur oder gesammeltes und gespültes Altglas, beispielsweise große Gurkengläser. Auch kleine Säckchen können für Nüsse oder Süßwaren Anwendung finden.

Gezielter Einkauf durch selbst gewählte Verpackung und selbstständiges Befüllen
Mit einer durchdachten Planung gelingt auch ein Einkauf ohne Verpackungen gut

Selbstbestimmte Menge

Während in Supermärkten lediglich die Verpackungsgrößen bereitstehen, die von den Herstellern angeboten werden, können Sie in einem Geschäft ohne Umverpackungen selbst bestimmen, welche Menge Sie kaufen. So kann zum Beispiel eine exakte Mengen von Lebensmitteln abgewogen werden, die für ein bestimmtes Rezept benötigt wird. So wird zusätzlich die Verschwendung von Lebensmitteln verringert.

Die Menge der Nahrungsmittel kann in einem unverpackt Laden selbst bestimmt werden
Die Menge der Nahrungsmittel kann in einem Unverpacktladen selbst bestimmt werden

Gesundheit

Viele Einzelhändler, die sich auf unverpackte Waren spezialisiert haben, setzen auf Produkte in Bioqualität. Außerdem sind die Lebensmittel, die ohne Verpackung gekauft werden können, häufig nicht industriell verarbeitet. Wer im Unverpacktladen kauft, ernährt sich also tendenziell gesünder, da die Gerichte mit frischen Zutaten zubereitet werden.

Nachhaltigkeit

Mit jeder Verpackung, die eingespart wird, wird die Umwelt etwas weniger belastet. Zudem beziehen Unverpacktläden häufig regionale Produkte; somit sinkt auch der CO2-Abdruck der Waren. Außerdem birgt der unverpackte Einkauf, bei dem die Nahrungsmittel einzeln gewogen und abgefüllt wird, die Chance auf einen bewussteren Konsum.

Neben Lebensmitteln werden in unverpackt Läden auch häufig Alltagsprodukte wie biologisch abbaubare Putzmittel, wiederverwendbare Kosmetikartikel oder nachhaltige Küchenutensilien verkauft. Auch so kann die Umwelt vor unnötigen Belastungen geschützt werden.

Zahnbürste aus Holz und ohne Plastik
auch Seife im Block spart Plastik
Plastikfreier Rasierer
Kosmetikartikel aus dem Unverpackladen

Übersicht der Vor- und Nachteile im unverpackt Laden

Nachteile

  • Umstellung
  • Zeitaufwand
  • höhere Preise
  • Verfügbarkeit
  • Spontaneinkauf kann kompliziert sein

Vorteile

  • weniger Müll
  • man ist besser organisiert
  • bewusster Konsum
  • Mengen wählbar
  • gesünder
  • nachhaltiger

Tipps

  • Behälter sammeln
  • den Einkauf gut vorbereiten
  • Preise vergleichen

Fazit: Schritt für Schritt in die richtige Richtung

Der erste Schritt in die richtige Richtung ist der Umstieg auf wiederverwendbare Behältnisse. Man muss auch nicht den Anspruch haben, direkt alle Produkte auf der Einkaufsliste unverpackt zu kaufen. Jeder kleine Beitrag für weniger Müll zählt. Sie können zum Beispiel mit ein paar ausgewählten Lebensmitteln oder Alltagsprodukten anfangen.

Und auch das Vorurteil, dass die Produkte in unverpackt Läden teurer sind als in Supermärkten, trifft nur bedingt zu. Denn wer generell häufig zu Marken- oder Bioprodukten greift, kann die Waren zu ähnlichen Preisen oder sogar billiger unverpackt kaufen.

Auch im Alltag kann man mit wenigen bewussten Handlungen schon Verpackungen einsparen. Verwenden Sie zum Beispiel einfach beim nächsten Einkauf – ob im unverpackt Laden oder im Supermarkt – ein Obst- oder Gemüsenetz, anstatt zur Einmaltüte zu greifen. Mit einer Brotdose und einer Trinkflasche können zudem Brottüten und Plastikflaschen ersetzt werden. So kann man Stück für Stück den Verpackungskonsum reduzieren und einen Teil für eine lebenswerte Zukunft mit weniger Müll beitragen.

Eine Schritt-für-Schritt Anleitung für Ihren ersten unverpackt Einkauf finden Sie hier.

Mit einem Obst- und Gemüsenetz kann man Einmaltüten vermeiden. Im unverpackt Laden kann man oft noch Netze oder Beutel kaufen.

Text: Jenny Heim
Bilder: Pixabay, Unsplash

Das Earthship – gemeinsam nachhaltig bauen und wohnen

Eingang des Earthships
Bild: Achim Pilz

Das Earthship ist ein soziales Experiment von einer Gruppe junger Menschen, die nachhaltig und gemeinschaftlich bauen und wohnen möchten.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

„Es ist Zeit für echte Experimente. Wir wollen den Weg frei machen für alle, die radikal nachhaltig bauen, leben und lernen wollen.“

In der ökologischen Gemeinschaft Schloss Tempelhof experimentieren junge Menschen mit alternativen Wohnformen. Zu ihren mobilen Wohneinheiten haben sie sich ein autarkes Versorgungsgebäude aus Erde, Autoreifen, Lehm und Holz gebaut.

