Nachhaltig bauen mit Ziegel-Holz-Hybriden

Neben guten bauphysikalischen Eigenschaften legen immer mehr Bauherren auch Wert auf die Ökobilanz der verwendeten Baustoffe. Mit nadelholzgefüllten „Silvacor“-Mauerziegeln der Unipor-Gruppe lassen sich alle Anforderungen an nachhaltiges Bauen problemlos umsetzten – ob bei Eigenheimen, Mehrgeschoss- oder Nutzbauten. Dabei sorgt der Baustoff der Ziegel-Holz-Hybriden für eine energieeffiziente Gebäudehülle sowie wohngesundes Raumklima.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Leipfinger-Bader.

Bauen im Einklang mit der Natur

Ökologie und Klimaschutz sind heutzutage unverzichtbare Kriterien bei der Bauplanung. Dem Nachhaltigkeitsgedanken sollten daher auch die verwendeten Baustoffe Rechnung tragen; Mit ihrem innovativen Silvacor-Mauerziegel bietet die bundesweit aktive Unipor-Gruppe (München) eine besonders ökologische Wandbaustoff-Lösung an. Denn der massive Mauerziegel ummantelt eine Füllung aus hochwärmedämmenden, sortenreinen Nadelholzfasern. Aus diesem Grund wird er auch als „Ziegel-Holz-Hybridbaustoff“ bezeichnet und ist zudem vollständig recyclebar.

Nadelholzgefüllte „Unipor-Silvacor“-Mauerziegel erfüllen alle Anforderungen an nachhaltiges Bauen: Unter Verwendung ausschließlich natürlicher Rohstoffe sorgen sie für eine energieeffiziente Gebäudehülle und wohngesundes Raumklima.
Bild: Unipor, München

Durch und durch ökologisch

Der „Unipor Silvacor“ zeigt seine ökologischen Vorteile gleich in mehrfacher Hinsicht. In das ausgefeilte Lochkammer-System des Ziegels ist eine Dämmstoff-Füllung eingebracht, die aus sortenreinen Nadelholzfasern besteht. Entsprechend leitet sich der Name vom lateinischen Wort „Silva“ ab, das mit „Wald“ oder „Holz“ übersetzt werden kann. Als nachwachsender Rohstoff schont die Verwendung dieses Naturproduktes die natürlichen Ressourcen, wobei seine Verfügbarkeit langfristig gesichert ist. Die Produktion der Fasern obliegt der Steico Gruppe (Feldkirchen), dem weltweit führenden Hersteller von Holzfaser-Dämmstoffen. Dabei wird das Basismaterial in rein mechanischer Weise verändert, wodurch sich die Produktions-prozesse einfach gestalten und der Energieaufwand vergleichsweise gering ausfällt.

Neuer Meilenstein für ökologisches und wohngesundes Bauen: Der „Unipor W07 Silvcor“ wird wie alle Mauerziegel von Leipfinger Bader nur aus Ton und Lehm gebrannt. In die filigranen Lochkammern ist ein Dämmstoff-Kern aus natürlichen Holzfasern eingebracht.
Bild: Leipfinger Bader

Ein zusätzlicher ökologischer Pluspunkt ist die hervorragende CO2-Bilanz des Dämmstoffes, da Kohlenstoffdioxid in den Holzfasern dauerhaft gebunden und erst beim Recycling wieder freigesetzt wird. So dient der Baustoff lebenslang als CO2-Speicher. Nicht zuletzt ist der Dämmstoff zu hundert Prozent recycelbar.

Naturnah und wohngesund

Für die Herstellung seiner Mauerziegel verzichtet Leipfinger Bader komplett auf chemische Zusätze. Nur aus Ton und Lehm gebrannt, bewahrt der massive Baustoff seinen Status als reines Naturprodukt, wovon Mensch und Umwelt beiderseits profitieren. Gleiches gilt für die Holzfaser-Dämmung. Eine wohngesunde Umgebung ist so für die Bewohner in vollem Umfang garantiert, wobei das Außenmauerwerk auch Elektrosmog wirksam abschirmt. Zusätzlich sorgt es für ein angenehmes Raumklima, da es Luftfeuchtigkeit und Temperatur in der Waage hält. Analog dazu besitzt der Dämmstoff eine hohe Kapazität, Wasser zu speichern. Ebenso gut trocknet er auch wieder aus. Das Ergebnis ist ein diffusionsoffenes Mauerwerk, das Feuchtigkeitsunterschiede ausgleicht und eine stetige Austrocknung in jede Richtung ermöglicht.

Bauphysikalische Eigenschaften

Dank seiner integrierten Dämmstoff-Füllung eignet sich der Mauerziegel insbesondere für den Bau von Niedrigenergiehäusern, die den KfW-Förderstandards entsprechen. Gemäß bauaufsichtlicher Zulassung (Z-17.1-1162) verfügt der „Unipor W07 Silvacor“ über einen Wärmeleitwert von nur 0,07 W/(mK). Damit ermöglicht er einen U-Wert der Außenwand von bis zu 0,14 W/(m2K). „Die ressourcenschonende Füllung aus FSC-zertifiziertem Nadelholz verbessert die bauphysikalischen Eigenschaften der Mauerziegel spürbar. So können auch energetisch anspruchsvolle Gebäude wie gewohnt in monolithischer Ziegelbauweise errichtet werden“, erklärt Dr.-Ing. Thomas Fehlhaber, Geschäftsführer der Unipor-Ziegel-Gruppe. Eine außenliegende Zusatzdämmung der Wände ist dafür nicht nötig.

Wärmeleitwert [W/(mK)]0,07
U-Wert Außenwand [W/(m2K)]0,18 | 0,16
Wandstärke in cm36,5 | 42,5
Steindruck-Festigkeitsklasse6
Grundwert der zul. Druckspannung fK [MN/m2]2,20
Baustoffklasse DIN 4102-4AB
Schallschutz RW,Bau,ref [dB] in Wandstärke 36,547
Rohdichteklasse [kg/dm³]0,60
Unipor W07 Silvacor

Mehrgeschossbau ohne Kompromisse

Auch für den mehrgeschossigen Wohnungsbau stellt der Silvacor-Mauerziegel eine besonders ökologische Lösung dar. So kommt der hochwärmedämmende Baustoff problemlos erhöhten Anforderungen an Schallschutz und Tragfähigkeit nach. „Speziell für diese Aufgaben haben wir unseren ‚Unipor WS08-Silvacor‘-Mauerziegel entwickelt“, führt Fehlhaber aus. „Mit einem Schalldämmmaß von RW,Bau,ref 48,7 Dezibel erfüllt er selbst erhöhte Schallschutzziele und sorgt so für eine ruhige Wohnatmosphäre.

Wärmeleitwert [W/(mK)]0,08
U-Wert Außenwand [W/(m2K)]0,21 | 0,17
Wandstärke in cm36,5 | 42,5
Steindruck-Festigkeitsklasse10
Grundwert der zul. Druckspannung fK [MN/m2]3,4
Baustoffklasse DIN 4102-4AB
Schallschutz RW,Bau,ref [dB] in Wandstärke 36,548,7
Rohdichteklasse [kg/dm³]0,65
Unipor WS08 Silvacor

Kontakt

Weitere Informationen zum „Unipor Silvacor“-Mauerziegel erhalten umweltbewusste Bauherren und Profis unter www.silvacor-ziegel.de sowie persönlich beim Hersteller unter Telefon 08762-7330 oder per Mail an info@leipfinger-bader.de.

Text: Ziegelwerke Leipfinger-Bader und dako pr corporate communications
Bilder: Leipfinger-Bader

Innovative Nachhaltigkeit: Preisträger des aed neuland

Logo des aed neuland
Bild: aed e. V.

Der aed – Verein zur Förderung von Architektur, Engineering und Design in Stuttgart e. V. – ist eine von seinen Mitgliedern getragene, gemeinnützige Initiative. Zum achten Mal lobte der Verein nun den Wettbewerb “aed neuland” international aus. Wir stellen Ihne drei besonders nachhaltige und innovative Gewinnerprojekte vor.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag des aed e. V.

Der aed neuland

Dieses Jahr gab es insgesamt 508 Einreichungen, die der von der Karl Schlecht Stiftung unterstützte Nachwuchswettbewerb für Gestalter*innen – aed neuland 2021 – verzeichnen konnte. Die Arbeiten kamen vor allem aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien, Russland, Belarus und Mexiko.

Das Niveau ist nochmals gestiegen, und es spricht für den Preis, dass nicht nur die Masse, sondern auch die Qualität wächst!

aed Vorstände und Koordinator*innen des Wettbewerbs, Silvia Olp, Dr. Frank Heinlein und Dr. Petra Kiedaisch.

In jeder der fünf ausgelobten Kategorien „Architecture + Engineering“, „Exhibition Design + Interior Design“, „Product Design“, „Communication Design“ und „Interaction Design“ wurde ein Mal Gold verliehen, bis zu vier Mal Silber sowie mehrfache Anerkennungen. Nachdem bereits die Jurysitzung im April 2021 online stattfand, erfolgte auch die Preisverleihung digital – am 15. Juni 2021.

Banner des aed neuland 2021
Bild: aed e. V.

Angesichts der Menge und Vielfalt der eingereichten Arbeiten fiel der 20-köpfigen Jury aus renommierten Architekt*innen, Ingenieur*innen und Designexpert*innen die Entscheidung nicht leicht. Auch die wachsende Digitalisierung und neue Ansätze innerhalb der Pandemiesituation galt es zu berücksichtigen. So wurde online heftig diskutiert, abgewogen und kritisch begutachtet – ob es um neue hybride Messeformate ging, innovative Ideen zur Nachverdichtung im urbanen Raum, temporäres Wohnen oder die Nutzung neuartiger Materialien wie Pilzmyzel.

AFRIKATATERRE

Auszeichnung: Gold
Kategorie: Exhibition Design + Interior Design
Titel: Team AFRIKATATERRE – Solar Decathlon Africa 2019 in Marokko
Namen: Annika Uven, Urs Seel + Team
Medium, Objekt: Gebäude-Konzept
Hochschulen: Technische Hochschule Lübeck, Université Internationale de Rabat, Marokko, Academic Institutions of Dakar, Senegal
Betreuung: Prof. Arch. DPLG CEAA Heiner Lippe, Prof. Dr. Imane Bennani + Team, Prof. Mbacké Niang + Team

Auszeichnung Gild des aed neuland Wettbewerbes: AFRIKATATERRE von Annika Uve, Urs Seel und dem Team
Bild: Annika Uven

Autorenstatement

Nach intensiven, kommunikativen, arbeitsreichen und anstrengenden 18 Monaten konnten wir im September 2019 von uns sagen, dass wir als einziges Team mit deutscher Beteiligung am ersten Solar Decathlon Africa teilgenommen haben. Wir haben in nur drei Wochen ein bewohnbares, voll funktionstüchtiges Haus errichtet, vom ersten Lehmblock bis zur Türklinke.

Annika  Uven und Urs Seel mit ihrer Auszeichnung des aed neuland
Bild: Annika Uven

Unser Gebäude, als Prototyp und Beitrag zum Solar Decathlon Africa 2019, steht bis heute in Ben Guerir auf dem Ausstellungsgelände. Wir beide, Annika Uven und Urs Seel, waren von Beginn an in die Planung integriert und haben das Projekt von den ersten Entwürfen bis zum letzten Stein begleitet und möchten dieses Erlebnis nun teilen.

Jurystatement

In der Sparte »Interior Design + Exhibition Design« haben wir viele bis ins Detail hervorragend gestaltete Entwürfe gesehen. Was »Team AFRIKATERRE« von allen abhebt, ist der Mut zum Machen. Nach anderthalb Jahren intensiver interdisziplinärer und internationaler Planung wurde das Projekt innerhalb von nur drei Wochen realisiert. Dabei lernen die Studierenden fürs Leben. Mit „Team AFRIKATERRE“ suchen und finden sie Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit; Wohnraummangel, Ressourcenknappheit, rasante Urbanisierung. Das »Team AFRIKATERRE« reagiert darauf mit einem energieautarken Lehmbau mit flexiblem Grundriss, gebaut aus und eingerichtet mit lokalen Materialien.

Lehmbau aus lokalen Materialien
Bild: Annika Uven
Die Außenwand des energieautarken Lehmbaus
Bild: Annika Uven

Kindergarten Mea Nork

Auszeichnung: Silber
Kategorie: Architecture + Engineering
Titel: Kindergarten Mea Nork
Name: Anne-Catherine Greiner
Medium, Objekt: Gebäude-Konzept
Hochschule: Karlsruher Institut für Technologie
Betreuung: Prof. Dirk E. Hebel, Daniel Lenz, Manuel Rausch

Auszeichnung Silber des aed neuland Wettbewerbes: der Kindergarten Mea Nork von Anne-Catherine Greiner
Bild: Catherine Greiner

Autorenstatement
Die NGO Smiling Gecko ist seit einigen Jahren im ländlichen Raum Kambodschas tätig. 2014 begann man, 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt in Mea Nork, eine auf Landwirtschaft basierende Gemeinschaft aufzubauen. Eine Schule dient bereits rund 1200 Kindern – nun soll angrenzend ein Kindergarten entstehen, der auch den Jüngsten Sicherheit und die Chance zur freien Entwicklung und Entfaltung bietet.

