Hinter den Kulissen: ein Tag im unverpackt Laden

Hinter den Kulissen: ein Tag im unverpackt Laden, Stefan Harich von Randvoll – Café und Unverpacktes berichtet

Wie sieht es eigentlich hinter den Kulissen in einem unverpackt Laden aus? Wir haben einen Mitarbeiter gefragt, wie ein Tag auf der anderen Seite der Theke abläuft. Er schildert, woran man bei Ladenöffnung und -Schließung denken muss, wie die Verkaufswaren ausgesucht werden und warum die Arbeit nicht ganz so entspannt ist, wie man bei einer so lockeren Einkaufsatmosphäre denken würde.

Einen Überblick zu den Vor- und Nachteilen von unverpackt Läden finden Sie hier, eine Schritt-für-Schritt Anleitung zum Einkaufen hier.

Ein Gastbeitrag von Stefan Harich von Randvoll – Café und Unverpacktes.

Bevor es losgeht

Morgens, bevor wir öffnen, bleibt das Licht so lange aus wie es geht. Denn Licht und Kund*innen ziehen sich an, wie Plus und Minus. Das Brot ist gerade angekommen und wartet warm und duftend darauf, in die Regale eingeräumt zu werden. Die Espressomaschine ist am Aufheizen und die Spülmaschine läuft sich in der Küche warm. Es herrscht geregeltes Chaos hinter der Theke. Der Wareneingang wird kontrolliert, Brot und Brötchen müssen präsentiert und mit Preisschildchen versehen werden und die Tische und Stühle stellen sich auch nicht von alleine raus.

Die Fahrerin erhellt das Team mit der neusten Anekdote aus der Düsseldorfer Backstube, bevor sie sich wieder aus dem Staub macht, um die nächste Erledigung zu tätigen. Tomaten vom Bauern und Kaffee aus der Rösterei des Vertrauens wird sie noch besorgen, bevor sie dann frei hat. Für den Rest des Teams heißt es Brotbestellungen prüfen und sortieren. Hier ist ein Brot zu wenig, da fehlen Brötchen für eine Bestellung. Schnell noch die Kundin anrufen und ihr eine Alternative zurücklegen – dann ist es auch schon 09:00 Uhr.

Der erste Ansturm

Vor dem Laden hat sich bereits eine kleine Traube aus Menschen gebildet, die sich, sobald das Schild an der Tür auf „Open“ gedreht wird, in den Laden drängt. Samstagsmorgens stehen Brötchen hoch im Kurs und die Brotkund*innen werden in Akkordarbeit bedient. Eine Person an der Kasse, die die Bestellungen eintippt und kassiert und zwei an den Brotregalen, um zu bedienen. Die erste halbe Stunde lang geht praktisch nur Brot über die Theke. Dann ist der erste Ansturm geschafft.

Die Sonne strahlt durch die Fenster und die ersten Menschen lassen sich an den Tischen nieder, in Erwartung ihrer morgendlichen Koffeindosis. Die Espressomaschine ist allerdings alles andere als Mittel zum Zweck. Der Laden hat Anspruch an seine Getränke. Mit den eben eingetroffenen Kaffeebohnen werden italienische Espressospezialitäten wie Cappuccino und Latte Macchiato zubereitet – alles mit einer Sorgfalt, die man selbst in hauptgeschäftlichen Cafés nicht häufig findet. Manche der Kund*innen wissen es zu schätzen, manche nicht. So ist es eben.

Die Ware

Sobald die ersten dann auch ans wirkliche Einkaufen gehen, beschäftigt sich mindestens ein Teammitglied damit, Bulk-Bins und Gläser aufzufüllen, wo es nötig ist. Dies fordert Überblick und Kraft, da man als unverpackt Laden die meisten Lebensmittel in 25 kg Säcken geliefert bekommt, die bis unter die Decke in Lastenregalen lagern. Natürlich kommt nicht alles in den riesigen Säcken. Zum Beispiel Gewürze und Tees sind Produkte, die im Grammpreis sehr teuer sind und nur in kleineren Mengen gekauft werden. Vor allem ölige Produkte, wie viele der Müslis und Nüsse, können nicht einfach in Papier geliefert werden. Früher hatten wir dann einfach in den Papiersäcken eine hauchdünne recycelbare Kunststoffschicht, welche das Produkt dichtgehalten hat. Mittlerweile haben sich die Liefernden aber angepasst und viele dieser Produkte kommen jetzt in Pfandeimern.

Vorne im Verkaufsraum müssen Fragen beantwortet werden, neue Kund*innen betreut werden und Kinder mit Plätzchen versorgt werden. Außerdem müssen alle Ecken des Ladens mit genügend sauberen Kellen, Zangen und Löffeln ausgestattet sein, die die Menschen brauchen, um sich Ware in ihre Behältnisse umzufüllen. Es wird gestaubt, gekleckert und verstreut. Alles wird prompt sauber gemacht.

Während die „große“ Kundschaft mit Kaffee versorgt wird, freuen sich die Kinder über leckeres Gebäck.

Die Wahl zwischen Bioqualität und konventionellen Produkten

„Ob ein Produkt in Großgebinden oder im Pfandsystem zu haben ist, ist die erste Frage, die wir uns stellen. Erst, wenn wir diese Frage mit ‚Ja‘ beantwortet haben, betrachten wir Bio-Zertifizierungen.“

Warum ist euer Laden eigentlich nicht Bio?“, fragt mich später eine Kundin. Gemeint ist eine Bio-Zertifizierung. Wenn wir ein neues Produkt in unser Sortiment aufnehmen wollen, erkläre ich ihr, fangen wir an, nach Herstellenden und Liefernden zu suchen. Wir sind ein Unverpacktladen und deshalb geht das Kriterium „unverpackt“ natürlich vor. Ob ein Produkt in Großgebinden oder im Pfandsystem zu haben ist, ist die erste Frage, die wir uns stellen. Erst, wenn wir diese Frage mit ‚Ja‘ beantwortet haben, betrachten wir Bio-Zertifizierungen. In den meisten Fällen finden wir direkt Liefernde, die Bio-Ware in Großgebinden anbieten. Perfekt!

Für das große Angebot müssen muss das Team erst abwägen, woher und wie die Ware geliefert wird

Doch es kommt auch mal zu der Situation, dass ein Bio-Produkt nur in Plastik oder Kleinverpackungen erhältlich ist und nur das entsprechende konventionelle Produkt in Großgebinden angeboten wird. Das sind dann meistens relativ spezielle Sachen, wie zum Beispiel Tortenguss.

Die Entscheidung vor der wir dann stehen ist diese: Entweder wir bieten das Produkt gar nicht an – und die Menschen kaufen es dann in Plastik verpackt im Supermarkt – oder wir bieten das konventionell hergestellte Produkt unverpackt an. Wenn alles weitere mit dem Produkt stimmt, entscheiden wir uns oft für die zweite Variante, denn damit geben wir den Kund*innen die Möglichkeit, ihre eigenen Prioritäten zu setzen. Die Abwägung was besser ist – verpackt, aber bio, oder unverpackt, aber konventionell – ist unglaublich schwer und zeigt die Vielschichtigkeit des Themas Nachhaltigkeit auf. So kann jede*r eine eigene Entscheidung treffen.

Budget der Kund*innen

Außerdem möchten wir noch einen weiteren Faktor berücksichtigen: Das Budget der Kaufenden. Bio-Lebensmittel sind teurer. Fakt. Es gibt viele Menschen, die aus diesem schlichten Grund nicht Bio kaufen können. Wir wollen Plastik vermeiden und diese Entscheidung wollen wir auch den Menschen zugänglich machen, die im Sortiment eines normalen Supermarktes keine Chance haben für Nachhaltigkeit einzustehen, weil sie sich keine Bio- oder Fair-Trade-Produkte leisten können. Wer also konventionell kaufen muss, kann so wenigstens unverpackt kaufen. Deshalb haben wir zum Beispiel bewusst eine nicht-bio-Mehlsorte und mehrere Sorten konventionelle Nudeln im Sortiment, neben den entsprechenden Bio-Sorten.