Die Gemeinschaft

In Süddeutschland, inmitten einer naturbelassenen, leicht hügeligen Landschaft zwischen Stuttgart und Nürnberg, liegt das kleine Dorf Kreßberg. Seit 2010 wächst dort die ökologische Gemeinschaft Schloss Tempelhof, welche Mitglied im Global Ecovillage Network ist.

Von ihren etwa 150 Mitgliedern, sowohl Erwachsene als auch Kinder, arbeiten einige in der solidarischen Landwirtschaft auf fast 29 Hektar gemeinschaftlichem Grün- und Ackerland. Das Projekt ist auf Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten für bis zu 200 Menschen ausgelegt.

An oberster Stelle der Visionen und Werte der Bewohner*innen steht der gemeinschaftliche Einsatz für Nachhaltigkeit und das „Wir“. Zuletzt bauten sie daher neue Räume für ihre Schule für freie Entfaltung, eine private Grund- und Werkrealschule. Bis jetzt wurden unter anderem auch Wohnungen, ein Laden sowie ein Café realisiert.

Die Gemeinschaft Tempelhof, die das Gebäude erbaut hat
Bild: Gemeinschaft Schloss Tempelhof

Das Grundstück

Für das experimentelles Bauen sind zwei Grundstücke reserviert: das ‚Tempelfeld‘ und die ‚Naturerfahrung‘. Auf dem Sondergebiet „Naturerfahrung“, das sich im Norden des Bebauungsplans Tempelhof befindet, sollen in der Zukunft Experimente wie Pfahl-, Weiden- oder Erdhäuser realisiert werden. Auf dem Tempelfeld, welches am südöstlichen Rand liegt, siedelt jetzt schon eine kleine Gruppe aus der Gemeinschaft in mobilen Wohneinheiten.

Das Grundstück der Gemeinschaft
Bild: Gemeinschaft Schloss Tempelhof

Das Earthship

Im Jahr 2016 hat die Gemeinschaft ihr neues Versorgungsgebäude eingeweiht, ein so genanntes ‚Earthship‚. Es besteht aus natürlichen und recycelten Materialien und soll sich autark mit Strom, Wasser und Wärme versorgen. Als Teil des umfassenden Nachhaltigkeitskonzeptes nutzt es möglichst einfache und robuste Technologien – also „low tech“ – und konnte so weitgehend selbst erbaut werden. Ziel war es auch, möglichst wenig Maschinen und möglichst viel Handarbeit einzusetzen.

Willkommen im Earthship
Lowtech Energiekonzept: Glasfassade nach Süden, Lüftungsklappen auf dem Dach und ein Erdhügel mit zwei gigantischen Wassertanks im Norden, durch den die Zuluft temperiert wird
Bild: Achim Pilz
der Eingang zu dem Geminschaftsort

Das Konzept des Earthships

Da bei der Errichtung eines Eartships möglichst nachhaltig gearbeitet werden soll, wird das Konzept des Upcyclings genutzt. Dabei finden Materialien, die sonst oft weggeworfen werden, eine weitere Verwendung.

Upcycling: Glasflaschen in der Wand

Das erste Earthship erbaute der amerikanische Architekt Michael Reynolds in den 1970er Jahren in Taos, New Mexiko. Dafür verwendete er Wohlstandsmüll wie Autoreifen, Aluminiumdosen und Glasflaschen sowie natürlichen Materialien wie Erde, Lehm und Holz. Zu dieser Zeit des ungebremsten Wachstums, also noch vor der ersten Ölkrise, waren ein passives Energiekonzept und das Verbauen von Müll allerdings geradezu revolutionär. Gerade deshalb musste Reynolds gegen viele Widerstände für den Urtyp der Earthships, das ‚Global Model‘, kämpfen. Trotz ungewöhnlicher Methoden war das Projekt letztlich erfolgreich.

Die Wände des Earthships bestehen aus mit Erde gefüllten Autoreifen
Einblick in den Rohbau – Upcycling von Autoreifen sowie Aluminiumdosen und Glasflaschen
Bild: Gemeinschaft Schloss Tempelhof

Inzwischen gibt es weltweit sogar um die 1.000 Earthships. Seit 2012 steht im Europäischen Earthshipzentrum in Tschechien das erste Earthship Mitteleuropas. Bei uns in Deutschland machte der Verein ‚Earthship Deutschland‘ die Bauweise bekannt.

Ökologische Modifikation

Die Tempelfelder entschieden sich für ein Earthship in modifizierter Form. Auf dem Tempelfeld erhielt es vor allem mehr Dämmung, unter anderem mit Schaumglas-Schotter und Schafwolle. Durch eine Wandtemperierung und einen Stampflehmboden wird außerdem das Innenklima verbessert. Außerdem wird die Ökologie des Hauses durch die Dachbegrünung optimiert.

