Leben im Mehrgenerationenhaus – ein Interview

Leben im Mehrgenerationenhaus? Warum sich das lohnt, lesen Sie in unserem Interview mit Katja Bürmann!

Wie gestaltet sich das Leben im Mehrgenerationenhaus? Wir haben mit der Architektin Katja Bürmann gesprochen, denn sie beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit gemeinschaftlichen Wohnprojekten. Welche Gründe es für einen gemeinsamen Lebensraum gibt, was ein gutes Mehrgenerationenhaus ausmacht und warum klare Strukturen dafür so wichtig sind, lesen Sie im Interview!

Über Katja Bürmann

Sie ist Mitgründerin des Beratungsbüros KoWerk, freie Architektin, Master Real Estate Management und Baubiologin. Außerdem ist sie als DGNB Consultant ausgebildet, hat die Gemeinschaft Tempelhof bei Crailsheim beraten und unterstützt aktuell das Wohnprojekt Neuer Norden e.V. in Stuttgart. Mitglied ist sie im Netzwerk Immovielien, wohnbund e.V. und mehreren Genossenschaften. Schließlich engagiert sie sich wohnungspolitisch bei der IBA’27 Region Stuttgart.

Katja Bürmann kann viel über das Leben im Mehrgenerationenhaus berichten.

Leben im Mehrgenerationenhaus: Interview mit Katja Bürmann

Sollten wir alle in Mehrgenerationenhäusern wohnen?

Grundsätzlich muss jede*r entscheiden, wie er/sie wohnen will. Wohnen in Mehrgenerationenhäusern bietet in jedem Fall viele Chancen. Während heute unsere ursprünglichen Familien tendenziell immer kleiner werden und oft weit entfernt wohnen, bilden sich hier neue familienähnliche Zusammenhänge. Unter dem Dach eines Hauses bzw. in nächster Nachbarschaft, mit Menschen, die für Gemeinschaft offen sind, bestehen vielfältige Möglichkeiten der unkomplizierten und bereichernden Begegnung und Unterstützung. Ob ein regelmäßiger Sonntagsbrunch, gegenseitiges Babysitting, Einkaufshilfen, der Plausch an der Haustür oder im Gemeinschaftsraum, vieles ist einfach möglich.

All das lebt immer auch von den Menschen selbst. Gerade für Familien mit Kindern ergeben sich in so einem Projekt tolle Möglichkeiten. Kinder haben Spielgesellen, ohne auf Eltern-Taxis zurückgreifen zu müssen. Sie haben weitere „Geschwister“ und auch andere Erwachsene, die an ihnen teilnehmen und Ansprechpartner sind. Ältere nehmen ganz selbstverständlich an der Vielfalt des Lebens teil. Auch Tausch/Sharing-Konzepte sind aufgrund der Nähe einfach umzusetzen, Car-Sharing, Gästeappartement, Waschmaschinen, aber auch Kleineres. Somit lassen sich auch nachhaltige Ansätze leichter realisieren.

So werden in Mehrfamilienhäusern gute Antworten auf gesellschaftliche Fragestellungen, wie demografischer Wandel, Vereinzelung oder soziale Spaltung gegeben. In den vergangenen Jahrzehnten wurden bereits viele Mehrgenerationenhäuser gebaut und auch in Forschungsprojekten begleitet und teilweise auch über Programme gefördert. Es zeigt sich, dass der Ansatz in vielen Häusern sehr erfolgreich umgesetzt wurde, und die Bewohner*innen sehr zufrieden sind. Aktuell sehe ich, dass Mehrfamilienhäuser – wie insgesamt gute, unterstützende Nachbarschaften – zu einer Resilienz der Bewohner auch unter derzeitigen Pandemiebedingungen beitragen.

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Das Wohnhaus in der Münchner Fritz-Winter-Straße der Wogeno eG zeigt, wie Leben im Mehrgenerationenhaus geht.

Was macht ein gutes Mehrgenerationenhaus aus?

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass Mehrgenerationenprojekte sehr unterschiedlich aufgestellt sein können, von der Größe, von der Organisationsform auch von den Zielsetzungen. Und die Unterschiedlichkeit hat auch ihre Berechtigung.

Größere Projekte bieten die Möglichkeit, dass sich gemeinsame Infrastruktur, wie ein Gästeappartement oder ein Gemeinschaftsraum besser wirtschaftlich tragen. Auch können hier leichter Kooperationen mit z.B. sozialen Trägern geschlossen werden, und z.B. eine Pflege- oder Demenz-WG im Haus etabliert werden. Es gibt aber auch sehr engagierte kleine Projekte, die z.B. die Eltern-Kind-Gruppe organisieren und auch Plätze für Kinder aus dem Stadtteil anbieten. Hier sind oft starke Selbstorganisation und Selbstverwaltung zu finden. Dies ist aber abhängig von den Menschen und auch ihren Möglichkeiten.

Schön ist, wenn sich die Projekte in den Stadtteil öffnen, z.B. mit einem Nachbarschaftscafe oder Angeboten wie ein Quartiersladen in der Münchner Fritz-Winter-Straße der Wogeno eG (s. Bilder).

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Was sehen Sie als einen Nachteil von Mehrgenerationenprojekten an?

Es tut der Bewohnerschaft gut, wenn klare, transparente Strukturen vorhanden sind und gelebt werden. Wenn klar ist, wer was übernimmt. Bestimmtes kann sich natürlich frei ergeben, aber gemeinschaftliche Infrastruktur muss gemeinsam getragen werden. Projekte organisieren das wiederum unterschiedlich, und es kann unterschiedlich gelingen. Mit einer kleinen Stelle, die als Hausmeister geschaffen wird, mit bestimmten Stunden oder Bereichen in die sich jeder einbringt, oder auch mit „professionellen“ Lösungen, die noch eine Anbindung an Mitbestimmung der Bewohnerinnen haben. Wenn diese Strukturen fehlen und auch das Bewußtsein dafür, dann kann es schwierig werden.

Auch empfehlen sich klare Rückzugsräume und ggfs. Absprachen. Die gute Differenzierung zwischen privaten und (halb-)öffentlichen Räumen wird auch durch eine gute Architektur ausgebildet. Wer allerdings einfach keine Lust auf Nachbarschaft hat, der muss auch nicht in einem Mehrgenerationenhaus leben.

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Wo geht Ihre Arbeit über Mehrgenerationenprojekte hinaus?

Mich interessiert immer auch der weite Blick – der Zusammenhang mit gesellschaftlichen Entwicklungen und auch Rahmenbedingungen, wie z.B. der wohnungspolitische Kontext. Seit den 90ern beschäftige ich mich mit Projekten, die das gemeinschaftliche Wohnen umsetzen. Der bauliche Kontext hat sich seitdem geändert, indem sich Bauen immer mehr ökologischen Themen verpflichtet hat und verpflichten musste. Insbesondere seit der Finanzkrise sind Wohnungsbau, Grund und Boden immer mehr in einen internationalen Anlagewettbewerb und -Druck geraten. Wir erleben hier Entwicklungen, insbesondere durch starke Preissteigerungen und knappes Angebot an Wohnraum in deutschen Ballungszentren, die eben auch massiv auf das persönliche Leben der Einzelnen und ihre Entwicklungsmöglichkeiten einwirken.

In Städten, wo der Grund- und Boden sehr teuer ist, können großteils ehrenamtliche Ansätze oft nicht mehr umgesetzt werden. Hohe Grundstücks- und Baukosten legen hohen Druck auf den späteren Betrieb von gemeinsamer Infrastruktur, und erschweren auch massiv eine Mischung der Bewohner*innenschaft. Genau das ist aber für Mehrgenerationenprojekte wichtig, dass sie auch für breite Schichten der Bevölkerung leistbar sind. Deshalb spannen Länder und Kommunen unterstützende Rahmen auf, wie Förderprogramme oder besonderer Grundstücksvergaben und Kooperationen. Wir sehen hier auch wie Genossenschaften mit ihrem Ansatz der Selbstorganisation und Selbsthilfe wieder gemeinschaftliche Wohnprojekte verwirklichen.

Vielen Dank für das Interview, Frau Bürmann!

Das Interview mit Katja Bürmann führte Achim Pilz.

Ewilpa® – Urban Gardening mit essbaren Wildpflanzen

Bild: Birgit Matz

Wie wäre es, wenn man sich aus einem öffentlichen Park mit essbaren Wildpflanzen selbst versorgen könnte? Diese Vision verfolgt Dr. Markus Strauß mit dem Ewilpa®-Konzept. Mit dieser Art des Urban Gardenings wäre es möglich, eine gesunde Ernährung natürlich und nachhaltig zu ergänzen. In diesem Beitrag lesen Sie alles über das Konzept, die Grundlagen und Ziele sowie die Umsetzung der bereits bestehenden Ewilpas®.

In diesem Beitrag:

Ein Gastbeitrag der Stiftung Ewilpa®.

Was ist ein Ewilpa®?

Ein Ewilpa® ist ein Essbarer Wildpflanzenpark. Es handelt es sich hier um das von Dr. Markus Strauß entwickelte Konzept der öffentlichen Selbstversorgung aus der Natur mit ausschließlich essbaren Wildpflanzen. Dazu hat er 2015 die Stiftung Ewilpa® gegründet. Zwei dieser Parks gibt es schon, der dritte wird als erster innerstädtischer Park in diesem Frühling eröffnet. Zehn weitere Parks sind in der konkreten Projektplanung.

Beispielplan für die Umsetzung eines Ewilpas®
Beispielplan für die Umsetzung eines Ewilpas®
Bild: Stiftung Ewilpa®

Da sich die Gestaltung und Artenauswahl an den natürlichen Gegebenheiten orientiert, ist der Pflegeaufwand im Vergleich zu herkömmlichen Parks oder landwirtschaftlichen Nutzflächen gering. Essbare Wildpflanzenparks bieten kostenfreie Sammelgelegenheiten für krautig wachsende Wildpflanzen, Wildgemüse, essbare Blüten und Blätter, Obst, Wildobst und Beeren, Nüsse sowie Waldbaumfrüchte.

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In Anlehnung an den mittelalterlichen „Allmende-Gedanken“ soll der Zugang für jedermann frei und unentgeltlich möglich sein. Damit dienen sie nicht nur der Versorgung mit ehrlichen und hochwertigen Lebensmitteln, sondern auch dem sozialen Ausgleich. Sie sind zudem ökologisch wertvoller Lebensraum für viele einheimische Pflanzen- und Tierarten.

Ein Ewilpa® bietet nicht nur den verschiedensten Pflanzen Lebensraum...
Ein Ewilpa® bietet nicht nur den verschiedensten Pflanzen Lebensraum…
Bild: Meike Koppmann
...sondern ist auch für die Artenvielfalt von Bedeutung
…sondern ist auch für die Artenvielfalt von Bedeutung
Bild: Meike Koppmann

Die von Dr. Markus Strauß initiierte Stiftung EssbareWildpflanzenParks® unterstützt die verschiedenen Initiativen vor Ort mit fachkundigem Rat und wildem Wissen sowie mit projektbezogenen Spenden. Im sogenannten Ewilpa®-Film werden die vielfältigen Zukunftschancen eindrucksvoll dargestellt.

Der Ewilpa®-Film

Warum wild?

Essbare Wildpflanzen bieten das ganze Jahr über eine gesunde und schmackhafte Bereicherung des Speiseplans. Als Wildpflanzen gedeihen sie ohne menschliches Zutun – sie werden uns von der Natur geschenkt:

  • ohne Züchtung, Gentechnik, Dünger, Agrarchemie
  • keine langen Transportwege
  • weder Verpackung noch Müll
  • garantiert frisch
  • Nutzung regionaler und saisonaler Ressourcen

Im Vergleich mit Kultursorten enthalten Wildpflanzen ein Vielfaches an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Zudem halten sie wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie ätherische Öle, Bitterstoffe und Antioxidantien für uns bereit. Wildes Gemüse, Kräuter, Blüten, Salate, Beeren, Früchte und Nüsse sind eine kulinarische Bereicherung und die ideale Grundlage für ein gesundes Leben.

Vergleich von Kulturgemüse und Wildgemüse
Vergleich von Kulturgemüse und Wildgemüse
Quelle: Die 12 wichtigsten essbaren Wildpflanzen von Markus Straß, Neuauflage Hädecke-Verlag 2012, Seite 8

Ein praktisches Beispiel
Das schmackhafte und gesunde Wildgemüse Giersch wächst in der Natur an lichten Stellen im Laubwald, am Waldrand, unter Sträuchern und Hecken und zum Leidwesen vieler Gärtner auch in Gärten. In einem Ewilpa® gedeiht er unter Obstbäumen und Sträuchern wie Holunder, Johannisbeere, Aronia, Rose (Hagebutte) oder Himbeeren. Indem man Giersch 2-4 Mal pro Jahr mit Sichel oder Sense abmäht, erhält man bis in den späten Herbst hinein frühlingshaft frisches Gemüse. Von den Essbaren Wildpflanzenparks schließlich auf den Teller! Giersch schmeckt beispielsweise als “Spinat”, als Zutat im Salat oder (zusammen mit Brennnesseln) im Grünen Smoothie!


Zukunftsweisend und inklusiv

Seit Anbeginn der Menschheit vor über 2 Millionen Jahren bildeten essbare Wildpflanzen unsere Lebensgrundlage. Erst mit der Einführung der Landwirtschaft vor einigen tausend – und vor allem im Zuge der industriellen Revolution vor etwas über hundert Jahren – ging das archaische Erfahrungswissen fast gänzlich verloren. Erst heute wird uns in zunehmender Weise dieser Verlust an Lebensqualität bewusst. Die Stiftung EssbareWildpflanzenParks® zeigt hier zukunftsweisende Lösungen auf; In möglichst siedlungsnah gelegen Parks kann sich die Bevölkerung selbst versorgen. Darüber hinaus versteht sich ein Ewilpa® auch als Bildungsstätte und sozialer Treffpunkt. Hier kann das sichere Erkennen der Wildpflanzen und deren Zubereitung von fachkundigen Beratern erlernt werden.