Die Auswahl in einem unverpackt Laden ist überschaubar, lässt einem aber oft noch die Wahl zwischen konventionellen Produkten und Bioqualität

Wir hoffen, dass so jede*r einen für sich gangbaren Weg findet, etwas für die Umwelt zu tun – denn das ist schließlich unser Anliegen.

Geschäftige Mittagszeit

Es geht auf 13 Uhr zu und das Café brummt. An der Kasse hat sich eine kleine Schlange gebildet, in der Küche sind die Waffeleisen heiß. Wirklich in Bedrängnis kommt das Team nur, wenn alle Bereiche des Ladens auf einmal abgedeckt werden müssen. Kaffee machen bedarf eines Teammitglieds, welches solange für Sonstiges weiter keine Zeit hat. Jemand muss ein Auge auf die Waffeln haben, zwei Menschen möchten Brot kaufen und das Telefon klingelt schon zum dritten Mal in zwei Minuten.

Konzentration und Kommunikation im Team sind das Wichtigste, sonst wächst einem so eine Situation über den Kopf. Hektik macht alles nur schlimmer. Mittlerweile geht das Team sehr routiniert mit solchen Situationen um. Wenn Menschen mal warten müssen, reagieren sie meist mit Verständnis und Humor. Viele der Kund*innen sind Stammgäste und genießen das rege Treiben. Das Unverpacktprinzip zieht erfahrungsgemäß nette und offene Kundschaft an.

An diesem Samstag läuft sich das Geschäft gegen 14 Uhr aus. In der Stunde bis zum Ladenschluss kommen noch einige der ältesten Stammkund*innen, die wissen, dass um diese Uhrzeit meist ein bisschen Ruhe einkehrt. Das Team arbeitet das Spüldefizit in der Küche auf und macht Ordnung, wo während Hochbetrieb keine Ordnung gemacht werden konnte. Die Kaffeemaschine wird poliert, die Etiketten der ausverkauften Brote entfernt und benutzte Schaufeln und Zangen aus dem Verkaufsraum entfernt. Wenn Zeit ist, wird noch ein bisschen Ware aufgefüllt, bevor es schließlich an der Zeit ist die Tische einzuräumen. Um 15 Uhr, oder nachdem die letzte Kundschaft gegangen ist, schließt die Tür. Jetzt wird im Endspurt aufgeräumt, gesaugt und gewischt und die Kasse gemacht. Wenn sich alle beeilen, ist um 16 Uhr alles fertig.

Am Ende des Tages muss wieder die morgendliche Ordnung hergestellt werden

An Tagen wie diesen gehen sieben Stunden um, wie nichts.

Text: Stefan Harich
Bilder: Jenny Heim

Wohnidee: Innenraumbegrünung

Wohnidee: Innenraumbegrünung für ein besseres Raumklima
Bild: Mobilane/Greenbop

Mit der richtigen Innenraumbegrünung können Sie Schadstoffe reduzieren, ein optimales Raumklima schaffen und mit den Augen und der Seele spazieren gehen. Dafür müssen Sie nicht in den Wald, den Garten oder auf den Balkon; holen Sie sich einfach mit einem vertikalen Garten die Natur ins Haus!

Produkte in diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Full Grown Möbel aus Bäumen

Gavin Munro wurde als Kind die Wirbelsäule anhand eines Gestells stabilisiert er weiß also, dass sich mit Geduld vieles in die gewünschte Richtung biegen lässt. Der britische Künstler und gelernte Tischler ist Gründer und spiritor rector der Möbelfarm Full Grown im englischen Derbyshire. Dort züchtet er Möbel aus Bäumen. Dabei kann er sich auf tausendjährige gärtnerische Traditionen berufen; seit jeher wurden Gehölze nach menschlichem Gusto gepfropft, gewickelt und gebunden.

In Wisconsin erntete 1914 der Banker und Naturforscher John Krubsack den ersten in Form gezogenen „living chair“ aus elf Jahre alten Holunderstämmen. Munro erweitert die elitäre Zuchtkunst zur ersten nachhaltigen Biofabrikation von Möbeln. 2006 pflanzt er Reihen schnellwachsender Weiden und lässt sie mit speziellen Bindetechniken und Plastikformen zu Spiegelrahmen, Lampenschirmen, Stühlen sowie Tischen heranwachsen. Die ersten Stücke wurden nach sieben Jahren verkauft und ausgeliefert vorwiegend Prototypen von Stühlen und Lampenschirmen.

Neben Museen und Galerien sind es zunehmend private Sammler, die sich für ein ikonografisches Designobjekt vom Feld entscheiden. Die Nachfrage steigt, die Preise auch; ab 11.000,- Euro kostet ein Stuhl aus der Möbelfarm. Auch wenn man sich für einen gewissen Betrag inzwischen am Erfolg der nächsten 180 Stühlen beteiligen kann, wollen Munro und sein Team vor allem den Blick für den Umgang mit der Natur und ihre Ressourcen öffnen.

Zur Website geht es hier.

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Pendularis schwebende Innenraumbegrünung

Das Team der Schweizer Pendularis AG entwickelte für eine ästhetisch hochwertige Innenraumbegrünung in drei Jahren mit botanischem Know-How, technischer Kompetenz und gestalterischem Anspruch das neue Design-Komplettsystem „Pendularis“. Die umfangreiche Farb-, Größen- und Materialauswahl der Module, sowie zwei sorgfältig zusammengestellte Kollektionen an tropischen Pflanzen, ermöglichen die Inszenierung einzelner Profile als schwebende Eyecatcher. Auch die Kombination mehrerer Profile im Stecksystem zum hängenden, raumteilenden Garten ist möglich. Die Wasserversorgung ist bei größeren Installationen über ein automatisches Pumpensystem gesichert und eine integrierbare LED-Beleuchtung liefert das nötige Licht für ein gesundes Pflanzenwachstum; auch in dunkleren Ecken.

Bezugsquelle in Deutschland
RUOF Grün.Raum.Konzepte,
Banatstraße 21,
73730 Esslingen

Pendularis - schwebende Innenraumbegrünung
Bild: Pendularis AG

Sky Planter Pflanzen kopfüber

Der „Sky Planter Recycled“ von Bokke stellt Pflanzen auf den Kopf; der Übertopf aus recyceltem Polypropylen hängt von der Zimmerdecke, wobei ein Verschlussring und ein luftdurchlässiges Netz Pflanze und Blumenerde halten. Der Wasserstandsanzeiger des Reservoirsystems „Slo-Flo“, zeigt an, wann wieder gegossen werden muss. Drei Größen, verschiedene Farben, ab 17,90€, über Greenbop.

Bild: Bokke/Greenbop

Sky Planter - Pflanzen kopfüber

Live Picture lebendiger Wandgarten

Mobilane entwickelt nachhaltige, innovative Grünsysteme für ein gesünderes Umfeld. Seinen patentierten Wandgarten „Live Picture“ gibt es in fünf Größen, am imposantesten ist „LivePicture XL“.  54 Zimmerpflanzen in den drei übereinander hängenden Kassetten sorgen für Sauerstoff und verbessern die Raumluft, das im Rahmen integrierte Bewässerungssystem versorgt die Pflanzen vier bis sechs Wochen. Maße: 112 x 170 x 12 cm, bepflanzt ca. 25 cm tief,  1.490,- €, über Greenbop.