Anne-Catherine Greiner mit ihrer Auszeichnung des aed neuland
Bild: Catherine Greiner

Als räumliches Manifest der spielerischen Erkundung bettet sich der Kindergarten Mea Nork in die charakteristische Landschaft. Lokale Gemeinschafts- und Ökosysteme würdigend, fungiert die Struktur als Mechanismus für das Leben im Einklang mit extremen Wetterbedingungen, für das Lernen mit- und voneinander.

Jurystatement
Der Kindergarten Mea Nork entsteht 60 Kilometer nördlich von Phnom Penh, wo bereits eine Schule den Anfang zur Unterstützung aus dem Ausland gemacht hat. Das geplante organische Ensemble verwächst mit seiner klimabedingten Offenheit und seiner natürlichen Materialität mit der Umgebung und wird zu einem offenen begehbaren Konvolut mit eigenen Grundrissstrukturen. Unter Verwendung der Materialien Bambus und Schilf zeigt es sensibel eine schöne Übersetzung der lokalen Bautradition sowie einen Weg, den ökologischen und sozialen Themen mit Architektur zu begegnen.

Grafik: Kindergarten Mea Nork
Bild: Catherine Greiner
Zeichnung des Kindergartens
Bild: Catherine Greiner

Myamo

Auszeichnung: Silber
Kategorie: Exhibition Design + Interior Design
Titel: Myamo, ein pilzbasierter Akustikabsorber
Name: Katharina Querbach
Medium, Objekt: Akustikmodul
Hochschule: TH Köln
Betreuung: Prof. Philipp Heidkamp, Prof. Katrin Müller-Russo

Auszeichnung Silber des aed neuland Wettbewerbes: Myamo von Katharina Querbach
Bild: Katharina Querbach

Autorenstatement
Akustikmodule aus Pilzen? Absorbierend, dämmend und vollständig kompostierbar. Eine echte Alternative, um die Raumakustik effizient und nachhaltig zu optimieren. Myamo ist ein modulares Akustikpaneel aus Myzelium-Material, ein Verbundwerkstoff, der sich aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten und dem Wurzelgeflecht eines Pilzes zusammensetzt. Inspiriert von den Zellstrukturen der Natur wurde das modulare Design in einem CAD-Programm generiert und die Wachstumsformen anschließend mit einer CNC-Maschine gefräst.

Katharina Querbach mit ihrer Auszeichnung des aed neuland
Bild: Katharina Querbach

Jurystatement
Das nächste Level in der Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur ein nachwachsendes Material zu benutzen, sondern daraus direkt das Produkt wachsen zu lassen. Mit Myamo gelingt Katharina Querbach eine tiefgehende Auseinandersetzung mit einem ökologischen und zukunftsträchtigen Material. Genauso sorgfältig wie sie Pilzmyzel erforscht, widmet sich die Studentin der Ausarbeitung eines akustisch wirksamen Produkts und gestaltet daraus einen schnell nachwachsenden Akustikabsorber – mit realen Anwendungschancen in der Innenarchitektur.

Das Material aus Pilzen
Bild: Katharina Querbach
Akustikabsorber
Bild: Katharina Querbach

Über den aed e.V.

Der aed ist eine von seinen Mitgliedern getragene, gemeinnützige Initiative. Ihr Ziel ist es, die große Gestaltungskompetenz in der Region Stuttgart – vom Produkt- und Grafikdesign über Multimedia und Engineering bis hin zur Architektur – zu fördern und der Öffentlichkeit nahezubringen. Architekt*innen, Grafiker*innen, Designer*innen, Ingenieur*innen und andere Gestalter*innen, die unsere gebaute Umwelt und die Produkte unseres täglichen Lebens gestalten. Sie alle berichten und diskutieren auf Einladung des aed über aktuelle Projekte ebenso wie über grundlegende Fragestellungen.

Insbesondere der studentische Nachwuchs wird so gefördert und zu einer Beschäftigung mit anderen Disziplinen angeregt. Innerhalb der Fachwelt wird ein Diskurs ermöglicht, der zu einer die Disziplinen übergreifenden Fortentwicklung der Gestaltungskompetenz in unserer Region führen soll. Der aed hat es sich darüber hinaus zum Ziel gesetzt, die breite Öffentlichkeit einzubinden, sie zu informieren und an der Diskussion über die Gestaltungsfragen unserer Zeit teilhaben zu lassen. Das allgemeine Bewusstsein für die Vielfältigkeit und die Bedeutung guter Gestaltung soll so gefördert und geschärft werden.

Text: aed e. V.

Holzbalkon bauen – Mit diesen Tipps gelingt der Anbau

Holbalkon bauen: mit unseren Tipps gelingt der Anbau
Bild: runna10 / iStock

Sie möchten einen Holzbalkon bauen? Holz ist ein beliebtes und nachhaltiges Baumaterial, das nicht nur in der Innenraumgestaltung Anwendung findet, sondern auch als Dämmstoff, Konstruktionsmaterial, zur Fassadenverkleidung oder für den Anbau eines Balkons. Holzbalkone sind für viele Eigenheimbesitzer besonders reizvoll, bedürfen allerdings sorgfältiger Planung und Ausführung. Was es bei einem Holzbau-Balkon zu beachten gilt und welche Anforderungen hinsichtlich Abdichtung und Sanierung entstehen, erfahren Sie hier.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Christian Schaar.

Voraussetzungen für den Anbau eines Holzbalkons

Idealerweise können Hausherren einen Balkon bereits beim Hausbau mit einplanen, um einen Mehraufwand und zusätzliche Kosten von Vornherein auszuschließen. Ein Anbau ist dennoch möglich, unterliegt jedoch der Baugenehmigungspflicht, da er ein tragendes Bauteil ist und die Fassade verändert. Das heißt, vor Baubeginn müssen sich Eigenheimbesitzer zunächst beim zuständigen Bauamt informieren und einen Bauantrag mit Baubeschreibung, Lageplan, Ansichten und Grundriss einreichen. Hierbei sind der regionale Bebauungsplan sowie mögliche Einschränkungen und die Landesbauordnung zu berücksichtigen.

Es ist in jedem Fall empfehlenswert einen Architekten, Statiker, Handwerksmeister oder Zimmerer hinzuziehen. Diese sind nicht nur bauvorlageberechtigt, sondern kennen auch die Vorschriften der Landesbauordnung und die örtliche Gestaltungssatzung. Bei der Planung berücksichtigen sie zudem die vorhandene Bausubstanz, können die baugenehmigungspflichtigen Unterlagen erstellen, bei der Auswahl eines geeigneten Holzbalkons helfen und während der Bauphase Unterstützung bieten.

Warum ist Holz ein guter Baustoff? Das lesen Sie in unserem Beitrag “Holz als Baustoff: Vorteile und Tipps für den Hausbau”.

Gemütlich eingerichteter Balkon mit Holzgeländer und Holzboden
Am besten plant man einen Balkon direkt beim Hausbau ein
Bild: Spacejoy / Unsplash

Holzbalkon bauen: vor dem Bauen sorgfältig planen

Neben diesen organisatorischen Voraussetzungen sind für die Planung des Holzbalkons weitere Aspekte entscheidend, wie etwa Ausrichtung, Größe, die Wahl des Holzes und die Konstruktion. Ein Holzbalkon kann an jeder Hausseite angebracht werden, es gilt jedoch den Stand der Sonne zu berücksichtigen. Auf der Südseite scheint den ganzen Tag über die Sonne, während ein Balkon auf der Ostseite an heißen Sommertagen ein schattiges Plätzchen bietet und der Nordbalkon keine direkte Sonne abkriegt. Die Westseite hingegen ist die Wetterseite und damit stärker Wind und Regen ausgesetzt. Form und Größe des Holzbalkons hängen wiederum von der geplanten Nutzung ab. Zu beachten ist lediglich, dass Balkone, die mehr als 90 Zentimeter herausragen, darunter liegenden Fenstern und Räumen das Licht nehmen.

Holzbalkon, der mehr als 90cm aus der Hauswand herausragt
Balkone, die mehr als 90 cm herausragen, nehmen darunter liegenden Fenstern und Räumen das Licht
Bild: İltun Huseynli / Unsplash

Ebenso wie der Balkon selbst, ist auch das Geländer auf den Stil des Hauses abzustimmen. Die Höhe ist hierbei vorgeschrieben und richtet sich nach der Größe des Fußbodens. Um Risse in der Hauswand zu vermeiden, wird das Geländer am Fußboden montiert oder nur an den Pfeifern bzw. an einer Seite befestigt. Für den Anbau des Balkons kann grundsätzlich jedes Holz verwendet werden, wie zum Beispiel Eiche oder Fichte. Entscheidend sind lediglich die mögliche Bewitterung des Balkons, die Aufgaben des Bauteils und die Vorbehandlung des Holzes. So darf beispielsweise kesselimprägniertes Fichtenholz nicht für tragende Bauteile verwendet werden.

Holzbalkon bauen: bei der Planung des Holzbalkons sind Aspekte wie Ausrichtung, Größe, die Wahl des Holzes und die passende Konstruktion entscheidend
Holzbalkon bauen: bei der Planung des Holzbalkons sind Aspekte wie Ausrichtung, Größe, die Wahl des Holzes und die passende Konstruktion entscheidend
Bild: by-studio / iStock

Welche Arten von Holzbau-Balkonen gibt es?

Für den Anbau eines Balkons kommen drei Konstruktionsmöglichkeiten infrage:

Auskragende Balkone

Auskragende Balkone benötigen keine Stützen, sind jedoch kostenintensiver und aufwendiger. Die Bodenplatte besteht aus Beton und lediglich Geländer und Balkonboden sind in Holz ausgeführt. Die tragenden Balken durchstoßen die Außenwand des Hauses, wodurch das Risiko für Bauschäden und Wärmebrücken steigt.

Auskragender Holzbalkon
Bild: Federica Giusti / Unsplash

Angebaute Balkone

Angebaute Balkone dagegen werden mit massiven Ankern im Mauerwerk befestigt und stehen an der Außenseite auf senkrechten Stützen. Als Bodenbelag sind Holzroste oder Dielen möglich. Auch hier können durch das Öffnen der Fassadendämmung Fehler entstehen, wodurch die Dämmwirkung beeinträchtigt wird.

Angebauter Holzbalkon mit Geländer aus Glas
Bild: Ehud Neuhaus / Unsplash

Vorgesetzte Balkone

Vorgesetzte Balkone werden einfach vor die Fassade gesetzt und stehen umlaufend auf senkrechten Holzstützen, sodass keine massive Befestigung im Mauerwerk erforderlich ist. Sie sind preiswerter und bauphysikalisch günstiger, da die Gebäudehülle unversehrt bleibt. Um die Holzstützen vor Bodenkontakt sowie Spritzwasser zu schützen und damit ihre Lebensdauer zu erhöhen, stehen sie am besten auf 30 Zentimeter hohen Betonsockeln.

Vorgesetzter Balkon, der zugleich als Hauseingang fungiert
Bild: Mike / Pexels

Holzbalkon bauen: Das ist bei der Abdichtung zu beachten

Durch den Vorbau an der Hauswand sind Holzbalkone fortwährend der Witterung ausgesetzt. Im Idealfall sind Balkone überdacht, sodass sie witterungsgeschützt sind. Das ist jedoch nicht immer der Fall und der Balkon muss Wasser aushalten können. Umso wichtiger ist es, den Anbau an der Fassadenseite und den Boden optimal abzudichten. Vorgesetzte Balkone haben keine direkte Verbindung zur Fassade. Zwischen Boden und Fassade befindet sich meist eine Abschlussleiste. Die Fuge wird mit Silikon oder flüssigem Kunststoff abgedichtet und muss regelmäßig erneuert werden.

Bei angebauten Balkonen gilt es die Balkonverankerung in der Fassade entsprechend abzudichten sowie ebenfalls den Wandanschluss zwischen Fassade und Balkonboden. Generell sollte der Balkon ein Gefälle von 2 bis 3 Prozent erhalten sowie eine umlaufende Regenrinne und nach unten mit einer Dichtung aus Bitumen oder Flüssigkunststoff verschlossen sein, damit kein Wasser stehen bleibt. Das gilt insbesondere für auskragende Balkone mit Betonbodenplatte, die nur zum Teil aus Holz bestehen. Den Dichtungsanstrich tragen Sie mit einer Malerrolle gleichmäßig und sorgfältig auf dem Boden auf. Am Wandanschluss tragen Sie hingegen eine Dichtungsmasse auf, in die ein Dichtband eingelegt wird. Bevor Sie den Holzboden auf der Bodenplatte montieren, rollen sie zunächst Dachpappbahnen aus und verschweißen sie miteinander.

Holzbalkon regelmäßig sanieren und vor Witterung schützen

Da der Balkon und alle Holzbauteile in besonderem Maße der Witterung ausgesetzt sind, gilt es diese regelmäßig zu schützen. In der Regel ist nach etwa zehn Jahren die erste Sanierung fällig, die das Schleifen, Streichen sowie Ersetzen maroder Bauteile umfasst. Bauteile, wie Geländer oder Brüstung, die über die Jahre morsch geworden sind, können Sie je nach Umfang selbst ersetzen. Bei maroden tragenden Bauteilen ziehen am besten einen Fachmann hinzu.