Ewilpa®: Ziele und Umsetzung

Ewilpa® Ziele

Bildung (= Stichwort „Grünes Klassenzimmer“): Wiederbelebung von altem Wissen um Pflanzen und ökologische Zusammenhänge; Zubereitung von Speisen, Selbstversorgung; Garten und Landschaftsgestaltung mit essbaren Wildpflanzen

Nachhaltige Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen, ehrlichen Lebensmitteln aus der Natur (Wildgemüse, Kräuter, Wildsalate, Beeren, Obst, Nüsse)

Sozialer Ausgleich durch Wiederbelebung des mittelalterlichen „Allmende Gedankens“

Förderung der Integration durch interkulturelle Begegnungen sowie durch Nutzung der auch bei uns wachsenden essbaren Wildpflanzen aus fremden Kulturen wie zum Beispiel:
– Osteuropa/Russland: Gemeiner Schneeball, Bocksdorn, Sanddorn, Aronia
– Südamerika: Amaranth, Quinoa Melde
– aus den Mediterranen Ländern: Kräuter aus der Familie der Lippenblütler

Sozialer Treffpunkt in der Gemeinde, im Wohnviertel oder im Stadtteil (gemeinsames Sammeln unter Anleitung, Vorträge, Kochkurse, gemeinsame Mahlzeiten

Ökologische Ausgleichsfläche: Ein Essbarer Wildpflanzenpark ist sehr artenreich, bietet vielen Wildtieren einen Lebensraum, die natürliche Bodenfruchtbarkeit und der Wasserhaushalt regenerieren sich

Erholungsgebiet/ Naherholung

Die Einrichtung eines Essbaren Wildpflanzenparks ist ein wertvoller Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung


Zielgruppe

– Kinder & Jugendliche
– Naturliebhaber & Sammler
– Hobbyköche & an Kulinarik Interessierte
– An gesunder Ernährung und Gesundheitsvorsorge Interessierte
– Garten und Streuobstwiesen Besitzer
– Senioren (geben „altes“ Wissen weiter)


Wissenstransfer an Multiplikatoren in folgenden Berufsfeldern

– Lehrer & Erzieher
– Gastronomie, Touristik & Wellness
– Garten und Landschaftsbau, Landwirtschaft
– Heilberufe aller Art


Realisierungsvariationen

Gestaltung eines vielgestaltigen Essbaren Wildpflanzenparks mit unterschiedlichen ökologischen Bereichen (Aue, Feuchtwiese, trockeneres Ackerland, Berghang)

Realisierung eines Essbaren Wildpflanzenparks in einem Hochwasserschutzgebiet als ökologische Ausgleichsmaßnahme möglichst mit Integration der bereits vorhandenen Vegetation und bestehender Strukturen

Möglichkeit einer kompletten Neugestaltung, zum Beispiel nach Abriss alter Industriegebäude

Erschließung des Essbaren Wildpflanzenparks mit naturnah gestalteten Wegen und Sitzgelegenheiten

Installierung eines Infosystems, beispielsweise mit Schautafeln in Verbindung mit QR Codes

Erstellung eines Seminarhauses mit Schulküche, Gruppenraum/Klassenzimmer und sanitären Anlagen

Erschaffung eines Veranstaltungs- und/oder Bildungsprogrammes unter Mitwirkung der Fachberater/innen für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen (HfWU) und örtlicher Institutionen (Kindergärten, Schulen, Hochschule, Heilpraktiker, Ärzte, Gastronomen

Wissenschaftliche Begleitung des Projektes durch Hochschulen (Ökologie, Landwirtschaft, Didaktik)

Mediale Begleitung des Projektes als Modellprojekt von überregionaler Bedeutung (aktive, überregionale und nationale PR bei Print und TV Medien)


Voraussetzungen für einen essbaren Wildpflanzenpark

– Flächen in Größenordnung von 30 Ar bis einige Hektar in Siedlungsnähe
– Gute Erreichbarkeit: Radweg, S-Bahn, Bus, Straße
– Begrenzung mit Wildfruchthecke, Zaun (Schutz vor Hunden)
– Ökohaus mit Küche, Seminarraum, WC
– Wegebau: Naturnahe Kieswege, in Hanglage eventuell Treppen aus Naturstein
– Pflegeaufwand: Jährlich 1 bis 2 Mal Mahd der Wiesen und Streuobstwiesen, später erforderlicher Schnitt einzelner Gehölze sowie jährliche Boden Bearbeitung der Acker Brachfläche


Finanzierung

– Vorrangig Nutzung von Gemeinde oder Stadt eigenem Gelände
– Spenden von Firmen, Privatleuten
– Stiftung Essbare WildpflanzenParks®
– Fördergelder von Land, Bund, EU
– Ehrenamtliche Mitarbeit von Bürgern, Fachberater/innen für Selbstversorgung mit Essbaren Wildpflanzen (HfWU) sowie anderen Fachkundigen


Die ersten Ewilpas® in Deutschland

Der erste Ewilpa® hat am 16. Juni 2018 in Kemnath-Waldeck in der Oberpfalz geöffnet. Dieser erste realisierte und eröffnete Park ermöglicht eine Wildpflanzenvielfalt der besonderen Art mit dem trockenen, felsigen Südhang unterhalb der Burg, mit unterschiedlichen Waldtypen, mit Feldhecken, mit einer Streuobstwiese, mit einer Ackerbrache und mit einer Feuchtwiese. Sieben Flächen befinden sich dabei auf dem Schlossberg und sechs Flächen in der benachbarten Feldflur westlich von Waldeck. Ein fünf Kilometer langer Wanderweg führt durch die Parklandschaft. Insgesamt erläutern 13 Schautafeln die Teilflächen und weisen auf die wichtigsten essbaren Wildpflanzen hin.

Der zweite Ewilpa® wurde 2020 in Bad Pyrmont in Betrieb genommen. Weitere Parks befinden sich in der konkreten Planungs- sowie Projektphase; Der dritte Ewilpa® wird im Frühling 2021 in Mönchengladbach eröffnet.

Ewilpa® in Mönchengladbach

Im Möchengladbacher Stadtteil Eicken entsteht der erste innerstädtische und in sich geschlossene Ewilpa®. Initiatorin Meike Koppmann, selbstständige Kräuterpädagogin, pachtet hier für einen symbolischen Euro seit Februar 2020 dauerhaft ein 5.500 Quadratmeter großes Grundstück von der städtischen Entwicklungsgesellschaft Mönchengladbach EWMG.

Initiatorin des Ewilpas® Möchengladbach ist Meike Koppmann, selbstständige Kräuterpädagogin
Initiatorin des Ewilpas® Möchengladbach ist Meike Koppmann, selbstständige Kräuterpädagogin
Bild: Meike Koppmann
Bei ihrem Unterfangen wird Meike Koppmann von vielen freiwilligen Ewilpa®-Helfer*innen unterstützt
Bei ihrem Unterfangen wird Meike Koppmann von vielen freiwilligen Helfer*innen unterstützt
Bild: Timo Riegel

Bei ihren Aktivitäten für den Aufbau und Betrieb des Ewilpas® zählt sie auf die Unterstützung ihres dicht gewebten Netzwerks. Von den zahlreichen Kooperationspartnern seien hier Transition Town Mönchengladbach e.V., die Volkshochschule der Stadt und der benachbarte Kleingartenverein Alsbroich e.V. erwähnt. Die Stadt Mönchengladbach fördert den Aufbau des Ewilpa® finanziell sowie logistisch.

Nach der bereits erfolgten Untersuchung des Bodens auf eventuelle Altlasten wurde das Gelände im Februar 2020 geräumt und die verdichtete Erde gefräst. Danach begannen die ersten Pflanzungen und Einsaaten, die Gestaltung der Wege (Hackschnitzelbelag, Wiesenweg, Barfußweg), der Aufbau von Weidenzäunen, der Einzug der Wildbienen einer Imkerin sowie der Bau von Hochbeeten.

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Kräuterpädagogin Meike Koppmann realisiert realisiert den Aufbau des Parks mit ehrenamtlichen Unterstützern, die jeden Samstag zu den s.g. Helfertagen mit anpacken. Die Pflanzung der meisten Bäume und Sträucher erfolgte im Herbst 2020.

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Rezeptideen

Wildpflanzen sind ein starker Partner zu ökologischen Lebensmitteln, die wir auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen erhalten. Sie ergänzen eine naturbelassene und vegetarische Ernährung (mit Smoothies und Pestos, Salaten und Kräuterdips) und erweitern das Spektrum für bekannte Gerichte (wie Spinat, Aufläufe, Kuchen, Pudding, Marmelade, Aufstriche).

Produkte aus dem BioladenErnte aus dem Ewilpa®Kombinierter Genuss
Hirse & Gemüsebrühe+Brennnessel-Spinat=Mittagessen
Quinoa & Erdnussmus+Wiesenbärenklau (Wiesen-Fenchel)=Abendessen
Buchweizen & Reismilch+Obst von der Streuobstwiese=Frühstücksbrei
Olivenöl & Mandeln, Walnüsse oder Haselnüsse+Knoblauchsrauke, Bärlauch oder Giersch=Pesto
Datteln+wilde Beeren (Brombeere, Aronia)=Smoothie

Durch die Ernte eines Ewilpas® kann man Mahlzeit natürlich gesund aufwerten. Sowohl inhaltlich als auch geschmacklich, denn Wildpflanzen sind in allem intensiver.

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Rezept für deftigen Meldenkuchen

Hefeteig : Aus 300g Dinkelvollkornmehl, einem ½ Würfel Frischhefe, etwas warmem Wasser, ½ TL Rohrohrzucker (zum Aufgehen der Hefe), 4 EL Olivenöl und 1 TL Salz einen Hefeteig zubereiten. Wildgemüse-Füllung : Meldenblätter, Blüten und Triebspitzen waschen, abtropfen lassen (alternativ sind auch Brennessel- oder Gierschblätter verwendbar). 1 Zwiebel und 1 Knoblauchzehe klein gewürfelt, in etwas Olivenöl dünsten. Melde hinzugeben, mit etwas Wasser ablöschen, abdecken und im Dampf zusammenfallen lassen, vom Herd nehmen.

  • 2 Eier, 200 ml Sahne, Salz und Pfeffer in einer Schüssel verquirlen.
  • 200g Schafskäse auf einem Teller zerbröckeln
  • Backofen auf 175 Grad vorheizen.

Hefeteig nach dem zweiten Gehen flach ausrollen und in die gefettete Form legen, Ränder andrücken. Eine erste Schicht Wildgemüse einfüllen, diese mit dem Schafskäse bestreuen und mit einer weiteren Schicht Wildgemüse belegen. Gleichmäßig mit der Eier-Sahne-Flüssigkeit übergießen. Etwa 35 Minuten backen, warm genießen.

Koch und Backen mit Pflanzen aus einem Ewilpa®: Selbstgemachter Melden-Kuchen, alternativ auch schmackhaft mit Brennessel- oder Gierschblättern
Selbstgemachter Melden-Kuchen, alternativ auch schmackhaft mit Brennessel- oder Gierschblättern
Bild: Micha Brem

Weitere Rezeptideen mit Wildpflanzen finden Sie hier!


Über Dr. Markus Strauß

Dr. Markus Strauß lebt als freiberuflicher Autor, Berater und Dozent im Allgäu. In Kooperation mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) bietet er an deren Weiterbildungsakademie seit 2013 die Deutschlandweit erste und einzige Weiterbildung auf Hochschulniveau im Bereich essbare Wildpflanzen an. Er studierte Geografie, Geologie sowie Biologe in Heidelberg. Forschungsprojekte führten ihn nach Südamerika, zum Himalaya (Nepal) und nach Indonesien. Seit seinem langjährigen autarken und naturnahen Leben beschäftigt er sich mit der Thematik der Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen.

Sein Werk als Autor umfasst elf Bücher, einen Ernteplaner sowie einen Tischaufsteller als immerwährender Kalender. Für zahlreiche Fachpublikationen schreibt er regelmäßig Beiträge und Essays. Vorträge, Kurzseminare und Kongresse führen ihn durch den deutschsprachigen Raum. Auch im Fernsehen (regelmäßig SWR, dazu ZDF, BR, WDR, ARTE, HR usw.) ist er als Experte sehr gefragt.

Ewilpa® Gründer Dr. Markus Strauß
Bild: Maximilian Gall

Bei allen Tätigkeiten bleibt seine Vision stets im Mittelpunkt: Die (Re-)Integration der essbaren Wildpflanzen in das Alltagsleben und die Alltagskultur sowie die Erschaffung von essbaren Wildpflanzenparks. Die Stiftung EssbareWildpflanzenParks® hat Markus Strauß hierfür im August 2015 initiiert. Das Ziel ist die Schaffung von 4.000 Ewilpas®, sodass die gesamte Bevölkerung Zugang zu qualitativ hochwertigen, essbaren Wildpflanzen erhält und die Natur wieder aufatmen und erblühen kann.

Dr. Markus Strauß
Aichbaindt 5
87487 Wiggensbach/Allgäu
kontakt@ewilpa.net
www.youtube.com/c/DrMarkusStrauss
www.dr-strauss.net
www.ewilpa.net

Text: Stiftung Ewilpa®
Bilder, wenn nicht anders gekennzeichnet: Unsplash, Pixabay

Deutsche Nachhaltigkeitspreise – eine Übersicht

Nachhaltigkeitspreise in Deutschland für Unternehmen, Forscher und Privatpersonen

In Deutschland gibt es zahlreiche Nachhaltigkeitspreise, die an Unternehmen, Start-Ups, Wissenschaftler*innen, Designer*innen oder Einzelpersonen vergeben werden. Wir zeigen Ihnen welche Preise es gibt und an wen sie vergeben werden.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Deutsche Nachhaltigkeitspreise: Förderung oder Ausschreibung durch die Bundesregierung

Bundespreis Ecodesign

Der Bundespreis Ecodesign ist, wie der Name schon verrät, ein Preis für ökologisches Design in Deutschland. Verliehen wird er vom Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt in Kooperation mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin.

Ausgezeichnet werden „herausragend gestaltete und umweltverträgliche Produkte, Dienstleistungen und Konzepte“.

Mehr zum Award und zur nächsten Ausschreibung, die Mitte Januar 2021 startet, lesen Sie hier:
Bundespreis Ecodesign


Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis gehört zu den höchsten Auszeichnungen in Deutschland und zu einer der größten Auszeichnungen dieser Art in Europa. Verliehen wird er seit 2008 jährlich von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis. Diese arbeitet mit der Bundesregierung zusammen. Ausgezeichnet werden Unternehmen, Kommunen und Forscher*innen. Erstmals wurden im Jahr 2020 auch Preise in der Kategorie Design vergeben.

Mehr zu den einzelnen Kategorien lesen Sie hier: www.nachhaltigkeitspreis.de

Wer die diesjährigen Finalisten in der Kategorie „Architektur“ sind, erfahren Sie in unserem Artikel Der DNP Architektur 2021: die Finalisten

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen der grünen Branche.

Auszeichnung für „Corporate Social Responsibility“

Nachhaltigkeit hat auch immer eine soziale Komponente. Deshalb zählt auch dieser Preis für nachhaltiges Handeln zu den deutschen Nachhaltigkeitspreisen. Faire und mitarbeiterorientierte Arbeitsweisen werden hier von der Bunderegierung prämiert und sollen zur Nachahmung animieren.

Die Auszeichnung geht an Unternehmen die sozial, ökologisch und ökonomisch agieren. Die drei Kategorien, in denen der Nachhaltigkeitspreis vergeben wird, richten sich nach der Unternehmensgröße. Im Jahr 2020 gab es auch Sonderpreise – für „Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement“ und „CSR und Digitalisierung“.