Bild: Mobilane/Greenbop

LiveDivider Innenraumbegrünung durch Raumteiler

Eine mobile grüne Nische schafft der Raumteiler „LiveDivider“ von Mobilane. Sein recycelbarer Metallrahmen steht auf einem soliden Fuß und wird beidseitig mit sechs austauschbaren Pflanzkassetten bestückt. Man pflanzt selbst oder lässt sie schon bepflanzt liefern. Das integrierte Bewässerungssystem braucht weder Strom, Pumpe noch Abfluss und sein Reservoir speichert Wasser für vier bis sechs Wochen, wobei ein integriertes Kapillargewebe für die Nährstoffe sorgt. Ab ca. 4.300,- €, über www.gaertner-gregg.de

LiveDivider – Innenraumbegrünung durch Raumteiler
Bild: Die Raumbegrüner

NextGen Outdoor grüne Module

„NextGen Outdoor“, das Fassaden-Modulsystem für Kräuter oder Gräser und Blumen von Nature‘s Green gibt es in drei möglichen Größen. Verschraubte Wandplatten halten die länglichen Kästen aus recyceltem Kunststoff mit Wasserreservoir, die per Click eingehängt werden. Das System lässt sich beliebig erweitern, je nach Kastengröße passen bis zu sechs Pflanzentöpfe mit 14 cm Durchmesser nebeneinander. Die unterste Kastenreihe kann optional auch wasserdicht geliefert werden. Ab 249,- €, Greenbop.

Bild: Nature‘s Green/Greenbop

Plantcube meine kleine Farm

Zuhause ernten, Transport und Verpackung sparen; Mit dem „Plantcube“ des Start-ups Agrilution, einem geschlossenem Ökosystem mit automatischer Bewässerung, kontrolliertem LED- Pflanzenlicht und sensorischer Klimakontrolle, holt man sich einen Gemüsegarten ins Haus. Auf zwei ausziehbaren Schubladen des kühlschrankgroßen Kubus wachsen Salat, Keimling und Co. zwei- bis dreimal schneller heran als im Freiland; pestizidfrei und geschmacklich intensiv. Über 20 verschiedene Saatmatten stehen zur Wahl, eine Handy-App liefert Tipps zur Wartung und Ernte, und bis zu drei Wochen läuft der „Plantcube“ sogar komplett autark. Preis ca. 3.000,- €, Saatmatten 3,90 – 4,90€. Agrilution Systems GmbH.

Plant Cube von Agrilution, kleine aber feine Innenraumbegrünung
Bild: Agrilution

Text: Helene Schwab

Die Bauernkate Klein Thurow – rustikaler Charme

Die Bauernkate Klein Thurow hat einen ganz einzigartigen, rustikalen Charme!

Die Bauernkate Klein Thurow ist eine liebevoll eingerichtete Unterkunft im Norden Deutschlands, die für kleine und große Naturliebhaber einen erholsamen Urlaub bereithält. Sie wurde mit wiederverwertbaren Materialien und ursprünglichen Möbeln restauriert und eingerichtet, was ihr einen unwiderstehlich rustikalen Charme verleiht.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Jutta und Frank Strauß, Inhaber der Bauernkate.

Die Bauernkate in Klein Thurow

Das Ensemble der Bauernkate besteht aus einer denkmalgeschützten Lohnarbeiterkate, einer Scheune nebst Lehmbackofen, einem Ententeich und einer Schafskoppel. Das Grundstück umafsst ca. 3700qm. Es ist ein Ort, der einen lebendigen Eindruck vom bäuerlichen Alltag früherer Zeit vermittelt.

Die Bauernkaten in Klein Thurow bietet Gästen einen wunderbaren Urlaub inmitten der Natur

Es erwarten die Gäste drei gemütliche, mit alten bäuerlichen Möbeln eingerichtete Ferienwohnungen für je 4 Personen. Naturpuristen finden im kleinen Heuhostel eine naturnahe und unkomplizierte Übernachtungsmöglichkeit. Die Bauernkate glänzt besonders durch die charmante Ausstattung; Durch Denkmalschutz und die rustikale Atmosphäre vermittelt sie einen lebendigen Eindruck vom bäuerlichen Alltag früherer Zeiten.

Um den alten Charme zu bewahren, haben wir zum Beispiel handgeschmiedete Türbeschläge nach alten Vorbildern anfertigen lassen und waren bemüht, zeitgerechte Wohnansprüche behutsam mit dem althergebrachten, ländlichen Leben in Einklang zu bringen. So entdeckten wir etwa eine kleine britische Manufaktur, die heute noch Porzellanlampen nach alter Rezeptur herstellt. Diese tauchen nun bei uns beinahe alle Räume in ein warmes, kerzenähnliches Licht. Auch die traditionellen Drehschalter glänzen in diesem Material. Eine weitere Besonderheit sind die Kachelöfen/Gussöfen; diese können von unseren Gästen selber befeuert werden.

Die Räumlichkeiten der Bauernkate überzeugen mit natürlichen Baustoffen. Gesund und ästhetisch.
Die Gussöfen in der Bauernkate Klein Thurow tragen einiges zum Charme bei und können von den Gästen selbst befeuert werden

Heuhostel und B&B

Das Heuhostel hat 2-3 Schlafplätze in einer eichenholzgerahmten Koje; Ein Bett aus Heu und ein Doppelbett mit einer Matratze. Das Bett im Heu besteht aus dem duftenden Winterfutter der Schafe und einer Decke darauf. In einer Nische unter dem Dach ist das B&B; eine kleine Schlafkammer mit einem zimmerbreiten Alkoven für 2 Personen.

Das lichtdurchflutete Herzstück der Scheune, die »Lohdiele«, wie die Tenne in Norddeutschland auch genannt wird, steht den Gästen des B&B und des Heuhostels als Aufenthaltsraum offen. Des Weiteren kann sie als Veranstaltungs- und Seminarraum dienen. Der historische »Ziselierofen« aus Norwegen wird an kühleren Abenden mit Holz eingeheizt.

Das Heuhostel

Näher kann man der Natur kaum rücken als bei einer Nacht im Heu. Die ist romantisch – vor allem, wenn es nicht piekst: daher bieten wir eine komfortable Form des Heulagers. Die erste Heu-Mahd Anfang Juni dient als Schlafstatt, eingerahmt in Holzbalken. Fast beneidet man die Schafe ein wenig, das frische duftende Bio-Heu nicht essen zu können. Auf dem Heuboden mit breiten Holzdielen und unter einem mit Lehmputz verkleideten Dach erwartet Euch ein etwa 22 qm großer Raum. Hier ist neben dem Heuschlafplatz für bis zu 3 Personen – Naturpuristen bitte nachsichtig sein – ein Doppelbett mit Federkernmatratze für Gäste untergebracht, die ein wenig mehr Schlafkomfort schätzen. Nachts lugen die Sterne durch alte gusseiserne Dachfenster herein.

Anders als in den meisten Heuherbergen habt Ihr den Raum exklusiv für Euch. Wer keinen eigenen Schlafsack mitbringt und es ein wenig gemütlicher mag, dem können wir gern für 5€ mit Bettzeug aushelfen. Angrenzend, über eine dreistufige Treppe erreichbar, befindet sich ein kleines Bad mit Dusche und Toilette, das Ihr Euch mit den (höchstens zwei) Gästen des Alkovens teilt.

Das Heuhostel begeistert Naturliebhaber, ob klein oder groß
Im Heuhostel kann man der Natur ganz nah sein – Ein Abenteuer für Groß und Klein

Das B&B

Die kleine Schlafkammer in einer Nische unter dem Dach ist unser unumstrittener Favorit in Sachen Gemütlichkeit, besteht sie doch fast ausschließlich aus einem zimmerbreiten Bett für 2 Personen. Der Holzdielenboden, die alten Eichenbalken, der Lehmputz an Wand und Decke und nicht zuletzt das restaurierte, gusseiserne und zur Abendsonne ausgerichtete Dachfenster unterstützen den behaglichen Raumeindruck. Gleich gegenüber gelangt Ihr zum Bad, das Ihr Euch mit den Gästen des Heu-Hostels teilt. Ebenso steht Euch das ebenerdige »Wohnzimmer« in der »Lohdiele« offen.