Holzbalkon bauen und vor Witterung schützen: auch die Sanierung ist wichtig. Zu sehen ist ein Heimwerkerin bei der Arbeit mit Holzdielen
Holzbalkone sollten regelmäßig saniert und vor der Witterung geschützt werden
Bild: Toa55 / iStock

Für die Holzbalkonsanierung demontieren Sie zunächst alle Anbauteile und schleifen den Balkon zunächst mit grobem und anschließend mit feinerem Schleifpapier ab, um die verwitterte obere Holzschicht, Anstrichreste, Schmutz und lose Holzteile abzutragen. Verharzungen entfernen Sie am besten mit einem Spachtel. Für den neuen Anstrich können Sie eine Grundierung und Lasur verwenden oder natürliche Holzschutzmittel, wie zum Beispiel Holzöl, um den Holzbalkon optimal vor Witterung und UV-Licht zu schützen. Je nach Witterung kann das Trocknen der Grundierung und der Lasur, die in zwei Schichten aufgetragen wird, recht lang dauern. Es empfiehlt sich deshalb, für die Sanierung mindestens vier Tage einzuplanen. Beim Holzöl ist dagegen darauf zu achten, dass es vollständig vom Holz aufgenommen wird.

Text: Christian Schaar, S2 GmbH

NeptuTherm® – Dämmen mit Seegras

Neptunbälle am Strand. Die Neptunbälle von NeptuTherm® sind ein natürlicher Dämmstoff aus Seegras.

Seegras ist ein wichtiger Bestandteil des maritimen Ökosystems. Es beherbergt große und kleine Tiere, reinigt das Meerwasser und schützt die Küsten vor Erosion. Doch es kann noch mehr: abgestorbenes Seegras formt sich durch die Wellen zu Bällen und wird an die Strände gespült. Diese sogenannten Neptunbälle eignen sich hervorragend für die ökologische Wärmedämmung. Sie haben optimale Baueigenschaften, können vielseitig verwendet werden und sind sowohl ökologisch als auch sozial nachhaltig in der Herstellung. Seegras-Dämmung ist ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft!

NeptuTherm®

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag der NeptuGmbH.

Dämmstoff aus Seegras

Der Dämmstoff NeptuTherm® wird aus den Fasern von Neptunbällen gewonnen, die im Mittelmeer an die Strände angespült werden. Die filzigen Neptunbälle bestehen aus abgestorbenem Seegras, sie formen sich ganz natürlich durch die Wellenbewegung im Flachwasserbereich. Die Kugeln aus Seegras sind somit ein naturbelassener Dämmstoff, der ohne jegliche Zusätze auskommt. NeptuTherm® ist zum Schütten, Stopfen sowie Einblasen bauaufsichtlich zugelassen. Der Baustoff muss nicht chemisch aufgewertet werden, denn seine guten Eigenschaften zum Dämmen sind von Natur aus gegeben.

Viele Neptunbälle liegen am Strand. Die Bälle aus Seegras werden angespült, NeptuTherm® stellt daraus einen natürlichen Dämmstoff her
NeptuTherm® wird aus Seegrasbällen hergestellt, die im Mittelmeerraum an die Strände gespült werden

Die NeptuGmbH lässt die Neptunbälle einsammeln und macht aus den Bällchen ein Dämmmaterial ohne jegliche Zusätze. Die entstandene Seegras-Wolle ist bauaufsichtlich zugelassen und besitzt hervorragende Eigenschaften. Aus einem Abfallprodukt des Meeres wird so ein ökologisches, 100% naturreines Dämmmaterial hergestellt. Der Rohstoff von NeptuTherm® wird nicht angepflanzt und nimmt somit keinem anderen Rohstoff, Lebensmittel oder Tier den Raum weg. Das Material wird während der Entstehung weder gedüngt noch extra gewässert.

Übrigens: Die Seegraswiesen der Posidonia Oceanica bilden 5-10-mal mehr Sauerstoff als eine gleich große Fläche Regenwald. Sie sind ökologisch sehr bedeutsam, denn sie schützen die Küsten vor Erosion und sind die Kinderstube für viele Fische und Kleinstlebewesen.

Eigenschaften von NeptuTherm®

NeptuTherm® hat die Bauaufsichtliche Zulassung, erfüllt alle Anforderungen an den Brand -und Schimmelschutz und das ohne jegliche Zusätze. NeptuTherm® ist zertifiziert durch das ECO-Institut und mit dem Blauen Engel. Zur Herstellung muss kaum Energie investiert werden, der Primärenergieverbrauch ist mit 37 – 50 kWh/m3 deutlich niedriger als bei anderen Dämmstoffen. Die Herstellung ist zudem sozial nachhaltig; In den Ländern rund ums Mittelmeer bekommen arbeitssuchende Menschen ohne Ausbildung durch das Sammeln einen Job.

Große Tasche gefüllt mit NeptuTherm Bällen aus Seegras
Die Bälle aus Seegras werden in Ländern rund um das Mittelmeer gesammelt

Die Eigenschaften der Seegras-Dämmung mit NeptuTherm® in der Übersicht:

  • gute Dämmwirkung im Winter
  • Wärmeschutz im Sommer: Wärmespeicherkapazität von bis zu 2.599 J/(kg·K)
  • geringer Primärenergieverbrauch: 37 kWh/m³ (gestopft oder geschüttet) bis 50 kWh/m³ (eingeblasen)
  • hervorragender Schallschutz
  • ein ausgezeichnetes Wohnklima
  • Schimmelresistenz nach Klasse 1
  • Brandverhalten nach Baustoffklasse DIN 4102-B2
  • kann das Dreifache des Eigengewichts an Wasserdampf aufnehmen

Außerdem enthält das Seegras nur 0.5-2% Salze, sodass es kaum hygroskopisch und nicht korrosiv ist. Da zudem keine Eiweiße enthalten sind, verrottet der Dämmstoff nicht. Ein weiterer Bonuspunkt ist die einfache Entsorgung von NeptuTherm®: da es sich um Naturprodukt handelt, können die Seegras-Dämmung nach der Verwendung problemlos im eigenen Garten entsorgt werden. Dazu kann man die Fasern einfach mit Gartenerde vermengen und so das Beet auflockern.

Anwendungsgebiete für NeptuTherm®

NeptuTherm® findet als Dämmmaterial Anwendung im Hausbau. Paradedisziplin ist die Oberste Geschossdecke besonders in der Sanierung, aber auch im Dach, in der Wand oder Fassade. Sowohl bei Altbauten als auch bei einem Neubau findet der Seegras-Dämmstoff Anwendung. In Wänden und Dächern kann das Material ohne Weiteres durch Schütten und Stopfen eingebaut werden.

Einbau von NeptuTherm® ins Dach
Einbau von NeptuTherm® ins Dach

Der Einbau von NeptuTherm® muss in Dach und Fassade in einem Rahmen/Gefach stets hinter einer geeigneten Witterungsschutzschicht (zum Beispiel einer Holzweichfaserplatte) erfolgen. Im Innenraum (Innendämmung Wand/Raumtrennwände) erfolgt der Einbau stets hinter geeigneten Verschalungen. Bei obersten Geschossdecken kann das Material auch offen ein-/aufgebracht werden.

Für die folgenden Anwendungsgebiete eignet sich das Seegras:

  • Außendämmung von Dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Deckungen
  • Zwischensparrendämmung, zweischaliges Dach, nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecke
  • Innendämmung, der Decke (unterseitig) oder des Daches, Dämmung unter den Sparren/Tragkonstruktion, abgehängte Decke
  • Gefachdämmung Holzbalkendecke / auch mit Schallschutzanforderungen, ggf. bei Betondecke im Beachtung der baupysikalischen Anforderungen
  • Außendämmung der Wand hinter Bekleidung
  • Außendämmung der Wand hinter Abdichtung
  • Dämmung von zweischaligen Wänden, Kerndämmung
  • Innendämmung der Wand
  • Dämmung von Raumtrennwänden
Dämmung einer Geschossdecke mit NeptuTherm®
NeptuTherm® eignet sich sowohl als Dämmstoff für die oberste Geschossdecke…
Dämmung einer Fassade mit dem Dämmstoff NeptuTherm®
… als auch für die Dämmung von Fassaden.

NeptuTherm® Produktdaten

BezeichnungEinheitWert
BaustoffzulassungNr. Z-23.11-1836 vom 22.04.2021
Klassifizierung d. Brandverhaltens (gemäß DIN EN 13 501-1)E
Baustoffklasse (gemäß DIN 4102-4)B2, normal entflammbar
Rohdichte ρkg/m365-75
Wärmeleitfähigkeit λW/mK0,039 (Bemessung), 0,046 (Rechenwert)
Dampfdiffusionszahl μ1 bis 2
Wärmespeicherkapazität cJ/gK2.500
Schimmelresistenzklasse1
Salzgehalt%ca. 0,5 bis 2
Wasseraufnahmekapazitätkg/kg1,6 bis 3,4

Eine Übersicht der Anwendungsgebiete und das Produktdatenblatt können Sie auch downloaden:

Haus vor der Komplettsanierung mit NeptuTherm®
Haus vor der Komplettsanierung mit NeptuTherm®
Haus nach der Komplettsanierung mit NeptuTherm®
Haus nach der Komplettsanierung mit NeptuTherm®

Auszeichnungen

Die Stadt Karlsruhe hat beispielsweise an vielen öffentlichen Gebäuden Styropor, Mineralwolle oder Glaswolle entfernt und durch NeptuTherm® ersetzt. Durch dieses Engagement hat die Stadt schon diverse Preise für ihr nachhaltiges, energieeffizientes Handeln bekommen (zum Beispiel den BMWi/BME-Preis „Innovation schafft Vorsprung“ 2016). Auch der Dämmstoff NeptuTherm® ist schon mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem im Januar 2019 mit dem Gewinn des “Ocean Tribute Award” in der Kategorie Industrie. Der Einbau von NeptuTherm® erfolgte auch im weltweit ersten Büro nach den Cradle 2 Cradle Prinzipien, im C2C Hauptstadtbüro in Berlin – die Einweihung fand im September 2019 statt.

Die Geschichte hinter NeptuTherm®

Die NeptuGmbH ist ein kleines Familienunternehmen, die Übernahme der Firma von Frau und Sohn erfolgte nach dem überraschenden Tod des Firmengründers Richard Meier im November 2016. Von Anfang an war auch das soziale Engagement wichtig – sowohl bei der Beschaffung in den Ländern rund ums Mittelmeer als auch in Deutschland. Es wurden syrische Flüchtlinge eingestellt, die durch die Einstellung Fuß fassen konnten. Monika Meier, Geschäftsführerin der NeptuGmbH, hat die Geschichte hinter NeptuTherm® für CRADLE zusammengefasst:

Monika Meier, Geschäftsführerin der NeptuGmbH
Monika Meier ist die Geschäftsführerin der NeptuGmbH

Es war einmal ein Strandspaziergang…

Richard Meier war Architekt, Dozent an der Hochschule Heidelberg und ein begeisterter Wassersportler. Jeden seiner Urlaube plante er am Meer oder zumindest in der Nähe eines Gewässers, damit er seinem Hobby, dem Kiten, nachgehen konnte. Während eines Urlaubes in Spanien, an einem windstillen Tag ohne Möglichkeit zu Kiten, gingen Richard und Frau Monika mit einem Freund am Meer spazieren.

Firmengründer Richard Meier beim Tauchen. Die Idee für NeptuTherm® entstand während eines Urlaubs in Spanien.
Firmengründer Richard Meier war begeisterter Wassersportler. Die Idee für NeptuTherm® entstand während eines Urlaubs in Spanien.
Gründer Richard Meier und Geschäftsführerin Monika Meier hatten die zündende Idee für NeptuTherm® bei einem Strandspaziergang in Spanien, als sie die Massen an Neptunbällen am Strand entdeckten.
Bei einem Strandspaziergang fielen Richard und Monika Meier die vielen Bälle aus Seegras auf

Nachts zuvor tobte ein heftiger Sturm und der Strand lag voll mit braunen, filzigen Bällen. An anderen Stellen lagen Berge von Seegrasblättern. Die drei spielten mit den Bällchen und warfen sie ihrem Hund zu. Es lagen dermaßen viele Bälle am Strand, dass der Hund kaum die geworfenen Bälle finden konnte.

Daraufhin fragte Richard seinen Freund, was das Material eigentlich sei. Der Freund wusste jedoch auch nur, dass die Bälle immer wieder nach Stürmen ausgespült werden. Einzelne Bälle hatte er früher schon gesehen, nicht aber die Menge wie an diesem Tag nach dem Sturm.

Monika zerteilte eins der Bällchen und meinte, dass sich das Material warm anfühle, wie ein Vlies. Vielleicht könnte man daraus was machen: zum Beispiel eine Wärmedämmung. Richard meinte, es gäbe doch schon viele Dämmstoffe aus Gras, Hanf, Wolle etc. Daraufhin sagte der Freund, dass man die Bälle noch nicht einmal zum Kamin anzünden verwenden kann. Dieser Ausspruch brachte schließlich den zündenden Gedanken! Für den Architekten Richard wurde es nun interessant. Zurück in der Ferienunterkunft versuchte er mit dem Feuerzeug so einen Ball anzuzünden: es ging nicht. So war die Idee geboren, aus diesem Naturmaterial einen Dämmstoff zu machen. Für Experimente nahm er eine Tüte voll Bällchen mit nach Deutschland.

Vor der Abreise konnten Richard und Monika noch beobachten, wie Lastwagen und Bagger am Strand das gesamte Material – Bälle, Blätter, Sand – abgetragen haben.
Um zu erfahren, was damit geschieht, sind die beiden mit dem Auto hinterhergefahren. Das Treibgut landete auf der Deponie, der Sand wurde abgetrennt und verkauft.