Mehr zur Auszeichnung lesen Sie hier:
CSR in Deutschland


Green Talents

Der Green Talents-Award ist der deutsche Nachhaltigkeitspreis für den Nachwuchs. Das Bundesministerium für Forschung und Bildung möchte damit den internationalen Austausch und die Vernetzung von Forscher*innen aus dem Bereich Nachhaltigkeit fördern. Internationale Nachwuchswissenschaftler*innen werden von der deutschen Expertenjury seit 2009 ausgezeichnet.
Die Preisträger*innen aus dem Ausland haben bei einer Auszeichnung auch die Möglichkeit, einen anschließenden Forschungsaufenthalt in Deutschland zu absolvieren.

Mehr Informationen zum Award des Bundeministeriums für Bildung und Forschung finden Sie hier:
Green Talents

Lokale Helden und private Initiativen für deutsche Nachhaltigkeitspreise

Auch lokale Initiativen leisten einen wertvollen Beitrag für eine nachhaltige Gegenwart.
Nachhaltigkeit fängt im Kleinen an, deshalb leisten vorallem auch lokale Initiativen einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Hans-Carl-von-Carlowitz Nachhaltigkeitspreis

Nicht alle deutschen Nachhaltigkeitspreise werden auf Bundesebene vergeben. Der Hans-Carl-von-Carlowitz-Nachhaltigkeitspreis wird bei der jährlichen Sächsischen Nachhaltigkeitskonferenz vergeben.

Der Preis der Carlowitz Gesellschaft geht an Personen, die „im Sinne der Nachhaltigkeit in Politik und Gesellschaft hinein wirkten und wirken“. Ausgezeichnet werden Personen aus ganz Deutschland. Und auch international tätige Persönlichkeiten bekommen den Preis.
2019 war beispielsweise Alexej Kokorin, Leiter des Klimaprogramms der WWF Russland, einer der Preisträger. Und im Jahr 2020 erhielt unter anderem die Verhaltensforscherin Dr. Jane Goodall den international renommierten Preis.

Seinen Namen hat dieser deutsche Nachhaltigkeitspreis übrigens von dem deutschen Kameralist und Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz. Er gilt als wesentlicher Schöpfer des forstlichen Nachhaltigkeitsbegriffs.


Mehr dazu unter: Carlowitz Nachhaltigkeitspreis


Bundespreis Nachhaltigkeit

Die Bundesvereinigung Nachhaltigkeit ist eine zivilgesellschaftlich organisierte nationale Nichtregierungsorganisation. Sie vergibt einmal im Jahr den Bundespreis Nachhaltigkeit ist den Kategorien Gesellschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Und seit 2019 gibt es die Sonderkategorie „Vorsprung: Jugend“.

Mehr Infos zum Preis gibt es auf der Website der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit


Der ZEIT WISSEN-Preis „Mut zur Nachhaltigkeit“

Nachhaltig zu handeln erfordert auch mal Mut. Den Mut zur Nachhaltigkeit honoriert der „ZEIT WISSEN-PREIS MUT ZUR NACHHALTIGKEIT“ seit 2013 . Vergeben wird er von der Bildungsinitiative „Mut zur Nachhaltigkeit“, dem Magazin ZEIT WISSEN und der Aurubis AG.
Ausgezeichnet werden Personen, Initiativen und Unternehmen, die „einen besonderen Beitrag im Bereich nachhaltiger Entwicklung leisten“.

Mehr dazu lesen Sie unter: Mut zur Nachhaltigkeit


Der StartGreen Award

Gerade im Bereich Nachhaltigkeit gibt es zahlreiche Innovationen. Die junge Gründerszene verschreibt sich immer mehr der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit. Die innovativsten Ideen aus der grünen Gründerszene werden jährlich mit dem StartGreen Award ausgezeichnet. Der Award ist eine Initiative des Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit. Schirmherrin ist Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Mehr dazu auf Start Green


Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN

Die Grüne Liga Berlin verleiht den Nachhaltigkeitspreis ZeitzeicheN an zukunftsweisende Projekte.
Die Grüne Liga Berlin ist ein Umwelt- und Naturschutzverband. Er unterstützt Bewegungen in Berlin und initiiert eigene Projekte im gesamten Bundesgebiet.

Der Preis ZeitzeicheN wird seit 2007 jährlich von der Organisation in fünf Kategorien verliehen. Dieser deutsche lokale Nachhaltigkeitspreis ehrt „zukunftsweisende Projekte und Initiativen […], die beispielhaft zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft vor Ort beitragen.“ Im Jahr 2020 wurde der Preis auch durch das Umweltbundesamt gefördert und unterstützt.

Mehr Infos zum Preis für lokale Projekte und Initiativen

In der grünen Branche werden zahlreiche Preise für nachhaltige Handlungen vergeben.

Projekt Nachhaltigkeit

Der Preis „Projekt Nachhaltigkeit“ ist seit 2018 eine feste Größe in der Landschaft der Deutschen Nachhaltigkeitspreise. Verliehen wird er von den vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) in Deutschland. Initiator ist der Rat für nachhaltige Entwicklung, der nach wie vor Kooperationspartner des Projekts ist und der 2001 von der Bundesregierung berufen wurde. Vergeben wird der Preis in jeder der vier RENN-Regionen auf regionaler Ebene. So haben besonders die lokalen Akteure eine Chance gehört und ausgezeichnet zu werden.

Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative Beispiele für eine nachhaltige Entwicklung sichtbar zu machen und so andere zur Nachahmung anzuregen. Insgesamt werden 42 Bewerber*innen pro Jahr ausgezeichnet. Pro RENN gibt es zehn Gewinner. Zusätzlich zu diesen 40 Gewinner*innen werden zwei internationale Preise vergeben.

Für die Auszeichnung bewerben kann sich übrigens jeder: „Ob zivilgesellschaftliche Organisationen, Initiativen der sozialen Innovation, Privatpersonen, Kommunen, öffentliche Einrichtungen (Schulen, Universitäten, Bibliotheken etc.), Unternehmen, Startups oder Kooperationen derselben. Voraussetzung ist, dass sich das Projekt bereits in der Umsetzung befindet“, so die Veranstalter. Gesucht werden „Projekte und Initiativen, die zukunftsgerichtet für nachhaltige Entwicklung wirken und einen Beitrag für die Umsetzung der Globalen Entwicklungsziele leisten“. Die Schwerpunktthemen für das Jahr 2020 sind: Klimapositives Wirtschaften, Nachhaltige Arbeitswelten, Nachhaltiger Konsum im Blick und Kreative Kooperationen

Mehr Infos auf der Website Projekt Nachhaltigkeit

Deutsche Nachhaltigkeitspreise von oder für die Wirtschaft

Green Awards

Ein Fest der Nachhaltigkeit ist das jährliche Greentech Festival, bei dem sich drei Tage lang alles um die neusten Technologien für einen nachhaltigen Lebensstil dreht. Wer sich für den Umweltschutz interessiert, kann hier die neusten Innovationen und Technologien der vielen Aussteller anschauen.

Den krönenden Abschluss bildet die Verleihung der Green Awards. Diese gehen an „innovative Zukunftsprojekte und Vordenker für Nachhaltigkeit“.
In jeder der vier Kategorien Youngster, Start-up, Innovation und Impact wird am Ende ein*e Sieger*in gekürt. Unterstützt wird die grüne Party beispielsweise vom Gründungspartner Audi oder vom Premium Partner Facebook und der Deutschen Bahn.

Zwar handelt es sich beim Festival und der Preisverleihung um ein deutsches Event, dennoch herrscht hier internationaler Flair. Das zeigt auch die Liste der Preisträger*innen und Gäste, die aus der ganzen Welt stammen. Denn schließlich verlangt der Umweltschutz eine globale nachhaltige Lösung.


Mehr Infos auf Greentechfestival.com


Der Nachhaltigkeitspreis der Werbeartikelwirtschaft – die PSI Sustainability Awards

Ein reiner Produkt-Award, möchte man meinen. Noch der PSI Sustainability Award geht nicht an Unternehmen, die ein einziges nachhaltiges Produkt auf den Markt gebracht haben. Vielmehr wird das gesamte Nachhaltigkeitsprofil eines Unternehmens mit dem Award honoriert. Vergeben wird er von dem Promotional Product Institute (PSI) das mit seinen 6.000 Mitgliedern das größte Unternehmensnetzwerk der Werbeartikelwirtschaft in Europa ist.

Mehr Informationen gibt es unter: www.psi-awards.de


Nachhaltige Held*innen gesucht: Die Sustainability Heroes Awards

Unternehmen, die sich im Bereich Nachhaltigkeit engagieren, werden mit diesem Preis bei der gleichnamigen Konferenz ausgezeichnet. Verliehen wird der Preis von der DQS Gruppe (Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen). Der Award wird in acht verschiedenen Kategorien verliehen. Die DQS Nachhaltigkeitskonferenz findet seit Herbst 2014 statt und ist eine branchenübergreifende Konferenz, bei der sich Unternehmen austauschen können. Seit 2020 ist die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) Mitveranstalter.

Mehr dazu auf www.sustainability-heroes.com


Der Green Product Award

Der Green Product Award ist ein Preis für nachhaltige und innvative Lösungen.

Ob große Unternehmen, kleine Start-Ups oder Studierende: der Green Product Award prämiert jährlich innovative, nachhaltige Lösungen. Auch wenn der Wettbewerb, den es seit 2013 gibt, seine Wurzeln in Deutschland hat, können sich hier Projekte aus aller Welt bewerben.

Initiator des Green Product Award ist die white lobster GmbH, eine Full-Service Agentur für nachhaltige Innovation und Kommunikation.

Mehr Infos zum Awards gibt’s unter: www.gp-award.com

Text: Julia Schenkenhofer
Bilder: Unsplash, Pixabay, Frank Fendler, Green Product Award

Das Sonnenhaus in Hof an der Saale

Das Sonnenhaus von Uwe und Susanne Fickenscher in Hof an der Saale ist ein Green Building, das mit einer nachhaltigen Bauweise und einem effizienten Energiekonzept überzeugt.

Das Sonnenhaus von Uwe und Susanne Fickenscher in Hof an der Saale ist ein Green Building, das mit einer nachhaltigen Bauweise und einem effizienten Energiekonzept überzeugt.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Uwe und Susanne Fickenscher.

Das Hofer Sonnenhaus

Das Hofer Sonnenhaus ist ein Green Building, welches als Wohn- und Geschäftshaus mit nachhaltigem Bau- und Energiekonzept konzipiert wurde. 2017 war es Ausstellungsinhalt im Deutschen Pavillon auf der Expo-Weltausstellung unter dem Titel „Future Energy“; 2019 wurde es in die Sammlung der Beispielhaften Bauten des Bayerischen Bauministeriums und der Bayerischen Architektenkammer aufgenommen.

Ab 2021 wird das Projekt in der neuen Wanderausstellung „Nachhaltiges und Energieeffizientes Bauen“ der Bayerischen Architektenkammer zu sehen sein. Es wurde zudem mit dem Bürgerenergiepreis ausgezeichnet und findet im In- und Ausland große Beachtung.

Beim Sonnenhaus fällt vor allem auf, dass die Primärenergiekennzahlen sehr niedrig sind. Das führt zu einer hohen Wirtschaftlichkeit des Baukonzeptes und beruht auf dem Einsatz von Naturbaustoffen, beispielsweise Holz, Stroh, Ziegel, Lehm, aber auch von Recyclingmaterial. Hinzu kommt ein regeneratives Energieversorgungskonzept, das auf die Nutzung und Speicherung von Solarenergie setzt.

Das Sonnenhaus überzeugt mit natürlichen Baustoffen wie Holz, Stroh, Lehm, Ziegeln und zusätzlich Recyclingmaterial
Stampfbeton im Sonnenhaus
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Steckbrief Sonnenhaus

Das Sonnenhaus als Green Building
– nachhaltig-ökologische Bauweise
– Einsatz von Solarwärmespeichertechnik
– CO2-neutrales Heizkonzept für ein Wohn- und Geschäftshaus
– Langzeitspeicherung von Solarenergie
– Wärmedämmung aus nachwachsenden Rohstoffen Stroh und Holzfaser
– Einsatz von Recycling-Glasschaumschotter als Wärmedämmung
– 90% Unterschreitung des gesetzlich zulässigen Primärenergiebedarfes (Stand 2014 – ein revolutionärer Wert)
– wirtschaftliches Roh = Fertig-Designkonzept (Einsparung von Oberflächenveredelungen in der Architektur)

Das Sonnenhauskonzept

Das Wohn- und Geschäftshaus mit 3 Wohneinheiten und einem Architekturbüro steht in Hof an der Saale. Das Bauvorhaben ist ein Pilotprojekt für die Nutzung von Sonnenwärme zur ganzjährigen Beheizung von Gebäuden. Der experimentelle Charakter des Projektes wird außerdem durch die Verwendung von Strohballen beim Wandaufbau des Büroteils und durch den innovativen Einsatz weiterer Naturbaustoffe unterstrichen.

Architekturbüro im Hofer Sonnenhaus
Architekturbüro im Hofer Sonnenhaus

Das nicht unterkellerte Bauwerk hat 4 Nutzungseinheiten. Es besteht nach Westen aus einem abgestuften kubischen Baukörper mit 3 Ebenen (EG, OG und DG) sowie einem östlichen Flachdachbau (EG) mit darüber angeordnetem Solardachboden (2 Ebenen). Das Gebäude fügt sich als eigenständig und modern gestalteter Solitär in das städtebauliche Umfeld ein. Das Konzept zeigt ein Beispiel, wie verdichtetes Bauen in einer Baulücke im Zentrum der Stadt Hof möglich ist. Außerdem demonstriert es, wie attraktive Wohneinheiten zukunftsfähig und flexibel nutzbar in der Innenstadt entstehen können.

Die Wohneinheiten sind als Standardwohneinheiten separat vermietbar, eignen sich aber auch für Mehrgenerationenwohnen. Die Wohneinheiten bieten sich zudem ideal in Kombination mit freiberuflicher oder gewerblicher Tätigkeit. Durch Teilbarkeit und Kombinierbarkeit der 4 Nutzungseinheiten sowie durch angedachte Erweiterungsmöglichkeiten wird ein hohes Maß an Zukunftsfähigkeit, Flexibilität und Nachhaltigkeit des Immobilienprojektes erreicht.

Die Wohneinheiten des Sonnenhauses sind als Standardwohneinheiten separat vermietbar aber auch für Mehrgenerationenwohnen geeignet und ideal in Kombination mit freiberuflicher oder gewerblicher Tätigkeit zu nutzen.