Klein Thurow und Umgebung

Die Gegend um die Bauernkate ist ein besonders schöner Fleck Natur. Im »Biosphärenreservat Schaalsee« empfängt die Gäste eine Gegenwart, die der Vergangenheit noch sehr ähnlich ist. Abgeschieden, an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze gelegen, behielt dieses Stück Erde seinen Charakter, weshalb die UNESCO es zum Weltnaturerbe adelte. Für uns ist es der schönste Teil des Naturschutzprojektes »Grünes Band«, das ganz Deutschland durchzieht. In diesem Landstrich mit seinen zahlreichen Seen gleicht es allerdings eher einem »Blauen Band«. Und quasi als Zugabe schmiegt sich an die westliche Schaalseeseite eine weitere Naturschönheit; der »Naturpark Lauenburgische Seen«.

In Klein Thurow kann man sich wunderbar in der Natur erholen! Rund um die Bauernkate gibt es viel zu erkunden.
Rund um die Bauernkate in Klein Thurow gibt es wunderschöne Landschaften zu erkunden

Die sehenswerten Hansestädte Lübeck und Wismar sowie die Landeshauptstadt Schwerin befinden sich in der Nähe. Außerdem sind die (selbst bei unseren Freunden unbekannten) Ostseestrände des Klützer Winkels nicht weit. Die Hafencity und das Zukunftslabor Hamburgs mit der neuen Elbphilharmonie sind zudem in einer Stunde mit dem Auto erreichbar.

Für uns gibt es viele Gründe, warum wir uns genau hier angesiedelt haben; Es ist die am geringsten besiedelte Gegend in der Metropolregion Hamburg (in der wir unter der Woche leben und arbeiten). Außerdem lieben wir die Nähe zur Natur, den horizontweiten Blick und natürlich den unbestreitbaren Charme des alten Hauses.

Geschichte und Umbau der Bauernkate Klein Thurow

Bevor die Bauernkate Klein Thurow nun an Reisende vermietet wird, war sie eine denkmalgeschützte Ruine. Daher ist der meistgehörte Satz von Freunden, die uns besuchen: „Ihr habt Mut!“

Die denkmalgeschützte Kate wurde 20 Jahre nicht bewohnt und befand sich in einem nur vordergründig schlechtem Zustand. Wir hatten 15m verrottete Schwellbalken: dadurch hat sich das Haus halbseitig um circa 20cm gesenkt. Da es sich quasi um das Fundament des Hauses handelte, mussten sie ausgetauscht werden.

Beim Umbau der Bauernkate waren der Erhalt sowie das Bewahren von alten Bausubstanzen absolute Priorität! Die doppelte Biberschwanzeindeckung des Daches haben wir durch den Zukauf alter Ziegeln retten können. Ebenfalls konnten wir Innentüren und Fenster in nördlicher/östlicher Ausrichtung retten, die bei der letzten Sanierung des Hauses in den 1930er Jahren verbaut wurden. Außerdem gab es eine Rekonstruktion der Bodenbeläge mit historischen Ziegeln und neuen Holzdielen. Die Öfen konnten wir erhalten, beziehungsweise neu aufbauen. Unsere Ausstattung besteht weitgehend aus bäuerlichen antiken Möbeln, die alle historisch aus der Region kommen.

Auch auf die Nachhaltigkeit haben wir geachtet. In der rekonstruierten Scheune haben wir beispielsweise die Bauformen und Materialien der Kate übernommen, ergänzt durch Lehm. Auch in den Gefachen der Wände und Decken sind wir so vorgegangen. Außerdem kamen alte Fenster, Ziegelsteine und Biberschwanzziegel zum Einsatz. Die alten skandinavischen Gussöfen sind zudem schadstoffreduziert.

Die Bauerkate Klein Thurpw überzeugt mit natürlichen und zeitgetreuen Materialen
Beim Umbau wurden natürliche Materialien verwendet – so bestechen die Räumlichkeiten mit einem rustikal bäuerlichen Charme

Nachhaltigkeit in der Bauernkate

Wir lassen nichts unversucht, einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen; zum Beispiel mit dem Einsatz natürlicher Baumaterialien wie Lehm und wiederverwendeten, historischen Baustoffen. Ganz, wie in der alten Tagelöhnerkate, die auch schon vor mehreren hundert Jahren aus wiederverwendetem Material gebaut wurde. Selbstverständlich trennen wir Müll. Außerdem wird unser Brauchwasser in einer biologischen Kläranlage recycelt. Eine auf dem Flachdach des ehemaligen Stalls versteckte Photovoltaikanlage versorgt uns zudem mit regenerativem Strom. Darüber hinaus beziehen wir ausschließlich Ökostrom. Eine Ladestation für E-Autos ist auch in Planung

Wir sind außerdem mit der Regionalmarke »Leib & Seele« geprägt; Ein wenig stolz sind wir schon auf diese Auszeichnung. Die Marke weist auf regional sowie umweltgerecht erzeugte Produkte, Dienstleistungen oder Initiativen hin, die besonders empfehlenswert sind. Dabei sind Umweltbewusstsein, Maßnahmen zum Artenschutz auf dem Grundstück und die Erhaltung der regionalen Baukultur weitere Bewertungskriterien.

Kontakt zur Bauernkate Klein Thurow

Inhaber der Bauernkate sind Jutta und Frank Strauß.

Informationen sowie Buchungsinformationen finden Sie unter www.bauernkate-klein-thurow.de.

Das Kontaktformular finden Sie unter www.bauernkate-klein-thurow.de/k-o-n-t-a-k-t/.

Es gibt eine Vermietungspause zwischen November und April.

Text: Jutta und Frank Strauß von der Bauernkate Klein Thurow
Bilder: Hauke Dressler

Interview mit Winfried Schneider (IBN)

Interview mit Winfried Schneider
Bild: IBN

Winfried Schneider ist nachhaltig bauender Architekt und Geschäftsführer des Institutes für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN in Rosenheim, Bayern. So, wie es schon sein Vater tat, bildet er hier Baubiolog*innen aus, für die er gleichzeitig ein wichtiger Netzwerker ist.

„[Baubiologie] beschäftigt sich mit den Auswirkungen auf den Menschen in seiner gebauten Umgebung und verbindet Ökologie, Nachhaltigkeit und Gesundheit mit Architektur und Gestaltung.“

Winfried Schneider, IBN
Hier arbeitet Winfried Schneider: das  Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit in Rosenheim
Das Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit in Rosenheim stockte für seinen naturnahen Neubau einen Bestandsbau mit einer Vollholzkonstruktion auf
Bild: IBN

Herr Schneider, Sie sind Architekt und beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit nachhaltigem und gesundem Bauen. Was haben Sie selbst schon in dieser Richtung gebaut?

1989 plante ich mit meiner Frau ein Haus in Holzrahmenbauweise. Damals waren solche Häuser noch Pilotprojekte und erforderten viel Bauleitung. Es folgten Sanierungen und weitere Neubauten als Holzrahmen, mit Massivholz oder Ziegel.

Berücksichtigt man die aktuelle Pandemie, was verstehen Baubiologen unter einem attraktiven Zuhause?

Wir bauen Räume, die das Immunsystem stärken, statt schwächen. Ein Zuhause ist die eigene „Arche“ zum Wohle der Regeneration und zur Stärkung der Gesamtkonstitution.

Wie zum Beispiel?

Mit Baustoffen, welche ein wohltuendes Raumklima ermöglichen. Mit Möbeln, die mit handwerklichem Können und Freude am Detail erstellt wurden. Mit Strahlungswärme zur Beheizung und naturnaher Beleuchtung durch flimmerfreie Leuchtmittel, um nur wenige Beispiele zu nennen. Weiteres ist in den „25 Leitlinien der Baubiologie“ formuliert.

Wie lange gibt es die Baubiologie schon und was genau ist sie?

Seit rund 50 Jahren. Sie beschäftigt sich mit den Auswirkungen auf den Menschen in seiner gebauten Umgebung und verbindet Ökologie, Nachhaltigkeit und Gesundheit mit Architektur und Gestaltung. Ziel der Baubiologie ist es, eine gesunde, nachhaltige, schöne und soziale Wohn- und Arbeitsumwelt zu schaffen.