Ein Bagger entfernt Neptunbälle vom Strand in Spanien. Viele der Kugeln aus Seegras landen auf Deponien.
Die Massen an Seegras landen oftmals in der Deponie, obwohl es ein hervorragender Dämmstoff ist

Zurück in der Heimat ließ Richard beim Fraunhofer Institut in Stuttgart eine Plausibilitätsprüfung machen. Hier bestätigte sich für ihn, dass er auf dem richtigen Weg war. Daraufhin legte er los mit der Sicherung der Patente und suchte für die Forschung verschiedene Partner. Für die Mühen gab es bald die erste Belohnung; Unter etwa 400 Bewerbern wurden bei einem Wettbewerb von IKEA „denke lieber ungewohnt“ die 10 besten Ideen prämiert- und der Seegras-Dämmstoff NeptuTherm® war dabei.

Die Produktion wurde in Karlsruhe angesiedelt. Unermüdlich sammelte Richard alle Informationen, die es bislang über die Seegraswiesen und die Bällchen gab. Er recherchierte und flog in diverse Regionen vor Ort, von denen man wusste, dass es dort Seegraswiesen gab. Nun suchte er seine Urlaubsziele auch danach aus, ob er dabei Hobby und Forschung miteinander verbinden konnte. Bei einem Amerikabesuch nahm man Kontakt mit einem Forscher auf, der ein Buch über die verschiedenen Seegrasarten geschrieben hat. So entstand bei der Arbeit ein tolles Netzwerk, das sich auf viele Teile dieser Welt erschließt.

Übrigens: Die Wichtigkeit der Seegraswiesen wurde in den letzten Jahren durch das Aufstellen von Infoschildern an Stränden und das Verbot von Ankern von Booten hervorgehoben. Außerdem ist die Entwicklung einer Matte und einer Platte geplant. Natürlich unter den gleichen nachhaltigen, ökologischen Gesichtspunkten wie beim Ausgangsmaterial, der Dämmwolle. Weitere Anwendungsbereiche und Produkte rund ums Thema Bauen und Schallschutz sind in Bearbeitung. Wichtig ist auch hierbei immer, dass das entstehende Produkt naturrein bleibt.

Einen Beitrag über NeptuTherm® finden Sie auch in der ZDF-Mediathek im Video “Die Rohstoff Revolution” ab Minute 16:48.

Wenn Sie sich für weitere ökologische Dämmstoffe interessieren, dann finden Sie eine Übersicht in unserem Artikel “Nachhaltige Wärmedämmung mit Naturdämmstoffen“.

Text und Bilder: NeptuGmbH

Neubau mit Holz und Lehm: der Hort am Prenzlauer Berg

Neubau mit Holz und Lehm: der Hort am Prenzlauer Berg

Am Rande des Bezirkes Pankow in Berlin liegt das Schulgelände der Freien Waldorfschule am Prenzlauer Berg. Der neu gebaute Hort überzeugt nicht nur mit natürlichen Baustoffen wie Lehm und Holz, sondern auch mit einem Low-Tech Energiekonzept und einem partizipativen Planungs- und Bauprozess.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von MONO Architekten.

Projektdaten Hort am Prenzlauer Berg

Projekt
Hortneubau Freie Waldorfschule am Prenzlauer Berg
Typologie
Ganztageshort für 150 Kinder
Standort
Gürtelstraße 16, 10409 Berlin
Bauzeit
19 Monate
Fertigstellung
06 / 2017
Bauherr
Freie Waldorfschule am Prenzlauer Berg
Verfahren
beschränkter Wettbewerb
Verfasser
MONO Architekten
Projektteam
Jonas Greubel, Daniel Schilp, André Schmidt, Matteo Pelagatti

Hort am Prenzlauer Berg: Grafik Isometrie Phasierung
Isometrie Phasierung
Hort am Prenzlauer Berg: Ansicht und Grundriss sind zu sehen
Ansicht und Grundriss

Städtebau – Autonomie und Einbindung

Am Rande des Bezirkes Pankow in Berlin liegt das Schulgelände der Freien Waldorfschule am Prenzlauer Berg. Das Grundstück nimmt eine besondere städtebauliche Insellage ein. Von Nordwesten aus wird es über die Gürtelstraße erschlossen. Hier „prallen“ sozialistische Plattenbauweise in freistehenden Zeilenstrukturen und die gründerzeitlichen Blockrandstrukturen des „Musikerviertels“ aufeinander. Im Südosten begrenzen die Grünstrukturen des größten erhaltenen Jüdischen Friedhofes Europas das Grundstück.

Das mittlerweile sanierte und energetisch ertüchtigte Bestandsschulhaus ist ein 5-geschossiger Plattenbauriegel aus den 70er Jahren. Dem Bedürfnis einer wachsenden Schulgemeinschaft folgend, schrieb die Schule einen Wettbewerb für ein neues Hortgebäude aus. In einem Ideenteil waren zusätzliche Erweiterungsbauten für den noch im Aufbau befindlichen Schulbetrieb mit zu konzipieren. Dazu gehören ein Saal und ein Oberstufengebäude, die in weiteren Bauabschnitten folgen sollen.

Der gewählte Formenkanon der Neubauten setzt sich bewusst von der strengen Formensprache der Bestandsgebäude ab und ergänzt diese so um ein lebendiges Moment. Sie erweitern das Bestandsschulhaus um wichtige Funktionen und verzahnen es mit dem Außenraum.

Der Hort am Prenzlauer Berg aus Vogelperspektive
Vogelflug – Einbettung in den Baumbestand
Geneigte Dachflächen, begrünte Dachlandschaft
Hortgebäude und Schulhof

Harmonische Einbettung in den Bestand

Der Hortneubau dockt hofseitig an das Schulhaus an und streckt sich gleich einer Gliederkette aus wabenförmigen Baukörpern in Richtung Sporthalle. Die Anordnung der einzelnen Glieder nimmt größtmögliche Rücksicht auf den Baumbestand und verdichtet die gewachsene Raumkante zum Stadtraum. So erhält der Schulhof einen baulichen Rücken zur Straße und sein Zentrum wird klar definiert. Durch die Vor- und Rücksprünge entstehen differenzierte Außenbereiche mit spezifischen Funktionen wie Hauptzugang oder Kletter-, Spiel- und Pausenzonen. Jeder Baukörper erhält in unterschiedliche Richtungen geneigte Pultdächer mit extensiver Dachbegrünung. Da alle Klassenräume des Bestandsschulhaues sich zum Schulhof hin orientieren, in dem das Hortgebäude steht, wurde die Gestaltung dieser fünften Fassade als bewegte Dachlandschaft konzipiert. Die vielfältig steigenden Traufkanten der hölzernen Fassaden geben dem Ensemble eine skulpturale Anmutung die sich im Rundgang fortwährend wandelt.

Anschluss an SK-Plattenbau
Fassadensanierung Bestandsschulhaus – Ansicht Hofseite

Innenräumliche Gestaltung

Eine zweigeschossige Wabe dockt als Verbindungstrakt am Treppenhaus des Bestandsschulhauses an. Im Obergeschoss befinden sich die Personalräume. Die zentrale Erschließungszone wird wechselseitig von einer massiven Lehmwand begleitet. Unterschiedliche Raumsituationen unterstützen hier das vielfältige Innenleben im Miteinander der Kinder und Hortner. Spielerisch können die spannungsvollen Räume von den Kindern entdeckt und angeeignet werden. Aufenthaltszonen, Garderobenbereiche, Kommunikations- und Bewegungsflächen sowie verschiedene Ausgänge ins Freie wechseln sich entlang des Weges ab. Gegenüber dem Haupteingang befindet sich im zentralen Foyer ein wärmespendender Holzofen.

Hort am Prenzlauer Berg: Grafik Explosionszeichnung
Explosionszeichnung

Durch die für je zwei Gruppen gebündelten Garderobenbereiche gelangen die Kinder in ihren Gruppenraum. Aneinandergeschmiegt liegen diese hinter der Lehmwand, haben alle direkten Außenbezug in verschiedene Himmelsrichtungen und eine Hochebene über den Garderoben. Diese sind als Spiel- und Rückzugsräume den Kindern vorbehalten. Wie kleine Hochsitze stechen sie aus den Dächern der Gruppenräume hervor und blicken in die Kronen der umgebenden Bäume. Die Atmosphäre in den Räumen wird von naturbelassenen Materialien bestimmt. Farbiger Lehmputz, Holzböden und in den Lehmaußenwänden integrierte Wandheizungen schaffen eine wohlige Atmosphäre.

10_Hortgebaeude_Foyer-hortneubau-freie-waldorfschule
11_Hortgebaeude_Garderoben-hortneubau-freie-waldorfschule
14_Hortgebaeude_Gruppenraum_2-hortneubau-freie-waldorfschule
13_Hortgebaeude_Gruppenraum_1-hortneubau-freie-waldorfschule
12_Hortgebäude_Spielflur-hortneubau-freie-waldorfschule
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Verwendung biologischer und nachhaltiger Baustoffe

Für den Hortneubau wurde ein größtmöglicher Einsatz von nachwachsenden und ökologischen Baustoffen aus der Region angestrebt. Im Wesentlichen wurden Holz, Stroh und Lehm verbaut.

Die Farbgebung entsteht dabei sowohl Innen als auch Außen durch die natürliche Farbigkeit der verwendeten Materialien, die möglichst unbehandelt dem natürlichen Prozess würdiger Alterung ausgesetzt sind. Als robuste, langlebige Baustoffe reduzieren sie so den Wartungsaufwand auf ein Minimum.

Das Tragwerk wurde in vorsegmentierter Holzständerbauweise hergestellt und mit nichtlasttragendem Baustroh in den Außenwänden ausgefacht. Naturbelassene Getreidestrohballen eignen sich hervorragend als Wärmedämmstoff. Die so ausgefachten Außenwandflächen erreichen nicht nur höchste Dämmstandards, sondern weisen darüber hinaus über den gesamten Lebenszyklus eine hervorragende Ökobilanz auf. Innenliegend wurde das Stroh mit 4cm Lehm verputzt. In Kombination mit der hinterlüfteten Holzfassade entsteht ein atmungsaktiver Wandaufbau.

Fassadendetails
Hort am Prenzlauer Berg: Grafik Isometrie Holzständerkonstruktion
Isometrie Holzständerkonstruktion

Konstruktion und Materialgerechtigkeit

Das lamellenartige Fassadenkleid aus senkrecht stehenden Lärchenholzbrettern unterschiedlicher Breite und Tiefe gibt den Baukörpern eine plastisch bewegte Oberfläche. Fenster und Türen sind aus Holz-Aluminium ausgeführt.

Die zwischen 5 und 7 Grad geneigten Dachflächen wurden als Sparrendach mit eingeblasener Zellulosedämmung geplant und extensiv begrünt. Die Gründung erfolgt mittels einer Stahlbetonplatte, auf der die Dämmung in den Zwischenräumen einer kreuzverlegten Fußbodenunterkonstruktion als Zellulosedämmschüttung eingebracht wurde. In den Gruppenräumen wurden geölte Kieferndielen aus der Region verlegt. Die Erschließungszone erhielt einen tellergeschliffenen und geölten Heizestrich. Die Decken über den Garderoben wurden als Brettstapeldecken ausgeführt.

Die Lehmwand bildet das Rückgrat im Innenausbau. Das massenträge Bauteil dient als Wärmespeicher und entstand aus einem Holztragwerk, das mit Lehmschüttung aufgefüllt und mit einer rauen Schalung und Lehmbauplatten beplankt wurde. Die guten Feuchte- und Wärmespeichereigenschaften sorgen für ein gesundes Raumklima. Die Raumluftfeuchte wird durch die hygroskopische Eigenschaft des Lehms natürlich reguliert. Die übrigen Innenwände wurden in Holzständerbauweise errichtet und mit Lehmbauplatten beplankt. Die Einbaumöbel wurden in Weißtanne realisiert.

Low-Tech – Energiekonzept

Als Energiequelle für die Wärmeversorgung wird die bereits anliegende Fernwärme verwendet. Sie speisst die in den Aussenwänden integrierten Wandheizungen und die Fußbodenheizungen in den Erschließungszonen. Der Fensterflächenanteil strebt ein ausgewogenes Maß aus Belichtung, solaren Einträgen und geschlossenen Bauteilen an. Da das Bauwerk insbesondere auf der Südseite von Bäumen umstanden wird, ist ein baulicher Sonnenschutz nicht notwendig. Dezentrale und feuchteregulierte Abluftanlagen in den Garderobenzonen unterstützen über intergierte Nachströmungsöffnungen in der Außenfassade das ansonsten manuelle Lüftungskonzept. Der Einsatz von Technik wurde auf ein notwendiges Minimum reduziert. Das führt zu niedrigen Wartungs- und Folgekosten.

Außenterrassen

Hort am Prenzlauer Berg: Partizipativer Planungs- und Bauprozess

Das Wettbewerbskonzept wurde in einem intensiven partizipativen Prozess mit der Schulleitung, Pädagogen sowie Eltern in zweiwöchentlich stattfindenden „Baukreisen“ weiterentwickelt. Dies führte zu einer hohen Nutzerakzeptanz. Unter dem Motto „Schule baut Schule“ konnten für einen Großteil der Bauleistungen das Berliner Ausbildungszentrum der Knobelsdorff-Schule gewonnen werden. Die Auszubildenden konnten ihre handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellen und weiterentwickeln, um so dem hohen Anspruch an die Ausführungsqualität gerecht zu werden. Die anspruchsvolle skulpturale Gebäudemodulation konnte durch den integralen Einsatz digitaler Entwurfs,- Planungs- und Abbundsoftware in Holzständerbauweise realisiert werden.