Ziele des Projektes

Bei dem Projekt wurden folgende Ziele verfolgt:

  • Errichtung einer flexibel nutzbaren Immobilie zum Wohnen und Arbeiten sowie als Altersvorsorge
  • höchstmögliche solare Deckung des Wärmebedarfes
  • Verwendung von örtlich verfügbaren Energiequellen (Sonne, Holz, Wind)
  • Bauen mit möglichst natürlichen oder naturnahen Baustoffen (baubiologische Grundsätze)
  • Bauen mit regionalen Ressourcen (Baustoffe und Bauleistungen aus der Gegend)
  • Option der regenerativen Stromerzeugung zum Eigenverbrauch (Kleinwindkraftanlage und Solarstrom).
  • Vermeidung von Neulandverbrauch – Bau auf einer Industriebrachfläche
  • Innerstädtische Nachverdichtung – Leben der kurzen Wege
  • Errichtung eines Bauwerkes, das es in der gleichen Form nicht schon einmal gibt.

[Einschub der Redaktion: mehr zum Thema Baubiologie finden Sie hier]

Das Haus wird größtenteils mit Sonnenwärme ganzjährig beheizt: die Idee folgt dem Sonnenhausprinzip. Die Ernte der Sonnenwärme erfolgt mit einer 112 qm großen Solarwärmekollektoranlage, die ideal nach Süden orientiert und 64° steil geneigt ist, um im Winter und in den Übergangszeiten (Heizperiode) optimale Solarerträge zu erreichen. Die Wärme wird als Warmwasser in einen 40.000 Liter großen, wärmegedämmten Solarspeicher eingelagert, der als Schichtenspeicher konzipiert ist.

Dieses Wärmereservoir wird über Wärmetauscher und Niedertemperatur-Fußbodenheizungen an die zu beheizenden Räume abgegeben. Es wird dabei eine solare Deckung in Höhe von bis zu 90% erreicht. Die Restenergiemenge, die für Brauchwassererwärmung und Raumheizung erforderlich ist, wird aus einem kleinen Pelletkessel weitgehend CO2-neutral bereitgestellt. Auf Wohnraumlüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung wird bewusst verzichtet.

Die Entwicklung vom Bauhaus zum Sonnenhaus

Die Entwicklung der Architektur sieht vor, dass die Form vom jeweiligen Zeitgeist bestimmt wird. Energieversorgungsfragen und Fragen der Wirtschaftlichkeit spielten dabei immer eine entscheidende Rolle. Der amerikanische Architekt Louis Sullivan behauptete um 1900: form follows function. Ludwig Mies van der Rohe ergänzte in den 1920er Jahren: Weniger ist mehr. Er untermauerte damit den Ansatz der Moderne und den Minimalismus in der Architektur. Er und andere verzichteten auf Verzierungen und Schmuckwerk bei Bauwerken und reduzierten die Form auf die notwendigen und funktionalen Bauteile.

Der deutsche Designer Hartmut Esslinger hat mit seiner in Kalifornien gegründeten Frog-Design-Gruppe in den 80er Jahren unter anderem für Apple und auch für Rosenthal gearbeitet. Er stellte die These auf: form follows emotion. Das Sonnenhaus vertritt die Idee des angehenden 21. Jahrhunderts: form follows energy!

Wir glauben allerdings auch, dass es zur Evolution gehört, dabei nicht die zurückliegenden Entwicklungsstufen zu vergessen; Funktion und Emotion sind in unserem Büro beim Bauen wichtige Grundlagen. Darüber hinaus müssen baubiologische Grundsätze, Fragen der Herkunft von Baumaterialien, Lebenszyklusbetrachtungen sowie andere Nachhaltigkeitsfragen am Anfang und am Ende jeder Bauplanung stehen.

Alter Charme mit neuer Technik

Der Bautypus Aktiv-Sonnenhaus mit den heute zur Verfügung stehenden technischen Mitteln der Solarkollektoren, Saisonalspeicher und elektronischen Steuerung befindet sich relativ am Anfang seiner Entwicklung. Diese Entwicklung wird seit 30 Jahren vor allem durch den Solarpionier Josef Jenni in der Schweiz, den bayerischen Architekten Georg Dasch und den Solaringenieur Wolfgang Hilz vorangetrieben.

Die Bauaufgabe Sonnenhaus mit den heute zur Verfügung stehenden technischen Mitteln der Solarkollektoren, Saisonalspeicher und elektronischen Steuerung befindet sich relativ am Anfang seiner Entwicklung.

Innovative mittelständische Betriebe sind mit der Weiterentwicklung der Solarwärmespeichertechnik beschäftigt. Weit in der Vergangenheit liegt allerdings schon das „Haus des Sokrates“ als erstes Sonnenhaus, von dem berichtet wird, es wäre ein Pultdachbau mit einem Dachüberstand, der so ausgebildet war, dass er die Wohnräume gegen die hochstehende Sommersonne abschattete und die flachstehende Wintersonne bis in die Wohnräume hineinließ. Die sich daraus ergebenden Grundsätze bleiben bis heute gültig für das Ziel der passiven Sonnenenergienutzung.

Wenn wir ein aktives Sonnenhaus mit zugehörender Anlagentechnik entwerfen, müssen wir jedoch weitere physikalisch-technische Grundlagen in die Planung einbeziehen.

Hofer Sonnenhaus: Entwurfsgrundlagen und Vorgaben

Die Ausgangsposition ist die Erkenntnis, dass in unseren Breiten (Hof, rd. 50° Nord) eine auf den Solarertrag in der Übergangszeit optimierte Kollektorfläche mit circa 64° Neigung aufweisen sollte. Voraussetzung für eine hohe solare Deckung bei der Wärmeversorgung sind niedrige Wärmeverluste der Gebäudehülle. Beim monolithischen Außenwandaufbau mit seinen vielen Vorzügen liegt ein guter u-Wert bei etwa 0,18 W/qmK. Das wird durch den Einsatz von modernem porosierten Leichtziegelmauerwerk mit Wandstärken von 42,5 cm, Leichtmauermörtel und Leichtputzen ermöglicht. Bei Fenstern wird teilweise mit 3-fach-Isolierverglasung gearbeitet.

[Einschub der Redaktion: einen weiteren Bericht zu einem Wohnhaus in monolithischer Bauweise mit Poroton-Ziegeln finden Sie hier]

Energetisch sinnvolle Konzepte sehen die thermische Aktivierung der Betonbodenplatte eines Gebäudes vor. Das wird durch den heute möglichen Einsatz von druckbelastbaren Wärmedämmungen unter den Bodenplatten, z.B. durch Glasschaumschotter (einem Recyclingprodukt) ermöglicht.

Die optimale Ausrichtung

Ein Sonnenhaus erfordert die optimale Südausrichtung für die Solaranlage und eine dauerhaft verschattungsfreie Kollektoranlage. Das innerstädtische Grundstück in Hof mit der Flurnummer 2057 weist in dieser Hinsicht nicht ganz einfache Rahmenbedingungen auf. Südlich vorgelagerte Nachbarbebauung, alter hoher Baumbestand und der Grundstückszuschnitt sind Voraussetzungen, mit denen im Entwurf umzugehen war. Es entstand eine eigentümliche Form des Solardaches mit einer steil geneigten Kollektorfläche; Die Formgebung folgt dem Energiekonzept.

Ein Sonnenhaus erfordert eine optimale Südausrichtung für die Solaranlage und eine dauerhaft verschattungsfreie Kollektoranlage. Es entstand eine eigentümliche Form des Solardaches mit einer steil geneigten Kollektorfläche: Die Formgebung folgt dem Energiekonzept.

Die rund 112 qm große Kollektorfläche arbeitet mit einem rund 40.000 Liter fassenden Heizungswasserpufferspeicher als Saisonal-Wärmespeicher. Im Sommer und in der Herbst-Übergangszeit wird damit Sonnen-Energie „geerntet“ und gepuffert, die dann in der Heizperiode genutzt werden kann. Das bedeutet für die Baugestaltung, dass sie mit einem Behälter von 2,50 m Durchmesser und 8,5 m Bauhöhe
umgehen musste.

Fragen der Grundrissgestaltung, der winterliche aber auch der sommerliche Wärmeschutz sowie die optimale Speicherbewirtschaftung werfen die Diskussion über die optimale Positionierung des Speichers, die optimale Dämmung und eine kontrollierte Bewirtschaftung auf. Beste Ergebnisse für die Beheizung eines Sonnenhauses werden mit einer Niedertemperaturheizung, also zum Beispiel einer Fußbodenheizung erreicht.

Letztlich sind bei allen technischen Vorgaben zur funktionalen, wirtschaftlichen und ökologischen Optimierung noch weitere Qualitäten gefragt:

  • Einfügung in die Umgebung (Bauform, Baumasse, Gestaltung)
  • Wohnqualität, Belichtung und Atmosphäre von Räumen
  • Auswahl der Materialien und Farben
  • Ausstattung
  • Außenanlagengestaltung
  • Erschließung
  • persönliche Wünsche

Entwurfskonzept

Das Gebäude gliedert sich in zwei klar ablesbare Baukörper, dem „Wohnhaus“ im Westen zur Saale hin und dem nach Osten zur Heiligengrabstraße hin orientierten „Büroflügel“ mit Loftwohnung im Solardachboden. Die beiden Baukörper sind durch gemeinsame Funktionen miteinander verbunden. Im Grundriss ergibt sich durch die Form eines „T“ eine „Hammerform“.

Das Grundstück ist von Osten her erschlossen. Die Zugänge für die Nutzungseinheiten befinden sich alle im Norden. Die Planung ermöglicht ein zeitgemäßes und generationenübergreifendes Wohnen, wo Familienleben und Nachbarschaft funktionieren, wo man gemeinsam lebt und dennoch jeder seine Freiräume hat. Das Haus ist nicht unterkellert und hat auf die erdgeschossigen Baukörper aufgesetzte, loftartige Dachgeschosse.

Das Sonnenhaus gliedert sich in zwei klar ablesbare Baukörper, dem "Wohnhaus" im Westen zur Saale hin und dem nach Osten zur Heiligengrabstraße hin orientierten "Büroflügel" mit Loftwohnung im Solardachboden.
Das Dachzimmer des Sonnenhauses

Erdgeschoss und Obergeschoss

Die Erdgeschoss- und Obergeschossumfassungswände des westlichen Baukörpers bestehen aus massivem und monolithischem Leichtziegelmauerwerk. Die Wände erhalten außen einen Leichtputz und innen einen 2-lagigen Kalkputz und erreichen dadurch die geforderten Dämmwerte ohne zusätzliche Wärmeschutzmaßnahmen.

Zwischenwände sind aufgrund der guten Wärmespeicherung und sommerlichen Behaglichkeit ebenfalls massiv aus Ziegeln gemauert. Die meisten Decken sind aus Kreuzlagenholzplatten hergestellt. Massivholzelemente aus Brettsperrholz spielen auch bei der Decke über OG sowie bei Außenwänden und Dachdecke des aufgesetzten Dachgeschoss-Lofts eine Rolle.

Massivholzelemente aus Brettsperrholz spielen auch bei der Decke über OG sowie bei Außenwänden und Dachdecke des aufgesetzten Dachgeschoß-Lofts eine Rolle.
Aufgang zum Loft-Wohnraum

Treppenaufgang zum Loft-Wohnraum

Der Wärmeschutz wird hier durch die Anordnung von außen aufgebrachten Holzkonstruktionen mit Holzfaserdämmungen ergänzt. Der Witterungsschutz besteht aus einer klassischen senkrechten Boden-Leisten- Schalung, wie sie seit Jahrhunderten im Frankenwald und im Vogtland verwendet wird. Dächer sind hier als Flachdächer konzipiert und erhalten Gefälledämmungen, Folienabdichtungen und Bekiesungen bzw. extensive Begrünung.

Büro und Loftwohnung

Der Büroflügel mit Loftwohnung im Solardachboden ist eine Holzkonstruktion auf einer Stahlbetonbodenplatte, die für Heizzwecke mit Warmwasserleitungen ausgerüstet ist (Prinzip Industriebodenheizung). Die Umfassungswände im Erdgeschoss bestehen beim Büro aus einer Holzständerkonstruktion mit Ausfachungen aus Holzfaser (bzw. Strohballen, die raumseitig einen Lehmputz erhalten). Der Wetterschutz wird über diffusionsoffene Fassadenbahnen und eine hinterlüftete Lärchenholzverkleidung hergestellt.

Das Büro im Sonnenhaus
Das Sonnenhaus eignet sich auch für Büroeinheiten

Die Decke über dem Erdgeschoss ist als mehrfeldrig gespannte Massivholzdecke aus Kreuzlagenholz konzipiert. Darüber steht ein 64° steil geneigter „Solardachboden“, der als Loftwohnung ausgebaut ist. Der Flachdachteil ist extensiv begrünt und die Steildachflächen sind mit Kollektormodulen abgedeckt bzw. mit Zinkblech eingedeckt. Fenster werden als moderne Mehrkammer-Kunststoffprofilfenster ausgeführt und 2-fach beziehungsweise teilweise 3-fach isolierverglast.

Aufbau Sonnenhaus: Die Decke über dem Erdgeschoss ist als mehrfeldrig gespannte Massivholzdecke aus Kreuzlagenholz konzipiert. Darüber steht ein 64° steil geneigter "Solardachboden", der als Loftwohnung ausgebaut ist.

Die Innenräume des Wohnhauses sind lichtdurchflutet, großzügig und offen gestaltet. Die Mischbauweise aus Ziegel, Putz, Stahlbeton, Stahl, und viel Massivholz führt zu behaglichen und außergewöhnlichen Raumgestaltungen. Der rund 40.000 Liter Heizungswasser fassende Schichtenspeicher ist als Stahltank in einem turmartigen Bauteil untergebracht. Er ist nach der neuesten Erfahrung des Architekturbüros isoliert und wärmegedämmt. Dieser „Solarturm“ steht nach Osten etwas aus dem Gebäude heraus, und macht so das Sonnenhauskonzept des Hauses von außen ablesbar.

Der rund 40.000 Liter Heizungswasser fassende Schichtenspeicher wird als Stahltank in einen turmartigen Bauteil eingemauert und nach der neuesten Erfahrung des Architekturbüros isoliert und wärmegedämmt.
Turm für den Solarwärmespeicher im Zentrum des Hauses

Zur Ergänzung der Solarheizung ist ein kleiner Pelletkessel im Haustechnikraum an den Solarspeicher angebunden. Durch die Verwendung von Holzpellets als Energieträger für Heizlastspitzen weist das Wohnhaus eine neutrale günstige CO2-Bilanz und niedrigsten Primärenergieverbrauch auf. Es wird damit das Ziel der kommenden Energieeinsparverordnung EnEV 2020 erreicht.

Die Familie Uwe und Susanne Fickenscher will an die Zukunft für das Leben und Arbeiten in der Stadt Hof glauben.

Videotour durch das Sonnenhaus

Baudaten Sonnenhaus

Hofer Sonnenhaus, Hof
Heiligengrabstraße 13-15, 95028 Hof
Green Building als Multifunktionsgebäude mit Büro
Ausstellung, Workshop und Wohnhaus.