Garten des IBN: zum Wohlfühlen und leicht zu pflegen
Das schwungvolle Gebäude aus Naturbaustoffen ergänzt ein schöner, leicht zu pflegender Garten
Bild: IBN

Wie wird baubiologisch gebaut – kurz umrissen?

Beim baubiologischen Bauen werden über ökologische Aspekte hinaus auch gesundheitliche und soziale Aspekte berücksichtigt.

Kann man auch ökologisch, aber nicht gesund bauen?

Leider ja. Es werden immer mehr Gebäude erstellt, die mit sehr wenig Energie auskommen, z.B. sogenannte Passiv- oder Plusenergiehäuser. Gesundheitliche Aspekte spielen aber bei deren Konzeption oft keine oder nur eine zweitrangige Rolle.

Gibt es Normen, Richtlinien und Institutionen, die gesundes Bauen befördern?

Es gibt weit verstreut viele Einzelvorschriften, die auch baubiologischen Anforderungen entsprechen. So heißt es zum Beispiel im deutschen Baugesetzbuch: ‚Die allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse … sind zu berücksichtigen.‘
Institutionen, die mir spontan einfallen, sind das Umweltbundesamt, der Berufsverband Deutscher Baubiologen VDB, der Verband Baubiologie VB oder die WHO.

Was wird oft falsch gemacht?

Viele der heute verwendeten Baustoffe und Bauweisen sind nicht nur mit Umweltproblemen verbunden, sondern können auch zu Schlafstörungen, Beschwerden und nicht selten zu Krankheiten führen.

Was gibt es da für konkrete Beispiele?

Die Liste ist leider lang und so kann ich hier nur einige Beispiele nennen: Asbest, andere lungengängige Fasern und Feinstäube, Lösemittel, Formaldehyd, Weichmacher, Pestizide, Schwermetalle, Schimmelpilze, Radongas, Elektrosmog, schlechte Beleuchtung oder schlechtes Raumklima.

Wie sieht es aus, wenn man Altbestand saniert?

Häufig findet man im Altbestand hochgiftige Holzschutzmittel, Formaldehyd, Asbest, Schimmel, Elektrosmog oder hohen Energieverbrauch.

Wodurch wird Wohlbefinden bei Bewohnern erzielt?

Das Wohlbefinden kann durch die Verwendung natürlicher und ästhetisch ansprechender Materialien, die häufig auch gut riechen und Feuchtigkeit puffern können, spürbar verbessert werden. Weitere Kriterien sind hohe Oberflächentemperaturen wie etwa durch Wandheizung, gute Luftqualität, naturgemäße Licht- und Beleuchtungsverhältnisse oder gute Akustik.

Welche Baumaterialien empfehlen Sie da besonders?

Wir empfehlen vorrangig nachwachsende und mineralische Materialien wie z.B. Holz, Hanf, Lehm und Kalk.

Auch im Inneren des IBN wurden ausschließlich gesunde und ästhetische Materialien wie geöltes Vollholz und Lehm als Bauplatte, Putz und Farbe verwendet
Auch im Inneren des IBN wurden ausschließlich gesunde und ästhetische Materialien wie geöltes Vollholz und Lehm als Bauplatte, Putz und Farbe verwendet
Bild: Jan Kobel

Anmerkung der Redaktion: ein Beispiel für eine Sanierung mit Lehm finden Sie hier.

Welche Technik kommt in gesunden Gebäuden zum Einsatz?

Empfehlenswert sind zum Beispiel flächige Strahlungsheizungen wie eine wassergeführte Wandheizung, nach baubiologischen Kriterien erstellte Lüftungsanlagen, eine abgeschirmte Elektroinstallation zumindest im Schlafbereich – dabei Nieder- und Hochfrequenz beachten, die Nutzung erneuerbarer Energiequellen, Frischwassertechnik für das Brauchwasser, Regenwasserbewirtschaftung, Trinkwasserleitungen aus Edelstahl.

Welches Auto fahren Sie?

Meist gar keins. Ins Institut kann ich zu Fuß laufen, in die Innenstadt von Rosenheim ebenso. Oder ich nehme das Fahrrad. Weitere Strecken fahre ich meist mit dem Zug. Wir haben aber auch seit gut vier Jahren ein kleines Elektroauto, vorrangig für Fahrten in der Region. „Getankt“ wird mit eigenem Photovoltaikstrom.

Vielen Dank für das Interview, Herr Schneider.

Das Interview mit Winfried Schneider führte Achim Pilz.

Richtig heizen und lüften: so geht’s

Richtig heizen und lüften; Mit den richtigen Tipps können Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt schonen.

Wie kann man in Herbst und Winter richtig heizen und lüften? Mit den richtigen Tipps können Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt schonen.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Christian Schaar, Geschäftsführer der S2 GmbH.

Richtig heizen

Um die Wirkung von nachhaltigen Heizungssystemen zu verstärken und Wärmeverluste zu vermeiden, muss smart und effizient geheizt werden. Wenn im Innenraum etwa gleichmäßige Temperaturen gewünscht sind, ist eine Fußbodenheizung die richtige Wahl. Soll sich die Temperatur schnell ändern, werden Heizkörper eingebaut. In sensiblen Bereichen, beispielsweise dem Bad, kommt beides zum Einsatz. Hier entsteht mit der Fußbodenheizung eine angenehme Grundwärme.

Soll abends geduscht werden, kann ein Heizkörper relativ schnell für Wärme sorgen. Besonders kälteunempfindliche Menschen sollten darauf achten, dass die Außenmauern nicht zu kalt werden und für gleichmäßige Wärme im ganzen Haus sorgen. Denn an kalten Mauern schlägt sich leicht Feuchtigkeit nieder. In einem solchen Milieu können Schimmel und andere Mikroorganismen einfacher wachsen.

Eine Fußbodenheizung sorgt für gleichmäßige Temperaturen
Eine Fußbodenheizung sorgt für gleichmäßige Temperaturen

Richtig lüften

Zum richtigen Heizen gehört auch richtiges Lüften. Einem feuchten Milieu kann man durch häufiges, aber kurzes Stoßlüften entgegenwirken. Langes Kipplüften kann dagegen die Wärmeverluste erhöhen. Für Neubauten empfiehlt sich zudem eine zentral kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Hierbei werden Abluft und Frischluft kontinuierlich ausgetauscht. Die Zuluft von außen wird von Filtern gereinigt, sodass Pollen, Feinstaub und unangenehme Gerüche kaum noch ins Innere des Hauses gelangen.

Besonders Allergiker profitieren hiervon. Die Wärme der Abluft, die vorzugsweise in Bad oder Küche entsteht, geht auf die Zuluft über. So senkt sich der Energiebedarf für das Heizen weiter. Ist ein Neubau geplant, sind Passivhäuser und Niedrigenergiehäuser eine Überlegung wert. Diese sind schon in der Planungsphase und der Auswahl der Baumaterialien so errichtet, dass kaum Heizenergie verloren geht.

Gegen feuchtes Milieu hilft das richtige Stoßlüften
Bild: www.co2online.de

Über den Autor

Christian Schaar ist Geschäftsführer der S2 GmbH. Seine baubiologischen Kenntnisse erlangte er durch den täglichen Umgang mit Problemen der Baubiologie in verschiedenen Unternehmen des ökologischen Holzbaus. Als Geschäftsführer eines Planungsbüros, dessen Schwerpunkt ebenfalls der ökologische Holzbau ist, wird er bei Neubauprojekten und Sanierungen regelmäßig mit baubiologischen Fragestellungen konfrontiert und als Experte auf diesem Gebiet konsultiert.