Text und Grafiken: MONO Architekten
Bilder: Gregor Schmidt

Dachbegrünung – Pflanzen und Tipps für die Umsetzung

Dachbegrünung – Pflanzen und Tipps für die Umsetzung
Bild: anela / iStock

Eine Dachbegrünung wertet Garagen, Carports oder Wohnhäuser nicht nur optisch auf, sondern unterstützt die Artenvielfalt, verringert den Energieverbrauch und wirkt sich positiv auf das Raumklima aus. Was bei einer Dachbepflanzung zu beachten ist, welche Pflanzen sich dafür eignen und wie die Umsetzung gelingt, erklärt Christian Schaar in diesem Beitrag.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Christian Schaar.

Die Vorteile einer Dachbegrünung

Grünflächen sind vor allem in dicht bebauten Städten rar, doch Gebäudedächer bieten genügend Platz für ein kleines Stück Natur und sorgen nicht nur für Abwechslung, sondern haben ebenfalls positive Effekte für Mensch, Tier und Umwelt. Insbesondere Flachdächer bieten sich für die Begrünung an, die damit einen wesentlichen Beitrag zur Entsiegelung leisten. Dachbegrünungen speichern bis zu 90 Prozent des Regenwassers und geben es nur allmählich wieder an ihre Umgebung ab. Das entlastet die städtische Kanalisation und reduziert Abwasserkosten. Ein großflächiges Wurzelsystem reinigt und filtert das Regenwasser zusätzlich, wodurch Schadstoffe besser abgebaut werden.

Das gilt ebenfalls für die Luftqualität; Die Pflanzendecke sorgt durch ihre natürliche Verdunstungsleistung dafür, dass Staub und Schadstoffe in der Luft besser gebunden werden können. Damit helfen sie dabei, den CO2-Anteil in der Luft deutlich zu reduzieren. Auch das Raumklima in den darunter liegenden Wohnräumen profitiert von der Dachbegrünung. Während sie im Winter eine effektive Wärmedämmung bietet, wodurch Heizenergiekosten eingespart werden können, sorgt die Verdunstung im Sommer für eine angenehme Kühlung. Begrünte Flachdächer punkten mit einer längeren Lebensdauer, da sie Wettereinflüssen und Temperaturschwankungen besser standhalten können. Nicht zuletzt werten Begrünungen den ökologischen Wert einer Dachfläche auf, indem sie unter anderem als Trachtquelle und Kinderstube für Insekten dienen und Tieren sowie Pflanzen einen wertvollen Lebensraum bieten. Damit tragen sie zur Erhaltung der Artenvielfalt bei.

Die Vorteile von Dachbegrünung; sie filtern Wasser und Luft, dienen als Wärmedämmung im Winter, sorgen für Kühle im Sommer und tragen zur Erhaltung der Artenvielfalt bei.
Die Vorteile von Dachbegrünungen; sie filtern Wasser und Luft, dienen als Wärmedämmung im Winter, sorgen für Kühle im Sommer und tragen zur Erhaltung der Artenvielfalt bei.

Extensive und intensive Dachbegrünung für das Flachdach

Es gibt zwei verschiedene Arten, mit der Eigenheimbesitzer ihr Dach bepflanzen können; die extensive und intensive Dachbegrünung.

Die extensive Dachbepflanzung eignet sich für Dächer, die nur geringe Lasten zwischen 50 und 170 Kilogramm pro Quadratmeter tragen können. Die Substratschicht ist hierbei lediglich 8 bis 20 Zentimeter hoch und bietet niedrigwurzelnden Pflanzen Platz.

Im Unterschied dazu ist die bei der intensiven Dachbegrünung bis zu ein Meter dicke Erdschicht nicht nur für Rasenflächen, sondern auch Stauden und Sträucher geeignet. Voraussetzung ist allerdings, dass das Dach ein deutlich höheres Gewicht von 200 bis maximal 12.000 Kilogramm pro Quadratmeter tragen kann.

Während die intensive Begrünung nur auf flachen Dächern mit einer maximalen Neigung von 5 Grad umsetzbar ist, lässt sich die extensive Dachbegrünung auch auf Flachdächern mit einem Neigungswinkel von bis zu 45 Grad anlegen. Sie ist zudem wesentlich pflegeleichter und besonders für Carports, Garagen und Mülltonnenhäuschen geeignet.

Einen ausführlichen Beitrag über extensive Dachbegrünung finden Sie hier.

Die intensive Begrünung ist nur auf flachen Dächern mit einer maximalen Neigung von 5 Grad umsetzbar
Die intensive Begrünung ist nur auf flachen Dächern mit einer maximalen Neigung von 5 Grad umsetzbar
Die extensive Dachbegrünung lässt sich auf Flachdächern mit einem Neigungswinkel von bis zu 45 Grad anlegen
Die extensive Dachbegrünung lässt sich auf Flachdächern mit einem Neigungswinkel von bis zu 45 Grad anlegen

Was ist bei der Pflanzenauswahl für die Dachbegrünung zu beachten?

Die intensive Dachbegrünung bietet ohne weiteres die Möglichkeit, die Grünfläche wie einen Garten anzulegen und zu nutzen. Die Pflanzenauswahl ist hier etwas größer als bei der extensiven Bepflanzung. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Pflanzen robust und pflegeleicht sind, denn sie müssen ohne weiteres Wind, Frost und Hitze standhalten und sich idealerweise allein durch den natürlichen Niederschlag erhalten können. Eine entscheidende Rolle spielt bei der Auswahl der richtigen Pflanzenkombination nicht nur die Region, sondern auch die Lage des Daches. Ein Dach, das im gesamten Tagesverlauf die meiste Zeit im Schatten liegt, bedarf anderer Pflanzen als ein Dach, das permanent der Sonne ausgesetzt ist. In jedem Fall trägt die Dachbegrünung zur Artenvielfalt bei und bietet Insekten und Bienen Nahrung.

Die intensive Dachbegrünung bietet die Möglichkeit, die Grünfläche wie einen Garten anzulegen und zu nutzen
Die intensive Dachbegrünung bietet die Möglichkeit, die Grünfläche wie einen Garten anzulegen und zu nutzen
Bild: manonallard / iStock
Bei der extensiven Dachbegrünung ist die Pflanzenauswahl nicht ganz so groß wie bei der intensiven Dachbegrünung
Bei der extensiven Dachbegrünung ist die Pflanzenauswahl nicht ganz so groß wie bei der intensiven Dachbegrünung
Bild: fotolinchen / iStock

Welche Pflanzen eignen sich für ein Gründach?

Für die extensive Bepflanzung ist ein bunter Mix aus verschiedenen Pflanzenarten wie Sukkulenten, Kräutern, Steingartenpflanzen und Gräsern empfehlenswert. Die zu den Sukkulenten zählende Pflanze „Scharfer Mauerpfeffer“ eignet sich besonders gut für Gründächer, da er gut Wasser speichern kann und sehr pflegeleicht ist. Ebenfalls zu den Sukkulenten gehört der Hauswurz, der extreme Bedingungen aushält. In Form von dicken, niedrigen Polstern trotzt er Wind und Wetter und passt bestens auf sonnige und halbschattige Dächer. Polsterschleierkraut und verschiedene Arten von Storchschnabel sind ebenso pflegeleicht und kommen gut mit Trockenheit zurecht.

Geeignet für die extensive Dachbegrünung: Scharfer Mauerpfeffer
Geeignet für die extensive Dachbegrünung: Scharfer Mauerpfeffer
Geeignet für extreme Wetterbedingungen: Hauswurz
Geeignet für extreme Wetterbedingungen: Hauswurz

Bei einer Substrattiefe von mindestens 8 bis 10 Zentimeter sind des Weiteren diverse Kräuter für die Dachbegrünung von sonnigen Dächern geeignet, wie zum Beispiel Salbei, Oregano, Rosmarin, Lavendel, kriechendes Bohnenkraut oder die heimische Pimpinelle, auch kleiner Wiesenknopf genannt. Weitere Pflanzen für sonnenexponierte Dachflächen sind Walderdbeeren, kleiner Sauerampfer, Sandmohn, Silbergras oder Färberkamille.

Lavendel
Geeignet ab einer Substrattiefe von mind. 8-10 cm: Lavendel

Auf halbschattigen Dächern gedeihen beispielsweise Klatschmohn, Gewöhnliche Schafgarbe, Echter Dost und Majoran, die vor allem für Insekten, Schmetterlinge und Bienen Nahrung bieten. Die unzähligen Arten des Steinbrech sind besonders anspruchslos und robust und gedeihen ohne Probleme auf sonnigen, halbschattigen oder vollschattigen Dächer.

Steinbrech
Geeignet für halbschattige Dächer: Steinbrech

Ideal für große Dächer sind das filzige Hornkraut, das sich sehr schnell ausbreitet und ein dekoratives Polster bildet, sowie Wolfsmilchgewächse, die viel Platz benötigen. Für ein farbenfrohes Dach im Frühling sorgen Frühblüher wie Krokusse, Osterglocken, Traubenhyazinthen oder Tulpen auch bei der extensiven Dachbegrünung ab einer Substratschicht von 10 Zentimeter.

Filziges Hornkraut
Geeignet für große Dächer: Filziges Hornkraut

Dachbegrünung selber machen: Planung, Aufbau und Umsetzung

Bevor es an die Umsetzung einer intensiven oder extensiven Dachbegrünung geht, sind nicht nur die passenden Pflanzen zu wählen und zusammenzustellen. Vorab sind die Statik des Gebäudes und die Tragfähigkeit des Daches durch einen Architekten oder Bauträger ebenso zu überprüfen wie gegebenenfalls örtliche Bauvorschriften. Die erlaubte Dachlast sollte ausreichend sein, um eine intensive oder extensive Dachbegrünung überhaupt zu tragen.

Das Gründach besteht in der Regel aus mehreren Schichten:

  • Wurzelschutzfolie
  • Speicherschutzmatte
  • Drainageschicht
  • Filterschicht
  • Substrat
  • Vegetationsschicht

Vor dem Aufbringen aller Schichten ist zunächst die Position der Abflussrohre zu prüfen und sicherzustellen, dass Wasser- und Stromanschlüsse weiterhin zugänglich sind und das Dach nicht beschädigt ist. Nachdem das Dach mit einem Besen gründlich abgefegt worden ist, wird zunächst die Wurzelschutzfolie aufgebracht, damit die Pflanzen mit ihren Wurzeln das Dach nicht beschädigen. Mit einem Teppichmesser werden die Dachabläufe ausgeschnitten bevor das Schutzvlies und darüber Drainagematten ausgelegt werden. Auch bei diesen Schichten müssen die Abläufe freigeschnitten werden.

Danach folgt ein Filtervlies, damit die kleinen Hohlräume der Drainageschicht nicht verstopfen. Im Anschluss wird ein Streifen Kies entlang der Kante und auf die restliche Dachfläche das Substrat aus Bims, Ziegelsplit, Lava oder Mineralwolle für die Dachbegrünung aufgebracht. Für die Vegetationsschicht können schließlich Pflanzen gesetzt, eine Saatgutmischung ausgebracht oder fertige Sedummatten verlegt werden. Zu Beginn ist es wichtig, das Gründach zu wässern und mindestens drei Wochen feucht zu halten, damit die Pflanzen wachsen können. Danach ist es nur noch in Trockenzeiten notwendig zu wässern und zweimal im Jahr Unkraut zu beseitigen.

Zusammenfassung: intensive vs. extensive Dachbegrünung

Intensive DachbegrünungExtensive Dachbegrünung
Dachlastvon 200 bis maximal 12.000 Kg pro Quadratmeterzwischen 50 und 170 Kg pro Quadratmeter
Neigungswinkel maximale Neigung von 5 Gradbis zu 45 Grad
Substratschichtbis zu 1m dicke Erdschicht8-20 cm
BepflanzungRasenflächen, Stauden und Sträucherniedrigwurzelnden Pflanzen, Sukkulenten, Kräuter, Steingartenpflanzen und Gräser
Auch geeignet fürDachgartenCarports, Garagen und Mülltonnenhäuschen

Welche Pflanzen sind für welche Dächer geeignet:

Extensive BepflanzungScharfer Mauerpfeffer, Hauswurz, Polsterschleierkraut, Storchschnabel
Bei einer Substrattiefe von mind. 8-10 cmSalbei, Oregano, Rosmarin, Lavendel, kriechendes Bohnenkraut, Pimpinelle, Walderdbeeren, kleiner Sauerampfer, Sandmohn, Silbergras oder Färberkamille
Halbschattige DächerKlatschmohn, Gewöhnliche Schafgarbe, Echter Dost und Majoran, Steinbrech
Große DächerFilziges Hornkraut, Wolfsmilchgewächse
Im Frühling, ab einer Substratschicht von 10 cmKrokusse, Osterglocken, Traubenhyazinthen oder Tulpen

Text: Christian Schaar
Bilder, wenn nicht anders angegeben: Pixabay / Pexels / Unsplash

Nachhaltiger Urlaub in Österreich mit Bergblick

Ein traditionsbewusster, familiengeführte Bauernhof und das erste Ökohotel des Landes mit einem bewundernswerten, ganzheitlichen Konzept – so sieht nachhaltiger Urlaub in Österreich aus!

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von LandReise.de.

