Innovatives Verpackungsmaterial aus Spargelfasern

Jedes Jahr zwischen Anfang April und Ende Juni ist Spargelsaison. Jedoch nur die Hälfte der weltweiten Spargelproduktion wird als Lebensmittel verwendet. Ein Forschungsprojekt der Hochschule München suchte nach Wegen, Spargelabfälle für die Papier- und Verpackungsherstellung zu nutzen.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag der Hochschule München.

Alternative Rohstoffe: Verpackungsmaterial aus Spargelfasern

Spargel ist in Deutschland ein beliebtes Saisongemüse. Deutschland landete 2019 im weltweiten Vergleich der Spargelproduktion mit circa 130.000 Tonnen auf Rang vier. Bei der Hälfte davon sind jedoch die Stangen zu dick, zu dünn, gebrochen oder beschädigt. Diese werden zu Tierfutter. Schalen, Endstücke oder „krumme Stängel“ landen somit als Abfallprodukte in der Biotonne.

Basierend auf diesem Hintergrund interessierte sich ein Forschungsprojekt der HM für alternative Einsatzmöglichkeiten von Spargelfasern. Prof. Dr. Helga Zollner-Croll von der Fakultät für Papier und Verpackung suchte nach neuen Möglichkeiten, Spargel als Rohstoff für die Karton- oder Papierherstellung zu verwenden.

Die Grundlage für die Forschung bilden Spargelschalen, Endstücke und ganze Standen

Aus Spargelresten wird Verpackung für Beeren

„Wir konnten aus dem Spargel Fasermaterial gewinnen. Mithilfe eines Laborfasergussverfahrens haben wir Beerenschalen hergestellt. Die raue Oberfläche eignet sich gut für Beerenverpackungen, beispielsweise für Erdbeeren. Möglicherweise kann man sogar auf Vliese oder Saugeinlagen verzichten“, sagt Professorin Helga Zollner-Croll zu den Ergebnissen ihrer Laborversuche.

Prof. Zollner-Croll nutzt in ihrem Projekt Spargel als Rohstoff für die Papierherstellung

Versuche für die nachhaltige Verwendung von Spargelfasern

Das von „Bayern Innovativ“ geförderte Projekt untersuchte zunächst, inwiefern Spargel-Reststoffe überhaupt zur Faserherstellung für Verpackungsmaterial geeignet sind. Dazu zerfaserte das Team um Zollner-Croll Spargelschalen, Endstücke und ganze Stangen der Spargelsorten Grolim, Gijnlim und Fortems durch eine Zellstoff-Mühle. Diese schließt die Spargelfasern auf, um sie im Labor zu untersuchen. Das Forschungsteam untersuchte die Fasersuspensionen zunächst nach den für die Papierherstellung wichtigen Entwässerungseigenschaften und dem Wasserrückhaltevermögen. Eine Analyse der Spargelfaser-Filtrate auf ihre Beschaffenheit und ihren Sauerstoffbedarf gab Aufschluss darüber, wie gut der Wasserkreislauf bei der Papierverarbeitung zu schließen ist.

Das Forschungsteam der Hochschule München zerfasert den Spargel in der Zellstoff-Mühle
Prof. Zollner-Croll untersucht die Fasersuspension
Die Spargelfasern werden mithilfe der Zellstoff-Mühle aufgeschlossen

Von Spargelfasern zu Spargelpapier

Bachelorstudentin Johanna Kenkenberg verarbeitete die Spargelfasern anschließend gemeinsam mit Zellstofffasern in verschiedenen Mischungen zu Laborblättern für eine Papierprüfung. Ihr Ergebnis: Demnach eignen sich die Spargelfasern für die Herstellung von Papier, da sie ähnliche Festigkeiten wie sogenannte Sulfit-Kurzfasern haben. Im Papier sind die einzelnen Spargelfasern klar erkennbar, die leicht beige Färbung spiegelt die Natürlichkeit des Papiers wider. Die Faserausbeute ist jedoch aufgrund des sehr hohen Wassergehalts der Spargelstangen niedrig. Da der Spargel beim Mahlen schäumt, ist das Waschen der Fasern vor dem Mahlen sehr wichtig. Das reduziert die Belastung des Wasserkreislaufs und erhöht die Zugfestigkeit der Fasern. Welche Spargelsorte dafür eingesetzt wird, hat einen großen Einfluss auf das Mahlergebnis.

Die einzelnen Spargelfasern sind im Papier erkennbar

Ziel von Zollner-Croll ist es, die Spargelfasern bestmöglich zu nutzen, bis im Sinne der Nachhaltigkeit ihr gesamtes Potential ausgeschöpft ist. So könnte beispielsweise ein Spargelhof aus den Fasern Körbchen herstellen, um die eigenen Erdbeeren am Hof zu vermarkten.

Das Forschungsprojekt förderte “Bayern Innovativ”. Im Forschungsteam arbeiteten die Studierenden Anne Schäfer, Johanna Kenkenberg, Paulina Hahn und Anke Lind als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Projektpartner war die Baumann Vertriebs GmbH & Co. KG, Rohstofflieferant war die Spargel + Beeren Baumann Agrar KG.

4 Fragen an Prof. Dr. Helga Zollner-Croll

Wie genau kam es zu der Idee?
Die Idee stammt von Frau Annika Baumann vom Spargelanbau. Spargelendstücke, Schalen, zu dünne oder zu krumme Stangen – diese Reste werden für gewöhnlich entsorgt. Eine Biogasanlage wäre eine Alternative, aber hinsichtlich der Wertschöpfungskette ist es besser, die Fasern vorher zu verwenden, bevor man sie verbrennt.

Für welche Produktbereiche eignen sich die Fasern noch?
Generell für Papier und Verpackungsprodukte. Da jedoch die Mengen limitiert sind, wird es sicher ein Nischenprodukt bleiben.

Wie kann es gelingen, diese alternativen Rohstoffe noch mehr in der Industrie zu verankern?
Wir möchten demnächst einen Forschungsantrag stellen, zusammen mit einem industriellen Hersteller von Verpackungspapieren bzw. Karton, Baumann Spargelanbau und Vertretern von Trocknungsanlagen, um Themen wie Trocknung, Lagerung sowie Logistik anzugehen und zu optimieren.

Was sind die größten Herausforderungen bei solch einem Produkt?
Spargel ist ein saisonales Produkt, geringe Menge, limitierte Verfügbarkeit – deshalb ist es auch nur für einen begrenzten Einsatz möglich.

Text: Hochschule München
Bilder: Johanna Weber

Variowohnungen: 258 Wohnplätze für Studierende

Variowohnungen: Wohnplätze im Passivhausstandard

Die neu gebauten Variowohnungen in Bochum bieten öffentlich geförderten Wohnraum für Studierende im Passivhausstandard. Gleichzeitig revitalisieren sie ein ehemaliges Bergbaugelände. Im Rahmen des Förderprogramms Variowohnen entstanden so 258 Wohnplätze für Studierende.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Chris van Uffelen.

Variowohnungen – Definition und Bedarf

Das Programm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, BMUB schafft im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau bezahlbaren Wohnraum für Studierende, Auszubildende und Senioren. Die in der Bauaufgabe und im Raumprogramm implizierten kleinen Raumverhältnisse, die ein Wohnen pro Person auf ca. 20 Quadratmetern ermöglichen (der Bundesdurchschnitt liegt bei knapp 50 Quadratmetern), stellen im Rahmen der Suffizienzstrategie zur Erreichung nachhaltiger Gebäude einen wesentlichen Baustein dar. Die Wohngruppen bestehen aus zwei bis vier Individualräumen und einer gemeinsamen Küche mit Essbereich. Die Warmmiete darf dabei nicht mehr als 280 Euro im Monat betragen.

Zuerst sollen diese Variowohnungen den akuten Bedarf bei Studierenden decken. Langfristig können sie dann den aufgrund des demografischen Wandels wachsenden Markt für seniorengerechte Wohnungen bedienen. Das Achsmaß ist so konzipiert, dass ebenfalls eine abweichende Umnutzung, wie beispielsweise für Büros möglich wäre. Zudem verlangt das Programm Nachhaltigkeit und eine schnelle Bauausführung, sodass intelligente Lösungen für innovative Wohnraumkonzepte gefragt sind. Die Gebäude erreichen den DGNB Gold-Standard, was im öffentlich geförderten Wohnungsbau derzeit noch ungewöhnlich ist.

Mit den Neubauten in Bochum wird ein ehemaliges Bergbaugelände revitalisiert
Mit den Neubauten wird ein ehemaliges Bergbaugelände revitalisiert

Gebaute Umnutzung

Um eine große Flexibilität und die Möglichkeit zur Umnutzung zu gewährleisten, konzipierten ACMS Architekten die Variowohnungen als Hybridbau. Der Rohbau mit weitgespannten Spannbetonhohldecken auf Stahlunterzügen und Beton-Fertigteilstützen ermöglicht diese Flexibilität. Der hohe Vorfertigungsgrad verkürzte die Bauzeit deutlich und erreichte dabei zusätzlich eine höhere Ausführungsqualität. Trotz der notwendigen Brandklasse B1 (schwer entflammbar), wie es die Landesbauordnung Nordrhein-Westfalen für die vorliegende Gebäudeklasse 4 vorgibt, wurde Holz als kostengünstiges und CO2-bindendes Material eingesetzt. Ermöglicht wurde dies durch eine entsprechende Befreiung auf Basis der in der Schweiz bereits 2005 eingeführten technischen Baubestimmungen. Aufgrund der Detailausbildung konnte eine gerüstlose Montage der vorgefertigten Fassadenelemente ohne Nacharbeiten umgesetzt werden.

Die Holzfassaden konnten als Abweichung genehmigt werden
Die Holzfassaden konnten als Abweichung genehmigt werden
Durch das verbaute Holz wird CO2 gebunden
Reduktion der CO2 Emissionen durch Hybridbauweise mit hohem Holzanteil

Recycling als Szenario

Die besondere Bedeutung der Nachnutzbarkeit von Gebäuden entsteht aus der Erkenntnis der hohen Umwelteinwirkungen in der Herstellungs- und Recyclingphase. Auch bei einer Gebäudestruktur auf Basis des Kreislaufgedankens (Cradle to Cradle) werden in aller Regel in jeder Veränderungsphase des Kreislaufes neue Ressourcen in Anspruch genommen. Das umwelttechnisch vorteilhafteste Szenario ist somit die direkte Weiter- und Umnutzung von Gebäuden beziehungsweise möglichst großer Teile der Gebäudestruktur. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der Unklarheit über künftige Recyclingmöglichkeiten. Dementsprechende Überlegungen bestimmten sämtliche Planungsphasen und Ausführungsschritte der Variowohnungen.

Die Variowohnungen in Bochum haben vorgefertigte Fassadenelemente
Die Detailausbildung ermöglichte eine gerüstlose Montage der vorgefertigten Fassadenelemente ohne Nacharbeiten

Nutzungskonzept von Variowohnungen

Im Nutzungskonzept wurden erst unterschiedliche Varianten erstellt und anschließend auf ihre Vor-und Nachteile untersucht. Zum Zeitpunkt der Planung wurde entsprechend der Anforderungen an Variowohnungen als Erstnutzung das Wohnen für Studierende festgelegt. Demgemäß wurden die Grundrisse entwickelt. Aufgrund der steigenden Studierendenzahlen und einer höheren Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist in Ballungsgebieten in den nächsten Jahren mit einem angespannteren Wohnungsmarkt für Studierende zu rechnen. Jedoch wurde die spätere Umnutzung bereits in die Planung mit einbezogen, sodass im Nutzungsverlauf des Gebäudes verschiedene Wohnkonzepte umgesetzt werden können. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gewinnen insbesondere Wohnkonzepte für ältere Menschen immer mehr an Bedeutung und stellen ein alternatives Nutzungsmodell dar. Auch eine abweichende Umnutzung, wie beispielsweise eine Büronutzung, wäre in Zukunft möglich.

Studierende in Bochum können in 1er, 2er und 4er Apartments leben
Die Wohnplätze wurden in 1er, 2er und 4er Apartments organisiert
Die Variowohnungen werden durch Einbaumöbel aus Holz aufgewertet
Hochwertige Einbaumöbel aus Holz schaffen eine behagliche Atmosphäre

Ökologie der Bochumer Variowohnungen

Die nicht tragenden Außenwände als vorgefertigte Holztafelwände bewirken schnelle Bauzeiten bei höchsten Dämmstandards. Zudem ermöglichen sie eine CO2-Einsparung von über 400 Tonnen im Vergleich zu Massivbauweisen. Die kompakte Bauweise ebenso wie die gute Ausrichtung zur Sonne bewirken, dass die Variowohnungen nicht nur wirtschaftlich, sondern obendrein im Passivhausstandard umgesetzt werden konnten.

Zur weiteren Reduktion der Primärenergieaufwendungen wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Im Rahmen der DGNB Gesamtbewertung in Gold ist im Bereich der Ökologie mit einem Erfüllungsgrad von über 83% sogar die höchste Bewertungsstufe in Platin erreicht. Um die innovativen Ansätze aus dem Förderprogramm Variowohnen zu dokumentieren, wurde die gesamte Planungs- und Bauphase wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Damit sollen übertragbare Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Das Projekt Variowohnen Bochum wurde mit 3,3 Millionen Euro vom BMI Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat über das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, BBSR, Bonn und mit 13,6 Millionen Euro aus der parallel beantragten Wohnraumförderung des Landes NRW gefördert.

Die Variowohnungen sind nicht nur sozial, sondern auch ökologisch
Innenhöfe mit Regenwasserrückhaltung und extensiven Wiesen verfügen über hohe ökologische Wertigkeiten

Organisation und Volumina der Variowohnungen

Die drei L-förmigen Gebäude werden jeweils von einem im Eckbereich platzierten außenliegenden Treppenraum erschlossen. Hieran gliedert sich ein 2-bündiger Gebäudeteil mit Ost-West ausgerichteten Wohnplätzen sowie ein 1-bündiger Gebäudeteil mit Südausrichtung an. So entstehen drei zur Sonne ausgerichtete und zur vierspurigen Universitätsstraße abgeschirmte Innenhöfe. Diese gestaltete die wbp Landschaftsarchitekten GmbH. Alle Wohnplätze sind barrierefrei und wurden in 1er, 2er und 4er Apartments organisiert. Zudem steht je Geschoss steht ein zusätzlicher gemeinschaftlicher Wohn- und Arbeitsraumraum mit Küchennutzung zur Verfügung. Obendrein sind Gemeinschaftsräume als Lern- und Aufenthaltsräume den einzelnen Geschossen und Variowohnungen übergeordnet. Die Farbgestaltung bei diesem Wohnkomplex übernahm Prof. Friedrich Schmuck.