Projekttitel
Hofer Sonnenhaus

Bauherrin
Susanne Fickenscher

Architektur
Fickenscher Architektur + Architekten, Stadtplaner und Energieberater ByAK, Uwe Fickenscher, Hof,
Homepage
Facebook

Anschrift Projekt
Heiligengrabstraße 13-15, 95028 Hof

Nutzfläche
537 m²

Nutzungsfläche der einzelnen (Wohn-)Einheiten
1: 122,43 qm
2: 139,29 qm
3: 89,91 qm
Büro: 139,33 qm

Bauzeit
2012-2015

Energiekonzept
Sonnenhaus mit 40.000 Liter Solarspeicher, klimaneutrale Heizung und Warmwasserbereitung

Eingehaltener Standard
Kfw 55 und Sonnenhausstandard

Angewandte EnEV
2009

Endenergiebedarf ist (berechnet)
28,50 kWh/qma

Primärenergiebedarf ist (berechnet)
7,69 kWh/qma

CO2-Ausstoß (berechnet)
gesamt 360,00 kg/a (Kompensation über Baumbestand direkt auf dem Grundstück)
spezifisch 0,48 kg/qma (bezogen auf die EnEV-Nutz-Fläche)

Fotos
Feig FotoDesign

Mehrgenerationenhaus – Definition, Vorteile, Nachteile

Leben in einem Mehrgenerationenhaus? Ob als Single, junge Familie oder Senior; gemeinsames Wohnen und gemeinsames Leben haben viele Vorteile. So schaffen Mehrgenerationenhäuser Orte für Gemeinsamkeit. Dort unterstützt man sich gegenseitig, nutzt gemeinsame Infrastruktur und lebt somit resilienter – in der Stadt und auf dem Land.
Bild: holzius

Leben in einem Mehrgenerationenhaus? Ob als Single, junge Familie oder Senior; gemeinsames Wohnen und gemeinsames Leben haben viele Vorteile. So schaffen Mehrgenerationenhäuser Orte für Gemeinsamkeit. Dort unterstützt man sich gegenseitig, nutzt gemeinsame Infrastruktur und lebt somit resilienter – in der Stadt und auf dem Land.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Was ist ein Mehrgenerationenhaus?

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Heute sind bereits 17 Millionen Menschen älter als 65 Jahre, Tendenz steigend. Auf der anderen Seite gibt es zunehmend junge Familien und Alleinerziehende, für die die Kinderbetreuung eine echte Herausforderung darstellt. Singles fühlen sich einsam und freuen sich über Anschluss. Wenn die Generationen wieder gemeinsam leben, gewinnen alle. Ein Mehrgenerationenhaus (MGH) bietet den Rahmen dazu.

Mehrgenerationenhäuser gibt es in zwei Bereichen:

Im Privaten ist ein Mehrgenerationenhaus eine langfristig „angelegte Lebensform für das freiwillige Zusammenleben mehrerer unabhängiger und verschieden alter Personen in einer sehr großen Wohnung oder einem Haus“, wie es Wikipedia definiert. Sie wohnen dabei in der Regel in separaten Einheiten, wie beim Familienwohnhaus Modica.. Weitere Nutzungen wie Werkstatt, Toberäume, Gemeinschaftsküche, Gästezimmer, Sauna und Gartenflächen können so einfacher erstellt und nach vereinbarten Regeln gemeinsam genutzt werden.

Auf der Ebene der Kommunen sind Mehrgenerationenhäuser Orte der Begegnung der Generationen. Sie bieten Raum für gemeinsame Aktivitäten und schaffen ein nachbarschaftliches Miteinander. Jüngere helfen dort Älteren und umgekehrt. Das ‚Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser‘ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen, und Jugend fördert Bundesweit rund 540 Mehrgenerationenhäuser, wie das AWO-Mehrgenerationenhaus Landsberg. Über die Internetseite www.mehrgenerationenhaeuser.de lassen sich Häuser in der Nähe finden.

Wenn die Generationen wieder gemeinsam leben, gewinnen alle. Ein Mehrgenerationenhaus  bietet den Rahmen dazu.
Wenn die Generationen wieder gemeinsam leben, gewinnen alle. Ein Mehrgenerationenhaus bietet den Rahmen dazu.
Bild: holzius

Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser

Die vom Bund geförderten Häuser sind als Schwerpunkt offene Treffs. Sie sind Caféstube, Erzählsalon, Spielzimmer, Treffpunkt der Generationen und Wohnzimmer für alle. Zudem gibt es in solchen Häusern familienorientierte Aktivitäten und Dienste für Jung und Alt. Beispiele sind Betreuungs-, Lern- und Kreativangebote für Kinder und Jugendliche, Weiterbildungskurse für berufliches und privates, Unterstützungsangebote für Pflegebedürftige und deren Angehörige oder Sprachkurse für Migrantinnen und Migranten.

Zudem fördern MGH Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei lebt das Haus durch freiwilliges Engagement. Freiwillige sind Leihgroßeltern, geben Computer-Nachhilfe oder organisieren Theaterprojekte. Alle Interessierten können sich mit ihren Erfahrungen und Fähigkeiten einbringen und zugleich vom Wissen und Können der anderen profitieren. Die Kommune vernetzt mit weiteren Akteuren wie Freiwilligenagenturen, Verbänden oder Kultur- und Bildungseinrichtungen. Einmal im Jahr gibt es Aktionstage bei dem die Häuser zu besonderen Veranstaltungen einladen. Seit 2018 werden mit dem Wettbewerb „DemografieGestalter 2018 – Der Mehrgenerationenhauspreis“ besonders kreative Projekte ausgezeichnet.

Vorteile Mehrgenerationenhaus

Das Leben in einem Mehrgenerationenhaus bietet viele Vorteile; die Kosten sind Kosten geringer, es gibt eine soziale Vielfalt und die Bewohner werden potenziell entlastet.

Geringere Kosten

Da die Grundstücks- und die Baukosten zwischen den Akteuren aufgeteilt werden, wird das Projekt für jeden einzelnen günstiger. Gemeinsam lassen sich auch zusätzliche Räume für die Gemeinschaft, Kinder oder Gäste realisieren. Auch wohnbegleitenden Dienstleistungen und Sharing-Angebote wie Car-Sharing lassen sich so einfacher realisieren.

Soziale Vielfalt

MGH erleichtern es, soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Ein gemeinschaftliches Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dach bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, das Sozialleben zu stärken und sich gegenseitig zu unterstützen. Austausch und Unterhaltung gibt es bei gemeinsamen Aktionen wie Feiern zu Silvester oder Sommerfeste. Bewohner*innen von größeren Projekten wie beim Haus Mobile in Stuttgart organisieren auch gemeinsame Ausflüge und sogar einen Kurzurlaub.

Entlastung der Bewohner

Durch das Zusammenleben von Erwerbstätigen und Senioren ergeben sich Synergien. Berufstätige Eltern finden im Haus leichter Betreuungsmöglichkeiten für ihren Nachwuchs wie Babysitter, Leihgroßeltern oder Spielgefährten. In manchen Häusern wird abwechselnd einmal die Woche in der Gemeinschaftsküche gekocht. Manche Gemeinschaften wie Schloss Tempelhof bereiten täglich Essen zu, die auch Gäste bestellen können. Im Tempelhof gibt es auch ein Café, in dem selbstgebackene Kuchen und eigener Apfelsaft verkauft werden. Hat das Projekt eine gewisse Größe, so können auch Räume zur medizinischen Versorgung bereitgestellt werden.

Vorteile: geringere Kosten, soziale Vielfalt, Entlastung der Bewohner

Nachteile Mehrgenerationenhaus

Es gibt jedoch auch ein paar Nachteile, die man beachten sollte. Zum Beispiel gibt es einen größeren Organisationsaufwand, man braucht mehr Zeit zum Planen und es kann zu Streitigkeiten zwischen den Beteiligten kommen.

Größerer Organisationsaufwand

Bis sich die Baugruppe gefunden hat, vergeht meist schon Zeit. Jedes Mitglied benötigt die Kreditzusage seiner Bank und es kommt vor, dass zuletzt noch jemand deshalb ausfällt. Denn nach der Firmierung muss erst einmal ein passendes Grundstück gefunden werden, vor allem in Städten oft kein einfaches Unterfangen. Das Vertragswerk wird in der Regel von einem Anwalt ausgearbeitet. Zum Notartermin wird dann oft der umfangreiche Vertrag vor allen Beteiligten verlesen und unterschrieben. Näheres dazu im Artikel MGH gründen und bauen.

Mehr Planungszeit

Bei der Planung schließlich sind viele Bedürfnisse abzugleichen, weshalb der Aufwand größer ist. Weil meist ein oder zwei Bauherrenvertreter*innen an Vergabegesprächen mit Handwerkern teilnehmen, kann auch die Bauzeit länger dauern.

Potential für Streitigkeiten

Größere Projekte haben auch mehr Potential für Streitigkeiten. So überzog ein Mitglied der Hausgemeinschaft in einem Holzbauprojekt den Bauherren mit Klagen wegen eines seiner Meinung nach ungenügendem Schallschutz. Bei einem anderen Projekt erreichte es ein Bauherr, dass in den Planungsunterlagen eine Raumnutzung festgeschrieben wurde, wodurch alle anderen den als Gemeinschaftsraum angedachten Raum nicht mehr anderes nutzen konnten.

Nachteile: größerer Organisationsaufwand, mehr Planungszeit, Potential für Streitigkeiten

Beispiel Familienwohnhaus Modica

Im Südtiroler Vetzan baute die Firma holzius das Familienwohnhaus Modica mit drei Wohneinheiten. Die untere Etage wird von Cosimo Modica und Petra Gamper genutzt., Im Obergeschoss haben die erwachsenen Kinder von Cosimo separate Wohneinheiten. Cosimos Tochter lebt dort mit ihrer Tochter, so dass das Holzhaus drei Generationen nutzen. „Die Atmosphäre in unserem Zuhause wirkt äußerst angenehm, das fällt auch unseren Gästen sofort auf“, freut sich der Hausherr. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert Strom für die Wasser-Luft-Wärmepumpe, die eine Bodenheizung versorgt. Ein großer Regenwassertank unter dem Rasen dient der Gartenbewässerung.

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Beispiel AWO-Mehrgenerationenhaus Landsberg

2014 zog das AWO-Mehrgenerationenhaus Landsberg in ein Gebäude aus dem 16. Jahrhundert inmitten der historischen Altstadt. Hier gibt es eine Begegnungsstätte und zwei Büroräume, aus denen 25 Projekte koordiniert werden. 130 Ehrenamtliche wurden ausgebildet, die verschiedene Initiativen gegründet haben, wie etwa die Ortsgruppe von Greenpeace. Seit 2015 ist das MGH auch Träger eines erfolgreichen Repair Cafés. Reparieren statt Wegwerfen heißt die Devise. Daneben konnte vielen Menschen mit Fluchtgeschichte ein kaputtes Fahrrad vermittelt und repariert werden. So wird ein verantwortungsbewusster und nachhaltiger Lebensstil in Verbindung mit nachbarschaftlicher Gemeinschaft und generationenverbindende Miteinander gepflegt.

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Buchtipps

Woelky, Daniel: „Unter einem Dach. Positive Synergieeffekte eines Mehrgenerationenhauses“, Studylab, 2018

IBA_Wien 2022, future.lab (Hrsg.): „Neues soziales Wohnen: Positionen zur IBA_Wien 2022“, Jovis, 2020

Text: Achim Pilz

Das Evans Tree House: ein Bildbericht

Das Evans Tree House ist ein einzigartiges Baumhaus in den Wäldern von Arkansas. Es macht die Natur für Groß und Klein greifbar und der Besuch im Wald wird zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Das Evans Tree House ist ein einzigartiges Baumhaus in den Wäldern von Arkansas. Es macht die Natur für Groß und Klein greifbar und der Besuch im Wald wird zu einem Erlebnis für alle Sinne.

In diesem Artikel:

Ein Gastbericht von modus studio.

Das Evans Tree House

Im Sommer 2018 hieß der Evans Children’s Adventure Garden ein neues Baumhaus willkommen. Das Grundstück liegt eingebettet in die Hügel des Ouachita Berges, entlang des Lake Hamilton und bei den Garvan Woodland Gardens in Hot Springs, Arkansas. Das Baumhaus ist das erste von drei geplanten Baumhäusern für den Garten. Diese sollen ein interaktives und pädagogisches Erlebnis für die besuchenden Kinder sein. Plan ist es, Kindern den Wald wieder näher zu bringen.

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Das Evans Tree House nutzt seine reiche visuelle und fühlbare Umgebung, um Körper und Geist zu stimulieren. Außerdem kann so die Verbindung zur Natur gestärkt werden. Die einzigartige Struktur des Baumhauses ist ein kleines Projekt mit großer Wirkung für das studio modus. Vom Design bis zur Herstellung – dazu wurden Kenntnisse der Natur aus Kindheitstagen mit der Mentalität „Denken, Machen, Umsetzten“ vereint (engl. Original: „think, make, do philosophy“. Da die Teammitglieder selber recht ländlich aufgewachsen sind, war für sie die enge Verbindung zu den Bächen, Wäldern, Insekten und Tieren von Arkansas naheliegend. Genau diese wollen sie den Kindern der modernen Welt wieder näher bringen, da diese leider oft keine Verbindung mehr zum Spielen in der Natur haben.

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Das zugrundeliegende Leitmotiv der Baumkunde und die Studie der Bäume und anderen Gehölze geben bei dem Baumhaus den Plan und die Form an. Insgesamt 113 Lamellen hat die Struktur aus dem Holz der Southern Yellow Pine (Sumpf-Kiefer) aus der Region Arkansas. Durch sie ergibt sich eine semi-transparente und anregende Form, die dynamisch mehrere Bereiche verdeckt – für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. So können sich die Besucher voll und ganz den Wundern der Natur und den Baumkronen widmen. Die mysteriöse Form, das Spiel von Licht und Schatten, die Geräuschkulisse, die Erkundung der Materialien und das Abenteuer für alle Sinne werden so zu einem nahezu magischen Erlebnis mitten im Ouachita Forest.

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Skizze der Lage des Evans Tree House

Über das modus studio

Getrieben von der Überzeugung, dass relevante und inspirierende Architektur aus simplen Alltagserlebnissen entstehen kann, weicht modus studio von einer generellen Formgestaltung ab. So kreieren sie durchdachte Architekturen, welche die heutige Landschaft formen sowie eine nachhaltige Zukunft anstreben. Modus ist im Nordwesten Arkansas verwurzelt. Die Architektur soll vor allem zwischen der natürlichen und der menschengemachten Welt navigieren. Die Philosophie “denken – machen” schlägt eine Brücke zwischen Design und Herstellung; Dadurch wird gewährleistet, dass Arbeiten aus tiefster Überzeugung sowie mit feinstem Handwerk ausgeführt werden. Dafür erhielt das Unternehmen zahlreiche regionale und nationale Auszeichnungen, beispielsweise den „2018 Architectural League of New York’s Emerging Voices Award“.