Appartement Arnoldgut: Tradition trifft Nachhaltigkeit

Umweltbewusster Urlaub mit Herz – dafür steht Familie Huber vom Arnoldgut. Die Wurzeln des traditionellen Bauernhofs im Salzburger Land reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück und gemolken wird auch heute noch im 400 Jahre alten Stallgebäude. Das stattliche Bauernhaus, welches seit Generationen im Besitz der Familie Huber ist, beherbergt gediegen und komfortabel ausgestattete Gästezimmer und Appartements. Hier wurde gerade auch an die Kleinsten gedacht, das merkt man an jeder Ecke.

Urlaub in Österreich im Appartement Arnoldgut: Tradition trifft Nachhaltigkeit

Zwischen den beeindruckenden Gipfeln und saftig grünen Almen wird am Arnoldgut aber nicht nur familiäre Tradition großgeschrieben – auch die Liebe zur Natur prägt den Alltag von Familie Huber in jeder Hinsicht. Neben dem nachhaltigen Frühstücksangebot mit leckeren hofeigenen Produkten, das Gäste mit gutem Gewissen genießen können, heizen die Gastgeber ihre Wohnungen mit einer Hackschnitzelheizung.

Das benötigte Brennholz stammt direkt aus dem eigenen Wald. Somit wird das Klima jährlich um 24,2 Tonnen CO² entlastet. Nahezu 90% des Stroms erzeugt das Arnoldgut mithilfe von Photovoltaik- sowie Solaranlagen.

Und auch für die Kids gibt’s jede Menge zu entdecken. Ob im Stall, beim Brotbacken mit der Bäuerin, beim Fischen oder im Umgang mit tierischen Hofbewohnern wie Kühen, Kälbchen, Hasen, Katzen, Ziegen, Hühnern und Meerschweinchen! Auch das Reiten nach ganzheitlicher Methode wird am Arnoldgut großgeschrieben. Die Harmonie zwischen Pferd und Reiter steht im Mittelpunkt, es wird Reitunterricht für Anfänger, Fortgeschrittene oder gut Geübte direkt am Nachbarhof angeboten. Bei schönem Wetter genießt man die Freiheit der Pferdewelt auf dem schönen Reitplatz oder bei Schlechtwetter in der großen Reithalle!

Urlaub in Österreich: hier geht es direkt zum Appartement Arnoldgut.

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Biolandhaus Arche: Österreichs erstes Ökohotel

Bereits vor 25 Jahren war das Biolandhaus Arche eines der ersten Hotels, in dem Gäste biologisch vollwertige Gerichte verzehren konnten. Auch heute kann man sich bei einem Urlaub in dem besonderen Kärntner Biohotel auf leckere vegetarische Küche mit Produkten aus der Region freuen. Auf der Menükarte steht, was Saison hat und in der Region wächst. Zum Beispiel: Spargel und Erdbeeren im Frühling. Blattgemüse und Kirschen im Sommer. Kürbis und Äpfel im Herbst. Oder Wurzelgemüse und Trockenfrüchte im Winter.

Urlaub in Österreich im Biolandhaus Arche: Österreichs erstes Ökohotel
Eine gesunde, biologische Ernährung liegt Gastgeberfamilie Tessmann am Herzen

Und nicht nur eine gesunde, biologische Ernährung liegt Gastgeberfamilie Tessmann am Herzen. In der Arche achtet man in jeglicher Hinsicht auf eine ganzheitliche, nachhaltige Lebensweise. Diese spiegelt sich beispielsweise auch in der Bauweise der Unterkünfte wider; Die gemütlichen Zirbenholzzimmer sorgen für einen gesunden, tiefen Schlaf und senken nachweislich die Herzfrequenz. Weitere natürliche Baustoffe wie Lehmputz und Vollholz stellen eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen sicher und tragen entscheidend zur Wohnqualität bei. Bei den Stoffen und Accessoires wurde auf Leinen, Wolle und Baumwolle gesetzt. Und selbst bei den Matratzen wurde auf einen hohen Anteil an Naturfasern geachtet.

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Senior-Gastgeberin Rosalinde legte zudem als Kneipp-Bademeisterin, Heilmasseurin und Saunameisterin schon damals den Grundstein für den heutigen Wellnessbereich mit Kneipp-Einrichtungen, Saunen, Wärmebank & Co., der in puncto Erholung keine Wünsche offen lässt. Und auch sonst fehlt es Gästen in einem Urlaub bei Familie Tessmann an nichts: Besondere Erlebnisse wie Höhlenfackelwanderungen, Lamatrekking oder Nachtrodeln im Winter zaubern auch den Kleinsten garantiert ein breites Lächeln ins Gesicht.

Urlaub in Österreich: hier geht es direkt zum Biolandhaus Arche.

Text und Bilder: LandReise.de

Sonnenhaussiedlung in moderner Ziegelbauweise

Hohe Nachhaltigkeit und umweltgerechte Energieversorgung sind schon aus Gründen des Klimaschutzes zentrale Herausforderungen des Bauens. Wie zukunftsweisender, CO2-neutraler Wohnungsbau aussehen kann, zeigt exemplarisch die „CS-Sonnenhaussiedlung“ in Moosburg an der Isar (Bayern).

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Leipfinger-Bader.

Autarkes Energiekonzept beispielgebend umgesetzt

Mit drei Doppel- und 16 Reihenhäusern sowie 12 Eigentumswohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern deckt die „CS-Sonnenhaussiedlung“ generationsübergreifend die ganze Palette unterschiedlicher Haushaltsgrößen und Wohnansprüche ab. Bei der Umsetzung des weitgehend autarken Energiekonzeptes spielte der gewählte Außenwandbaustoff wegen der zu erzielenden hohen Wärmedämmung eine wesentliche Rolle. Mit dem holzfasergefüllten Unipor W07 Silvacor-Mauerziegel konnte hier eine besonders umweltschonende Lösung für die Errichtung der energieeffizienten Gebäudehüllen gefunden werden.

Alle Häuser der „CS-Sonnenhaussiedlung“ in Moosburg wurden aus massivem Mauerwerk mit Unipor W07 Silvacor-Ziegeln von Leipfinger-Bader errichtet. Aufgrund ihrer Dämmstoff-Füllung aus nachwachsenden Nadelholzfasern sind sie zugleich besonders nachhaltig, energieeffizient und wohngesund.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz bilden den Grundstein für die „Sonnenhäuser“. Drei Doppel- und 16 Reihenhäuser sowie zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 12 Wohnungen bieten hier Platz für verschiedene Haushaltsgrößen und Wohnansprüche – abgerundet von einem fast autarken Energiekonzept.

Um ein Gebäude möglichst klimagerecht anzulegen, gilt es viele Aspekte zu beachten. Vorausgesetzt ist eine ganzheitliche Herangehensweise. Ein gelungenes Beispiel dafür findet sich im oberbayerischen Moosburg an der Isar. Hier hat der ortsansässige Solaranlagenhersteller CitrinSolar mit seiner Bauträger-Gesellschaft „CS Wohnbau“ ein energetisch und nachhaltig optimiertes Gesamtkonzept realisiert. Unterstützt wurden sie darin vom Landshuter Ingenieurbüro „BBI“. „Darüber hinaus wollten wir den künftigen Gebäudenutzern ein dauerhaft komfortables und familiengerechtes Wohnen in einem attraktiven Wohnumfeld bieten. Die Basis für den Wohnungsbau der Zukunft sehen wir in einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung bei geringen Nebenkosten,“ betont CS-Geschäftsführer Hanns Koller.

Zukunftsorientiert in jeder Hinsicht

Mit der Planung beauftragt wurde die heinz pflüger partner architekten GmbH, ein Architekturbüro aus Moosburg. Es entwarf den Wünschen des Bauträgers entsprechend ein Wohnquartier, das die Themen Energie und Nachhaltigkeit mit hoher Flexibilität in der Gebäudenutzung verknüpfte. So verteilen sich die geplanten 34 Wohneinheiten mit ihren rund 4.000 Quadratmetern Wohnfläche auf sechs Doppelhaushälften, 16 Reihenhäuser und 12 Wohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern. Die verfügbaren Wohnflächen wurden mit diversen Wohnungsgrößen von 50 bis 160 Quadratmetern für Singles ebenso ausgelegt wie für Paare und Familien mit bis zu vier Kindern.

Die angestrebte Flexibilität bezog sich aber nicht nur auf unterschiedliche Wohngrößen und individuelle Ausstattungen. „Wir mussten im Sinne der Bewohner auch deren zukünftiges Wohnen mit ihren familiären Veränderungen im Auge behalten,“ erklärt Architekt Rudolf Heinz. „Außer einer zukunftsweisenden Energieversorgung wurde in der Planung insbesondere eine komfortable Umgestaltung der Wohnräume im Alter oder bei Krankheit berücksichtigt.“ Deshalb war auch ein möglichst einfacher Umbau der Räumlichkeiten für zukünftige Veränderungen gefragt. So können bei den Doppel- und Reihenhäusern die Erd- und Obergeschosse jeweils problemlos in eigenständige Wohnungen umgewandelt werden. Es wurden zudem altersbedingte Bedürfnisse wie eine in den Erdgeschossen zügig umsetzbare Barrierefreiheit in die Planung einbezogen.

Eine moderne Grundrissgestaltung zeichnet die „Sonnenhäuser“ aus. Dabei teilen sich die verfügbaren Wohnflächen in unterschiedliche Wohnungsgrößen auf, um sowohl Singles als auch Paaren oder Familien bis zu vier Kindern den jeweils benötigten Raum zu bieten.
Plan: heinz pflüger partner architekten GmbH

Nutzungsoptimierte Grundrisse bis unters Steildach

Kompakte prägnante Bauformen mit klaren Proportionen und ortstypischen Satteldächern sowie eine moderne offene Grundrissgestaltung prägen alle Sonnenhäuser. Durch den Neigungswinkel der Dächer mit 45 Grad und südlicher Ausrichtung entstanden ausreichend Flächen für die PV-Module. Kennzeichnende äußere Merkmale sind große Fenster, die viel Licht in die einzelnen Räume lassen. Zusätzlich tragen die weißen Wandflächen zu einer hellen Raumwirkung bei.

Die Räumlichkeiten der „Sonnenhäuser“ sind weitläufig und offen gestaltet. Große Fenster lassen zudem viel Licht hinein, was die großzügige Raumwirkung noch unterstützt.
Die Dachschrägen verfügen über einen hohen Neigungswinkel von 45 Grad. Dank großer Nordfenster lässt sich das Dachgeschoss aber dennoch als Wohnraum nutzen – hier sogar mit einer Galerie. Auf der Südseite ist hingegen der Technikraum für die Photovoltaik-Ausrüstung untergebracht.

Auf den Dächern dienen große Solarmodule als Energielieferanten. Der für die Umwandlung und Weiterleitung der Sonnenenergie erforderliche Technikraum ist dafür bei den Doppel- und Reihenhäusern zusammen mit einem Abstellraum sowie einer beispielsweise als Studio oder Büro nutzbaren Wohnfläche im Dachgeschoss angeordnet. Zwei PKWs und mehrere Fahrräder passen in die den Wohneinheiten jeweils zugeordneten übergroßen Garagen und Carports. Unterschiedlich große Grünflächen runden für die künftigen Hausbewohner das Gesamtangebot an nutzbarer Fläche ab. In den zweigeschossigen Mehrfamilienhäusern stehen den Bewohnern stattdessen äußere Abstellräume und jeweils bis zu zwei PKW-Stellplätze zur Verfügung. Der Zugang nach außen ist hier für die Wohnungen im Ober- und Dachgeschoss über Balkone sichergestellt. Die Erschließung des Wohnquartiers erfolgt über eine verkehrsberuhigte, kinderfreundliche Spielstraße.

Die Gestaltung der Badezimmer reicht je nach individueller Vorliebe der Bewohner von funktional und „clean“ bis hin zu wohnlich oder extravagant.
Auch die Küchen verfügen über eine angenehme Raumgröße und bilden zusammen mit dem angrenzenden Zimmer eine bequeme Wohnlandschaft.

Innovatives Energiekonzept

Ein Hauptaugenmerk galt bei der Planung dem energetischen Gesamtkonzept. Neben dem hohen ökologischen Anspruch spielte der ökonomische Aspekt eine wichtige Rolle. Statt einer möglichst großen Energieeinsparung war deshalb eine überwiegend autarke Energieversorgung mit geringen Nebenkosten gefordert (Autarkiegrad 70 Prozent). Eine zentral installierte Solarthermieanlage und eine Holzschnitzelheizung sorgen so über ein Nahwärmenetz CO2-neutral und unabhängig von fossilen Brennstoffen für ausreichend Heizenergie. Ansonsten liefert die auf den Dächern installierte Photovoltaik-Anlage im Zusammenwirken mit Akkuspeicher und Wechselrichter im Normalfall genügend elektrischen Strom für Beleuchtung und alle im Haushalt benötigten Elektrogeräte. Bei zu wenig Sonnenlicht ist die Versorgung mit Ökostrom über das örtliche Stromnetz gewährleistet, während überschüssiger Strom gegen Vergütung in das Stromnetz eingeleitet wird.

Auf allen Dächern befinden sich Photovoltaik-Anlagen. Zusammen mit einer zentral installierten Solarthermieanlage und einer Holzschnitzelheizung decken Sie einen Großteil des Heizenergie- und Strombedarfs ab.

Eine Besonderheit stellt das umweltfreundliche Mobilitätskonzept der Siedlung dar. Dabei stehen den Bewohnern mit einem quartierseigenen Elektrocar-Sharing-Fahrzeug und einem E-Lastenfahrrad flexibel nutzbare Transportmittel für Besorgungen zur Verfügung. Für ihren Betrieb wird in naher Zukunft noch eine von Sonnenenergie gespeiste E-Ladestation unter einem speziellen Carport errichtet. Darüber hinaus erhalten alle Garagen und PKW-Stellplätze die notwendigen Anschlüsse, um eine E-Ladestation für das eigene Fahrzeug zu installieren.