Die Variowohnungen bieten den Studierenden wichtige Aufenthalts- und Kommunikationsräume
Die Innenhöfe bilden wichtige Aufenthalts- und Kommunikationsräume
Die Wohnungen haben pro Geschoss einen Wohnraum mit Küche
Ein gemeinschaftlicher Wohnraum mit Küche je Geschoss

Auszeichnung: BDA Architekturpreis Bochum 2020
Zertifizierung: DBNB Gold-Standard

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Text: Chris van Uffelen
Bilder: Sigurd Steinprinz

Wohnen am Bodensee – ökologisch und modern

Maren Riekmann und ihre Familie wohnen am Bodensee in einer Doppelhaushälfte aus Holz

Wohnen am Bodensee – Familie Riekmann hat sich mit ihrem Eigenheim einen Traum aus Holz erfüllt. Die Doppelhaushälfte vereint eine ökologische Holzbauweise mit einem amerikanischen Look. Architektin Maren Riekmann berichtet von der Umsetzung und warum es sich lohnt, bautechnisch über den Tellerrand zu schauen.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Familie Riekmann.

Wie alles begann…

Wie wir unverhofft in einer Doppelhaushalte am Bodensee sesshaft wurden; Wir sind eine fünfköpfige Nomadenfamilie, die stets unverwurzelt durch die Welt tingelte. Wir haben in Norddeutschland studiert, einige Jahre in den USA verbracht und sind mit einem selbst ausgebauten Camper und zwei kleinen Kindern auf Europatour gegangen. Uns zog es immer in die Ferne. Zuhause fühlten wir uns wohl, wo andere Urlaub machen. Als Weltenbummler lieben wir das Meer und die Freiheit! Da das Wasser auf uns schon immer eine große Anziehungskraft hatte, war es ein Glückstreffer, dass uns ein Jobangebot meines Mannes an den Bodensee führte.

Mehr oder weniger durch Zufall wurde uns bald darauf ein Grundstück in Nonnenhorn zum Kauf angeboten, und da wir spontane Entscheidungen lieben, haben wir kurzerhand zugegriffen. Als Designerin und Architektin habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, das Bauprojekt selbst in die Hand zu nehmen. Unsere dritte Tochter war gerade geboren, als wir Anfang 2018 mit der Planung begannen.

Das Haus hat einen amerikanischen Look
Die Familie wohnt am Bodensee in einer Doppelhaushälfte aus Holz

Wohnen am Bodensee – ökologisch und außergewöhnlich

Eine Doppelhaushälfte in einem Neubaugebiet war nie unser Traum gewesen, also sollte das Haus erst recht nichts Gewöhnliches sein. Wir entschieden uns für eine ökologische Bauweise mit einem weitgehend offenen Grundriss. Nach einem halben Jahr Planungszeit wurde im Oktober 2018 der Rohbau von einer regionalen Zimmerei erstellt und in den darauffolgenden sechs Monaten verbrachten mein Mann und ich jede freie Minute außerhalb unserer Arbeitszeit mit der Fertigstellung des Hauses.

Beinahe jedes verbaute Teil im und am Haus hatten wir selbst in der Hand. Wir haben vom Dachdecken über die Elektroinstallation bis hin zu den Malerarbeiten nahezu alles in Eigenleistung gemacht. Dadurch wurden die Baukosten soweit reduziert, dass wir uns das Ganze überhaupt leisten konnten und einige extravagante Extras drin waren.

Die Kinder haben sich während der Bauzeit optimal in die neue Nachbarschaft integriert. Wir haben sie fast nur noch gesehen, wenn sie Hunger hatten oder es Zeit zum Schlafen war. Die meiste Zeit verbrachten sie draußen im Baugebiet mit ihren neuen Freunden. Glücklich, dreckig und müde fuhren wir alle abends in unsere alte Wohnung zurück. Im März 2019 sind wir eingezogen. Entstanden war in relativ kurzer Zeit das industrial Farmhouse, das wir mit großer Begeisterung und Leidenschaft geplant hatten. Liebevoll dekoriert und ausgestattet mit allem, was wir im Laufe unseres Nomadenlebens zusammengesammelt hatten.

So schön ist wohnen am Bodensee
Dekoriert hat die Familie mit vielen Gegenständen, die sie im Laufe des Nomadendaseins angesammelt hat

Ein Traum aus Holz

Um Kosten zu sparen, denken wir häufig outside-the-Box. So haben wir zum Beispiel im Innen- und Außenbereich viel altes Bauholz wiederverwendet.

Holz im Innenbereich
Altes Bauholz wurde für den Bau benutzt
Wohnen am Bodensee in Holzbauweise
Möbel aus altem Holz
Holzbauweise

Aus alten Brettern entstanden Schiebetüren, Einbauten und Möbel. Für die Fundamentschalung der Holzterrasse haben wir alte Plastikblumentöpfe verwendet.

Für die Fundamentschalung der Holzterrasse haben wir alte Plastikblumentöpfe verwendet.

Der Garten wurde aus recycelten Elementen wie beispielsweise übrigen Brettern und Paletten angelegt. Überall dort, wo es möglich war und Sinn machte, haben wir ökologische Baustoffe, wie zum Beispiel eine Zellulosedämmung für die Außenwände, verwendet.

Auch im Außenbereich ist viel Holz verbaut
Alte Bretter und Paletten eignen sich gut für Upcycling. So wird wohnen am Bodensee nicht nur nachhaltig, sondern auch stylish

Unsere Leidenschaft gilt weiterhin dem Design und dem Selbermachen. Im und um das Haus wird weiter gewerkelt und neue Ideen werden verwirklicht. Auch wenn ein Eigenheim nie auf unserer bottle-list stand, ist es momentan für unsere Familie genau richtig hier zu sein. Die Kinder fühlen sich pudelwohl im neuen Zuhause und haben ständig ihre Freunde um sich. Nur fünf Minuten zum Bodensee und die Nähe zu den Alpen, ermöglichen Urlaubsmomente im Alltag. Wie lange wir diesmal bleiben? „Leben ist das, was passiert, während Du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen“, wie John Lennon sagte. Wir blicken gespannt in die Zukunft und auf die Aufgaben die irgendwo auf uns warten. Und solange genießen wir das Leben am See und in unserem wunderschönen Holzhaus in vollen Zügen.

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Wohnen am Bodensee: 4 Fragen an Maren Riekmann

Was war die größte Herausforderung beim Bau?

Die größte Herausforderung war definitiv das hohe Maß an Eigenleistung neben unseren Jobs und den drei Kindern! Ansonsten ist es zur Zeit auf jeder Baustelle eine Herausforderung Handwerker zu finden, die Aufträge annehmen, beziehungsweise die richtigen Handwerker zu finden, mit denen man auch gut zusammenarbeiten kann. Auch die Kosten im Blick und so gering wie möglich zu halten ist herausfordernd. Da mussten wir öfter mal outside-the-box denken…

Architektin und Designerin Maren Riekmann
Designerin und Architektin Maren Riekmann

Wieso haben Sie sich für die Holzbauweise entschieden?

Schon im Studium war mir klar, dass ich irgendwann in einem Holzhaus leben möchte, von daher war es nicht schwer diese Entscheidung zu treffen. Die Atmosphäre in einem Holzbau ist sehr warm und gemütlich! Da unser ursprünglicher Traum vom Leben in einem alten restaurierten Haus in der momentanen Situation nicht in Frage kam, versuchen wir mit dem Holzhaus, der Verbindung von alt und neu, von gebrauchtem mit modernem das richtige Feeling für uns zu schaffen. Da wir es mit engen Auflagen aus dem Bebauungsplan zu tun hatten, hat die geringere Wandstärke eines Holzhauses im Vergleich zu der dickeren Massivwand auch gepunktet.

Auch für Schiebetüren und Möbel hat Familie Riekmann viel altes Holz verbaut

Außerdem beschäftigen wir uns schon lange mit dem Thema Nachhaltigkeit. Wir versuchen Müll zu vermeiden, kaufen Biogemüse, essen kaum Fleisch und versuchen unseren Beitrag zum Erhalt des Klimas beizutragen. Da musste es natürlich eine nachhaltige Bauweise sein. Ich gehe davon aus, dass hier auch die architektonische Zukunft liegt!

Ein Holzhaus hat einen klaren ökologischen Vorteil. Aber welche Vorteile hat diese Bauweise im Alltag auf die Bewohner?

Zusätzlich zu den zuvor genannten Punkten, kann man sagen, dass ein Holzhaus viel Leichter und schneller umzubauen ist, um es den nachfolgenden Bewohner oder einer neuen Lebenssituation anzupassen. Außerdem sprechen eine kurze Bauzeit und ein hoher Dämmwert und angenehme Oberflächentemperaturen sowie natürlichen Materialien im Innenausbau für das Leben in einem Holzhaus. Holz hat stark temperatur- und feuchtigskeitsausgleichende Eigenschaften. Neben dem immer warmen Raumgefühl sorgt das Holz auch dafür, dass die Raumluft nie zu feucht oder zu trocken ist. Holz ist ein immer trockener und warmer Baustoff. Die Gefahr der Schimmelbildung und damit der Gesundheitsgefährdung der Bewohner wird durch die diffusionsoffene Bauweise und den trockenen Baustoff Holz vermieden.

Wohnen am Bodensee mit Stil

Für wen eignet sich somit ein Holzhaus?

Für jeden! Im modernen Holzhausbau sind eigentlich keine Grenzen mehr gesetzt.

Wohnen am Bodensee klingt verlockend? Hier stellen wir Ihnen drei einzigartige Glamping-Unterkünfte für einen Urlaub am Bodensee vor!

Grundriss und Projektbeteiligte

Bauherr
Thorsten und Maren Riekmann
Email: info@riekmanufaktur.de

Architekt
riekMANUFAKTUR
Dipl.-Ing. Arch. (TU) Maren Riekmann
Email: info@riekmanufaktur.de
Telefon: 0179 – 531 80 77

Baumaterialien
SOLUX GmbH
Naturbaumarkt

Email: info@solux.de

Holzhaus
Johler Holzbau GmbH
Helmut Johler, Zimmermeister
Email: info@johler-holzbau.de

Holz-Außenfassade
Mocopinus
Außenbereich Keilspundschalung,
Lignucolor23 KSP in reinweiß
E-Mail: info@mocopinus.com

Text und Bilder: Familie Riekmann

Hybridbauweise mit Holz: Der Eisberg

Hybridbauweise mit Holz: Der Eisberg

Der “Eisberg” in Berlin-Moabit ist ein Wohngebäude in Hybridbauweise mit Holz. Er ist energieeffizient, die Materialien sind lokal und wiederverwertbar und er bietet viel Wohnraum auf einem kleinen Grundstück. So trägt der Eisberg nicht nur zur Linderung der Wohnungsnot bei, sondern ergänzt obendrein das städtebauliche Gefüge.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Chris van Uffelen.

Leben in Berlin

In Berlin-Moabit schlossen rundzwei Architekten durch Hybridbauweise mit Holz eine schmale Baulücke mit einem Wohnhaus. Zur Straße hin zeigt sich der sogenannte Eisberg mit seiner hellen Aluminium-Fassade städtisch und kühl. Darüber hinaus bietet die nach Süden ausgerichtete Hofseite mit außenliegender Erschließung maximale Offenheit, viel Licht und großzügige Balkone. Das Niedrigenergiehaus wurde größtenteils aus wiederverwertbaren Materialien gebaut und nutzt das kleine Grundstück optimal aus; Auf nur 100 Quadratmeter Grundfläche entstanden so elf barrierearme Mietwohnungen.

Wohnhaus in Hybridbauweise aus Holz

Das Wohnhaus ist ein typisches Beispiel für Hybridbauweise mit Holz, entwickelt von den rund-zwei Architekten BDA aus Berlin. Der Eisberg besteht aus einem Holzskelettbau mit tragenden Vollholzdecken, Fassadenelementen in Holztafelbauweise, Kalksandstein und Stahlbetonwänden sowie Stahl- und Holzstützen. Soweit wie möglich wurden Holzfertigteile eingesetzt, um den Bauablauf des Hybridbaus zu beschleunigen und die Ausbauarbeiten so gering wie möglich zu halten. Zusätzlich erreicht das Gebäude den Niedrigenergie-Standard KfW 55.

Wohnhaus in Hybridbauweise aus Holz: der Eisberg

Die feuchtigkeitsabsorbierenden Holz- und Kalkputzoberflächen der Konstruktion und Innenwandbekleidungen sind offenporig und tragen so zur natürlichen Klimatisierung der Raumluft bei. Dies verringert eventuelle spätere Bauschäden durch nicht ausreichende manuelle Lüftung der Mieter. Eine Fernwärme-Heizungsanlage versorgt die Fußbodenheizungen der Wohneinheiten. Der Luftwechsel erfolgt automatisiert und geräuscharm in den Bädern und Küchen sowie durch feuchtegesteuerte Nachtstromöffnungen in den Fenstern. Dadurch kann auf eine komplexe Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verzichtet werden.

Der Eisberg besteht aus einem Holzskelettbau mit tragenden Vollholzdecken, Fassadenelementen in Holztafelbauweise, Kalksandstein und Stahlbetonwänden sowie Stahl- und Holzstützen.

Flächenmaximierung durch Kreativität

Sowohl die unterschiedlichen Fassaden als auch die planerischen Eingriffe zur Flächenmaximierung prägen das Erscheinungsbild des Wohngebäudes. Straßenseitig vergrößert ein geschwungener Erker die Wohnungen. Hofseitig haben die Architekten Marc Dufour-Feronce und Andreas Reeg den Treppenkern und den Fahrstuhl nach außen in den begrünten Hof hinein verschoben. So konnten sie auf dem relativ kleinen Grundstück die maximal mögliche Nutzfläche generieren.

Straßenseitig vergrößert ein geschwungener Erker die Wohnungen.

Diesen pragmatischen Umgang mit dem größten baurechtlich machbaren Gebäudevolumen entwickelten sie in Grundrissen und Fassaden architektonisch konsequent weiter.