„Wir durften keine zu großen Modifikationen vornehmen, dann wäre es kein Earthship mehr gewesen “, erklärt Max Thulé. Er ist der Bauleiter des Ausbaus und Chef der Firma MoWo (Mobiles Wohnen), deren mobile Einheiten das Earthship begleiten. „So haben wir nur geschaut, wo können wir auf die Kunststoffdämmung verzichten, wo können wir mit Folien anders umgehen. Die Decke erhielt ein Baumwolltextil und fünf Zentimeter Schafwolldämmung, um die Akustik zu verbessern.“

Wegen Bauauflagen musste das potentiell autarke Gebäude darüber hinaus an Nahwärme, Strom und Wasser angeschlossen werden. „Wir dürfen Regenwasser nicht trinken. Das war die Auflage des Gesundheitsamt“, sagt Thulé enttäuscht. „Wir können im Bereich Wasserzufuhr aber relativ schnell ‚offgrid‘ gehen.“ Dazu wird die Wasserqualität während des Betriebes im Labor untersucht.

Das Earthship als Versorgungseinheit

Das Earthship ist das zentrale Versorgungsgebäude der Tempelfelder, da es ein Bad, eine Toilette, eine Küche und ein Wohnzimmer hat. Zum offenen Gemeinschaftsbad sagt Thulé: „Für uns war es wichtig, Räume zu schaffen, in denen auch Begegnung stattfindet. Es war für uns auch davor ganz normal, zusammen zu duschen.“ Zusätzlich war das Haus ursprünglich auch für Gäste gedacht. Eine Wohnnutzung ist aber aus brandschutzrechtlichen Gründen nicht möglich.

Und auch heute bauen die Bewohner des Tempelfeldes stetig weiter. Zuletzt erstellte Max Thulé die „Forschungshütte Temperierung“, ein Tiny House aus Vollholz und Lehm. Hier und im Earthship werden laufend Daten gesammelt, um das autarke Siedeln weiterzuentwickeln.

Experimentelles Leben

Die bis zu 25 Tempelfelder wagen mit dem Earthship ein Lebens- und Wohnexperiment, das einen stärkeren Bezug zur Natur hat. Darüber hinaus suchen sie mit ihrer Lebensweise nach Alternativen zu eingefahrenen sozialen Strukturen. „Wie funktioniert eine größere Struktur als die Familie, eine Sippe oder ein Pylon“, fragt Max Thulé, „wie geht es, sich in der Gruppe mehr zu beheimaten?“

„Wir wollten einen geschützten Raum für uns, aber nicht nur für uns als Familie in einer Wohnung, sondern in einem größeren Gefäß.“

Wie in einer Wagenburg wohnen sie nun in 14 mobilen Einheiten, umgebauten Bauwagen oder auch eigens gebauten Räumen. Diese werden im Bauantrag jedoch „Aufenthaltsräume“ genannt. Nach einer internen Bausatzung soll es möglich sein, dass sie eines Tages weiterziehen können.

Gemeinsame Aktivitäten finden im Sommer im Freien statt. Im Winter jedoch hat ein warmer, ausreichend großer Gemeinschaftsraum gefehlt. Dafür baute die Gemeinschaft das 180 m2 Earthship von September 2015 bis April 2016. Beim Selberbauen halfen dann auch Freiwillige: ungefähr 50 Baubegeisterte erstellten so in vier Wochen den Rohbau für freie Kost und Logis. Außerdem erbrachte ein Crowdfunding der Gemeinschaft stolze 198.000 EUR.

Gemeinsam ein Earthship bauen: hier gibt es ein paar  Regeln zu beachten
Bild: Achim Pilz

Baudaten Earthship

  • Bauherr: Schloss Tempelhof e. G.
  • Architekt (zeichnend): Ralf Müller
  • Bauleitung ab Rohbau: Max Thulé
  • Nutzfläche: ca. 160 m²
  • Dämmung: Schaumglas, Schafwolle
  • Recycelte Baustoffe: Erde, Autoreifen, Glasflaschen, Aluminiumdosen, Biberschwänze
  • Ökologische Baustoffe: Rundhölzer, Holzständer für Innenwände, Stampflehm oder Solnhofer Platten für den Boden
  • Oberflächen: Putze und Spachtel aus Kalk und Lehm, Mosaike aus Bruchfliesen
  • Wärmeversorgung: Nahwärme, Temperierung der Zuluft
  • Lüftung: Zuluft durch den Erdhügel, Dachluken im Wintergarten
  • Grauwasser: 2 Regenwasserzisternen mit 25 m³ fürs Gemüsewaschen, das Schmutzwaschbecken und die Waschmaschine; kleine Pflanzenkläranlage im Wintergarten für die Toilette
  • Strom: Photovoltaik in der Attika

Projekte wie das Earthship zeigen uns, dass es viele nachhaltige Möglichkeiten gibt, wie gemeinschaftlich, ökologisch und nah an der Natur gebaut werden kann!

Text: Achim Pilz