Teile des Evans Tree House wurden vor Ort im Studio gefertigt

Projektdaten

Projekt
The Evans Tree House at Garvan Woodland Gardens – a division of the University of Arkansas Fay Jones School of Architecture and Design

Location
Hot Springs, Arkansas

Fertigstellung
Juli 2018

Eigentümer
Garvan Woodland Gardens | University of Arkansas

Kontakt
Becca Ohman

Architektur
modus studio

Architekturteam
Chris Baribeau
Josh Siebert
Suzana Annable
Scott Penman
Philip Rusk
Jody Verser
Ken Hiley

Herstellungsteam
Jason Wright
Reice Brummett
Paul Siebenthal
Alex Cogbill
Kevin Brown

Bautechnik
Ecological Design Group
Engineering Consultants, Inc.

Ausstellungsdesign
Fromme Design

Unternehmen
CDI Contractors

Fotografie
Timothy Hursley

Text und Bilder: modus studio/Timothy Hursley

Glamping am Bodensee: 3 einzigartige Unterkünfte

Glamping am Bodensee: wir zeigen Ihnen 3 außergewöhnliche Unterkünfte
Bild: michelphotography

Der Bodensee ist eine der schönsten Regionen Europas für einen Glamping-Urlaub. Wir stellen Ihnen hier außergewöhnliche Glamping-Unterkünfte am Bodensee vor, die besondere Urlaubs- und Naturerlebnisse versprechen. Außerdem finden Sie hier die wichtigsten Tipps zum Glamping am Bodensee – damit Sie eine möglichst entspannte Zeit im Urlaub verbringen.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Hier erfahren Sie mehr über den außergewöhnliche Camping-Trend: Was ist Glamping?

Tipps für Glamping am Bodensee

Dass es am Bodensee besonders schön ist, hat sich herumgesprochen: Während der Saison sind die Campingplätze am See häufig ausgebucht – das gilt besonders für die Wochenenden und die Ferien. Wer spontan anreist, kann also Pech haben, keinen Platz mehr zu bekommen. Buchen Sie deshalb rechtzeitig – mindestens einige Wochen im Voraus. Ein Spontantrip an den Bodensee? Besser nicht!

Glamping am Bodensee: sollte geplant sei und vorher gebucht sein, denn der Bodensee ist ein sehr beliebtes Urlaubsziel!
Das mediterrane Flair, ein fantastischer Blick mit Alpenpanorama und die idyllischen Uferbereiche – das und vieles mehr machen den Bodensee zu einer der schönsten Urlaubsregionen Europas
Bild: Pixelio

Glamping am Bodensee gewinnt immer mehr Fans. Kein Wunder: Die glamouröse Camping-Variante macht endlich den bequemen Natururlaub möglich. Kein Aufblasen von Luftmatratzen mehr, kein Mitschleppen etlicher Koch- und Schlafutensilien – es ist alles schon da, was man für einen entspannten Natururlaub braucht. Wir haben deshalb einen weiteren Tipp für Sie, der nicht nur Umwelt, sondern auch einem entspannten Urlaub zugutekommt: Lassen Sie Ihr Auto zu Hause. Der Bodensee ist sehr gut an den öffentlichen Nah- und Fernverkehr angeschlossen. Konstanz und Friedrichshafen haben eigene Bahnhöfe, sie kommen also direkt vor Ort an.

Übrigens, erfahrene Camper wissen es schon: Glamping ist am Bodensee nicht das ganze Jahr über möglich. Die Saison geht in der Regel von April bis Oktober. Und ehrlich gesagt, wäre es in den übrigen Monaten auch viel zu kalt. Nicht zuletzt, denken Sie bitte daran: Wie überall in Deutschland, ist auch am Bodensee Wildcampen verboten. Das gilt auch für die österreichische und schweizerische Uferseite. Besonders in der Schweiz drohen saftige Bußgelder, falls Sie in einem Naturschutzgebiet Ihr Lager aufschlagen. Wildcamping am Bodensee ist auch gar nicht nötig, denn es gibt wunderschöne Campingplätze am Bodensee, die Sie nutzen können. Hier stellen wir Ihnen einige besonders schöne Glamping-Unterkünfte am Bodensee vor.

Glamping am Bodensee: Übernachten im Schlaffass

Haben Sie schon einmal in einem Holzfass übernachtet? Im … was? Ja, Sie haben richtig gehört. Gleich zwei Campingplätze am Bodensee bieten die Übernachtung in einem Schlaffass an. Aber keine Sorge, die rustikalen Fässer bieten ausreichend Platz – bis zu vier Personen finden darin Platz. Der Clou: Die Sitzflächen können am Abend zu einer Schlafstätte für zwei zusammengeschoben werden. Und zum Frühstück am nächsten Morgen wird einfach ein Tisch ausgeklappt. Das Schönste ist aber die Lage: Die Glamping-Unterkünfte stehen direkt am Bodensee. Aus dem Bett heraus genießen Sie einen traumhaften Blick auf den Bodensee und das Alpenpanorama.

Wo gibt es die Schlaffässer? Auf dem Campingplatz Hegne bei Konstanz und auf dem Campingplatz Horn auf der Halbinsel Höri. Auch auf dem naturnahen Vier-Sterne-Campingplatz Klausenhorn lassen sich die urigen Glamping-Unterkünfte am Bodensee buchen. Alle genannten Campingplätze punkten mit einer idyllischen Lage direkt am See und viel Platz zum Entspannen. Besonders Familien mit Kindern werden sich hier wohlfühlen.

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Tipp: So finden Sie mehr nachhaltige Campingplätze

ECOCAMPING ist eine Initiative für ökologisches Campen mit einem eigenen Siegel. Auf den zertifizierten Plätzen stehen Umwelt- und Naturschutz im Vordergrund. Auf der Website finden Sie weitere ökologische Campingplätze in Europa.


Dem Himmel ganz nah: Das Bubble Hotel

Es ist ein Traum für Romantiker: Eingekuschelt ins Bett und umgeben von Wiesen, Obsthainen und Rebbergen kann man im Bubble Hotel eine Nacht inmitten der Natur und unter den Sternen genießen.

Die großen Seifenblasen liegen mitten in den Thurgauer Gärten, hoch über dem Bodensee. Wie häufig beim Glamping, sind die Bubbles am Bodensee eher minimalistisch ausgestattet, aber in schneller Reichweite zu sanitären Einrichtungen und das Frühstück ist ebenfalls inbegriffen. Einziges Manko: Die futuristischen Unterkünfte sind sie oft Monate im Voraus ausgebucht.

Wo finde ich das Bubble Hotel? Die kugelrunden Schlafstätten sind an insgesamt sechs verschiedenen Standorten im Schweizer Thurgau zu finden: auf der Hagschnurer Schüür in Hüttwilen, bei der Kartause Ittingen in Warth, beim Kloster St. Katharinental in Diessenhofen, auf dem Feierlenhof in Altnau sowie beim Hotel Arenenberg in Salenstein.

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Panoramablick über den Bodensee: die Zinipi-Lodges

Wer schon immer mal bequem vom Bett einen Sonnenuntergang erleben wollte, sollte sich die Zinipi-Lodges ansehen. Die kleinen Häuschen auf dem Campingplatz Hüttenberg bieten durch ein großes Panorama-Bullauge einen traumhaften Blick auf den Untersee (westlicher Bodensee). Der Innenraum ist außerdem komplett aus Zirbenholz gefertigt – was einen besonders erholsamen Schlaf verspricht.

Wo stehen die Zinipi-Lodges? Die kleinen Häuschen gehören zum Campingplatzes Hüttenberg. Sie liegen leicht erhöht über Eschenz (Schweiz), direkt am Waldrand.

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Tipp:
Sie möchten noch mehr Komfort im Urlaub? Dann wäre ein nachhaltiges Hotel vielleicht das Richtige für Sie. Hier erfahren Sie, wie Sie ganz einfach nachhaltige Hotels finden.

Text: Kerstin Dunker

Der Gabrielhof – vier Familien, ein Bauernhof

Vier Familien haben den Gabrielhof in Eggstätt, Chiemgau, ressourcenschonend, wohngesund und baubiologisch saniert.
Bild: KfW Bankengruppe / Claus Morgenstern

Vier Familien haben den Gabrielhof in Eggstätt, Chiemgau, ressourcenschonend, wohngesund und baubiologisch saniert. Dadurch wurde eine Neuversiegelung vermieden und der alte Bauernhof erstrahlt in neuer Pracht.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

„Ökologisch bauen kostet nicht mehr als ein konventionelles Haus, wenn man es vernünftig angeht“

Architekt Eik Kammerl
Die vier Baufamilien vor ihrem neuen Heim: dem Gabrielhof
Die vier Baufamilien vor ihrem neuen Heim
Bild: KfW Bankengruppe/Claus Morgenstern

Der Gabrielhof: Ein alter Bauernhof mit neuem Anbau

Die ökologischen und baubiologischen Ansprüche der vier Baufamilien, die aus einem heruntergekommenen Hof im Chiemgau wieder ein stolzes Anwesen machten, waren hoch. Obwohl das Budget knapp war, gewannen sie einen ersten Preis beim ‚KfW Award Bauen 2019‚.

Der 1914 erbaute Gabrielhof im bayerischen Eggstätt fügt sich harmonisch ins Landschaftsbild und bietet den Baufamilien, die ihn 2014 in einem desolaten Zustand erwarben, viel Platz zum Leben, ohne dass neue Fläche versiegelt wurde. Mit vereinten Kräften haben sie das ursprüngliche Haupthaus saniert und den zerfallenen Holzanbau – ein langer Stall mit Scheune – durch drei fast gleich große, neue Reihenhäuser ersetzt.

Die vier Baufamilien und der Architekt sind stolz auf das nachhaltige Weiterbauen.
Die vier Baufamilien und der Architekt sind stolz auf das nachhaltige Weiterbauen.
Bild: KfW Bankengruppe/Claus Morgenstern
Stolz erhebt sich das historische Kopfgebäude des Gabrielhofs, an dessen Rückseite sich nahtlos die neuen Häuser für drei weitere Familien anschließen.
Stolz erhebt sich das historische Kopfgebäude des Gabrielhofs, an dessen Rückseite sich nahtlos die neuen Häuser für drei weitere Familien anschließen.
Bild: KfW Bankengruppe/Claus Morgenstern

Cradle to Cradle Prinzip

Hubert und Brigitte Janson, deren dreiköpfige Familie wunschgemäß den Altbau bekam, hatten bei den Sanierungsarbeiten, die bis auf Sanitär- und Elektroinstallation in Eigenleistung erfolgten, ein echtes Schlüsselerlebnis. „Da habe ich hautnah erfahren, was Cradle to Cradle bedeutet“, sagt der Bauherr. Sie mussten das Gebäude bis auf die Außenwände komplett entkernen und stießen dabei auf lediglich drei bis vier Materialien wie Kalkputz, Holz, Mauer- und Dachziegel.

Alle Materialien konnten problemlos entsorgt oder zurück in den Kreislauf gebracht werden. Die einzige Ausnahme bildete das später eingebaute Bad. Bei seinem Ausbau fielen von Porenbetonsteinen über Gipskartonplatten bis hin zu Plastikfußboden und diversen Verbundstoffen die unterschiedlichsten Baustoffe an, wobei vieles gesondert entsorgt werden musste.

Individuelle Lösungen

Solch einen Sündenfall gab es bei der Sanierung nicht mehr. An Wänden und Decken sind nur noch Lehm oder Holz zu finden. Um das Gesicht der Außenfassade nicht zu verändern, wurde das 50 Zentimeter dicke Mauerwerk mit einer Holzfaserplatte von innen gedämmt. Darauf kam eine Wandheizung in einem Lehmputz. Im Erdgeschoss entschied sich das Ehepaar für einen Schwingboden aus Eiche. Seine leicht nachfedernden Dielen sind eine Wohltat für Kniegelenke und Rücken.

Die neuen Reihenhäuser hinter dem ursprünglichen Gabrielhof haben eine durchgängige Holzfassade, ähnlich der ehemaligen Scheune. Dahinter stecken drei individuelle Grundrisse.
Die neuen Reihenhäuser haben eine durchgängige Holzfassade, ähnlich der ehemaligen Scheune. Dahinter stecken drei individuelle Grundrisse.
Bild: KfW Bankengruppe/Claus Morgenstern

In den oberen Stockwerken liegen unbehandelte Ahorndielen und an den neuen Holzbalkendecken fallen die sägerauen, gebürsteten Fichtenbretter mit ihrer schönen Zeichnung ins Auge. Auch wenn die vierjährige Sanierungszeit für Familie Janson anstrengend war: Die Mühe hat sich gelohnt. Vater, Mutter und Sohn genießen den unverwechselbaren Charme und die einzigartige Atmosphäre ihres individuellen Zuhauses in vollen Zügen.

In den neuen Räumen des Gabrielhofes dominieren naturbelassenes Holz und Lehm. Die recycelten Ziegel erinnern an vergangene Zeiten.
Links: In den neuen Räumen dominieren naturbelassenes Holz und Lehm. Die recycelten Ziegel erinnern an vergangene Zeiten. (Bild: Privat)
Rechts: Gemütlich zwischen Holz und Natur: Der eingezogene Balkon bietet ein geschütztes Plätzchen für kurze und lange Pausen, auch wenn das Wetter einmal nicht mitspielt. (Bild: Privat)

Der Gabrielhof wurde ressourcenschonend und gesund gebaut

Die drei Reihenhäuser teilen sich mit dem Altbau das neu errichtete Dach. Auch in den neuen Räumen dominieren naturbelassenes Holz und Lehm. So kam beim Aufbau der Außenwände aus massivem Vollholz kein ökologisch kritischer Leim zum Einsatz. Die Holzbohlen aus heimischer Fichte werden stattdessen durch eine vernagelte Querlage zusammengehalten. Auch die aus ökonomischen Gründen akzeptierten Haustrennwände aus Betonverfüllsteinen sind nicht ‚von der Stange‘. Die Baufamilien bestanden auf einem Verfüllbeton ohne chemische Zusätze und suchten so lange, bis sie ein Betonwerk fanden, das ihnen eine entsprechende Mischung herstellte. Zwar brauchte diese länger zum Austrocknen, doch der Lehmputz konnte dank seiner Elastizität und Durchlässigkeit für Feuchte mit dieser Herausforderung gut umgehen.