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Crdl-008-Hybridbauweise-Fahrstuhl-Streckmetallverkleidung-Wohnhaus-Eisberg-rundzwei-Architekten-Berlin-Foto-Gui-Rebelo-WHS66_128
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Vom Erdgeschoss bis zum 4. Obergeschoss ermöglicht die ungewöhnliche Geometrie komfortable Grundrisse für neun Zweizimmerwohnungen mit jeweils circa 55 Quadratmeter Nutzfläche. Die loftartigen Koch-, Ess- und Wohnbereiche reichen von Nord- bis Südfassade. Querlüftung und Ausblicke in beide Richtungen sind dadurch möglich. Alle Wohnungen verfügen über direkt an das Schlafzimmer anschließende Bäder und einen Hauswirtschaftsraum.

Querschnitt des Wohngebäudes

Im fünften und sechsten Obergeschoss liegen zwei Maisonettewohnungen mit jeweils 96 Quadratmeter Nutzfläche. Hier hat der zum Hof hin orientierte Koch-, Ess- und Wohnbereich eine doppelte Raumhöhe. Zudem sind alle Wohnungen über den Fahrstuhl stufenlos erreichbar. Auch im Inneren sind alle Wohneinheiten (bis auf die Maisonette-Wohnungen) komplett altersgerecht schwellenfrei ausgeführt.

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Flächenbündige Außenhaut versus offene Gerüststruktur

Die symmetrisch und streng gerastert angelegte Straßenfassade in Hybridbauweise ist mit einer nahezu flächenbündigen Außenhaut aus gewelltem Aluminiumblech überzogen. Sie zieht sich als natürliche, fließende Form über den zurückspringenden Eingangsbereich im Erdgeschoss und den elegant aus der Fassade gewölbten Erker. Alle Fenster zur Straße hin können mit Klappläden verschlossen werden. Das Aluminiumblech an deren Außenseiten ist perforiert, sodass das Tageslicht auch im geschlossen Zustand durch die Fenster fällt und der Blick nach draußen somit weiterhin möglich ist.

Die symmetrisch und streng gerastert angelegte Straßenfassade in Hybridbauweise ist mit einer nahezu flächenbündigen Außenhaut aus gewelltem Aluminiumblech überzogen.
Fassade
Aluminium Fassade
Geöffnete Fenster

Nach Süden zeigt der Eisberg ein ganz anderes Gesicht; Eine offene Gerüststruktur trägt und umschließt den in den Hof geschobenen Treppenkern und Fahrstuhl sowie die langgestreckten Balkone vor allen Wohnungen. Durch bodentiefe Fenster dringt die Sonne im Winter weit in die Räume ein. Im Sommer hingegen schützen die durchgehenden Balkonflächen vor zu viel Sonneneinstrahlung, ohne jedoch die Blickverbindung zum hellen Innenhof mit altem Baumbestand zu beeinträchtigen. Im Dachgeschoss sorgt das extensive Gründach für einen Kühlungseffekt während der heißen Monate des Jahres.

Hybridbauweise mit lokalen Materialien – einfach, funktional, wiederverwertbar

Marc Dufour-Feronce und Andreas Reeg legen großen Wert auf einfache, möglichst lokal produzierte und gleichzeitig funktionale Materialien. Deshalb sicherten die Architekten die Balkonbrüstungen und Treppenläufe mit einfachen Edelstahlnetzen. Auch ist der Fahrstuhl lediglich mit einer Streckmetallverkleidung versehen und leuchtend goldgelb lackiert. Ebenso entschied sich das Team von rundzwei für simple aber ästhetisch wertvolle Sichtestrichböden in allen Wohnungen.

Hybridbauweise mit lokalen Materialien – einfach, funktional, wiederverwertbar

Die Holzdecken aus Fichtenholz ließen die Planer ebenfalls unverkleidet, lediglich weiß geölt. Perfekt abgestimmt auf die bodentiefen Holz-Aluminium-Fenster auf der Hofseite und die hölzernen Sitzfenster an der Straßenseite. Bis auf Estrich und Putzflächen sind in dem Wohnhaus alle Baumaterialien nur mechanisch befestigt, um ein späteres Recycling zu erleichtern. Im Idealfall lassen sich Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit so optimal verbinden, wie bei dem gewellten Aluminiumblech der weißen Nordfassade; Es ist kostengünstig, hat einen hohen Recycling-Anteil und kann zu 100 % wiederverwertet werden.

Hölzernes Sitzfenster an der Straßenseite

Weitere Beteiligte und ausführende Firmen

Weitere Beteiligte

Tragwerksplanung
ifb frohloff staffa kühl ecker Beratende Ingenieure PartG mbB, Berlin

Energieplanung/KfW
Enegieberater Land Brandenburg ELB, Brandenburg

Bodengutachten
Geologe Andreas Zill, Berlin

TGA-Planung
ITV GmbH (Ingenieur Team Versorgungstechnik GmbH)

Elektro-Planung
Planungsbüro Oliver Kautz GmbH

Bauleitung
ZRS Architekten und Ingenieure GmbH

Ausführende Firmen

Holzfassade und -fenster
Zimmerei Sieveke GmbH

Holz- und Betonrohbau
Caerus Construction GmbH

Metallbau + Geländer
Uckermetall GmbH

Dachdecker
Fa. Hanebutt Zörner Berlin GmbH

Aufzug
SMW Aufzugsysteme GmbH, Berlin

Trockenbau + Innentüren
BTB Systembau GmbH, Berlin

Estrich
Thiemer Werner Fußbodenservice GmbH, Berlin

Malerarbeiten
Wolfgang Lüttgens GmbH, Berlin

Heizung + Sanitär
Dörr GmbH Lübben

Elektronik
Manfred Küchenmeister Antennen- und Elektroanlagen, Berlin

Der Eisberg in Hybridbauweise
Das Gebäude in Berlin wurde mit Holz in Hybridbauweise erbaut.

Bilder: Gui Rebelo

Zellstoff aus Ananasfasern: eco:fibr

Das junge Start-Up eco:fibr stellt Zellstoff aus Ananasfasern her

Mit innovativem Zellstoff aus Ananasfasern geht das junge Start-Up eco:fibr aktiv gegen die Wegwerfkultur vor. Die Idee dahinter: die Reste der Ananaspflanze, die normalerweise nach der Ernte übrigbleiben, werden nun als Rohstoff eingesetzt. Die Innovation schafft einen ökonomischen und ökologischen Mehrwert in den Ananasanbauländern und bietet gleichzeitig ein neuartiges Produkt als Alternative zu Holzfasern für die deutsche Papier- und Verpackungsindustrie.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von eco:fibr.

Ananasfasern als Holzersatz

Weltweit werden jährlich 224 Millionen Bäume für die Herstellung von Papierprodukten und Verpackungen gerodet. Die Konsequenzen für Mensch, Umwelt und Klima – unter anderem durch Raubbau, Monokulturen und Brandrodung – sind bekannt. Allein in Costa Rica, dem größten Ananasexporteur der Erde, fallen jährlich 4,5 Millionen Tonnen Pflanzenabfälle auf den Plantagen an. Diese müssen bislang arbeits-, zeit- und kostenintensiv beseitigt und teilweise zusätzlich mit Chemikalien behandelt und verbrannt werden. Dabei entstehen Kosten von bis zu 2000 Euro pro Hektar. Im Anschluss kann die Anbaufläche sechs Monate nicht bewirtschaftet werden. Außerdem sind das Übersäuern der Böden, die Verschmutzung des Grundwassers und ein hoher CO2-Ausstoß durch das Verbrennen umweltkritische Folgen.

Mit dem neu entwickelten Zellstoff aus Ananasfasern, die als Müll nach der Ernte anfallen, geht das junge Start-Up eco:fibr dieses Problem an. Die ursprüngliche Idee kam den Studierenden 2018 bei einer Reise nach Costa Rica. Wie genau es zu der Idee kam, beantwortet Gründerin Merit Ulmer im unten stehenden Interview.

Zellstoff aus Ananasfasern: die Vision von eco:fibr

Das Potential der Ananaspflanzen für die Nutzung als Substitut zu hölzernen Fasern in der Papier- und Kartonageindustrie ist hoch. Der hohe Zellulosegehalt, gepaart mit dem niedrigen Liginingehalt, macht die Aufbereitung der Fasern leichter und umweltschonender möglich. Mithilfe des von eco:fibr entwickelten Verfahrens lässt sich Zellstoff mit einzigartigen Eigenschaften aus den Pflanzen extrahieren. Daraus lassen sich die verschiedensten Papierprodukte fertigen. Das Verfahren zeichnet sich durch den Verzicht von hochkonzentrierten Chemikalien wie schwefel- oder chlorhaltigen Substanzen und einen niedrigeren Energiebedarf aus. Zudem erfolgt es ohne die Anwendung von Druck und Stoffkreisläufe sind in den Prozess integriert, sodass eingesetzte Ressourcen mehrfach verwendet werden können.

Das Potential der Ananaspflanzen für die Nutzung als Substitut zu hölzernen Fasern in der Papier- und Kartonageindustrie ist hoch.

Theoretisch ist der Zellstoff aus Ananasfasern für die gesamte Papier-/Verpackungsindustrie interessant. Untersuchungen des Teams ergeben jedoch, dass das Produkt aufgrund der Weichheit und der hohen natürlichen Weiße besonders vielversprechend für die Bereiche Hygienepapiere und Verpackungen ist.

Der Zellstoff kann als Substitut für Holz agieren
Der Zellstoff aus Ananasfasern ist besonders vielversprechend für die Bereiche Hygienepapiere und Verpackungen
Zellstoff aus Ananasfasern ist eine ganzheitliche Lösung für die Ernteabfälle auf Ananasplantagen

Durch die ganzjährige Ernte der Ananaspflanze kann der Zellstoff zudem saisonunabhängig produziert werden. Der Rohstoff muss somit nicht gelagert werden und die Produktion ist nicht auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Zusätzlich ist der Ansatz weltweit skalierbar; Da sich das Problem der Ressourcenverschwendung nicht nur auf die Reste der Ananaspflanzen bezieht, kann der Prozess auch für weitere Rohstoffe entwickelt werden. Das Projekt birgt demnach großes Potenzial für die Zukunft. Ganz im Sinne des Cradle to Cradle Konzeptes wird ein Abfallstoff zu einem wertvollen Rohstoff.

Der Herstellungsprozess für Zellstoff aus Ananasfasern

Mithilfe eines eigens in Hannover entwickelten Verfahren wird aus dem überschüssigen Pflanzenmaterial Zellstoff gewonnen und der Papier- und Verpackungsproduktion zur Verfügung gestellt. Die Zellstoffgewinnung lässt sich dabei in vier grobe Abschnitte einteilen:

Schritt 1:
Abnahme der Ananaspflanze

Schritt 2:
Zerkleinerung der Ananaspflanze

Schritt 3:
Zellstoffgewinnung

Schritt 4:
Pressen und Export

Der Zellstoff nach der Zerkleinerung der Pflanzenreste, 
während der Zellstoffgewinnung und
nach der Trocknung

Der Zellstoff aus Ananasfasern ist hier in verschiedenen Stadien zu sehen:

  • nach der Zerkleinerung der Pflanzenreste
  • während der Zellstoffgewinnung
  • nach der Trocknung

Der Zellstoff wird ressourcenschonend aus den Ananaspflanzenresten extrahiert. Bei der Entwicklung des Verfahrens hat das Team darauf geachtet, dass weder schwefel- noch chlorhaltige Chemikalien zum Einsatz kommen. Die eingesetzten Ressourcen wie Wasser und andere Verbrauchsmaterialien werden in einem Kreislauf mehrfach wiederverwendet. Bei herkömmlichen Verfahren werden diese hingegen häufig eingesetzt.

Der nächste Schritt für eco:fibr ist nun die Hochskalierung auf einen größeren Maßstab. Die Kombination aus einzigartigem Verfahren, besonderem Rohstoff und dem vorherrschenden Innovationsdruck für alternative, nachhaltige Zellstoffe ist vielversprechend.

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Das Team von eco:fibr

Das 11-köpfige Team von eco:fibr ist interdisziplinär aufgestellt und setzt sich aus Studierenden aus Hannover zusammen. Vertreten sind die Bereiche Biotechnologie, Chemie, Ingenieurswesen und Wirtschaftswissenschaften. Gefunden hat sich das Team über die Studenteninitiative Enactus e.V. als Gruppierung. Aus dem ehrenamtlichen Studentenprojekt ist mittlerweile ein Start-Up gewachsen.

Zugute kommen dem Team bei der Entwicklung die fachlichen Kompetenzen eines jeden Mitgliedes. Das ökologische Mindset und die Motivation für Veränderungen verbindet die Studierenden.

Das 11-köpfige Team von eco:fibr - jung und interdisziplinär

Für die Innovation hat das Team den Startup-Impuls Wettbewerb Sonderpreis in der Kategorie „Hochschule & Wissenschaft“ gewonnen. Die Siegerprämie findet ihren Einsatz in der Finanzierung einer anstehende Masterarbeit eines Teammitgliedes, welche im Rahmen einer Kooperation mehrerer Universitäten entsteht. Fokus dieser Forschungsarbeit ist die weitere Prozessoptimierung.

5 Fragen an Gründerin Merit Ulmer von eco:fibr

Ihr stellt Zellstoff aus Ananasfasern her. Wie genau kam es zu der Idee?

2017 hat eine Dozentin der Leibniz Universität Hannover eine Dokumentation darüber gesehen, dass Tonnen von Bananen die nicht den Exportstandards entsprechen, entsorgt werden müssen. Im Rahmen von Enactus Hannover hat sich daraus die Idee ergeben ein Projekt zu starten, um dem entgegenzuwirken. Dem haben wir uns, in teils anderer Zusammensetzung, dann angenommen. Die Idee war es ursprünglich den Zellstoff aus den Schalen zu extrahieren und daraus Textilien herzustellen. Über die Universität haben wir dann einen Kontakt nach Costa Rica bekommen und sind dort 2018 das erste Mal hingeflogen. Nach der Besichtigung einer Plantage und Gesprächen mit verschiedensten Personen hat sich jedoch ergeben, dass das Problem dort nicht so groß ist, es aber ein viel größeres Problem gibt: die Ananaspflanzen. Das ist der Grundstein des heutigen Konzepts, Zellstoff aus Pflanzenreststoffen zu extrahieren und diesen damit ein neues Leben zu geben.

Was macht euer Produkt so besonders?