Umweltgerechte Gebäudehülle dank Ton und Holz

In Bezug auf den Energieverbrauch wurde bei den Doppel- und Reihenhäusern ein Energieeffizienzhausstandard von KFW 55 und bei den Mehrfamilienhäusern von KFW 40 Plus vorgegeben. Der niedrige Energiebedarf beinhaltete zwangsläufig eine zum hohen baulichen Wärmeschutz beitragende Gebäudehülle. Außerdem war dem Bauträger angesichts seiner umweltschonenden Prioritäten eine werterhaltende Bauweise mit einem ökologisch absolut unbedenklichen Außenwandbaustoff besonders wichtig. Der gemäß Zulassung Z-17.1-1162 gewählte Mauerziegel „Unipor W07 Silvacor“ von den Ziegelwerken Leipfinger-Bader (Vatersdorf) konnte dabei nicht nur mit seinen bauphysikalischen Topwerten, sondern auch mit seiner hervorragenden Ökobilanz überzeugen. Das Geheimnis des innovativen Ziegels ist seine Dämmstoff-Füllung aus nachwachsenden Nadelholzfasern. „Ton trifft Holz,“ umschreibt kurz und prägnant Architekt Rudolf Heinz diese im nachhaltigen Sinne perfekte Kombination aus natürlichen Rohstoffen.

Entsprechend den bauphysikalischen Erfordernissen wurde bei den Mehrfamilienhäusern eine Mauerwerkstärke von 42,5 Zentimeter und bei den Doppel- und Reihenhäusern von 36,5 Zentimeter gewählt. Die gewährleisteten niedrigen Wärmedurchgangswerte von 0,16/m²K beziehungsweise 0,18 W/m²K leisten damit ihren Beitrag zum energiesparenden Wärmeschutz. Mit der Festigkeitsklasse 6 stellen die Silvacor-Ziegel die für Mehrfamilienhäuser benötigte Standfestigkeit problemlos sicher.

Zügige, unproblematische Mauerwerkserstellung

Ein weiterer Pluspunkt des Silvacor-Ziegels zeigte sich in seinen guten Verarbeitungseigenschaften. Die nach der Zulassung Z-17.1-1162 und der DIN EN 1996 für die Erstellung des Mauerwerks erforderliche deckelnde Dünnbettvermörtelung ließ sich von den Verarbeitern der Halbinger Wohnbau GmbH (Wang) mit dem Mörtelschlitten zügig durchführen. Eine Stoßfugenvermörtelung war aufgrund der Verzahnung der Steinstirnseiten nicht erforderlich.

Die wirtschaftliche Erstellung und die erreichte Qualität des Mauerwerks stellten auch den Geschäftsführer der Baumeisterfirma mehr als zufrieden: „Der Silvacor-Ziegel unterscheidet sich in seiner einfachen Vermauerung nicht von herkömmlichen Unipor-Planziegeln“, äußert Andreas Halbinger. „Er lässt sich ebenfalls problemlos sägen und reizt dabei mit seiner Füllung aus Holzfasern auch nicht die Haut.“ Neben Silvacor-Zubehörsteinen sorgen zudem vorgefertigte Rollladenkästen aus dem ganzheitlichen System-Produktprogramm der Unipor-Mitgliedswerke für maßgeschneiderte Detaillösungen.

Fertigstellung in drei Bauabschnitten

Angesichts des Projektumfangs gliederten die Bauverantwortlichen die Errichtung des Wohnquartiers in drei Bauabschnitte. Der erste Bauabschnitt konnte bereits bezogen werden. Die Fertigstellung der beiden anderen Bauabschnitte soll im Frühjahr sowie Sommer 2021 erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt sollen auch alle Bauvorhaben zur Infrastruktur, wie etwa eine Kinderkrippe und der Spielplatz, fertiggestellt sein. Große gemeinsame Aufenthaltsbereiche für die Bewohner und viel Grünfläche um die Gebäude herum sorgen spätestens dann für ein naturnahes familienfreundliches Wohnen. Dazu tragen außerdem hundert neu angepflanzte Bäume bei. Nicht zuletzt bietet das angrenzende Landschaftsschutzgebiet „Isarauen“ ein besonders einladendes Umfeld, das sich für ausgedehnte Spaziergänge und Radtouren anbietet.

Bautafel

Bauträger
CS Wohnbau UG & Co. KG, Böhmerwaldstraße 32, 85368 Moosburg

Planung und Bauleitung
heinz pflüger partner architekten GmbH, Auf dem Plan 5, 85368 Moosburg

Verarbeiter Rohbau
Halbinger Wohnbau GmbH & Co. KG, Schwanhildenstraße 2a, 85368 Wang, Ortsteil Schweinersdorf

Bauphysik und Energiekonzept
CitrinSolar GmbH Energie- und Umwelttechnik (Böhmerwaldstraße 32, 85368 Moosburg) und Ingenieurbüro BBI (Neidenburger Straße 6a, 84030 Landshut)

Anzahl Wohneinheiten
6 Doppelhaushälften, 16 Reihenhäuser, 12 Eigentumswohnungen in zwei Mehrfamilienwohnhäusern

Wohnfläche insgesamt
ca. 4.025 m²

Jahresheizwärmebedarf
Mehrfamilienwohnhaus 5,5 kWh/m², Doppelhaus 29,2 kWh/m², Reihenmittelhaus 24,9 kWh/m², Reiheneckhaus 28,6 kWh/m²

Außenwandbaustoff
Unipor W07 Silvacor-Mauerziegel (d = 36,5 cm bei Doppel- und Reihenhäusern, d = 42,5 cm bei Mehrfamilienhäusern)

Ziegelhersteller
Ziegelwerke Leipfinger-Bader GmbH, Ziegeleistraße 15, 84172 Vatersdorf, Mitgliedsunternehmen der Unipor-Ziegel-Gruppe

Fertigstellung letzter Bauabschnitt
Sommer 2021

Text: Leipfinger-Bader und dako pr corporate communications
Bilder, wenn nicht anders angegeben: Leipfinger-Bader / Christian Willner Photographie

Nachhaltige Wärmedämmung mit Naturdämmstoffen

Nachhaltige Wärmedämmung mit Naturdämmstoffen

Angesichts des steigenden Bewusstseins für Nachhaltigkeit und Umweltschutz, gibt es inzwischen einen regelrechten Trend zu hochwertigen ökologischen Baumaterialien. Vor diesem Hintergrund setzen Bauherren und Hausbesitzer immer häufiger Dämmungen aus natürlichen Rohstoffen bei Hausbau und -sanierung. Das schont nicht nur Umwelt und Klima, sondern wirkt sich ebenfalls positiv auf die Wohngesundheit aus. Damit Sie den passenden Naturdämmstoff finden, stellen wir Ihnen sechs nachhaltige Dämmmaterialien vor.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Christian Schaar.

Dämmen mit Naturdämmstoffen

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Arten von Naturdämmstoffen, die Feuchtigkeit unterschiedlich gut aufnehmen und unterschiedliche Wärmespeicherkapazitäten sowie Wärmeleitfähigkeiten aufweisen. Nachhaltige Dämmstoffe sind zum Beispiel Holz, Zellulose, Flachs, Hanf, Stroh, Seegras, Schilf, Schafwolle, Baumwolle, Kork oder Kokos, die zu losem Material oder Platten weiterverarbeitet werden. Die Wahl des richtigen Naturdämmstoffes hängt vom Verwendungszweck ab. Da sich die Naturmaterialien aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften nur für bestimmte Bauteile und Einsatzbereiche eignen, sollten Hausbesitzer und Bauherren bei der Wahl des richtigen Dämmstoffes für Dach, Decke, Wände oder Boden unbedingt auf den Verwendungszweck achten.

Ein Dachstuhl wird mit dem Naturdämmstoff Holz isoliert.
Ein Dachstuhl wird mit Holzfaserdämmung isoliert.
Bilder: S2 GmbH

Vorteile von Naturdämmstoffen gegenüber herkömmlichen Dämmstoffen

Anders als fossile und mineralische Rohstoffe schonen natürliche Dämmstoffe durch ihre CO2-neutrale Ökobilanz Ressourcen und Klima. Auch der Energieverbrauch bei der Herstellung von Dämmstoffen aus Holz, Flachs, Stroh oder Kork ist um einiges niedriger als bei herkömmlichen Dämmmaterialien. Zudem stammen viele Naturdämmstoffe aus der regionalen Land- und Forstwirtschaft: es sind keine langen Transportwege notwendig, die die Umwelt belasten. Nicht zu unterschätzen sind auch die positiven Effekte auf die Wohngesundheit. Natürliche Dämmmaterialien haben auszeichnete feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften und verbessern das Raumklima.

Im Gegensatz zu industriellen Dämmstoffen gleichen sie Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen besser aus. Neben einer optimalen Isolierung gegen Kälte bieten sie einen effektiven Hitzeschutz und haben schalldämpfende Eigenschaften. Bei Dämmmaßnahmen mit natürlichen Materialien ist jedoch zu bedenken, dass diese der Baustoffklasse 2 angehören und damit normal entflammbar sind. Das heißt, dass viele natürliche Materialien vor ihrer Verwendung als Dämmstoff unter anderem mit Brandhemmern und künstlichen Bindemitteln behandelt werden. Des Weiteren sind aufgrund der höheren Wärmeleitfähigkeit dickere Materialstärken erforderlich.

Naturdämmstoffe und allen voran Holzfaserprodukte haben beim sommerlichen Hitzeschutz aufgrund der größeren Phasenverschiebung, die ungleich größer als bei Mineralfaserdämmstoffen ist, ganz entscheidend die Nase vorn. Das ist vor allem angesichts des wärmer werdenden Klimas ein wichtiges Argument.

Die Wand wurde erfolgreich mit einem Naturdämmstoff isoliert.
Eine fertig isolierte Wand, mit Klimamembran und der Lattung für die noch offene Installationsebene. Der nächste Schritt wäre hier das Einbringen der Elektroinstallation. Dann wird diese Schicht (Installationsebene genannt) ebenfalls mit einer dünnen Lage Holzfaserdämmung isoliert und anschließend mit Gipsfaserplatten beplankt.
Bild: S2 GmbH

Nachhaltige Naturdämmstoffe im Überblick

Naturdämmstoff Holz

Holz ist ein klassischer Naturdämmstoff, der im Sommer und Winter nicht nur Hitze- bzw. Kälte-, sondern als Bodendämmung auch Schallschutz bietet. Für die Dämmung von Häusern wird Holz in Form von Holzfasern, -platten oder Zellulose eingesetzt. Holzfasern, die aus Sägeresten und Hackschnitzeln von Nadelhölzern stammen, können als loses Dämmmaterial verwendet oder zu Holzfasermatten verarbeitet werden.

Dämmen mit Holz: Holz kann in Form von Holzfasern, -platten oder Zellulose eingesetzt werden
Holz ist ein nachhaltiger Naturdämmstoff

Holzfaserdämmstoffe haben eine Wärmeleitfähigkeit von 0,040 Watt pro Meter und Kelvin und können als Holzweichfaserplatte für die Dachdämmung, als Putzträgerplatte für die Fassadendämmung oder zur Innendämmung zum Einsatz kommen. Holz reguliert die Luftfeuchtigkeit in den Räumen und erzeugt ein angenehmes Raumklima. Zudem besteht die Option, die Fassade mit Holz zu verkleiden. Das ist nicht nur eine optische Aufwertung, sondern bietet zusätzlichen Dämmschutz. Eine Wärme- bzw. Außendämmung ist dennoch notwendig, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Dämmen mit Flachs und Hanf

Flachs und Hanf eignen sich für die Dämmung des Daches, der Wände und Böden. Während Flachs in Form von Matten an Dächern und Geschossdenken zum Einsatz kommt, ist Hanf auch für die Dämmung der Wände bestens geeignet. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von rund 0,040 Watt pro Meter und Kelvin, bieten die Naturdämmstoffe einen sehr guten Wärmeschutz. Da Flachs und Hanf gute Schalldämpfungseigenschaften aufweisen, eignen sie sich ebenfalls gut als Trittschalldämmung.

Dämmen mit Hanf: Hanf ist ein nachhaltiger Naturdämmstoff

Stroh und Seegras als natürliches Dämmmaterial

Der Energieaufwand für Stroh ist besonders niedrig, denn der Dämmstoff wird aus Weizen, Hafer, Roggen oder Gerste hergestellt. Für die Dämmung wird das Stroh so dicht zu Ballen gepresst, dass der Feuchtigkeitsgehalt nur noch höchstens bei 15 Prozent liegt. Mit seiner sehr guten Wärmespeicherkapazität eignet sich Stroh vor allem für Dächer oder das Auffüllen von Hohlräumen an Türen und Fenstern. Durch seine guten Schallschutzeigenschaften bietet sich die Dämmung aber ebenso für Fußböden an.

Dämmen mit Stroh: Stroh ist ein nachhaltiger Dämmstoff

Eine Alternative zu Stroh als Naturdämmstoff ist Seegras, das eine Wärmeleitfähigkeit von 0,042 Watt pro Meter und Kelvin hat. Die zerkleinerten und gereinigten Fasern werden für die Dämmung in Decken, Innen- und Außenwänden oder Dächern eingesetzt, wo sie in die Hohlräume gestopft oder eingeblasen werden. Das immer wieder nachwachsende Seegras an der Ostsee und am Mittelmeer lässt sich besonders umweltfreundlich ernten, wobei die Herstellung und Aufbereitung nur wenig Energie verbraucht.