Wo Fenster zu Terrassentüren erweitert wurden, wurde die alte Sprossenteilung übertragen. Holz, Lehmputz und dickes Gemäuer erzeugen eine Atmosphäre voll Ruhe und Geborgenheit im Gabrielhof.
Wo Fenster zu Terrassentüren erweitert wurden, wurde die alte Sprossenteilung übertragen. Holz, Lehmputz und dickes Gemäuer erzeugen eine Atmosphäre voll Ruhe und Geborgenheit.
Bild: KfW Bankengruppe/Claus Morgenstern

Als Dämmung gegen das Erdreich wurde Glasschaumschotter aus anderweitig nicht recycelbarem Altglas gewählt. Das Material hat sich in diesem Bereich bewährt und war letztendlich sogar günstiger als eine konventionelle Dämmung und eine anschließend notwendige kapillarbrechende Schicht. Im Winter bannt die im Erdgeschoss im Estrich verlegte Fußbodenheizung zusätzlich jede Gefahr kalter Füße. In den Geschossen darüber wurden Wandflächenheizungen installiert, die durch ihre angenehme Strahlungswärme stark zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Die notwendige Heizenergie liefert die Hackschnitzelanlage des Nachbarn. Außerdem nutzt eine Solaranlage die Sonne als regenerative Energiequelle.

Gabrielhof: Blick über die Landschaft: In diesem Haus liegt der Wohnmittelpunkt im Obergeschoss.
Blick über die Landschaft: In diesem Haus liegt der Wohnmittelpunkt im Obergeschoss.
Bild: KfW Bankengruppe/Claus Morgenstern Titelbild

Nachhaltige Wirkung

„Ökologisch bauen kostet nicht mehr als ein konventionelles Haus, wenn man es vernünftig angeht“, sagt Eik Kammerl, der Architekt, der das Projekt betreute. Der erfahrene Planer konnte beim Gabrielhof die Kosten erfolgreich im Rahmen halten. Das lag auch an dieser besonderen Baugruppe mit gelebtem Gemeinschaftssinn: „Wenn einer sein Ding durchdrücken will, geht sowas nicht“, formuliert es Corinna Schneider, die in einem der Reihenhäuser wohnt. Gerne packten alle tatkräftig mit an. Das nächste Projekt steht bereits vor der Tür: Demnächst werden die Außenanlagen gerichtet – mit Hilfe des Preisgeldes aus dem KfW Award.

Baudaten Gabrielhof

Erweiterung eines Bauernhauses für vier Familien in Eggstätt, Chiemgau:

Sanierung
2015 – 2018

Neubau
2016 – 2017

Bauweise Bestand
Ziegelaußenwand, Innendämmung, Lehmputz

Böden und Decken
Eiche, Ahorn, Fichte

Bauweise neu
Holzmassivbau aus heimischem Fichtenholz, vorgehängte Schalung aus unbehandeltem Lärchenholz, Zellulose Einblasdämmung, Lehmputz, Dielenböden, teilweise Sichtestrich

Energiekonzept
Fernwärme aus Hackschnitzelanlage sowie Solaranlage, Fußboden- und Wandflächenheizung, Solaranlage, Regenwassernutzung

Bauherren
Familien Emerson, Janson, Oßwald/Dietz und Schneider

Architekten
Kammerl & Kollegen, Pfaffing

Wenn Sie sich für umgebaute Scheunen interessieren, haben wir hier noch einen sehr interessanten Beitrag für Sie. Die Innenarchitektin Stephanie Thatenhorst hat sich einen Traum erfüllt und eine alte Scheune der Familie in ein Urlaubsdomizil verwandelt.

Text: Margot Allex-Schmid

Nachhaltige Zimmerpflanzen erkennen und kaufen

Ein Urban Jungle ist nicht immer nachhaltig

Nachhaltige Zimmerpflanzen sind bislang auf dem Markt noch eine Seltenheit. Häufig sind unsere grünen Mitbewohner mit Pestiziden belastet oder werden einmal um den Globus geflogen bevor sie bei uns landen. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Kauf nachhaltiger Zimmerpflanzen achten müssen und wo es faire und nachhaltige Grünpflanzen gibt.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Wie nachhaltig sind Zimmerpflanzen

Nachhaltige Pflanzen für den eigenen Urban Jungle gibt es bei ausgewählten Händlern.

Schöne grüne Pflanzen machen das Zuhause wohnlich und liegen voll im Trend. Kein Wunder, wer sich im Wohnzimmer einen Urban Jungle einrichtet tut was für die Zimmerluft, fürs Auge und für die Seele. Doch ein Stück Natur in der eigenen Wohnung ist noch lange nicht ökologisch und nachhaltig. Denn die meisten Zimmerpflanzen, die es hier zu kaufen gibt, sind häufig mit Pestiziden belastet, stammen von anderen Kontinenten und beuten die dortige Bevölkerung aus.

Herkunft und Fairtrade

Vor allem exotische Pflanzen haben es Indoor-Gärtnern angetan. Monstera (siehe links), Calathea und Philodendron machen sich schließlich besonders schön im heimischen Wohnzimmer. Aber die tropischen Pflanzen haben oft einen weiten Transportweg hinter sich. Die Exoten werden nämlich meist in warmen Gefilden gezüchtet, wo ideale Bedingungen für ihr Wachstum herrschen. Erst nach der Anzucht kommen sie dann nach Europa.
Laut BUND stammen die meisten Samen und Jungpflanzen aus Ägypten, Äthiopien, Kenia oder Costa Rica. Das Problem: Nicht nur der Transport ist schädlich fürs Klima. Auch der Anbau in Lateinamerika oder Afrika ist alles andere als nachhaltig und fair. Die Arbeiter der Blumen- und Pflanzenindustrie in den Herkunftsländern bekommen häufig niedrige Löhne und kaum Schutzausrüstung. Obwohl sie mit zahlreichen Pestiziden arbeiten.

Für den Verbraucher ist es übrigens kaum möglich herauszufinden, wo die neue Zimmerpflanze herkommt. Zwar liegt jeder Pflanze ein Pflanzenpass bei. Darauf ist aber nicht das Ursprungsland verzeichnet. Vielmehr gibt der Pflanzenpass nur das Land an, in dem die Pflanze zuletzt gewachsen ist. Meistens findet sich hier Holland oder Spanien als Herkunftsland. Denn über diese Länder gelangen die meisten Pflanzen nach Europa.

Tropische Pflanzen die in Europa aufgezogen werden müssen in großen Gewächshäusern heranwachsen.

Ob der Ursprung der Pflanze aber tatsächlich in der EU liegt, darüber gibt das Etikett keine Auskunft. Und auch wenn die Pflanzen gänzlich aus der EU stammen, ist ihr ökologischer Fußabdruck oft nicht gerade klein. Denn um tropische Pflanzen hier zu kultivieren sind riesige Gewächshäuser notwendig. Schließlich müssen die feuchtwarmen Bedingungen dann im kalten Europa erzeugt werden. Ein hoher Strom- und Wasserverbrauch sind die Folge.

Pestizide in Grünpflanzen

Beim Pflanzenanbau außerhalb Europas sind die Richtlinien für den Einsatz von Pestiziden oft anders geregelt als hier. Die strengen Richtlinien der EU gelten hier nicht. Und so werden gegen Läuse und Raupen Insektizide gespritzt. Und gegen Pilze kommen Fungizide zum Einsatz. Auch chemische Wirkstoffe, die die Pflanzen besonders schön machen, werden gerne verwendet.

Diese Pestizide gelangen aber nicht nur im Anbaugebiet in das Wasser und in die Luft und schädigen hier das Ökosystem. Mit dem Import gelangen diese Stoffe, die hier teilweise verboten sind, dann schließlich auch nach Europa und so zu uns nach Hause.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat in einer Studie im Jahr 2014 herausgefunden, dass Pflanzen aus Supermärkten, Gartencentern und Baumärkten zu mehr als 97 Prozent Rückstände von Pestiziden aufweisen. 14 Prozent waren dabei Pestizide, die in der EU nicht zugelassen sind.

Zimmerpflanzenerde: Bitte ohne Torf!

Die meisten Pflanzensubstrate enthalten Torf das aus Mooren gewonnen wird.

In den meisten Substraten ist Torf enthalten. Aber was ist eigentlich Torf? Torf wird aus Mooren gewonnen. Beim Abbau wird diese Ökosystem meist vollkommen zerstört. Viele Tiere und Pflanzen verlieren so ihren Lebensraum. Und weil Torfböden nur einen Millimeter pro Jahr nachwachsen, ist es nahezu unmöglich, die riesigen Flächen wiederherzustellen.

Moore sind wertvolle Ökosysteme

Aber auch der Abbau selbst ist schlecht für die Natur. Denn das gespeicherte Co2 wird beim Abbau freigesetzt. Deshalb sollten Pflanzenliebhaber immer zu torffreier Erde greifen. Am nachhaltigsten ist übrigens Kompost aus der Kompostieranlage. Einen  Einkaufsführer zu torffreier Erde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gibt es hier .

Plastikmüll und Pflanzenabfälle

Bei der Produktion von Zimmerpflanzen fällt häufig jede Menge Müll an. Schließlich kommen die meisten Pflanzen im Plastiktopf in die Geschäfte. Und auch die Träger, die sogenannten „Pflanztrays“, in denen die Pflanzen transportiert werden, sind alles andere als nachhaltig. Bei ihnen handelt es sich in 95 Prozent der Fälle um Einweg-Produkte. Laut Deutscher Umwelthilfe landen in Deutschland jährlich 150 Millionen dieser Einwegverpackungen zum Pflanzentransport im Müll. Während in anderen Branchen Plastik nach und nach verboten wird, und auf Mehrweg-Systeme umgestellt wird, sind in der Grünen Branche kaum Mehrwegsysteme im Einsatz.


Neben der Verpackung landen aber auch viele Pflanzen im Müll. Ein Phänomen, das von Lebensmitteln im Supermarkt bekannt ist. Alles was kleine Makel aufweist wird weggeworfen. Im Pflanzengroßmarkt ist das ähnlich. Hat eine Pflanze kleine Makel oder steht zu lange im Regal wandert sie in den Müll, schließlich möchte der Konsument nur schöne, imposante Pflanzen in seinem Zuhause haben. Das Problem: Nur weil eine Pflanze schön aussieht, heißt das nicht, dass sie auch lange so bleiben wird. Denn eine makellose Pflanze wurde in der Regel schnell hochgezüchtet und mit Pestiziden in ihren Idealzustand versetzt. Sobald sie bei einem Pflanzenliebhaber daheim einzieht, ist es mit Pestiziden vorbei. Die daran gewöhnte Pflanze geht ein und wandert schnell in den Müll.

So erkennen Sie nachhaltige Zimmerpflanzen

Wer nachhaltig kaufen will, hat in Deutschland leider bisher keine große Auswahl. Denn die Nachfrage nach nachhaltigen Zimmerpflanzen ist immer noch sehr gering. Dennoch steigt sie an. Gerade die jüngere Generation legt hier vermehrt Wert auf nachhaltige und ökologische Produktion.


Wer nachhaltig Zimmerpflanzen kaufen möchte, hat deshalb mittlerweile auch gute Chancen, sich einen nachhaltigen Indoor-Dschungel zu erschaffen. Hersteller, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben, bieten auf ihrer Website oft umfassenden Einblick in die Produktionskette. Aber auch in großen Geschäften gibt es einige nachhaltige Pflanzen.

Siegel nachhaltiger Pflanzenwirtschaft

Bei Zimmerpflanzen gibt es wie in anderen Bereichen auch verschiedene Siegel, die den Verbrauchern gewisse Rahmenbedingungen der Produktion garantieren. Hier eine Auswahl an wichtigen Siegeln, auf die Sie beim Pflanzenkauf achten können. Viele der Siegel sind schon aus der Lebensmittelbranche bekannt. Aber Vorsicht: Manche Zusätze wie „bienenfreundlich“ sind keine zertifizierten Siegel und geben keine tatsächliche Auskunft über Produktion und Herkunft der Pflanze.

Siegel geben Auskunft über nachhaltige Pflanzenwirtschaft
  • Für Bio-Pflanzen gibt es wie bei Lebensmitteln verschiedene Siegel zum Beispiel: Bioland, demeter, Naturland oder das EU-Biosiegel.
  • Auch das aus anderen Branchen bekannte Fairtrade-Siegel kommt mittlerweile bei Zimmerpflanzen, häufiger aber bei Schnittblumen, zum Einsatz. Es garantiert, dass auf den Fairtrade-zertifizierten Blumenfarmen strenge soziale und ökologische Standards eingehalten werden.
  • MPS (Milieu Programma Sierteelt): Siegel aus den Niederlanden (Ökologisches Programm für den Gartenbau), das Umweltaspekte und soziale Kriterien entlang der gesamten Lieferkette berücksichtigt.
  • GlobalG.A.P.: Zertifizierungen für Blumen und Zierpflanzen. Die teilnehmenden Farmen setzen sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen ein. Außerdem können sie ihre Produkte mit dem GGN-Verbraucherlabel ausstatten. Der Verbraucher kann dann über eine Identifikationsnummer die Herkunft der Blume oder Pflanze zurückverfolgen.

Shops für nachhaltige Pflanzen

Die oben genannten Siegel sind eine gute Orientierung, wenn Sie im Gartencenter auf der Suche nach nachhaltig produzierten Zimmerpflanzen sind. Auf Nummer sicher gehen Sie aber, wenn sie Shops unterstützen, die sich gänzlich der nachhaltigen und ökologischen Pflanzenzucht verschrieben haben.

Hier finden Sie nachhaltige Zimmerpflanzen:

  • Eine Übersicht über Verkaufsstellen von Zierpflanzen in Bioqualität: Bio Zierpflanzen
  • Bei Pasiora dreht sich alles um Sukkulenten. Diese werden im Stuttgarter Gewächshaus selbst gezüchtet. Zur Bewässerung wir hauptsächlich selbst aufgefangenes Regenwasser verwendet. Verpackt werden die Pflanzen in recyceltes oder recyclebares Material. Mehr zum Nachhaltigkeits-Gedanken bei Pasiora gibt es hier.
  • Auch für den Online-Shop Bergamotte ist es wichtig nachhaltig zu produzieren. Hier arbeitet man nur mit ausgewählten und nachhaltig zertifizierten Züchtern zusammen. Diese züchten ihre Pflanzen in Europa und importieren sie nach Angaben des Shops nicht aus anderen Ländern. Dabei geht Bergamotte auch soweit, dass sie drauf Wert legen, dass ihre Züchter beispielsweise Regenwasser zur Bewässerung der Pflanzen und Erdwärme zur Stromversorgung verwenden. Und natürlich wird auch darauf geachtet, dass die Pflanzen direkt aus dem europäischen Raum stammen. Mehr über die Prinzipen des Shops lesen Sie hier.
  • Der Online-Shop Bosque ist nach eigenen Angaben der erste klimaneutrale Planzenshop Deutschlands. Er verzichtet beispielsweise auf Verpackungsmaterial. Mehr über den Nachhaltigkeitsgedanken bei Bosque lesen Sie hier.