Unser Zellstoff ist besonders, weil er aus einem bestehenden Rohstoff besteht, der für unsere Zwecke nicht extra angebaut werden muss. Wir verwenden einen Reststoff, mit dem wir sogar noch ökologische und soziale Probleme vor Ort lösen können. Auch verwenden wir einen eigens entwickelten Prozess, der ressourcenschonender ist und keine umweltschädlichen Chemikalien verwendet. Deshalb können wir eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichem Zellstoff aus Holz anbieten.

Für welche Produktbereiche eignen sich Ananasfasern? (z.B. Grafikprodukte, Verpackung, Hygienepapiere?)

Zum aktuellen Zeitpunkt können wir noch keine Einsatzgebiete für unseren Zellstoff ausschließen. Bisher haben wir uns auf die Bereiche der Hygienepapiere, Wandbeläge und Spezialpapiere fokussiert. Die grafischen Papiere betrachten wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht, da die Preise dort sehr niedrig sind und der Bedarf stetig abfällt. Langfristig sehen wir uns und unseren Zellstoff auf jeden Fall auch im Verpackungsbereich, da der Markt immer größer wird und man gerade bei sichtbaren Verpackungen auch Marketingaspekte gut einbinden kann (made by eco:fibr).

Ihr seid ein Startup mit einem sehr jungen Team. Wird es jungen Menschen leicht gemacht, Innovationen auf den Markt zu bringen?

Bisher hatten wir keine großen Probleme bei der Kontaktaufnahme zu potentiellen Kunden. Im Gegenteil. Potentielle Kunden, also Zellstoff verarbeitende Unternehmen, kommen regelmäßig auf uns zu. Dadurch, dass wir schon eine relativ hohe mediale Aufmerksamkeit bekommen durften, werden immer mehr potentielle Kunden auf uns Aufmerksam. Aktuell auch aus anderen Branchen neben der Papierindustrie, was weitere spannende Optionen aufzeigt.

Was sind die größten Herausforderungen für euch?

Die größten Herausforderungen beziehen sich neben rechtlichen Themen auf die technische Entwicklung und Planung. Vom Becherglas über den kleinen Reaktor bis hin zur Fabrik gibt es einige Hürden und Skalierungseffekte zu beachten. Wir sind wirklich froh darüber ein so gutes Netzwerk aus hilfsbereiten Personen aufgebaut zu haben! Aktuell sind wir noch auf der Suche nach dem geeigneten Partner oder Dienstleister, mit dem wir in der Pilotierungsphase ca. 5-10 Tonnen Zellstoff herstellen können. Unsere eigene Anlage soll im Anschluss dann geplant werden und in Costa Rica direkt vor Ort aufgebaut werden. Langfristig planen wir eine dezentrale Produktion, mit der man gut auf Umwelt- und Standortfaktoren reagieren kann. Es liegen noch einige Hürden und Herausforderungen vor uns, die wir aber meistern werden!

Sie möchten Kontakt mit dem Team von eco:fibr aufnehmen?
E-Mail: contact@ecofibr.de

Ein Produkt von eco:fibr
eco:fibr stellt Zellstoff aus Ananasfasern her

Texte und Bilder: eco:fibr

Nachhaltige Häuser – 8 Beispiele des DNP Architektur

Nachhaltige Häuser – 8 Beispiele des DNP Architektur
Bild: Häfele

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur (DNP) zeichnet besonders nachhaltige Häuser aus. Wir stellen acht einzigartige Beispiele vor, die zeigen, wie Nachhaltigkeit beim Bauen aussehen kann. Dabei handelt es sich sowohl um Wohnhäuser als auch um öffentliche und gewerbliche Bauten.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Nachhaltige Häuser – der DNP Architektur zeichnet Wohngebäude aus

Je nachhaltiger wir wohnen, umso besser für das Klima, für uns und die nächsten Generationen. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur bietet Orientierung in dem weiten Feld der Möglichkeiten. Von ihm ausgezeichnete Beispiele sind heute schon mit den Grundrissen und Bausteinen der Zukunft ausgestattet.

Wer möchte das nicht: die Erde für die nächsten Generationen erhalten, mit einem guten Gewissen komfortabel wohnen und dabei möglichst wenig Energie verbrauchen, alles Aspekte nachhaltigen Bauens. Schaut man sich nach besonders nachhaltigen Häusern um, so gibt der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur (DNP Architektur) gute Anhaltspunkte. Während er die ersten Jahre noch als Sonderpreis “Nachhaltiges Bauen” mit der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) verliehen wurde, ist er inzwischen eine eigene Kategorie des umfangreichen DNP. Neben der DGNB garantieren auch der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten, die Bundesarchitektenkammer und die Stiftung Baukultur für die hohe Qualität des DNP Architektur.

Unter den Preisträgern der letzten sieben Jahre sind ein Hochhaus aus Holz, ein Genossenschaftsbau mit vielen sozialen Nutzungen und neuen Wohnformen sowie die energetische Sanierung und Aufstockung eines über 40 Jahre alten Hochhauses; schließlich ein alter Bauernhof, in dem es jetzt Platz für barrierefreie Wohnungen gibt.

SKAIO – Hochhaus aus Holz

Das SKAIO in Heilbronn ist Sieger des DNP Architektur 2020/21. Denn vom 2. bis zum 9. Geschoss besteht es überwiegend aus Holz. Alle Decken und Stützen sowie nicht tragende Außenwände sind aus dem nachwachsenden Baumaterial. Stahl und Stahlbeton sorgen nur wo nötig für die Stabilität und den Brandschutz. Innovativ sind die gut durchdachte Nutzer- und Nutzungsmischung. Neben Tiefgaragenplätzen sind auch viele Fahrradstellplätze sicher im Gebäude untergebracht.

Das SKAIO in Heilbronn ist Sieger des DNP Architektur 2020/21 und ein gutes Beispiel für nachhaltige Häuser.
Allen Bewohner*innen stehen zwei möblierte Dachterrassen mit gemeinschaftlichen Gemüsegärten zur Verfügung
Bild: Tobias D. Kern

Gewerbeeinheiten beleben die Sockelzone. Die meisten Wohnungen haben ein bis zwei Zimmer mit rund 40 bis 90 m² Wohnfläche. 25 davon sind öffentlich gefördert. Vier Wohnungen sind speziell für betreute Wohngemeinschaften und Menschen mit Behinderung geplant. Eine große Wohngemeinschaft mit acht Zimmern im 6. Obergeschoss hat direkten Zutritt auf eine Dachterrasse. Für alle Bewohner*innen gibt es zwei möblierte Dachterrassen mit gemeinschaftlichen Gemüsegärten.

Ein 45 m² großer Gemeinschaftraum mit Küche ist Treff und Aufenthaltsraum. Im Rahmen der Bundesgartenschau 2019 wurde das Holzhochhaus in einem zukunftsfähigen Quartier eröffnet. Hier geht es zu einem umfangreichen Artikel über den Sieger und die beiden Finalisten des DNP Architektur 2021.

nachhaltige-haeuser-NBJ1-FG-03-000-SKAIO 006 ©Häfele
nachhaltige-haeuser-NBJ1-FI-07-k00-SKAIOpartment 163 ©Häfele
nachhaltige-haeuser-NBJ1-FI-08-k00-SKAIOpartment 192 ©Häfele
nachhaltige-haeuser-NBJ1-FI-51-000-SKAIO Waschküche 0232 ©SH
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WagnisART – genossenschaftlich bauen

WagnisART in München ist ein genossenschaftliches Wohnbauprojekt, das viele soziale Nutzungen und Raum für neue Wohnformen bietet. Durch Partizipation der zukünftigen Mieter entstanden lebendige, die Gemeinschaft fördernde Grundrisse und Lebensraum für 300 Menschen. Dachgärten und Brücken auf den unterschiedlichsten Ebenen sind den Bewohner*innen vorbehalten. Hochwertig, als Dorfplätze gestaltete Innenhöfe sind auch für Besucher offen. Sie leiten zu unterschiedlichsten Nutzungen: in den Erdgeschossen gibt es ein Café, einen Veranstaltungs- sowie einen Toberaum, Ateliers, Werkstätten, Büros und Praxis-, Gemeinschafts- und Freiräume für die Bewohner*innen und das gesamte Quartier.

Die fünf Gebäude bieten nicht nur 80 herkömmliche 1-7-Zimmer Wohnungen, sondern auch neue Wohnformen wie 58 Clusterwohnungen. Die Clusterwohnungen besitzen einen großen Wohn- und Kochbereich für mehrere Apartments, zu denen jeweils ein Bad und eine Kochnische gehören. Sie ermöglichen gemeinschaftliches Wohnen und sind damit soziokulturelle besonders nachhaltig. Die gemeinschaftlichen Nutzungsangebote und die nachhaltige Bauweise überzeugten die Jury, die WagnisART mit dem ersten DGNB Preis „Nachhaltiges Bauen“ 2018/19 prämierte. Sie bemängelte nur die Außenmaterialien der Gebäude hinsichtlich Material- und haptischer Qualität. Hier berichten wir auch über den hohen Energiestandard und das innovative Mobilitätskonzept der nachhaltigen Häuser.

WagnisART in München ist ein genossenschaftliches Wohnbauprojekt, das viele soziale Nutzungen und Raum für neue Wohnformen bietet.
In fünf Häusern der Baugenossenschaft WagnisART gibt es unterschiedlichste Räume und vielfältige soziale Angebote für 300 Bewohner*innen
Bild: wettbewerbe aktuell

Wohnhochhaus – energetisch saniert und aufgestockt

Das in den 70er Jahren erbaute Wohnhochhaus am Pforzheimer Hauptbahnhof, umfassend energetisch saniert und erweitert, erhielt den ersten DGNB Preis „Nachhaltiges Bauen“ 2015/16. Ein neues, hohes Dachgeschoss bildet einen ästhetischeren Abschluss, über die gesamte Fassade breite Loggien ersetzen die alten, kleinen Balkone. Herausragend ist das neue regenerative Energiekonzept: Unsichtbar in Absorbern in der Fassade und auf dem Dach wird nun Wasser erwärmt. Eine Kleinwindkraftanlage sowie Photovoltaik auf dem Dach erzeugen erneuerbaren Strom für die beiden Wärmepumpen. Wasserspeicher und ein Eisspeicher sind in das Heizsystem eingebunden. Bei einer deutlichen Verbesserung des Wohnkomforts wurden die Energiekosten für die Mieter*innen um 90 % reduziert, während ihre Mieten nur moderat stiegen. Durch recyclingfähige Baustoffe und den Verzicht auf Verbundkonstruktionen konnte die eingesetzte graue Energie reduziert werden.

Dieses nachhaltige Wohnhochhaus wurde energetisch saniert und aufgestockt
Energetisch einmalig ist die Sanierung des Hochhauses mit Kleinwindkraftanlage und großem, unterirdischem Eisspeicher
Bild: Dietmar Strauß, Bildermacher, Architekturfotografie

HOF8 – neues Leben für Bauernhof

Nachhaltig sind nicht nur große städtische Projekte, sondern auch kleinere Sanierungen auf dem Land. Im Taubertal wurde ein abbruchreifer Bauernhof ökologisch saniert und zum Energie erzeugenden Ensemble ausgebaut. Die ehemalige landwirtschaftliche Hofanlage im historischen Ortskern von Schäftersheim beherbergt nun zwei barrierefreie Wohnungen mit insgesamt etwa 250 Quadratmetern Wohnfläche, eine Hebammenpraxis und ein Planungsbüro im Bauernhaus aus den 1850er Jahren. Dieses ist zu einer Art hölzerner Kristall geschärft. In die Dächer ist Photovoltaik aufwendig integriert, so dass sie als die eigentliche Dachfläche erscheint und nicht wie sonst häufig als störender Aufsatz.

Ein weiteres gute Beispiel für nachhaltige Häuser: das Hof8
Mit Sonne und Wärme aus dem Grundwasser produziert der sanierte Hof8 80 Prozent mehr Energie als er verbraucht
Bilder: Klärle GmbH
Das Hof8 vor der Sanierung
Jahrelang stand das Ensemble leer und sollte schon abgebrochen werden. Seine Weiternutzung ist ausgesprochen nachhaltig

Erneuerbare Energie erhält das Ensemble zudem durch Kleinwindkraftanlagen und Grundwasser, das über einen wieder aktivierten Brunnen entnommen wird. Wieder verwendete Bauteile und -stoffe optimierten die Lebenszykluskosten: Muschelkalksteine und Holz bieten einen angenehm natürlichen Charakter und viel Sinnlichkeit. Lesesteine aus den Feldern, Backsteine und Ziegel aus dem Dorf sind weitere prägende Materialien. Die großzügige Außentreppe zwischen Parkplätzen und Hof besteht aus Steinen der alten Bauernhaustreppe. Auch die Steine des abgebrochenen Schweinestalls wurden wieder verwendet. Dieser Mehraufwand an Arbeitszeit optimiert den Gewinn an „grauer Energie“ und schafft einen unverwechselbaren und wertvollen Ort. Im Inneren erzeugen aufgearbeitete Holztüren von 1890, eine Küche im Gewölbekeller, Bruchsteinmauern und Fachwerk Atmosphäre. Die neuen Materialien sind aus der Region. Der Brunnen ist nun einladender Treffpunkt im Hof. HOF8 hat heute wieder etwa 50 Nutzer und Bewohner, die das 700-Seelendorf stärken. Deshalb erhielt er den Sonderpreis „Nachhaltiges Bauen“ 2014/15.

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Nachhaltige Häuser: Öffentliche und gewerbliche Preisträger

Der DNP Architektur zeichnet auch öffentliche und gewerbliche Bauten aus. Der Neubau der Alnatura Arbeitswelt in Darmstadt war 2019/20 Sieger. Das natürlich belüftete Lowtech-Gebäude für 500 Mitarbeiter ist das größte Bürogebäude mit Stampflehmfassade und integrierter geothermischer Wandheizung in Europa. Einen Bericht über die innovative Fassade finden Sie hier.