Naturdämmstoff Schilf

Als traditioneller Dämmstoff kommt Schilf bereits seit einigen Jahrhunderten beim Hausbau zum Einsatz. Es nimmt keine Feuchtigkeit auf und verrottet kaum, sodass sich keine Fäulnis oder Pilze bilden können. Durch den hohen Kieselsäuregehalt hat es ebenfalls brandhemmende Eigenschaften. Gepresste Schilfrohre werden mit Drähten oder Schnur zu Platten verbunden, die sich bestens als Deckmaterial oder Putzgrund eignen.

Nachhaltig dämmen mit Schilf

Mit Schafwolle und Baumwolle dämmen

Schafwolle ist der einzige Dämmstoff aus tierischen Fasern, der in Form von Vlies, Filz, Matten, Wollballen oder Platten für die Dämmung von Wänden, Böden und Dächern zum Einsatz kommt. Die Wolle kann bis zu 33 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und speichert Wärme aufgrund ihrer vielen Hohlräume besonders gut. Sie hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 bis 0,045 Watt pro Meter und Kelvin und ist ebenfalls als Trittschalldämmung geeignet. Dank des Eiweißproteins Keratin kann Schafwolle zudem Schadstoffe binden, wie zum Beispiel Formaldehyd, und die Raumluft reinigen.

Sowohl Schaf- als auch Baumwolle eignen sich zum Stopfen von Hohlräumen in Böden, Wänden, an Fenstern und Türen. Baumwolle wird unter anderem in Form von Dämmmatten und -filzen für die Dämmung von Hohlräumen oder Trittschalldämmung verwendet. Um Schimmelbildung und Insektenbefall zu vermeiden sowie die Brandschutzeigenschaften zu verbessern, werden die Baumwollfasern mit Borsalz imprägniert.

Dämmen mit Schafwolle: Schafswolle ist ein nachhaltiger Naturdämmstoff
Dämmen mit Baumwolle: Baumwolle ist ein nachhaltiger Naturdämmstoff

Dämmen mit Kork und Kokos

Auch Kork ist ein nachwachsender Rohstoff, der vielseitig als Dämmmaterial verwendbar ist, ob in Form von Korkgranulat für die Zwischensparrendämmung, als Backkorkplatten für die Aufdachdämmung oder für Wärmedämmverbundsysteme (WDVS). Der Naturdämmstoff wird aus der Korkeiche gewonnen, die alle neun bis zehn Jahre geschält wird. Da er kaum Nässe aufnimmt, eignet sich Kork für feuchtigkeitsanfällige Bereich.

Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,45 bis 0,055 Watt pro Meter und Kelvin ist Kokos ebenfalls ein effektiver Dämmstoff, der aus den äußeren Fasern der Kokosnuss gewonnen wird. Diese werden zu Matten, Filzen oder Platten weiterverarbeitet. Kokos kommt vor allem in der Innendämmung zum Einsatz, zum Beispiel im Dach zwischen den Sparren. Im Außenbereich eignet sich das Naturmaterial für die Fassadendämmung.

Auch mit Kork kann man nachhaltig dämmen
Kokosfasern gehören auch zu den nachhaltigen Naturdämmstoffen

Text: Christian Schaar, S2 GmbH
Bilder, wenn nicht anders angegeben: Pixabay, Unsplash und Pexels

Statt wegwerfen: Lebensmittel richtig einfrieren

Einfrieren von Obst und Gemüse ist eine gute Methode, um sie länger haltbar und frisch zu machen. Gerade in der Erntezeit fällt es nämlich oft schwer, Lebensmittel gleich zu verbrauchen. Wer sie einfriert, hat lange was davon. Hier lesen Sie, wie Sie beliebte Obst- und Gemüsesorten richtig einfrieren.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Wie lange ist Gefrorenes haltbar?

Richtig eingefrorene Lebensmittel, können Sie lange Zeit aufbewahren. Auch bereits gekochte Speisen retten Sie so vor der Mülltonne. Jedoch sollten Sie bedenken, dass Lebensmittel auch in der Tieflühltruhe nicht ewig haltbar sind. Folgende Emfpehlungen gibt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE):

  • Fleisch: drei bis zwölf Monate
  • Gemüse: sechs bis zwölf Monate
  • Obst: acht bis 12 Monate
  • fertige Speisen: bis zu drei Monate

Eine Tabelle mit Angaben zum Einfrieren weiterer Lebensmittel finden Sie hier auf der Seite des BZfE.

Gemüse und Obst einfrieren:

Die gute Nachricht: Vitamine von Obst und Gemüse gehen beim Einfrieren nicht verloren. Die schlechte Nachricht: Man kann beim Einfrieren von Brokkoli, Spinat und Beeren auch ein paar Fehler machen. Wir verraten Ihnen, wie Sie 10 beliebte Obst- und Gemüsesorten richtig einfrieren.


Das A und O ist bei allen Obst- und Gemüsesorten die richtige Vorbereitung. So können Sie es beim Auftauen ideal weiterverarbeiten und sorgen dafür, dass sich keine großen gefrorenen Klumpen bilden. Darüber hinaus ist es von Vorteil, das Obst und Gemüse möglichst frisch tiefzukühlen, denn so bleiben die wertvollen Vitamine erhalten.

Spinat einfrieren

Um Spinat einzufrieren ist es wichtig, diesen zunächst richtig vorzubereiten. Frieren Sie die frischen Blätter als solche ein, werden sie schnell matschig und ungenießbar. Deshalb sollten Sie diese erst einmal waschen, putzen und dann blanchieren. Sobald sie getrocknet sind, können sie diese dann einfrieren. Ebenfalls beliebt ist es, den Spinat gleich vorzubereiten und dann einzufrieren. Sie können daraus beispielsweise eine köstliche Suppe oder Sauce zaubern.

Spinat einfrieren
Um Spinat einzufrieren muss er erst gewaschen und blanchiert werden

Rote Beete einfrieren

Die Rote Beete ist eine echte Powerknolle: Reich an Vitaminen bringt sie viele Vorteile mit sich. Haben Sie viele Beeten geerntet, lohnt es sich diese für das ganze Jahr einzufrieren. So haben sie auch im Frühjahr, wenn die Rote Beete keine Saison hat, etwas davon auf Vorrat. Wie bei vielen anderen Gemüsesorten gilt aber auch bei der Beete: Nicht roh einfrieren.

Deshalb sollten Sie die Beete erst kochen. Hierfür putzen sie die Knolle und geben Sie sie dann für zirka 40 Minuten ins kochende Wasser. Ein Test mit der Gabel verrät, ob die Rote Beete weich und fertig ist. Anschließend schälen Sie die Knolle und schneiden sie in Scheiben oder Würfel. Dann kann sie in einem geeigneten Behälter eingefroren werden.

Rote beete einfrieren

Kürbis einfrieren

Eine Kürbissuppe im Sommer? Warum nicht! Wer Kürbisse einfriert, hat das ganze Jahr etwas davon. Wenn auch Sie in jeder Jahreszeit Kürbis essen möchten, dann können Sie auf verschiedene Art und Weise vorgehen. Kürbis können Sie entweder roh oder als Mus einfrieren. Für die rohe Verarbeitung müssen Sie ihn einfach – je nach Sorte – schälen, die Kerne entfernen und kleinschneiden. Schon kann der Kürbis ins Gefrierfach. Achten Sie dabei darauf, dass die einzelnen Stücke viel Platz haben und locker geschichtet ist, sonst haben sie am Ende nur einen Kürbisklumpen.

Wer Kürbis-Mus-Portionen einfrieren möchte, kann jederzeit schnell und unkompliziert eine Suppe oder auch einen Kürbiskuchen zubereiten. Dafür den geschnittenen Kürbis einfach in Wasser etwas weichkochen und anschließend pürieren. Das Püree dann portionsweise in den Tiefkühler, fertig ist der eingefrorene Kürbis.

Kürbis einfrieren
Vor dem Einfrieren muss der Kürbis entkernt werden.

Champignons einfrieren

Sogar Champignons können Sie ohne Probleme einfrieren. Das gilt übrigens für alle Pilze. Allerdings ist das Vorgehen je nach Pilzsorte etwas unterschiedlich. Bei Champignons ist das aber ganz einfach. Nach dem Säubern können diese nämlich einfach roh eingefroren werden. Je nach Größe der Pilze bietet es sich an, diese davor etwas kleinzuschneiden. Wer mag, kann die Pilze natürlich auch gekocht einfrieren. Wer die Pilze in dünnen Scheiben einfrieren möchte, sollte diese zunächst sauber ausgebreitet einfrieren, sonst kleben diese aneinander.

Frische Erbsen einfrieren

Wie auch beim Spinat, sollten Sie frische Erbsen blanchieren, bevor Sie sie einfrieren.
Dafür die Erbsen aus den Hülsen lösen und waschen. Die kleinen Erbsen dann für etwa drei Minuten in kochendes Wasser tauchen und direkt danach mit kaltem Wasser abschrecken. Vorsicht: Wenn Sie die Erbsen zu lange ins Wasser halten, werden sie matschig. Haben Sie die Erbsen blanchiert, können Sie sie einfrieren. Dafür in einen Gefrierbeutel oder eine Dose füllen. Achten Sie dabei darauf, möglichst wenig Luft einzuschließen. Dann in die Gefriertruhe geben und frosten.

Frische Erbsen einfrieren

Bananen einfrieren

Bananen einfrieren ist gerade dann praktisch, wenn sich mal wieder die Schalen im Obstkorb braun verfärben. Aber noch einen anderen Vorteil hat es Bananen tiefzukühlen; So lässt sich ganz einfach gesundes Eis auf Basis von Bananen – so genannte Nice Cream – herstellen. Und auch für Smoothies sind gefrorene Bananen eine tolle Grundlage.
Für tiefgefrorene Bananen schneiden Sie die geschälte Banane ganz einfach in zirka 2 cm breite Stücke. Diese werden dann auf einen Teller gelegt und eingefroren. Nach einigen Stunden (zum Beispiel über Nacht) die Stücke in einen Gefrierbeutel oder eine Dose füllen und wieder in die Gefriertruhe geben. Diese Prozedere hat gerade bei weichen Bananen den Vorteil, dass sie nicht aneinander kleben.

Feigen einfrieren

Frische Feigen sind einfach ein Hochgenuss. Getrocknete Feigen können da meist nicht mithalten. Wer diesen Genuss das ganze Jahr über will, kann Feigen nach der Ernte oder dem Kauf einfrieren. Dafür die Feigen einfach vierteln (zuvor gegebenenfalls schälen, je nach gewünschter Verwendungsart) und dann einfrieren. Auch bei Feigen sollten Sie darauf achten, dass die Feigen beim Tiefkühlen nicht zusammenkleben. Die Viertel deshalb wie die Bananen auf einem Teller ausbreiten, anfrieren lassen, und dann erst in Behälter füllen.

Brombeeren einfrieren

Brombeeren einfrieren geht eigentlich einfach, kann aber auch im Chaos enden. Denn wer Brombeeren einfriert, hat ganz schnell einen harten großen Klumpen Brombeeren. Der Trick: Die Früchte müssen einzeln eingefroren werden. Vor allem, wenn sie sehr reif und schon weich sind. Gleiches gilt übrigens für Himbeeren beim Einfrieren.

Brombeeren einfrieren

Bei Brombeeren und Himbeeren müssen Sie diese nach dem Waschen beispielsweise auf einem Backbleck ausbreiten und dann gefrieren lassen. Sind die Früchte durchgefroren, können Sie sie in geeignete Behälter füllen: sie kleben dann nicht mehr aneinander.

Mirabellen mit Stein einfrieren

Mirabellen einzufrieren hat einen entscheidenden Vorteil: Sie können das ganze Jahr über Mirabellenknödel, -kuchen oder -kompott kochen und genießen. Wie bei allen Steinfrüchten hat die Sache aber einen Nachteil: Wer die Mirabellen nicht entkernt, hat später die doppelte Arbeit. Ausnahme: Wenn Sie Marmelade oder Kompott kochen möchten, denn dann können Sie die Steine später aus der Masse heraussieben. Brauchen sie die Mirabellen aber für Kuchen oder Ähnliches, empfiehlt es sich sicher die Mirabellen ohne Stein einzufrieren. Gleiches gilt übrigens für Pflaumen oder Zwetschgen. Pflaumen mit Kern einfrieren ist oft kontraproduktiv, da der Kern nach dem einfrieren schwieriger zu entfernen ist und die Frucht immer komplett aufgetaut werden muss.

Birnen einfrieren

Birnen einfrieren
Ob im Kuchen, als Kompott oder Pur: Birnen schmecken einfach gut. Wer Birnen einfriert kann sie sogar das ganze Jahr genießen.

Wer Birnen einfrieren will, der sollte sich darüber klar sein, dass man sie nach dem Auftauen nicht mehr zu jedem Zweck einsetzen kann. Beim Auftauen werden die Birnen nämlich matschig. Ein schön dekorierter Kuchen ist damit nicht möglich. Ein leckeres Fruchtmus hingegen schon. Um Birnen einzufrieren, reicht es diese zu waschen, gegebenenfalls zu schälen und in Stücke zu schneiden. Anschließend in einen Behälter füllen und schon können sie gefrostet werden.

Text: Julia Schenkenhofer
Fotos: Pixabay und Unsplash