Urban und naturnah Wohnen in Würzburg

Urban und naturnah wohnen in Würzburg: zu sehen sind die beiden Wohnhäuser. Zwischen ihnen befindet sich ein gemeinsamer Innenhof mit Spielplatz.
Bild: Florian Holzherr

Zillerplus schafft mit dem Holzelementbau-Projekt “Robustes Wohnen am Park“ einen Ort des gemeinschaftlichen Miteinanders. Die ressourcenfreundliche und schnelle Errichtung des vorgefertigten Holzelementbaus, sowie das energiesparende Wohnkonzept tragen zu einem ökologisch nachhaltigen Wohnerlebnis bei.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Chris van Uffelen.

 

Holzelementbau als ökologisches Grundkonzept

Urban und naturnah wohnen in Würzburg: zu sehen ist wie mit Hilfe eines Krahns einzelne Elemente montiert werden
Montage der vorgefertigten Elemente (Bild: Michael Ziller)

Westlich der Altstadt Würzburgs entsteht seit 2009 auf dem ehemaligen Leighton Areal das Hubland eine Konversion, die naturnahes Leben und urbanes Wohnen mitsamt der entsprechenden Infrastruktur verzahnt entwickelt. Am Rande des Hubland Parks errichteten zillerplus Architekten und Stadtplaner GmbH in kürzester Zeit zwei zusammengehörige Baukörper. Die beiden Holzbauten mit spiegelgleichen Grundrissen entwickeln sich um einen Treppenhauskern aus Stahlbeton. Der umliegende Baukörper ist im Gegensatz dazu ein Holzelementbau aus Wand- und Deckentafeln. Dies ermöglichte einen hohen Vorfertigungsgrad der benötigten Teile, weshalb der Holzelementbau vor Ort schnell und einfach zusammengefügt werden konnte. So war schon die Errichtungsphase in Holzelementbauweise an sich ein nachhaltiger und umweltfreundlicher Prozess. Darüber hinaus sind die dem Klima angepassten Bauten aber auch im Betrieb ressourcen- und CO2-arm und zugleich effizient.

Urban und naturnah wohnen in Würzburg: zu sehen ist der Grundriss und die Freianlage der Wohngebäude.
Grundriss und Freianlage
Urban und naturnah wohnen in Würzburg: zu sehen ist der Schnitt der Gebäude mit den jeweiligen Materialien des Tragwerks.
Schnitt mit den Materialien des Tragwerks

Energieeinsparung im kompakten Holzelementbau

Auch die kompakte Bauweise des Holzelementbaus trägt entscheidend zur Umweltbilanz bei: Kleine Außenflächen umschließen ein großes Volumen, sodass sich die Maße im Sommer weniger erhitzen und im Winter weniger auskühlen können. Folglich müssen die Bewohner weniger heizen und kühlen. Daraus gehen gleich zwei besonders positive Aspekte hervor: Die finanzielle Schonung des Geldbeutels der Bewohner und zugleich ein energiesparendes Konzept, denn die Gebäude entsprechen dem KfW 55 Standard. Darüber hinaus ermöglicht die Tiefe des Baukörpers Küchen und Bäder in das Zentrum des Volumens zu verlegen. Somit ist mehr Fassadenfläche für die Wohn- und Schlafräume vorhanden. Diese werden durch raumhohe Fenster großzügig belichtet, während Sonnenschutzverglasung und Vorhänge einen übermäßigen Wärmeeintrag verhindern.

Urban und naturnah wohnen in Würzburg: zu sehen sind raumhohe Fenster mit hellen bodenlangen Vorhängen für den Sonnenschutz.
Vorhänge als innenliegenden Sonnenschutz in Kombination mit einer Sonnenschutzverglasung (Bild: Florian Holzherr)

Wohnqualität

Zusätzliche Wohnfläche entsteht durch integrierte warme Wintergärten. Aufgrund ihrer großen, über die ganze Front zu öffnenden, Fenstern können sie zugleich als Loggia oder Aufenthaltsbereich dienen: Was energetisch sinnvoll ist, erhöht zugleich die Wohnfläche und mehr noch die Wohnqualität. Mit ihren großen Fensterfronten sind die Wohnungen hell und lichtdurchflutet. Dennoch gewährleisten die Vorhänge maximale Privatsphäre. Die Bauweise als Holzelementbau ist im Inneren der Wohneinheiten an den Decken ersichtlich und greift so das äußere Erscheinungsbild auf. Dies trägt zur Identifikation der Bewohner mit dem Ensemble bei: Sein und Design entsprechen einander.

Urban und naturnah wohnen in Würzburg: zu sehen ist die weiß gestrichene Loggia des Wohnhauses. Der Balkon zeigt in Richtung des Hauses gegenüber.
Warme Loggia im Wohnraum (Bild: Florian Holzherr)
Urban und naturnah wohnen in Würzburg: zu sehen ist der weiß gestrichene Wohnraum mit zwei raumhohen Fenstern.
Blick in den Wohnraum (Bild: Florian Holzherr)

Gemeinschaft in grüner Umgebung

Urban und naturnah wohnen in Würzburg: zu sehen ist das Treppenhaus und der Aufzug gegenüber des Treppenaufgangs.
Treppenhaus (Bild: Florian Holzherr)

Zudem wurde von den Architekten auf soziale Belange Wert gelegt. Der Treppenhausflur wurde als kleinste Einheit einer intensiven Nachbarschaft verstanden: Hier treffen jeweils vier Wohnungen aufeinander und ermöglichen häufige Begegnungen der Bewohner beim Betreten oder Verlassen ihrer privaten Wohnbereiche. Die Mischung frei finanzierter und geförderter Wohnungen auf einem Geschoss fördert die soziale Durchmischung im nachbarschaftlichen Austausch. In letzter Konsequenz sind auch die Erdgeschosswohnungen barrierefrei. Die offenen Grünflächen und Innenhöfe zwischen den beiden Holzelementbauten wurden von fischer heumann landschaftsarchitekten PartG mbh gestaltet. Abgesehen vom allgemeinen Erscheinungsbild dienen sie auch als natürlicher Nahbereich und erweitern somit sowohl das Wohngefühl als auch den sozialen Raum.

Folglich ist der Holzelementbau der Außenfassade auch als Teil der grünen Freiraumgestaltung zu sehen. Zusätzlich umfasst der Außenbereich mehrere Spielplätze, die weitere Treffpunkte für die Bewohner darstellen. Somit gelingt es zillerplus die kompakten Baukörper einerseits ressourcenschoned und energiesparend, andererseits besonders familienfreundlich und sozial als Nachbarschaft der Zukunft zu gestalten.

Erschließung der beiden Häuser im gemeinsamen Innenhof (Bild: Florian Holzherr)

Text: Chris van Uffelen
Bilder: Florian Holzherr