Im Bereich nachhaltige Häuser gibt es auch gute Beispiele bei Unternehmen: Der Neubau der Alnatura Arbeitswelt in Darmstadt war 2019/20 Sieger des DNP Architektur.
Sieger des DNP Architektur 2019/20 ist der Alnatura Campus mit seiner spektakulären Stampflehmfassade inmitten einer renaturierten Panzerkaserne
Bild: Roland Halbe

Das neue Rathaus Freiburg mit Verwaltungszentrum und Kindertagestätte für 840 Mitarbeiter wurde 2018/19 Sieger. Das bei seiner Eröffnung 2017 erste öffentliche Netto-Plusenergiegebäude der Welt erzeugt über das Jahr gemittelt mehr Energie als es verbraucht. Es wertet den Stadtteil Stühlinger mit Durchblicken und öffentlichen Wegen auf. Ein „Grüner Campus“ verbindet seine Gebäudetrakte sowie die Kita miteinander. Herzstück des sechsgeschossigen Neubaus ist das Bürgerservicezentrum im Erdgeschoss mit Konferenzräumen und einem Mitarbeiterrestaurant. Seine Lärchenholzfassade aus lokalem Waldbestand hat bewegliche Lamellen, die mit Photovoltaik belegt sind und der Energiegewinnung und Verschattung zugleich dienen.

Das neue Rathaus Freiburg mit Verwaltungszentrum und Kindertagestätte für 840 Mitarbeiter wurde 2018/19 Sieger des DNP Architektur.
Sieger 2018/19 ist das Rathaus in Freiburg, bei seiner Eröffnung das erste öffentliche Netto-Plusenergiegebäude der Welt
Bild: Ingenhoven architects / HGEsch

Das Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf, ebenfalls ein Plusenergiegebäude, wurde 2016/17 Sieger. Seine vier Häuser fügen sich harmonisch in die Landschaft am Rand des Naturparks Augsburg ein. Das Tragwerk aus nachwachsendem Holz bildet eine helle, naturnahe Lernlandschaft. Um die Nutzergesundheit und den Komfort zu optimieren, wurden gesunde und zertifizierte Baustoffe eingesetzt. Hier finden Sie einen umfassenden Bericht mit baubiologischem Fokus.

Das Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf, ebenfalls ein Plusenergiegebäude, wurde 2016/17 Sieger des DNP Architektur.
Sieger 2016/17 sind die vier Holzhäuser des Schmuttertal-Gymnasiums, eine helle, naturnahe Lernlandschaft
Bild: Stefan Mueller-Naumann

Nachhaltige Häuser – Höher, weiter, schneller?

Es fällt auf, dass unter den vier erstplatzierten Wohnhäusern zwei Hochhäuser sind. Die Leistungsfähigkeit von Holz an die Grenzen zu bringen und ein Hochhaus nach 40 Jahren Nutzung zu modernisieren sind sicher nachhaltige Projekte. Doch muss es noch höher, weiter, schneller sein? Sicher ist es schön, aus seinem Wohnzimmerfenster in die Weite zu blicken. Der konstruktive Aufwand, der ein Hochhaus bedeutet, wächst allerdings überproportional mit seiner Höhe – und damit die Kosten. Oft ist es ein wenig nachhaltiger Investment-Urbanismus, der mit Hochhäusern Zeichen setzt, von der Stuttgarter Innenstadt bis nach Dubai. Einfacher umzusetzen ist Nachhaltigkeit mit kompakten Gebäuden wie WagnisART oder Sanierungen wie Hof8. Da bleibt es zu hoffen, dass der DNP Architektur die Bodenhaftung behält und nicht abhebt.

Bauherren und Architekten – die Übersicht

SKAIO
Bauherr: Stadtsiedlung Heilbronn GmbH
Architekt: Kaden + Lager

WagnisART
Bauherr: Wohnbaugenossenschaft wagnis eG
Architekten: bogevischs buero und SHAG Schindler Hable

Wohnhochhaus Pforzheim
Bauherr: Pforzheimer Bau und Grund
Architekt: Freivogel Mayer Architekten

Hof8
Bauherr: Klärle – Gesellschaft für Landmanagement und Umwelt mbH
Architekt: Architekturbüro Klärle

Alnatura Arbeitswelt
Bauherr: Alnatura Produktions- und Handels GmbH
Architekt: haascookzemmrich STUDIO2050

Rathaus Freiburg
Bauherr: Stadt Freiburg im Breisgau
Architekt: ingenhoven architects

Schmuttertal-Gymnasium
Bauherr: Landratsamt Augsburg
Architekt: Florian Nagler und Hermann Kaufmann

Text: Achim Pilz

Das ownhome – ein autarkes Tiny House für alle

Das ownhome ist ein Tiny House zum Selbstbauen. Autark und nachhaltig, das ist die Vision von ownhome Pionier Klemens Jakob.

Das ownhome ist ein Tiny House zum Selbstbauen, entworfen von Klemens Jakob. Das kleine Haus hat einen möglichst geringen Ressourcenverbrauch und ist als Open Source Projekt angelegt. Zudem erzeugt, speichert und verbraucht es seinen eigenen Strom und hat einen eigenen Wasserkreislauf; somit ist es autark. Klemens Jakob stellt uns die Vision hinter ownhome vor.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von ownhome.

Das ownhome im Kurzportrait

Warum ist das ownhome ein besonderes Tiny House?

Aufbau
– ein ownhome kann selbst aufgebaut werden
– Bausatz mit beschrifteten Nummern und Schwalbenschwanzverbindungen
– natürliche Baumaterialien
– man braucht keine handwerkliche Ausbildung für den Aufbau
– im besten Fall reichen 2 Personen für das Errichten des ownhomes
– man braucht keine großen Maschinen für den Aufbau

Nachhaltigkeit
– ist gut isoliert: wenig Heizung im Winter, im Sommer bleibt es kühl
– autarker Wasserkreislauf mit Pflanzenkläranlage
– Verwendung einer Trockentrenntoilette
– Photovoltaikanlage und Batteriespeicher

Ein gutes Leben ist nur dann ein gutes Leben, wenn es das Wohlergehen aller Wesen berücksichtigt. So wird das „gute Leben“ von der indigenen Bevölkerung in Südamerika definiert. Wenn wir diese Definition ernst nehmen, dann ergeben sich daraus verschiedene Konsequenzen. Dann sollten wir nicht mehr an Ressourcen und Energie verbrauchen, als unsere Erde uns bei einer gerechten Verteilung für jeden Menschen zur Verfügung stellt.

ownhome Pionier Klemens Jakob

ownhome Pionier Klemens Jakob

Wenn wir mehr verbrauchen, dann geht das immer auf Kosten anderer Menschen und unseres Ökosystems, von dem wir selbst auch ein lebendiger Teil sind. Wenn wir zu verschwenderisch mit unseren Ressourcen umgehen, dann zerstören wir uns in letzter Konsequenz selbst.

Die Einbindung in die natürlichen Kreisläufe ist ownhome Pionier Klemens Jakob wichtig

Die Vision hinter ownhome

Die Idee des ownhomes ist es, das Wohlergehen aller Wesen zu berücksichtigen. Aus diesem Grund legen wir großen Wert auf natürliche Materialien, die nach ihrer Verwendung wieder zum Bestandteil natürlicher Kreisläufe werden können. Diese sind Holz, Kalk und Lehm.

Wir Menschen sind nicht nur ein Teil des natürlichen Ökosystems, wir sind direkt in die Kreisläufe des Lebens eingebunden. Durch unseren modernen Lebensstil ist es nicht mehr möglich diese Zusammenhänge direkt zu erleben. Wir umgeben uns oft mit künstlichen Materialien und erleben meist nur einen kleinen Ausschnitt der Kreisläufe.

Klemens Jakob möchte, dass es allen Menschen und der Umwelt gut geht

“Mit dem ownhome möchten wir die kompletten Kreisläufe wieder erlebbar machen und ermöglichen, dass wir uns als wichtigen Bestandteil dieser Kreisläufe wahrnehmen.”

Durch die Verwendung natürlicher Baumaterialien wird das Gebäude Teil des natürlichen Stoffkreislaufs, ohne dass unnatürlicher Abfall produziert wird. Die natürlichen Baumaterialien bleiben auch als verbautes Material ein Teil ebenjener. Sie können Feuchtigkeit aufnehmen und bei Bedarf auch wieder abgeben. Sie können Gerüche absorbieren und sie können Duftstoffe abgeben. Wir werden als Bewohner zu einem Teil dieser Kreisläufe. Wenn unser natürlicher Organismus in natürliche Zusammenhänge eingebettet ist, dann fühlt er sich wohl. Ein unnatürliches Umfeld löst für einen natürlichen Organismus Stress aus.

So, wie sich Materialien direkt auf unser Wohlbefinden auswirken, so haben auch Formen einen Einfluss auf unsere Befindlichkeit. Statt scharfen Kanten und spitzen Ecken überwiegen im ownhome die Rundungen.

Rundungen
ownhome-Bad
Sonnenschein-auch-bei-Regen
ownhome-Dämmen-der-Bodenplatte
ownhome-drehen-der-Bodenplatte
Stauraum-im-Fußboden
ownhome-Aufbau Holzständer
ownhome-Holzständerbau
ownhome-Holzständer-ohne-Dach
ownhome-Dämmung-mit-Holzweichfaserplatte
ownhome-Dachpfette
ownhome-fertig-mit-Schnee
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Ein ownhome ist so konstruiert, dass man es mit wenigen Personen aufbauen kann. Man braucht weder handwerkliche Erfahrungen, noch größere Maschinen für den Aufbau.

Konzept rund um Nachhaltigkeit

Das ownhome besitzt einen autarken Wasserkreislauf, bei dem das Grauwasser über eine Pflanzenkläranlage und verschiedene Filterstufen wieder zu Trinkwasser aufbereitet wird. Dadurch wird der Zusammenhang von Abwasser und Frischwasser erlebbar; wir sind als eine wichtige Komponente in diesen Kreislauf eingebunden. Denn mit jeder Handlung üben wir großen Einfluss auf die Qualität des Wassers aus.

Das ownhome hat eigene Wassertanks
Das ownhome hat eigene Wassertanks

Durch die Verwendung einer Trockentrenntoilette wird deutlich, dass die Qualität der Lebensmittel, die wir zu uns nehmen dafür verantwortlich ist, ob unser Organismus Sondermüll ausscheidet oder ob er den „Baustein neuen Lebens“ produziert. Wenn das, was wir zu uns nehmen, heilsam für unseren Organismus ist, dann ist es gleichzeitig auch heilsam für unsere Erde und umgekehrt. So können wir erleben, dass wir in den Kreislauf heilsamer Nährstoffe eingebunden sind.

Über eine Photovoltaik-Anlage und einen Batteriespeicher versorgt sich das ownhome eigenständig mit Energie. Von der Erzeugung über die Speicherung bis zu den Verbrauchern wird die Technologie des Gleichstroms genutzt. So entstehen keine unnötigen Verluste durch die Verwandlung in Wechselstrom. Gleichzeitig wird Elektrosmog vermieden. Durch das autarke Stromsystem erleben wir sehr direkt den Zusammenhang von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch. Wir kennen jeden unserer Verbraucher und wir sind uns darüber bewusst, dass Energie nicht zu jeder Zeit unbegrenzt vorhanden ist.

Wohngesundheit als Philosophie: leben und wahrnehmen

Wenn wir die Zusammenhänge des Lebens nicht mehr erleben und unser Organismus von künstlichen Materialien umgeben ist, dann reduzieren sich unsere sinnlichen Erlebnisse. Wenn wir unsere Sinne nicht nutzen, dann verkümmern sie ähnlich einem Muskel, der nicht trainiert wird. Das kann so weit gehen, dass unsere Sinne so schwach werden, dass wir unsere Umgebung und uns selbst nicht mehr richtig wahrnehmen können. Wir sind zum Teil schon so schwach-sinnig geworden, dass wir gar nicht wahrnehmen, dass wir mit unseren Handlungen uns selbst zerstören. Je mehr wir die Fähigkeit unserer Sinne verlieren desto größer wird die Gefahr, dass wir auch den Sinn unseres Lebens nicht mehr wahrnehmen können. Unser Leben erscheint uns dann sinn-los.

Durch natürliche Materialien und durch das Erleben natürlicher Kreisläufe werden unsere Sinne angeregt. Sinnliche Erlebnisse sind die Nahrung für unsere Sinne und die Basis für unsere Wahrnehmung. Ein natürliches, gesundes Wohnumfeld ist eine wichtige Voraussetzung für einen gesunden Organismus.

Das autarke Tiny House kann von zwei Personen erbaut werden

Das ownhome als Lebensstil

Bei der Idee des ownhomes geht es mehr um die Verbreitung eines Lebensstils als um wirtschaftliche Interessen. Aus diesem Grund gibt es auch keine Firma zur Vermarktung der Idee. Es gibt den gemeinnützigen Verein der „solidarischen Bauwirtschaft“. Dieser stellt allen Interessierten das Knowhow kostenfrei zur Verfügung. Über den Verein ist es zudem möglich, kompetente Handwerker zur Unterstützung bei der Umsetzung zu bekommen.

Das Bauen und das Leben im ownhome ist auf verschiedenen Ebenen ein Prozess der Selbsterkenntnis. Sinnliches Erleben soll gefördert werden. Geschulte Sinne sind die Voraussetzung für eine differenzierte Wahrnehmung nach Außen und nach Innen. Sie machen es möglich, dass wir uns als Teil unseres natürlichen Ökosystems erleben. Die Folge davon ist, dass wir bei unseren Handlungen darauf achten, dass wir diesem System und damit auch uns selbst keinen Schaden zufügen. So können wir mit unserem Leben die gesunden, natürlichen Kreisläufe heilsam unterstützen und den Teufelskreis der Zerstörung unterbrechen.

5 Fragen an ownhome Visionär Klemens Jakob

Wie kam es zu der Idee des ownhomes?
Darüber gibt es ungefähr 50 Seiten in meinem Buch. Es war die konsequente Weiterführung eines Lebens, das ich immer meinen aktuellen Erkenntnissen angepasst habe. Ich wollte nicht auf Kosten anderer Menschen oder unserer Natur leben. Ich wollte nicht nur raus in die Natur gehen, ich wollte auch rein in die Natur gehen. Und ich wollte in die natürlichen Kreisläufe des Lebens eingebunden sein. Ich wollte ein „gutes Leben“ leben, das das Wohlergehen aller anderen Wesen mitberücksichtigt.

Inwiefern unterscheidet sich das ownhome von (anderen) Tiny Houses?
Beim ownhome geht es gar nicht speziell um das Haus, es geht um einen „weltgerechten“ Lebensstil. Die natürlichen Kreisläufe werden berücksichtigt. Sowohl bei den Materialien, als auch beim Wasserkreislauf und bei der Energieerzeugung und Speicherung und beim Nährstoffkreislauf.