Richtig heizen und richtig lüften; Christian Schaar weiß, wie es geht

Text: Christian Schaar
Bilder: S2 GmbH-NIBE

Heizungssysteme: nachhaltig heizen im Eigenheim

Gibt es nachhaltige Heizungssysteme, die für ein warmes Zuhause sorgen und gleichzeitig die Umwelt schonen? Am einfachsten und kostengünstigsten ist es, bereits bei der Bauplanung auf die richtigen Heiz- sowie Lüftungssysteme zu setzen. Um deren Nachhaltigkeit zu verstärken und Wärmeverluste zu reduzieren, sollte zudem smart geheizt und gelüftet werden.

In diesem Artikel:

Ein Gastbeitrag von Christian Schaar, Geschäftsführer der S2 GmbH.

Nachhaltige Heizungssysteme

Die Idealbedingungen für unser Wohlfühlklima sind zwar individuell etwas unterschiedlich, doch im Herbst und Winter möchte sich schließlich jeder in einem warmen und heimeligen Zuhause aufhalten. Schon bei einem Neubau sollte daher das passende Heizsystem eingeplant werden. Dafür stehen unterschiedliche Systeme zur Auswahl. Neben den klassischen Gas- und Ölheizungen – die mit modernster Brennwerttechnik zwar sehr effizient sind, aber auf fossile Energieträger zurückgreifen – setzen sich immer mehr nachhaltige Systeme durch. Im Vergleich zu den herkömmlichen Heizsystemen sinkt der Energieverbrauch bei nachhaltigen Heizsystemen um bis zu 75%. Auch der CO2-Ausstoß verringert sich.

Erdwärmepumpen

Eine nachhaltige Heizungsmöglichkeit stellt die Verwendung von oberflächennaher Geothermie dar. Mithilfe einer Erdwärmepumpe wird aus Tiefen von bis zu 100m die dort natürlich vorkommende thermische Energie nutzbar gemacht. Dabei transportieren entweder eine Tiefenbohrung, Spiralsonden oder Flächenkollektoren die Wärme zur Pumpe, die diese dann ins Haus bringt.

In tieferen Bodenschichten beträgt die Temperatur ganzjährig konstant mehr als 7°C. Von diesem Effekt profitiert dieses Heizsystem vor allem im Winter. Sowohl ökologisch als auch ökonomisch lohnt sich eine solche Heizung. Deswegen sollten bei der Anschaffung nicht nur der Kaufpreis, sondern besonders die Folgekosten bedacht werden. Erdwärmepumpen verwenden Strom, um zu arbeiten. Dieser kann durch eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Hauses selbst produziert werden. Dadurch verringern sich sowohl der ohnehin niedrige CO2-Ausstoß als auch die entstehenden Folgekosten noch weiter.

Eins der vorgestellten Heizungssysteme: die Erdwärmepumpe
Funktionsweise der Erdwärmepumpe

Luftwärmepumpen

Ein weiteres nachhaltiges Heizungssystem ist die Luftwärmepumpe. Ähnlich wie bei der Erdwärmepumpe profitiert die Luftwärmepumpe von der Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenluft. Die Kosten bis zur Installation des Systems sind gering, denn hier muss im Gegensatz zur Erdwärmepume nicht gebohrt werden. Allerdings ist dieses System nicht so effizient wie Erdwärmepumpen.

Bei Temperaturen von etwa -25°C muss eine elektrische Ersatzheizung die Arbeit übernehmen. Die Geräte arbeiten auf Wunsch auch zur Kühlung der Räume. Das ist im Hinblick auf steigende Temperaturen ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Von daher ist dieses System besonders dann empfehlenswert, wenn das Haus gut isoliert ist und die Umgebungstemperatur nicht unter den kritischen Wert fällt. Auch hier profitieren Umwelt sowie Geldbeutel von der Kombination mit einer Fotovoltaikanlage.

Pelletheizungen

Noch eher selten im Einsatz sind Heizungssysteme mit Holzpellets. Nachhaltig ist dieses System, da die Abfälle der holzverarbeitenden Industrie – wie zum Beispiel Sägespäne, die bei der Produktion von Schnittholz anfallen – zur Herstellung der Pellets verwendet werden. Wenn die Holzpellets zudem regional erworben werden, hält das die Lieferwege kurz und schon das Klima. Bauherren sollten hierbei allerdings berücksichtigen, dass für die Lagerhaltung der Pellets genügend Raum zur Verfügung steht. Statt schwerem Schleppen kommen für die Beförderung der Pellets aus dem Lagerraum in den Verbrenner automatische Fördersysteme zum Einsatz und halten damit den Arbeitsaufwand gering.

Solarthermie

Die Kraft der Sonne ist nicht nur in Form von Fotovoltaikanlagen nutzbar. Die Solarthermie ist eine zuverlässige Technologie, Solarenergie zu nutzen und in Verbindung mit einem Solarspeicher und einem Heizkessel dafür zu sorgen, dass immer ausreichend Wärme zur Verfügung steht. In Kollektoren auf dem Dach befindet sich eine Wärmeträgerflüssigkeit, die durch Absorption der Strahlungsenergie aufgewärmt wird. Die gewonnene Energie wird dann zum Wärmespeicher transportiert, wo sie zu Wärme für die Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung umgewandelt wird. Solarthermie findet häufig in Kombination mit einem anderen Heizsystem Verwendung; Denn während sich im Sommer der Wärmebedarf vollständig durch Sonnenenergie decken lässt, reicht die Strahlung im Winter oft nicht aus.

Blockheizkraftwerke und Kleinwindanlagen

Die sogenannten Mikro-BHKW sind auf dem Vormarsch, wenn es um nachhaltige Heizungssysteme geht. Üblicherweise verbrennen Blockheizkraftwerke fossile Rohstoffe – und zwar sehr effizient und mit einem hohen Nutzungsgrad. Moderne Mikro-BHKW für das Eigenheim verwenden als Rohstoff dagegen Biomasse und gelten dadurch als eine sehr grüne und umweltschonende Lösung. Auch Kleinwindanlagen sind im Kommen und machen sich die Windkraft als regenerative Energie zu Nutze. Aufgrund ihrer Größe haben sie nur einen verschwindend geringen Einfluss auf die Umwelt – sie beeinträchtigen weder Mensch noch Tier. Die durch sie gewonnene Windenergie kann beispielsweise für den elektrischen Betrieb von Wärmeanlagen verwendet werden. Außerdem gilt sie dank niedriger CO2-Werte als sehr nachhaltig.

Über den Autor

Christian Schaar ist Geschäftsführer der S2 GmbH. Seine baubiologischen Kenntnisse erlangte er durch den täglichen Umgang mit Problemen der Baubiologie in verschiedenen Unternehmen des ökologischen Holzbaus. Als Geschäftsführer eines Planungsbüros, dessen Schwerpunkt ebenfalls der ökologische Holzbau ist, wird er bei Neubauprojekten und Sanierungen regelmäßig mit baubiologischen Fragestellungen konfrontiert und als Experte auf diesem Gebiet konsultiert.

Text: Christian Schaar
Bilder: S2 GmbH-NIBE

Nachhaltige Hotels: Die 5 wichtigsten Buchungsportale

Nachhaltige Hotels und wie man sie findet: wir stellen Ihnen 5 Online-Portale vor
Bild: BIO HOTEL Panorama, Südtirol

Nachhaltige Hotels versprechen entspannten Urlaub mit gutem grünem Gewissen. Leider ist es alles andere als einfach, bei den gängigen Reiseportalen fündig zu werden. Und wie erkennt man überhaupt, ob ein Hotel wirklich nachhaltig ist oder nur Greenwashing betreibt? Hier erfahren Sie, was das Besondere an nachhaltigen Hotels ist und vor allem: wie man sie findet.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

Was ist das Besondere an nachhaltigen Hotels?

„Können Sie sich vorstellen, wie viele Tonnen Handtücher weltweit jeden Tag gewaschen werden und wie stark Waschmittel unsere Gewässer belasten?“

Diesen Spruch, mit dem der Hotelgast im weiteren Verlauf dazu aufgefordert wird, sein Handtuch länger als üblich zu benutzen, kennt mittlerweile fast jeder. Doch steckt dahinter wirklich ein umweltbewusster Hotelier oder sollen nur Kosten gespart werden? Und was zeichnet nachhaltige Hotels wirklich aus?