Nachhaltige Zimmerpflanzen: Ableger und Tauschen

Eine weitere, und sicherlich die umweltschonendste, Möglichkeit um an nachhaltige Zimmerpflanzen zu kommen, ist das Tauschen oder Kaufen von Ablegern und Stecklingen. Gerade bei tropischen Pflanzen ist das nämlich am Ende die nachhaltigste Möglichkeit sein Zuhause zu begrünen.

Stecklinge oder Ableger zum Tauschen oder Kaufen finden sich meist über Online-Plattformen wie eBay-Kleinanzeigen oder Nachbarschaftsportale. Aber auch Tauschbörsen vor Ort oder in Facebook-Gruppen gibt es immer häufiger. Als aller erstes können Sie aber auch immer bei Freunden und Bekannten Nachfragen, ob diese Ableger ihrer Pflanzen haben.

Stecklinge selbst machen macht Freude und schont die Umwelt.

Damit Sie selbst auch etwas zum Tauschen haben und die nachhaltige Zimmerpflanzenwelt fördern, können Sie auch selbst aus Stecklinge neue Pflanzen züchten. Das ist ganz einfach und macht dazu noch Spaß.

Bei der Monstera deliciosa beispielsweise (siehe Bild links). Müssen Sie einfach ein Blattpaar mit Luftwurzel unterhalb eines Blattknotens von der Pflanze abschneiden und in einem Gefäß mit Wasser für rund 6 Wochen bewurzeln lassen. Den bewurzelten Ableger können Sie dann einfach einpflanzen.

Wer dann noch auf torffreie Erde achtet und Töpfe am besten aus langlebigen Materialien kauft ist auf einem guten Weg zum nachhaltigen Urban Jungle.

Text: Julia Schenkenhofer
Bilder: Unsplash, Pixabay, Blumenbüro

Was ist Glamping? Übersicht und Vorteile

Glamping ist luxuriöses Camping, bei dem man keine eigene Ausrüstung braucht und in sehr bequemen und meist außergewöhnlichen Unterkünften mitten in der Natur übernachtet.

Was ist eigentlich Glamping? Seit einiger Zeit schon gibt es diesen an das konventionelle Camping angelehnten Trend. In diesem Artikel erklären wir, um was es sich dabei genau handelt, für wen es sich eignet und welche Vorteile es gegenüber dem Campen hat. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie nachhaltige Angebote zum „Glampen“ finden können.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Was ist eigentlich Glamping?

Definition: Was ist Glamping?

Kurz gesagt: Glamping ist luxuriöses Camping, bei dem man keine eigene Ausrüstung braucht und in sehr bequemen und meist außergewöhnlichen Unterkünften mitten in der Natur übernachtet.

Das Wort Glamping setzt sich aus den zwei englischen Begriffen „glamorous“ und „camping“ zusammen. Glamouröses Camping trifft es auch ganz gut, denn Glamping zeichnet sich vor allem durch die luxuriösen und kreativen Übernachtungsmöglichkeiten in der Natur aus. Von Zelten über Tiny Houses bis hin zu Baumhäusern; Hauptsache bequem, ästhetisch und mit Blick auf eine schöne Landschaft.

Das Konzept des luxuriösen Campings ist dabei gar nicht so neu; schon vor Jahrhunderten erkundeten die Eliten der verschiedenen Länder mit luxuriösen Camps fremde Regionen. Auch für längere Jagdausflüge wurden früher ganze Zeltdörfer errichtet. Heutzutage braucht man allerdings kein Fürst oder keine Königin mehr sein, denn eine passende Glamping-Unterkunft lässt sich für jedes Budget finden. Deshalb erfreut sich das Konzept des Glampens seit einigen Jahren nun wachsender Beliebtheit.

Doch für wen genau eignet sich Glamping? Eigentlich für jede*n, der oder die einen Natururlaub erleben möchte und es dabei bequem haben möchte. Glamping ist also eine Art komfortables Outdoor-Abenteuer für all jene, die keine Lust auf die Unannehmlichkeiten des Campens haben, aber die Nähe zur Natur suchen.

Glamping ist eine Art komfortables Outdoor-Abenteuer für all jene, die keine Lust auf die Unannehmlichkeiten des Campens haben, aber die Nähe zur Natur suchen.

Die Vorteile: Glamping vs. Camping

Doch warum genau ist Glampen so viel angenehmer als Campen? Es gibt viele Gründe, warum Glamping so beliebt ist und es immer mehr Angebote dafür gibt. Wir haben einige Vorteile zusammengefasst:

Man braucht kein Equipment

Während einige Menschen die Einfachheit des Zeltens genießen, scheuen sich andere vor den Unannehmlichkeiten. Dazu gehören der Transport des Equipments, das Auf- und Abbauen, eventuelle Kälte und Nässe, Insekten, minimale Möglichkeiten zum Kochen sowie ein stark reduzierter Schlafkomfort. Zudem muss man für einen Ausflug mit dem Zelt erst einmal eine komplette Grundausrüstung besitzen. Wer eine Unterkunft zum Glampen bucht, muss weder eine Zeltausrüstung einpacken, noch das ganze Gepäck transportieren und schleppen.

Zelt aufbauen, Isomatte und Schlafsack nutzen, mit dem Campingkocher kochen; nicht jede Person findet Gefallen an der Einfachheit des Zeltens
Zelt aufbauen, Isomatte und Schlafsack nutzen, mit dem Campingkocher kochen; nicht jede Person findet Gefallen an der Einfachheit des Zeltens

Man schläft in einem richtigen Bett

Vor allem der Schlaf dürfte beim Glamping besonders gut sein, denn die meisten Unterkünfte haben richtige Betten. Wer also nicht gerne Campen geht, weil Isomatten und Schlafsäcke auf dem Zeltboden zu unbequem sind, kann sich beim Glampen über eine weiche Matratze freuen.

Beim Glampen schläft man in einem richtigen Bett

Es gibt eine bequeme Ausstattung mit vielen Extras

Manche Glamping-Anbieter legen zudem viel Wert auf luxuriöse und gut ausgestattete Sanitäranlagen. Statt einer Sammelumkleide hat man ein privates WC und kann eine eigene Dusche nutzen. Des Weiteren kann man davon ausgehen, dass es in der Unterkunft elektrisches Licht, Solarleuchten oder LED-Lampen gibt. So braucht man keine Kopf- oder Taschenlampe und kann sich auf ein kleines Licht am Bett freuen. Manchmal gibt es sogar ein Waschbecken mit fließendem Wasser direkt in der Unterkunft.

Bevor Sie allerdings sämtliches Equipment zuhause lassen, sollte Sie sich vorab informieren, inwiefern Ihre Unterkunft ausgestattet ist. Denn obwohl Glamping wesentlich komfortabler als Zelten ist, kann es große Unterschiede zwischen den Unterkünften geben.

Beim Glamping braucht man keine Ausrüstung und die Ausstattung ist meist sehr komfortabel
Für Glamping braucht man keine Ausrüstung und die Ausstattung ist meist sehr komfortabel

Die Atmosphäre ist romantisch und gemütlich; Wellness steht im Vordergrund

Auch Romantik und Gemütlichkeit kommen nicht zu kurz. Je gemütlicher die Unterkunft, desto besser. Anbieter locken ihre Gäste beispielsweise mit Hängematten, Whirlpools, privaten Lagerfeuer- und Grillplätzen, Sitzgruppen, extra Aufenthaltsräumen oder Wellness-Workshops. Generell wird Wellness sehr ernst genommen; für die Gäste soll der Aufenthalt so angenehm wie möglich sein. So ist für fast jeden Aspekt des Wohlbefindens der Gäste gesorgt. Für das leibliche Wohl sorgt gutes Essen, für das seelische Wohl ist mit der entspannenden Atmosphäre und der Ruhe gesorgt. Glamping ist dafür da, dass man es sich mal so richtig gut gehen lässt und die Sorgen des Alltags vergessen kann.

Glamping ist gemütlich
Glamping ist romantisch

Man ist direkt in der Natur

Durch die Nähe der Natur eröffnen sich zudem viele Aktivitäten für Naturliebhaber; Wandern, Fahrradfahren oder Mountainbiken, Angeln, Kayaken, Stand up Paddlen oder einfach pures Entspannen. Da die Natur ein essenzieller Teil des Glampens ist, wird man Glamping-Unterkünfte vorwiegen da finden, wo es eine atemberaubende Landschaft gibt. Ob in den Bergen, im Wald, am Strand, an einem See oder bei einem Fluss; für jeden Geschmack ist etwas dabei.

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Glamping gibt es für großes UND kleines Budget

Glamping gibt es in allen möglichen Ausführungen. Es fängt bei etwas größeren Zelten an, die fertig aufgebaut und mit einem Schlafplatz auf ihre Gäste warten. Dadurch spart man sich die Anschaffung und den Transport des Equipments, behält aber das klassische Campingerlebnis. Was den Luxus der Unterkünfte betrifft; hier gibt es quasi keine Grenzen. Während sich die eine Person mit einem minimalistischen Wohnfass zufrieden zeigt, möchte die andere Person das gesamte Luxuspaket. Wer den größtmöglichen Komfort wünscht, findet Glamping-Möglichkeiten, die einem 5-Sterne Hotel in fast nichts nachstehen (auch dem Preis nicht). Auf der einen Seite kann man also Glamping-Plätze mit einem kleinen Preis und weniger Luxus finden; auf der anderen Seite gibt es auch Unterkünfte, die ein kleines Vermögen kosten und einem Aufenthalt in einem All-Inklusive Luxusresort gleichen.

Alle Generationen haben ihren Spaß

Als Kind oder junger Erwachsener mag man es noch abenteuerlich finden, wenn man morgens von einem tropfenden Zelt oder einem nervigen Stein unter der Isomatte geweckt wird. Oma und Opa werden sich für einen Zelturlaub allerdings weniger begeistern können. Gerade für einen Ausflug mit der ganzen Familie bietet sich Glamping also an; durch den großen Komfort ist es bequem wie im Hotel, gleichzeitig aber aufregend wie auf dem Zeltplatz. Und wem ein Campingausflug mit Kleinkindern zu stressig ist, findet in einer Unterkunft für Glamping genug Platz und Gemütlichkeit zum Toben, Kuscheln und Ausruhen.

Ob mit Freunden oder der ganzen Familie: Glamping ist ein Spaß für Klein und Groß
Ob mit Freunden oder der ganzen Familie: Glamping ist ein Spaß für Klein und Groß

Glamping-Vorteile auf einen Blick

Man muss sich nicht zwischen Natur pur (wie beim Campen) und Komfort (wie im Hotel) entscheiden, denn man hat beides!

Glamping gibt es für großes UND kleines Budget

Eigenes Equipment ist überflüssig; demnach muss man es weder kaufen noch transportieren

Glamping eignet sich für Groß und Klein; durch den hohen Komfort haben alle Generationen ihren Spaß

Man kann in einem richtigen Bett schlafen und die Ausstattung hat viele Extras (z.B. Licht, Steckdosen, eigene Sanitäranlagen, etc…)

Romantik und Gemütlichkeit sorgen für eine entspannte Atmosphäre; Wellness steht im Vordergrund

Möglichkeiten der Unterkunft

Bei der Auswahl der Unterkunft findet sich für jede Person etwas Passendes. Ob großes oder kleines Budget, im Wald oder an einem See, für kleine und größere Gruppen oder mit viel oder wenig Luxus – mögliche Unterkünfte sind Safarizelte, Jurten, Holzhütten, Baumhäuser, Wohnwagen, Wohnfässer oder einfach große und stabile Mehrpersonenzelte. Es gibt Campingplätze, die auch Glamping anbieten oder ganze Glamping-Anlagen mit Wellness-Resort.

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Mittlerweile bieten auch manche Bauern- oder Tierhöfe Glamping an. So kann man vor allem kleine Gäste begeistern, die sich so über ein Abenteuer mit Esel, Huhn, Ziege und Co. freuen können.

Glamping auf dem Bauernhof: Natur und Tiere zum Anfassen
Glamping auf dem Bauernhof: Natur und Tiere zum Anfassen

Nachhaltige Glamping-Unterkünfte finden

Leider ist nicht jedes Übernachtungsangebot des Luxuscampens auch nachhaltig. Gerade bei Unterkünften, die mitten in der Natur stehen, sollte man darauf achten, dass diese keinen massiven Eingriff in ebenjene darstellen. Auch der Bau und die Nutzung der Unterkunft sollten nur behutsam in die Natur eingreifen und weder die Umwelt belasten, noch die Wildtiere bedrängen. Doch wie findet man nun Glamping-Angebote, die sozial und/oder ökologisch nachhaltig sind? Auf einigen Online-Plattformen für nachhaltige Hotels lassen sich auch komfortable Glamping-Angebote finden. In unserem Artikel über nachhaltige Hotels stellen wir Ihnen fünf große Buchungsportale vor, bei denen Sie unter anderem auch Glamping finden.

Beispiel 1: GOOD Travel

Bei GOOD Travel können Sie Glamping direkt filtern lassen. Dazu setzten Sie bei der Auflistung aller Unterkünfte einfach einen Haken bei „Glamping“; so finden Sie dort zum Beispiel Zelte, Wohnwagen, Jurten, Holzhütten oder Baumhäuser. Die Plattform listet transparent auf, warum die Unterkunft nachhaltig ist. Dabei werden folgende Kategorien berücksichtigt: Architektur, Food, Sozial, Umwelt und Well-being. Zu buchen gibt es nicht nur Glamping in Deutschland, sondern in vielen Ländern Europas.

Beispiel 2: ECOCAMPING

Eine weitere gute Möglichkeit, um nachhaltige Glamping-Plätze zu finden, ist die Plattform ECOCAMPING. Diese hat sich auf ökologisches Camping spezialisiert und fördert das Thema Nachhaltigkeit in zweierlei Hinsicht; einerseits bietet sie Urlauber*innen ein Suchportal, andererseits begleitet ECOCAMPING Campingplatzbetreiber*innen auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit. Die Leitlinien sind dabei transparent nachlesbar und umfassen Aspekte wie Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Umweltschutz, Kreislaufwirtschaft sowie die Unterstützung regionaler Produkte und Dienstleistungen.

In erster Linie ist ECOCAMPING eine Plattform für Campingplaätze, einige Anbieter haben jedoch auch Glamping-Unterkünfte. Und so finden Sie einen Glamping-Platz; in der Suche setzt man in einem ersten Schritt bei der Art der Unterkunft ein Häkchen bei „Mietunterkunft“. Im zweiten Schritt geht man dann zur Sparte „Eigenschaften“ und setzt ein zweites Häkchen bei der Art der Unterkunft, die man bevorzugt, beispielsweise bei „Hütten zu mieten“. So bekommen Sie direkt eine Auswahl an passenden Campingplätzen mit Glamping-Option.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei Ihrem ersten Glamping-Abenteuer!

Text: Jenny Heim
Bilder: Pixabay, Pexels und Unsplash