Wie viel Platz hat man in einem ownhome? Wie teilen sich die Zimmer ein?
Ich habe einen Innenraum von drei auf sechs Meter. Im westlichen Teil sind Küche und Bad. Das Bad ist 1,5 auf 1,5 Meter und die Küche ist 1,5 auf 2,40 Meter und zum restlichen Raum geöffnet.

Was kostet ein ownhome? Und wie lange benötigt man für den Bau des autarken Hauses?
Die Materialkosten für das Wasser- und Energieautarke ownhome, inklusive Folienanbau und Terrasse liegt zwischen 50 und 60 T€. Für den Aufbau benötigt man, je nach helfenden Händen, zwischen drei und sechs Monate.

Ich möchte ein ownhome bauen. Wie starte ich die Reise?
Du setzt dich mit dem Verein für „solidarische Bauwirtschaft“ in Verbindung und besprichst an welchen Stellen du Hilfe benötigst.

Kontaktinfo
Hofenstraße 4/1
72348 Rosenfeld-Isingen
Verein für solidarische Bauwirtschaft Sobawi

Die schönsten Kletterpflanzen für den Balkon

Bild: Leigh Trail/shutterstock.com

Sie lieben Pflanzen und Blumen, haben aber nur einen kleinen Balkon? Kein Problem! Das Zauberwort heißt: Vertikales Gärtnern. Pflanzen Sie doch einfach in die Höhe und verwandeln Sie Ihren Balkon in ein blühendes Paradies. Hier stellen wir Ihnen die schönsten blühenden Kletterpflanzen für den Balkon vor.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Vorteile von Kletterpflanzen auf dem Balkon

Kletterpflanzen eignen sich ideal, um selbst auf dem kleinsten Balkon für mehr Grün zu sorgen. Sie nehmen nur wenig Platz in Anspruch und verwandeln triste Balkonwände ruckzuck in ein grünes Blütenmeer. Auch als Sichtschutz zum Nachbarbalkon sind sie ideal geeignet.

Außerdem sind Kletterpflanzen eine tolle Möglichkeit, auch in der Stadt etwas für den Tierschutz zu tun. Bienen und andere Insekten wie Hummeln oder Schmetterlinge finden hier wertvollen Nektar, der durch die intensive Landwirtschaft und Ausdehnung der Städte immer knapper wird. Je üppiger die Begrünung, desto mehr Tieren bieten Sie Nahrung und Unterschlupf.

Tipp: Achten Sie bei der Bepflanzung auf bienenfreundliche, heimische Blütenpflanzen. Im Gartencenter sind diese Pflanzen häufig als “bienenfreundlich” gekennzeichnet. Die vorgestellten Kletterpflanzen in diesem Artikel sind alle bienen- und insektenfreundlich und decken mit ihren Blütezeiten den Frühjahr, Sommer und Herbst ab, sodass nicht nur die Bienen ganzjährig mit Nektar versorgt werden, sondern auch Sie sich den gesamten Sommer über Blütenvielfalt freuen können.

Eichhörnchen nisten manchmal sogar auf Balkonen in der Stadt.
auf -Eich

Manchmal nisten sogar Eichhörnchen auf Balkonen, etwa in Blumenkästen oder im dichten Blattwerk von Kletterpflanzen. Wenn Sie Ihnen Futter und ausreichend Platz zum Klettern oder Verstecken bereitstellen, können Sie sich vielleicht schon bald über tierischen Besuch freuen.

Weiterer Pluspunkt: Fassadenbegrünungen haben einen positiven Einfluss auf das Kleinklima am Haus. Wie alle Pflanzen verdunsten auch Kletterpflanzen Wasser und sorgen so für angenehm befeuchtete Luft.

Grüne Fassaden sind außerdem gute Staubfilter. Durch die Aufnahme von Kohlendioxid senken sie den Schadstoffgehalt in der Luft und reichern sie gleichzeitig mit Sauerstoff an. Die Oberfläche einer bepflanzten Wand ist etwa um ein sechsfaches größer als die einer kahlen Wand und kann damit auch sechsmal soviel Staubpartikel aufnehmen. Das lohnt sich besonders in städtischen, verkehrsreichen Gegenden.

Und nicht zuletzt sehen Kletterpflanzen einfach toll aus. Viele gute Gründe also, die für Kletterpflanze auf dem Balkon sprechen.

Der richtige Pflanztopf

Wenn Sie viele Jahre lang Freude an Ihrer Kletterpflanze haben möchten, sollten Sie auf einen ausreichend großen Pflanztopf mit mindestens 25 Liter Fassungsvermögen achten. Je größer, desto besser. Das hat nicht nur den Vorteil, dass sich die Pflanzen besser entwickeln können, sondern auch, dass Frost und Trockenheit Ihren Pflanzen nicht so schnell schaden können.

Wichtig ist auch, für einen guten Wasserabzug zu sorgen, denn Staunässe verträgt keine Pflanze gut. Aber keine Sorge, dieses Problem lässt sich durch Bodenlöcher im Pflanztopf leicht lösen. Füllen Sie außerdem die untersten 5–8 Zentimeter des Pflanztopfes mit Sand oder Splitt, damit sich das Wasser nicht stauen kann.

Kletterpflanzen werden gerne in große Kübel gepflanzt

Mehrjährige blühende Kletterpflanzen für den Balkon

Wer nicht jedes Jahr neue Kletterpflanzen aussäen möchte, sondern sich viele Jahre daran erfreuen möchte, sollte zu einer mehrjährigen, winterharten Kletterpflanze greifen. Hier stellen wir Ihnen die schönsten winterharten, blühenden Kletterpflanzen für den Balkon vor, die auch im Kübel gut gedeihen.

Clematis – zarte Blütenwunder in vielen Farben

Clematis gehören zu den schönsten Blütenpflanzen überhaupt. Ihre großen Blüten sind ein echter Hingucker und es gibt sie in einer Vielzahl an Farben und Sorten.

Die größten Blüten unter den Rankpflanzen haben die Clematishybriden
Die größten Blüten haben die Clematishybriden

Standort
Clematis bedeutet übersetzt Waldreben. Wie der Name schon verrät, ist der Wald ihre ursprüngliche Heimat. Optimal für Clematis ist deshalb ein halbschattiger Standort, bei dem der Wurzelbereich im Schatten liegt, die Blüten hingegen in der Sonne. Sie können den Pflanztopf beispielsweise hinter ein Schatten spendendes Balkongeländer oder zwischen andere Kübelpflanzen stellen.

Empfehlenswerte Sorten
Wählen Sie für den Balkon Clematissorten, die nicht allzu groß werden. Besonders empfehlenswert sind Clematishybriden, die oft sogar zweimal im Jahr blühen. Aber auch die robuste Clematis viticella ist für den Balkon gut geeignet. Sie ist außerdem besonders wertvoll für Bienen, da sie auch im Herbst noch Nektar bietet.

Blütezeit
Je nach Sorte von April bis September

Pflegetipps
Clematis lieben feuchte, humusreiche Erde. Gönnen Sie der Clematis also einen genügend großen Pflanztopf mit guter Gartenerde und gießen Sie regelmäßig, aber nicht übertrieben oft. Clematis sind nämlich recht pilzempfindlich, wenn sie Staunässe abbekommen. Ein gitterförmiges Rankgitter für die Clematis können Sie im Gartenmarkt kaufen oder aus Bambusstäben leicht selber bauen. Das Spalier sollte etwa 8-10 Zentimeter Abstand zur Hauswand haben.

Kletterrosen – duftende Blüten für Romantiker

Wäre es nicht traumhaft, umhüllt von duftenden, blühenden Rosen den Feierabend auf dem Balkon zu genießen? Kletterrosen sind viel unkomplizierter als ihr Ruf und bieten mit ihrer riesigen Sortenvielfalt für jeden Geschmack etwas.

Wer auch Bienen und Hummeln etwas Gutes tun möchte, sollten eine Kletterrosensorte mit gefüllten Blüten wählen, denn ungefüllte Blüten geben keinen Nektar
Kletterrosen – duftende Blüten für Romantiker

Standort
Rosen lieben sonnige, windgeschützten Standorte. Ein Balkon bietet durch die leicht zurückgesetzte Lage deshalb oft ideale Bedingungen. Heiße vollsonnige Standorte ohne Luftbewegung tun allerdings auch Rosen nicht gut.

Empfehlenswerte Sorten
Wer auch Bienen und Hummeln etwas Gutes tun möchte, sollte eine Kletterrosensorte mit gefüllten Blüten wählen, denn ungefüllte Blüten geben keinen Nektar. Eine besonders schöne und bienenfreundliche Kletterrose, die nicht zu groß für den Balkon wird, ist beispielsweise die violett blühende Kletterrose Veilchenblau. Dazu hat sie einen weiteren unbezahlbaren Vorteil: Sie hat keine Dornen. Übrigens: Clematis und Kletterrosen sind wunderschöne Pflanzpartner. Lassen Sie sie doch einfach zusammen an einem Rankgerüst wachsen.

Blütezeit
Mai bis Juli

Pflegetipps
Rosen sind Tiefwurzler und sollten deshalb einen möglichst hohen Pflanztopf bekommen: mindestens 40 cm groß sollte er schon sein. Gut zu wissen: Kletterrosen sind Spreizklimmer, das heißt, sie halten sich mit ihren Dornen mehr oder weniger am Rankgitter fest. Hier müssen Sie ein wenig nachhelfen, indem Sie die Rosen am Rankgitter festbinden, und zwar am besten leicht schräg bis waagerecht. Senkrechte Sprossen nach oben bildet die Rose schon von ganz alleine. Denken Sie daran, dass Rosen Starkzehrer sind, sie brauchen deshalb nährstoffreiche Erde und regelmäßige Düngergaben.

Geißblatt – mit Honigduft in den Feierabend

Das Geißblatt (Lonicera) ist es eine unkomplizierte Kletterpflanze mit schönen, intensiv duftenden Blüten. Besonders in der Abenddämmerung verströmt sie einen intensiven, lieblich-süßen Duft (daher wird sie im Englischen auch „Honeysuckle“ genannt).

Eine gut duftende Kletterpflanze für den Balkon Geißblatt – mit Honigduft in den Feierabend
Links: Den Nektar von Jelängerjelieber lieben auch Nachtfalter. Nach der Blütezeit entwickeln sich draus orangerote Beeren. Rechts: Die Sorte Goldflame hat rot-gelbe Blüten.

Standort
Optimal wäre ein Standort Richtung Osten oder Westen, denn im Süden ist es dem Geißblatt zu heiß und im Norden zu dunkel.

Empfehlenswerte Sorten
Das pflegeleichte einheimische Echte Geißblatt Jelängerjelieber (Lonicera caprifolium) ist winterhart und verströmt besonders in den Abendstunden einen betörenden Duft.

Blütezeit
Juni bis September

Pflegetipps
Achten Sie darauf, das Geißblatt regelmäßig zurückzuschneiden, da es dazu neigt, nach einigen Jahren im unteren Bereich zu verkahlen. An die Erde stellt die sommergrüne Pflanze keine besonderen Ansprüche. Es reicht normale Gartenerde, die Sie feucht (aber nicht nass) halten.

Kletterhortensien – auch für schattige Nordbalkone geeignet

Kletterhortensien (Hyrangea petiolaris) bezaubern mit ihren schönen cremeweißen Schirmblüten. Wer keinen sonnenverwöhnten Balkon in Südlage vorweisen kann, hat mit der Kletterhortensie eine schöne Alternative, denn sie gedeiht auch an schattigeren Plätzen gut.

Kletterhortensien sind stadtklimafeste, frostharte und schattenverträgliche Kletterpflanzen
Kletterhortensien sind stadtklimafest, frosthart und schattenverträglich

Standort
Hortensien bevorzugen halbschattige, windgeschützte Standorte.

Empfehlenswerte Sorten
Gut geeignet für die Haltung im Kübel sind die Sorten Silver Lining mit weiß panschierten Blättern oder Cordifolia, die nur etwa zwei Meter groß werden.

Blütezeit
Mai bis Juli

Pflegetipps
Kletterhortensien bevorzugen einen eher sauen Gartenboden. Greifen Sie also am besten zu Rhododendron- oder Hortensienerde. Achten Sie darauf, Kletterhortensien regelmäßig zu gießen, denn die Erde darf auf keinen Fall austrocknen. Kletterhortensien sind zwar Haftwurzler, lassen sich aber auch gut an Rankgittern emporziehen, wenn Sie eine Wandhaftung vermeiden möchten. Achten Sie hierbei auf eher breitere Rankgitter auf Holz, an denen sich die Kletterhortensie gut festhalten kann. Am Anfang müssen Sie die Kletterhortensie ohnehin am Rankgitter festbinden. Übrigens: Kletterhortensien wachsen recht langsam.

Einjährige blühende Kletterpflanzen für den Balkon

Wer die Abwechslung liebt, kann mit einjährigen Kletterpflanzen jedes Jahr für neue Blütenvielfalt auf dem Balkon sorgen. Einjährige Kletterpflanzen sind zwar nicht winterhart, aber Sie können aus den gebildeten Samen der Pflanzen einfach im nächsten Jahr neue Pflanzen ziehen.

Damit Ihr Balkon rasch begrünt wird, haben wir hier besonders schnellwachsende Sorten für Sie zusammengestellt, die sich gut im Topf halten lassen, und natürlich wunderschöne Blüten bilden.

Schwarzäugige Susanne – eine dauerblühende Kletterpflanzen für Ihren Balkon

Die Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata) gehört zu den beliebtesten Rankpflanzen für Balkone. Mit gutem Grund: Sie wächst rasend schnell und die auffälligen, gelben Blüten sorgen von Mai bis Oktober für gute Laune auf dem Balkon. Auch als Nektarspender für Insekten kann sie sich sehen lassen.

Kletterpflanze Balkon: Die Schwarzäugige Susanne gibt es in gelben, weißen oder rosafarbenen Blüten
Die Schwarzäugige Susanne gibt es in gelben, weißen oder rosafarbenen Blüten

Standort
Die Schwarzäugige Susanne liebt vollsonnige, windgeschützte, warme Plätze. Wer ihr diesen Wunsch erfüllt, wird im Sommer mit einem Blütenmeer belohnt.

Empfehlenswerte Sorten
Es gibt verschiedene Sorten der Schwarzäugigen Susanne, Sie können hier nichts falsch machen. Die größten Blüten bildet die „Superstar Orange“.