Es gibt verschiedene Kriterien für nachhaltige Hotels
Das Bio Hotel Mattlihüs sorgt mit baubiologischen Zimmern mit Zirbenbetten für einen erholsamen Schlaf
Bild: BIO HOTEL Mattlihüs, Oberjoch (Allgäu)

Nachhaltige Hotels werden von Menschen geführt, denen Umweltschutz besonders am Herzen liegt. Sie versuchen, ihren Ressourcen- und Energieverbrauch zu senken, unterstützen die lokale Wirtschaft und verwenden natürliche und nachhaltige Materialien. Jedes Hotel setzt dabei etwas andere Schwerpunkte. Hier eine Übersicht, was nachhaltige Hotels von konventionellen Hotels unterscheidet:

  • Regionale, saisonale, faire Bio-Küche, auch vegetarische oder vegane Ernährungswünsche werden bedient
  • Verwendung von Ökostrom und erneuerbaren Energien, möglichst geringer Energieverbrauch
  • Ressourcenschonung, etwa durch Müllvermeidung und sparsamen Umgang mit Wasser
  • Fairer und sozialer Umgang mit den Mitarbeitern, Erhalt regionaler Traditionen und Unterstützung der lokalen Wirtschaft
  • Wellnessangebote zur bewussten Entschleunigung und Entspannung mit Fokus auf der Gesundheit der Gäste, Naturkosmetik, Naturpools, Sauna.
  • Nachhaltige Architektur aus der Region, Erhalt von Baudenkmälern, schadstoffarme und umweltfreundliche Baustoffe

Insgesamt gibt es weltweit um die 70 Zertifikate für nachhaltigen Tourismus, beispielsweise Bio Hotels, GreenSign, TourCert, GreenGlobe, Viabono und das EU-Ecolabel.

Wie findet man nachhaltige Hotels?

Die fünf wichtigsten Online-Portale für nachhaltige Unterkünfte in Europa sind Bio Hotels, Good Travel, Viabono, Bookitgreen und Anderswo. Außerdem gibt es eine Reihe kleinerer Online-Portale, die sich auf nachhaltiges Reisen spezialisiert haben. ReNatour bietet beispielsweise nachhaltigen Pauschalurlaub zu einem bestimmten Motto an.

Hier finden Sie im Überblick die wichtigsten Online-Portale für nachhaltige Hotels. Außerdem gibt es Tipps, für welche Art Urlaub sich das Portal am besten eignet. Dazu zeigen wir Ihnen jeweils ein Beispiel für ein besonders nachhaltiges Hotel.

BIO HOTELS

Website: www.biohotels.info

Angebot: etwa 80 Hotels – vorwiegend in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Griechenland und Slowenien.

Was zeichnet BIO HOTELS aus: BIO HOTELS ist die weltweit größte Vereinigung zertifizierter, biologischer Hotels. Wer das Label trägt, verpflichtet sich zur Einhaltung strenger Nachhaltigkeitskriterien, deren Einhaltung jedes Jahr zweimal von unabhängigen Bio-Kontrollstellen kontrolliert wird. Dazu gehören nicht nur regionale und saisonale Bio-Küche, sondern auch Ökostrom, niedrige CO2-Emissionen, Energiesparmaßnahmen, Bio- und Naturkosmetik und Ressourcenschonung. Dem Anbieter ist es wichtig, dass die Gäste neben bester Bio-Qualität auch ein Maximum an Transparenz haben. Fast alle Bio-Hotels bieten außerdem naturnahe Outdoor-Aktivitäten und Wellness-Angebote an.

Zielgruppe: Gesundheitsbewusste Bio-Urlauber, die Wert auf höchsten Komfort legen.

Buchungsmöglichkeit: direkt über das BIO-HOTELS-Portal. Es gibt viele verschiedene Sortiermöglichkeiten, z.B. Bio-Urlaub, Familienhotels, Wellnesshotels, Gesundheitshotels, Romantikhotels, Green Meetings, Klimaneutrale Hotels usw.

Unsere Bewertung: BIO HOTELS bieten modernen Bio-Lifestyle auf höchstem Niveau. Luxus und Nachhaltigkeit gehen hier Hand in Hand. Die hohe Qualität macht sich allerdings auch im Preis bemerkbar, denn ein Urlaub im Bio Hotel ist nichts für den kleinen Geldbeutel.


Beispiel “theiner’s garten” – der Bio-Pionier in Südtirol

Das Biorefugium theiner’s garten in Südtirol war das erste zertifizierte Klimahotel Europas. Der Traum der Familie Theiner: ein Hotel zu erschaffen, das die ökologische, naturverbundene und biologische Einstellung der Gastgeber widerspiegelt. Der hauseigene demeter-zertifizierte „Bergerhof“ blickt auf eine 30-jährige Tradition zurück.

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Die Räumlichkeiten sind schadstofffrei, Elektrosmog reduziert und schallgeschützt. Besonders am Herzen liegt den Hoteliers auch das Thema Mobilität. Gefördert wird nicht nur die Bahnanreise der Gäste, sondern auch die Nutzung von E-Bikes und E-Autos. Aufgeladen wird anschließend mit dem Strom der hauseigenen Photovoltaikanlage.


Good Travel

Website: www.goodtravel.de

Angebot: rund 250 nachhaltige Hotels, Ferienhäuser, Glamping-Unterkünfte, Bauernhöfe oder BnBs; europaweit, momentan hauptsächlich in Deutschland und Italien.

Was zeichnet Good Travel aus: Hinter Good Travel steckt eine engagierte Redaktion, die die “Perlen” unter den nachhaltigen Unterkünften sucht. Die Unterkünfte werden in einem Interview oder bei Vor-Ort-Besichtigungen persönlich überprüft. Dafür legt Good Travel fünf Nachhaltigkeitskriterien zu Grunde: 1. Naturnahe, regionale und nachhaltige Architektur; 2. regionale und frische Bioküche; 3. Wellnessangebot zur Ruhe und Entspannung; 4. Schonender Umgang mit Ressourcen (z.B. Ökostrom, Müllvermeidung, Energieeffizienz), 5. Faire und soziale Entlohnung des Personals.

Zielgruppe: Umweltbewusste Menschen, die einen individuellen Urlaub mit persönlichem Charme verbringen möchten.

Buchungsmöglichkeit: Good Travel ist keine Reise-, sondern eine Vermittlungsplattform. Jede Unterkunft wird ausführlich vorgestellt. Wer interessiert ist, kann auf die Website der Unterkunft weiterklicken und dort buchen. Man kann nach verschieden Filtern sortieren, etwa nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien.

Unsere Bewertung: Good Travel legt Wert auf “Klasse statt Masse”. Sie bieten handverlesene, einzigartige Unterkünfte der anderen Art. Die persönliche Atmosphäre im Urlaub spielt eine wichtige Rolle bei Good Travel – und das merkt man auch an der Auswahl der vorgestellten Hotels und Unterkünfte.


Beispiel Hotel La Donaira – Luxusresort im rustikalen Stil

Das Hotel La Donaira in Ronda, Spanien (Andalusien) ist ein 5-Sterne-Resort der besonderen Art. Das über hundert Jahre alte Farmhaus wurde ökologisch saniert. Typisch ist der Stilmix aus rustikaler Natürlichkeit und Moderne. Die Küchenchefs bringen Bioküche aus der Region auf den Tisch, vor allem vegetarisch. Zum Resort gehört auch ein eigener Pferdestall mit rund 60 Pferden.

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Viabono

Website: www.viabono.de, www.klima-hotels.de

Angebot: rund 6000 Unterkünfte deutschlandweit. Dazu gehören nicht nur nachhaltige Hotels, sondern auch Campingplätze, Ferienhäuser und Jugendunterkünfte.