Blütezeit
Mai bis Oktober

Pflegetipps
Die Samen der Schwarzäugigen Susanne werden zwischen Februar und April unter einer Glas- oder Kunststoffhaube im Haus vorgezogen. Ab Ende Mai dürfen die Pflänzchen auf den Balkon umziehen. Befestigen Sie die Triebe am Anfang locker mit Bindedraht an der Rankhilfe. Sobald die Pflanze Halt gefunden hat, wächst sie im Turbotempo das Rankgitter empor. Übrigens können Sie die Schwarzäugige Susanne auch gut als Hängeblume für den Balkon einsetzen. Wenn Sie die Pflanze als Sichtschutz einsetzen möchte, sollten Sie gleich mehrere Pflanzen nebeneinander einpflanzen.

Kapuzinerkresse – Heilkraut mit Leuchtblüten

Die pflegeleichte Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) setzt mit ihren leuchtend orangeroten Blüten und den hübschen runden Blättern leuchtende Akzepte auf dem Balkon. Besonderes Highlight: Die Blüten und Blätter der Kapuzinerkresse sind essbar und lassen sich beispielsweise als dekorative Beilage im Salat oder Quark verwerten. Kapuzinerkresse war Heilpflanze des Jahres 2013.

Kapuzinerkresse können Sie ganz einfach am Balkongitter emporranken lassen. Dann hat sie unten feuchte Füße und oben einen warmen Kopf – so liebt es die gesunde Kletterpflanze.
Kapuzinerkresse können Sie ganz einfach am Balkongitter emporranken lassen. Dann hat sie unten feuchte Füße und oben einen warmen Kopf – so liebt es die gesunde Kletterpflanze.

Standort
Kapuzinerkresse liebt geschützte, sonnige Plätze, kommt aber auch mit halbschattigen Standorten gut zurecht. Dann bildet sie allerdings weniger Blüten.

Empfehlenswerte Sorten
Kapuzinerkresse gibt es mit gefüllten und ungefüllten Blüten. Wir empfehlen eine bunte Mischung mit ungefüllten Blüten, denn so profitieren auch die Insekten vom Blütenreigen.

Blütezeit
Juli bis Oktober

Pflegetipps
Ziehen Sie die Pflanzen von Februar bis April in Anzuchttöpfen im Haus vor. Ab Ende Mai darf die Kapuzinerkresse auf den Balkon umziehen. Kapuzinerkresse können Sie im Kübel oder im Balkonkasten wachsen lassen. Auch in Hängeampeln macht sie eine gute Figur. Kapuzinerkresse benötigt einen mäßig nährstoffreichen Boden. Durchmengen Sie die Gartenerde also am besten mit Sand. Denken Sie daran, die Kapuzinerkresse gut zu gießen, denn durch ihre großen Blätter verliert die Pflanze viel Wasser. Ansonsten ist die Kapuzinerkresse sehr anspruchslos und man kann bei der Pflege kaum etwas falsch machen.

Prunkwinden – pflegeleichte Bienenmagnete

Prunk- oder Prachtwinden (Ipomoea) sind unkomplizierte Kletterpflanzen für den Balkon, die nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Bienen sehr begehrt sind. Und: Sie wachsen extrem schnell und können sogar als Sichtschutz eingesetzt werden.

Prunkwinden können auch als Sichtschutzpflanze eingesetzt werden. Eine schöne Rankpflanze
Prunkwinden können auch als Sichtschutzpflanze eingesetzt werden

Standort
Prunkwinden sind sehr anspruchslos. Wie alle Blütenpflanzen freuen sie sich über einen sonnigen Standort, auch Wind macht ihnen nichts aus.

Blütezeit
Die violetten Trichterblüten zeigen sich von April bis Oktober. Die Blüten zeigen sich jeweils immer nur einen Tag lang, die Pflanze bildet aber immer wieder neue Blüten.

Pflegetipps
Sie können Prunkwinden ab April bis Mai direkt auf dem Balkon in Pflanztöpfen aussäen. Das Rankgerüst für Prunkwinden können Sie ganz einfach selbst aus Bambusstäben herstellen. Besonders gut sehen fächerförmige Spaliere aus, weil die Schlingpflanzen erst in die Höhe und dann in die Breite wachsen.

Duftwicken – bunter Bauerngarten auf dem Balkon

Die romantischen Duftwicken (Lathyrus odoratus) sind sehr unkomplizierte einheimische Kletterpflanzen, die nur etwa einen Meter hoch wachsen. Wer es bunt mag, wird Duftwicken lieben, denn es gibt sie in den verschiedensten Farbtönen von Weiß, über Rosa, Rot, Blau oder Violett.

Wicken sind typische Bauerngartenpflanzen
Wicken sind typische Bauerngartenpflanzen

Standort
Duftwicken mögen sonnige bis halbschattige, windgeschützte Standorte.

Blütezeit
Die schmetterlingsartigen Blüten zeigen sich von Juni bis September

Pflegetipps
Duftwicken brauchen Sie nicht im Haus vorzuziehen. Ab Mitte April können Sie die Duftwicken auf dem Balkon in den Pflanztöpfen aussäen. Duftwicken sind eher kleine Kletterpflanzen. Sie eignen sich daher beispielsweise gut, um Balkongeländer zu begrünen. Sie können Duftwicken auch im Balkonkasten aussäen und an kleinen gespannten Drähten nach oben wachsen lassen.

Tipp: Wer es ganz abwechslungsreich mag, kann sich im Sommer auch einfach überraschen lassen. Gerade bei einjährigen Kletterpflanzen gibt es bunte Samenmischungen im Handel.

Text: Kerstin Dunker
Bilder, wenn nicht anders angegeben: Unsplash und Pixabay

Interview mit Cradle to Cradle Pionier Michael Braungart

Portrait Michael Braungart
Foto: Anna Bauer

Ende der 1990-er Jahre hat Michael Braungart zusammen mit seinem Kollegen William McDonough das Cradle to Cradle Prinzip entworfen. Wir haben mit dem Vordenker über Hintergründe, Chancen und Schwierigkeiten einer natürlichen Kreislaufwirtschaft gesprochen.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Über Michael Braungart

Was bedeutet eigentlich Cradle to Cradle? Wo sind die Vorteile und was macht es aus? Wie kann man es vom Begriff ‘nachhaltig’ abgrenzen und welche Chancen bietet Cradle to Cradle für unsere Zukunft? Niemand kann diese Fragen besser beantworten, als Pionier Michael Braungart, der das Cradle to Cradle Prinzip entwickelt hat.

Michael Braungart ist Verfahrenstechniker und Chemiker. Er entwickelte zusammen mit seinem Kollegen William McDonough Ende der 1990-er Jahre das Cradle to Cradle Konzept. Braungart engagierte sich bereits bei Greenpeace und ist Professor für Öko-Design an der Leuphana Universität in Lüneburg.

Klimaneutral versus Cradle to Cradle

Was bedeutet eigentlich Cradle to Cradle?
Cradle to Cradle bedeutet, dass wir für andere Lebewesen nützlich sein sollen. Es geht darum Dinge zu tun, die nützlich sind und nicht weniger schädlich. Deshalb ist Cradle to Cradle mehr als Umweltschutz.

Also geht es darum, klimaneutral zu wirtschaften?
Was ist klimaneutral? Was für ein Blödsinn neutral sein zu wollen. Kein Baum ist klimaneutral. Wir wollen ja viel mehr gut und nützlich sein – also klimapositiv.

Die Umweltbewegung sagt uns, dass es besser wäre, nicht da zu sein. Dabei müssen wir unser Dasein als Chance und nicht als Belastung empfinden. Hier in Europa sagen uns die Religionen, dass die Menschen böse sind und nur Gott sie erlösen kann und wir nicht gut, sondern nur weniger schlecht sein können.

All das habe ich erst begriffen, als ich zwei Jahre in China war. Wenn man da auf dem Land bei jemandem zu Besuch ist, bleibt man nach dem Essen so lange, bis man die Toilette aufsucht um die Nährstoffe da zu lassen, da wird immer im Kreislauf gedacht.

Das heißt es ist wirklich wichtig seine Rolle neu zu denken. Wir sind keine Schädlinge, sondern nützlich für andere. Uns sagt aber die Umweltbewegung, es wäre besser, nicht da zu sein. In anderen Ländern herrscht eine Kultur der Großzügigkeit, das Leben wird als Chance begriffen nicht als Belastung.

Deshalb geht in China die Tendenz viel mehr zu Cradle to Cradle, weil man das Prinzip viel leichter verstanden hat. Im Islam und Christentum ist der Mensch böse. Deshalb wollen wir hier klimaneutral sein.

Klimaneutral versus Cradle to Cradle

Nachhaltig versus Cradle to Cradle

Welche Unterscheidungen gibt es zwischen der Cradle to Cradle Definition und dem gern verwendeten Begriff „nachhaltig“?
Nachhaltigkeit ist innovationsfeindlich. Echte Innovation ist nicht nachhaltig. Wenn ich Sie frage „wie geht es mit Ihrem Lebensgefährten“ und Sie sagen „nachhaltig“ ist das traurig.

Bei Cradle to Cradle geht es um Qualität und Schönheit und Innovation. Nachhaltigkeit ist gut, um inne zu halten, aber es ist kein Zukunftskonzept. Bei Cradle to Cradle geht es um: rethink, reinvent, redesign. Sprich: man muss alles neu erfinden und nicht weniger schädlich gestalten, sondern nützlich. Das ist einfach eine andere Fragestellung.

In Baden-Württemberg zum Beispiel haben die Grünen massiv Cradle to Cradle verhindert, weil Sie in dem Denken sind, dass es Umweltschutz ist, Müll zu entsorgen. Es geht aber nicht darum zu verzichten und vermeiden, sondern darum, dass man Nützliches macht. Es gibt nichts Böses, nur die Abwesenheit von Qualität. Zu viel Abfall ist ein Qualitätsproblem.

Können Sie das konkretisieren?
Wir machen Stahlbeton und nennen das Recycling, obwohl dabei alle wertvollen Grundmetalle am Ende weg sind. Vor 26 Jahren haben wir eine Waschmaschine vorgestellt, bei der man nicht die Waschmaschine, sondern die Nutzung der Waschmaschine verkauft und dann hochwertige Kunststoffe nimmt.

Wenn der Hersteller das beste Material nehmen kann und die Maschine wieder zurückbekommt, kann er es am Ende wieder neu einsetzten und muss es nicht recyceln.
Wenn Mercedes Stahl nur vermieten, nicht verkaufen würde, dann wäre es billiger und besser.

Ein Windrad enthält 12 Tonnen Kupfer. Aber niemand braucht das Kupfer, sondern nur die Stromleitung. Wenn der Hersteller also die Kupfernutzung verkaufen würde, dann würde ich weniger bezahlen und das Kupfer behält seinen Wert. Gleiches gilt bei Fensterrahmenherstellern. Die 80.000 Tonnen Aluminium in den Fassaden kaufe ich. Damit wird ein Gebäude zur Materialbank und das sollte man eigentlich aus dem Gebäudewert rausrechnen.

Nachhaltig versus Cradle to Cradle

Ist das nicht alles ein sehr langwieriger und umständlicher Prozess?
Das braucht Zeit, und das ist nicht schlimm. Das Mobiltelefon hat 65 Jahre bis zum Endverbraucher gebraucht. Innovationen brauchen eben Zeit. Wir sind aber gut im Zeitplan.

Es gibt mittlerweile 11.000 Cradle to Cradle Produkte. Der Vorstand von BMW hat bei der Bilanzkonferenz vorgestellt, dass ab 2025 alle BMWs nach Cradle to Cradle gebaut werden.

Wie wirtschaftlich ist Cradle to Cradle?

Sind solche Umstellungen nicht unfassbar unwirtschaftlich?
Es gibt viele 100 Cradle to Cradle Produkte in Holland. Man kann damit auch Geld verdienen.

Das erste Cradle to Cradle-Produkt war 1992 ein essbarer Möbelbezug. Normalerweise sind die Zuschnitte hier so giftig, dass sie als Sondermüll verbrannt werden. Wenn die Zutaten essbar sind – was ich übrigens schon rund 60-mal im Fernsehen demonstriert habe – dann können die Zuschnitte an Gärtnereien gehen. Und in der Herstellung sind sie 20 Prozent billiger.

Darüber hinaus gibt es viele Firmen, die das schon machen. Ein Beispiel: in Tübingen werden Cradle to Cradle Druckfarben gemacht, die in Bangladesch produziert werden. Das Wasser, das beim Färben rauskommt, ist trinkbar.

Cradle to Cradle setzt sich durch, weil es kostengünstiger ist. Das sieht man an Elektromotoren, die setzten sich durch, weil es billiger ist, sie zu fertigen.

Wie wirtschaftlich ist Cradle to Cradle?

Ist es Ihrer Ansicht nach ein Konzept für Privatmenschen, die Wirtschaft oder beides?
Es ist wichtig, immer bei uns selbst anzufangen und nicht auf eine Systemänderung zu warten. Jeder kann was tun. Auch fünf Menschen können was ändern.

Wenn man sich zum Beispiel überlegt, dass ein Baby 3.000 Windeln braucht. Das ist eine Gemeinheit, denn Hersteller machen so Profit auf Kosten der Allgemeinheit. Wenn nur fünf Leute zu Aldi zurückkommen würden und die benutzen Windeln zurückgeben würden, weil es nichts anderes als eine Einwegverpackung ist, würde sich vielleicht schon was ändern. Es gibt viele Dinge, wo Menschen handeln können.

Ganz einfach heißt es: Kompost oder Ofen. Sprich: ich verkaufe ein Bett, einen Stuhl, einen Tisch oder einen Bodenbelag mit Pfand und definierter Nutzungszeit. Eine Waschmaschine, die 30 Jahre hält, ist umwelttechnisch eine Katastrophe. Denn Die Innovationszeit eines solchen Geräts liegt bei 9 Jahren. Wenn man Pfand darauf hat, weiß der Hersteller, dass das Produkt zurückkommt und kann das beste Material, nicht das billigste, verwenden und das wiederverwenden.

Was kann jede*r Einzelne tun?

Beim Thema Umweltschutz geht es auch immer um den Verzicht des Einzelnen. Wie viel Verzicht ist bei einer Cradle to Cradle Wirtschaft notwendig?
Wenn ich nur verzichte, zerstöre ich die Welt nur langsamer. Der Planet zerstört sich jetzt schon. Wir brauchen ein anderes Ziel, wir müssen erreichen, dass wir die Treibhausgase von 1900 haben. Dafür reicht es nicht, 10 Prozent weniger Schwein zu sein. Wir brauchen positive Ziele. Der Boden muss wieder aufgebaut werden, eine Landwirtschaft muss Nährstoffe zurückgewinnen.

Wie wirtschaftlich ist Cradle to Cradle? Michael Braungart kennt die Antwort.

Kann das Cradle to Cradle Prinzip aber noch rechtzeitig flächendeckend umgesetzt werden?
Ich mache mir da keine Sorgen. Alle führenden Designschulen machen schon Cradle to Cradle. Außerdem ist für die jüngere Generation Anerkennung wichtiger als Geld. Und das Umweltthema ist ein Moralthema.

Die junge Generation will stolz sein und ihnen ist Anerkennung sehr wichtig. Diese narzisstische Selbstachtung ist gut. Denn wer Müll macht, ist ein Idiot und jemand, der giftiges Spielzeug macht, ist doof. Ich will aber nicht doof sein. Das ist ein Qualitätsproblem und wenn ich giftige Produkte mache, dann macht jemand junges nicht mit. Deshalb setzen sich solche Sachen nicht durch, weil junge Leute stolz auf sich sein wollen.

Das Interview führte Julia Schenkenhofer.
Fotos: Pixabay

AURO – Ökologische Farben für gesundes Wohnen

Ökologische Farben für gesundes Wohnen von AURO

Seit mehr als 35 Jahren stellt AURO Farben und Lacke aus Naturrohstoffen her. Die ökologischen Produkte werden nachhaltig hergestellt und sind vollständig kompostierbar. So werden weder Mensch noch Umwelt belastet.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von AURO.

Wohlfühlfarben – schön und nachhaltig

Sind Ökologie und Ästhetik miteinander verbunden? Ja! Bereits seit 1983 entwickeln und produzieren wir Farben, Lacke, Lasuren, Öle, Wachse und Reiniger ausschließlich mit den besten Rohstoffen aus der Natur. Beispiellos gehen wir mit unseren ökologischen Produkten und dem selbst entwickelten Qualitätssystem als einziger Hersteller diesen Weg. Unser innerer Antrieb ist, die Gesundheit von Mensch und Natur zu erhalten und zu fördern.

Die Farben von AURO sind ökologisch und nachhaltig

Harmonische Farbwirkung, farbecht, authentisch und eine natürliche Ausstrahlung; AUROFarben sind unvergleichlich. Sie sehen nicht künstlich aus und machen unsere Güter spürbar lebendig. Das bedeutet auch, dass wir die höchste Qualität bei unseren Produkten anwenden und die Rohstoffe, die aus pflanzlichen und mineralischen Quellen stammen, so schonend wie möglich aus der Natur gewinnen. Sie sind mehr als umweltfreundlich, nämlich biologisch abbaubar, und sie lassen sich selbstverständlich ohne Bedenken wieder in den natürlichen Stoffkreislauf zurückführen.

Die Idee, Produkte aus Naturstoffen herzustellen, hatte Gründer und Chemiker Dr. Hermann Fischer während seines Studiums. Von Anfang an stand für ihn fest, dabei auf den Rohstoff Erdöl zu verzichten. Erdöl ist nicht erneuerbar, sondern endlich. Die Pflanzen hingegen sind nachwachsend, sie brauchen nur eine „solare Chemie“. Für das ökologische Konzept sind wir weltweit bekannt, geschätzt und anerkannt.

AURO Gründer Dr. Herrmann Fischer
Gründer Dr. Herrmann Fischer

Pflanzen bieten eine unermessliche Vielfalt von Grundstoffen, die alle vollständig biologisch abbaubar sind. Denn jede einzelne Pflanze stellt
eine hoch effiziente Chemiefabrik dar, die ihre Produkte völlig abfallfrei herstellt. So kann eine Pflanze zum Beispiel Zellulose in ihren Stängeln, Farbstoffe in ihren Blättern, Wachse auf der Blattoberfläche, Fette und Eiweiße in ihren Früchten sowie Duftstoffe und Harze in ihren Blüten erzeugen“.

Dr. Hermann Fischer, AURO-Gründer

Biodiversität schützen und schaffen

Wir fühlen uns der Natur verbunden. Genau gesagt, gehört das biologische und ökologische Tun zu den wesentlichen Grundlagen unseres Handelns als Unternehmen. Somit setzen wir uns mit unseren Produkten für die Sicherung der Artenvielfalt ein.

Die Farben von AURO sind biologisch abbaubar und kompostierbar

Als Unternehmen sind wir vollkommen abhängig von einer intakten und produktiven Biosphäre. Wir schöpfen aus einem Kosmos vielfältiger, immer wieder erneuerbarer Pflanzenstoffe und sind mit unseren Produkten Teil der Biodiversität. Für die Herstellung unseres umfassenden Sortiments setzen wir auf Öle, Harze, Wachse und Pigmente aus der Natur. Die Rohstoffe stammen aus pflanzlichen und mineralischen Quellen und können nach der Verarbeitung problemlos in den Stoffkreislauf der Natur zurückgeführt werden.

Die Farben beinhalten Pflanzenstoff wie Öle, Harze, Wachse und Pigmente aus der Natur

Nach Eintrocknung sind die Produkte kompostierbar, ebenso alle damit behandelten Hölzer. Die zukünftige „grüne“ Chemie ist also auf eine intakte, reichhaltige biologische Vielfalt angewiesen. Jede Verarmung der Tier- und Pflanzenwelt schränkt sie ein.

Umfassende Qualität

Seit über 35 Jahren setzen wir bewusst auf den Einsatz von pflanzlichen und mineralischen Rohstoffen. Unsere Naturfarben sind bis heute Pionierprodukte, das, was uns besonders ausmacht. Wir stellen einzigartige ökologische Farben her, mit höchstem Qualitätsanspruch. Mit viel Leidenschaft, dem richtigen Gespür und dem Wissen um die besten Inhaltsstoffe, vereint unsere Forschung die natürlichen Farben mit dem höchsten Qualitätsanspruch. Dafür werden Erkenntnisse aus Projekten sowie aus der täglichen Anwendung zusammengebracht; das richtige Herstellungsverfahren, die grundlegenden und sorgsamen Überlegungen bei der Auswahl der richtigen Inhaltsstoffe und das Wissen über die Wirkungszusammenhänge der Stoffe.

Die intensive Analyse jedes Inhaltsstoffs war auch der Grund, warum wir Stoffe auf petrochemischer Basis aus den AURO-Farben ausgeschlossen haben. Mit der Entwicklung des biogenen Bindemittels Replebin® kommt neuestes pflanzenchemisches Wissen mit aktuellen Techniken zusammen. Damit haben wir wieder den ökologischen Wandel geschafft.

AURO-COLOURS-FOR-LIFE_Farbfaecher
Farbtonfaecher-AURO_COLOURS-FOR-LIFE_offen
AURO-COLOURS-FOR-LIFE-Lack-matt-Stuhl_true-blue-05__300dpi
AURO-COLOURS-FOR-LIFE-Ecolith-Blaetter_
AURO-COLOURS-FOR-LIFE_Lack-Holzscheiben_bunt_300_30x20
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Ganzheitliche Nachhaltigkeit bei AURO

Seit Firmengründung im Jahr 1983 folgen wir unserer „inneren Überzeugung“, den angewendeten Leitbildern von Nachhaltigkeit, Erneuerbarkeit, Abbaubarkeit und gesellschaftlichem Nutzen. Sie gehören zu den wesentlichen Grundlagen unseres Handelns und sind der Kern der Marke AURO. Unser Ziel ist es, die vielfältigen Anforderungen an das Unternehmen mit den Erfordernissen nachhaltigen Handelns in Einklang zu bringen. Dazu gehören die Produktentwicklung sowie die Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen. Diese Denkweise wirkt sich ganz konkret auf die Auswahl und den Einkauf unserer Grundstoffe aus. In einem permanenten Optimierungsprozess versuchen wir, unsere Rohmaterialien immer wieder durch solche mit noch besserem ökologischem und sozialem Gesamtprofil zu ergänzen oder auch zu ersetzen.

Die Naturfarben von AURO fügen sich in den Kreislauf der Stoffe ein

Die eingesetzte elektrische Energie stammt aus zertifiziertem Ökostrom, bei der Produktion entstehen keine CO2-Emissionen. Ergänzt durch die Photovoltaikanlage auf dem Firmendach arbeiten wir zu 100% mit Ökostrom. Eine zusätzliche Solarthermieanlage dient der Wärmegewinnung. Selbst das Regenwasser wird in einer Aufbereitungsanlage gesammelt und für Produktionszwecke eingesetzt. Das Wasser wird nach der Verarbeitung in guter Qualität zurückgeführt. Die Farbreste der Produktion sind voll kompostierbar. Mit unserer nachhaltigen Firmenphilosophie leisten wir als Naturfarbenhersteller einen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz. Wir sind uns bewusst, Teil einer größeren ideellen Strömung zu sein, die sich für ein umweltbewusstes Handeln zum Erhalt einer intakten, artenreichen Biosphäre und für gesunde, zukunftsfähige Arbeitsplätze einsetzt.

Als ökologisch orientiertes Unternehmen gehört für uns die Artenvielfalt zu einer intakten Umwelt. Deshalb arbeiten wir mit dem NABU Naturschutzbund Deutschland e.V. seit mehr als 35 Jahren erfolgreich zusammen und leisten mit unserer Firmenphilosophie einen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz. Wussten Sie schon, dass AURO-Gründer Dr. Hermann Fischer seit 2009 im Präsidium als Ratgeber des NABU sitzt? Insgesamt sind 660.000 Mitglieder und Förderer im NABU aktiv für Mensch und Natur.

Wohnen mit gesunden AURO Farben

Räume, die mit AURO-Farben gestaltet werden, haben eines gemeinsam: ein gesundes Wohnraumklima. Beste ökologische Rohstoffe aus der Natur kommen in den Farben zum Einsatz. Zuerst kommt es jedoch darauf an, sich im eigenen Zuhause wohlzufühlen und die Farbtöne zu wählen, mit denen Sie sich gerne umgeben möchten. Unsere Klassiker sind die weiße Wandfarbe, die cremeweiße Profi-Lehmfarbe und die rein mineralische Profi-Kalkfarbe. Jede Nuance strahlt eine besondere Natürlichkeit aus und passt zu allen anderen Farbtönen. Die außergewöhnlichen Wandfarben wirken sehr positiv im Haus. Sie sind emissionsarm, konservierungsmittelfrei und atmungsaktiv.

Geruchabbau durch das Frischeweiß von AURO
Das Frischeweiß kann helfen, Gerüche abzubauen

Die umweltfreundlichen Farben sind auch für Allergiker sehr interessant. Selbstverständlich beinhalten unsere Farben keine synthetischen Zusätze. Die Stoffe, die bei uns zum Einsatz kommen, werden lückenlos deklariert.

Holz erleben: sehen, fühlen und riechen

Holzoberflächen sind viel mehr als die Dinge, die wir sehen und ertasten. Unser ganzer Körper fühlt die Naturflächen in seiner Nähe. Die Gestaltung der Hölzer bestimmt häufig, ob wir uns in Räumen wohlfühlen. Tisch, Stuhl und Kommode aus echten Naturhölzern lassen sich im eigenen Heim oder im Außenbereich bestens mit unserer Aqua-Holzlasur oder dem Aqua-Lack behandeln. Dabei kommen die organischen Farben mit ihrer Farbechtheit besonders zur Geltung. Hölzer, die mit der Aqua-Lasur oder dem Aqua-Lack behandelt sind, behalten ihre natürliche Ausstrahlung, man fühlt die echte Struktur.

Anwendung eines Aqua-Lacks

Die lösemittelfreien Aqua-Produkte setzen auf Inhaltsstoffe wie Baumharze, Wachse, Farbpigmente, Fette und Öle und kommen dabei selbstverständlich ohne Erdölzusätze aus. Auch Elternherzen schlagen höher: Die Lasuren und Lacke sind für den Anstrich von Spielzeug nach DIN EN 71 Teil 3, Sicherheit von Spielzeug, geeignet und auf Speichel- und Schweißechtheit nach DIN 53160 geprüft. Die farbigen Holzlasuren und auch die Bunt-, Weiß- und Transparentlacke lassen sich jeweils untereinander mischen.

Gartenaccessoires schön gepflegt

Charakterstark und pflegeleicht: Um das winterliche Grau abzulegen, benötigen Außenhölzer eine effektive Reinigung und einen pflegenden Anstrich. Ein neues Aussehen erhalten Holzterrassen und -möbel mit dem Terrassenöl und Gartenmöbelöl zurück. Sie sind so perfekt vor der Sonne geschützt, edel im Look und wasser- und schmutzabweisend.

Anwendung des Terrassenöls
Holzlasur für einen Zaun

Die ökologischen Inhaltsstoffe der Öle dringen tief ein und schützen so das Holz. Sie sind zudem atmungsaktiv und verleihen den Gartenaccessoires einen feuchtigkeitsregulierenden Anstrich. Selbst bei Wetterbedingungen wie Sonne, Regen und Frost, die unbehandelte Garten- und Terrassenhölzer vergrauen lassen, schützen die Öle vor Feuchtigkeit. Durch die spezielle Pigmentierung in den beliebten Farbtönen Teak, Bangkirai, Lärche und Natur wird das Holz vor dem Ausbleichen geschützt. Die Öle blättern nicht ab und gewährleisten Schutz vor UV-Strahlung. Nach der Verarbeitung sind die Produktreste sowie die behandelten Hölzer kompostierbar.

Wellness für den Holzfußboden

Der beliebteste Bodenbelag für das eigene Heim ist für viele Haus- und Wohnungsbesitzer ein natürlicher Holzboden. Die Fußschmeichler sind attraktiv, angenehm begehbar, aber auch stabil und robust. Die wohngesunde Pflege und der Schutz für Böden sind denkbar einfach und seit jeher die ursprünglichste Form; Mit dem lösemittelfreien PurSolid Hartöl und dem Pur-Solid Einmalöl-Wachs kommt die hochwertige, samtige Oberfläche des Holzes voll zur Geltung und die Struktur bleibt deutlich erkennbar. Das Holz kann atmen und behält zudem die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben.

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Text und Bilder: AURO