Was zeichnet Viabono aus: Viabono wurde 2011 auf Initiative des Bundesumweltministeriums ins Leben gerufen. Im Unterschied zu den Mitbewerbern macht Viabono Nachhaltigkeit messbar: Es werden keine Kriterienlisten abgefragt, sondern auf wissenschaftlicher Basis die CO₂-Emissionen jedes Betriebes ermittelt, aufgeschlüsselt in die Bereiche Energie, Mobilität, Wasser und Restabfall. Viabono verspricht, dass alle Unterkünfte klimaneutral sind. Defizite in der CO2-Bilanz werden kompensiert durch ein Regenwald-Wiederaufforstungsprogramm in Panama.

Zielgruppe: Wer Urlaub in einem nachhaltigen Hotel verbringen möchte, das insbesondere Wert auf eine ausgewogene COZ-Bilanz legt, findet hier eine sehr breite Auswahl.

Buchungsmöglichkeit: Buchung direkt über das Viabono-Portal oder direkt bei den nachhaltigen Hotels.

Unsere Bewertung: Viabono ist das bislang größte Portal zum nachhaltigen Reisen in Europa. Weiterer Pluspunkt: Nachhaltigkeit wird bei Viabono ganz konkret messbar und vergleichbar. Die Vorstellung der einzelnen nachhaltigen Hotels und Unterkünfte wirkt allerdings etwas unpersönlich und könnte zum Teil noch ausführlicher sein.


Beispiel Creativhotel Luise

Dass nachhaltige Hotels auch im Businessbereich möglich sind, zeigt das “nachwachsende Hotelzimmer” des Creativhotel Luise in Erlangen. Bis ins kleinste Detail wurde hier nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip gearbeitet. Alle Materialien sind 100% wiederverwertbar, dazu gehören auch beispielsweise die Raumdecke aus Stroh oder die Teppichfliesen auf Fischernetzen.

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Bookitgreen

Website: www.bookitgreen.com

Angebot: rund 500 nachhaltige Hotels, Pensionen, Ferienhäuser, Bauernhöfe, Camping; derzeit vor allem (noch) hauptsächlich in Deutschland und Österreich, aber auch in Portugal, Spanien, Frankreich und Italien.

Was zeichnet Bookitgreen aus: Bookitgreen will auch kleineren Unterkünften die Chance auf eine Aufnahme ins Portal geben. Aufgenommen wird deshalb nich tnur, wer eines der bestehenden Zertifikate im nachhaltigen Tourismus erfüllt (z. B. EU-Siegel für Nachhaltigkeit, deutsches Bio-Siegel, Viabono, Fairstay), sondern auch, wer mindestens vier der 15 Nachhaltigkeitskriterien von Bookitgreen (z.B. Ökostrom, Bio-Lebensmittel, Abfallvermeidung) erfüllt.

Zielgruppe: Menschen, die mit gutem grünen Gewissen einen bezahlbaren Urlaub abseits des üblichen Mainstreams verbringen möchten.

Buchungsmöglichkeit: entweder direkt über das Portal oder per Weiterverlinkung auf die Website der Hotels. Man kann nach Art der Unterkunft und gewünschter Preisklasse sortieren.

Unsere Bewertung: Ob Indianer-Tipi in Portugal, Baumhaus in Frankreich oder Bio-Gut in Brandenburg – hier findet sich für viele Geschmäcker das passende Urlaubsdomizil. Die meisten Unterkünfte sind eher einfacher gehalten, für Luxushotels ist es die falsche Adresse.


Beispiel “Knödl-Alm” in der Steiermark

Die Knödl-Alm in Bad Mitterndorf, Österreich (Steiermark) bietet ihren Gästen vollwertige Bio-Küche, teils vom eigenen Bio-Bauernhof. Das Haus selbst wurde in massiver Holzbauweise erbaut, innen sorgen Lehmputz, Holzböden und echte Zirbenbetten für Wohnkomfort.

Bild: bookitgreen


Anderswo

Website: www.wirsindanderswo.de

Angebot: rund 100 Blaue-Schwalbe-Unterkünfte

Was zeichnet Anderswo aus: Hinter der Website steckt das Reisemagazin „Anderswo“, das sich ganz dem nachhaltigen Tourismus verschrieben hat und bewusst gegen den Strom schwimmen will. Auf der Website werden Unterkünfte, Veranstalter und Regionen für nachhaltig Reisen in Europa vorgestellt. Unterkünfte, die die Anderswo-Redaktion überzeugen, erhalten das Blaue-Schwalbe-Logo. Sehr lesenswert sind auch die Reiseartikel der Redaktion.

Zielgruppe: Menschen, die einen individuellen, nachhaltigen Urlaub verbringen und sich inspirieren lassen möchten.

Buchungsmöglichkeit: Bei Anderswo kann man nicht direkt buchen, sonderndie nachhaltigen Hotels und Unterkünfte werden nur vorgestellt und weiterverlinkt.

Unsere Bewertung: Die vorgestellten Unterkünfte sind außergewöhnlich und individuell – ähnlich wie bei Good Travel trifft die Redaktion schon eine Vorauswahl. Die Beschreibungen der einzelnen Unterkünfte könnten noch ausführlicher sein.


Beispiel “Hotel Sturm” in der Rhön

Das Biohotel Sturm ist das erste 100 Prozent bio-zertifizierte Hotel im Unesco-Biosphärenreservat Rhön. Die Hotelküche verwertet die Produkte regionaler Bioproduzenten aus der Region, gleiches gilt für die Naturkosmetik im Spa-Bereich. Der eigene Naschgarten lädt dazu ein, selbst angebaute frische Erdbeeren oder Kräuter zu probieren.

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Unser Tipp: Auf der Website Fairunterwegs kann man zwar keine Reisen buchen, findet aber eine Vielzahl von Tipps und Orientierungshilfen rund ums nachhaltige Reisen. Empfehlenswert!

Text: Kerstin Dunker

Interview mit Prof. Alexander Rudolphi (DGNB)

Prof. Alexander Rudolphi ist langjähriger Präsident der 'Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen'
Bild: DGNB

Prof. Alexander Rudolphi hat die Entwicklung des nachhaltigen Bauens in Deutschland entscheidend mitgeprägt. Er ist Initiator und Gründungsmitglied und war bis Mitte 2020 Präsident der ‚Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen‚. Nun ist er Teil des Präsidiums der DGNB. Die DGNB wurde 2007 gegründet, hat heute fast 1.300 Mitglieder und bezeichnet sich selbst als Europas größtes Netzwerk für nachhaltige Bau- und Immobilienwirtschaft. Ihre Zertifikate bewerten die nachhaltigen Qualitäten von Gebäuden und Quartieren.

Herr Rudolphi, was ist ihr Lieblingsmaterial?

Ich bin Holzbauingenieur und diesem Material und auch dem Wald eng verbunden. Aber grundsätzlich liebe ich es in der Tat, wenn Material handwerklich gut verarbeitet ist. Das kann ein Kalk sein, zum Beispiel als wunderschön geglätteter Stucco Veneziano oder es kann eine Holzoberfläche sein. Mein Fokus liegt auf der richtigen, guten und fachgerechten Verarbeitung. Das einzige Problem, das ich habe, ist die falsche Verarbeitung und der Versuch, mit synthetischen Materialien einen natürlichen oder historischen Look zu imitieren. Das geht in der Regel schief.

Über Materialehrlichkeit wird ja auch bei Architekten lebendig diskutiert. Gibt es aktuell ein Material, das eine natürliche und moderne Ästhetik erzeugt?

Was verbirgt sich hinter dem Begriff einer natürlichen Ästhetik? Ob Holz, Kalk, Lehm oder Keramik, alle diese Materialien müssen heute in einer normgerechten und modernen Art und Weise verwendet werden. Das heißt, ich muss meine Materialien modifizieren, ich muss sie an die moderne Bautechnik anpassen. Da komme ich nicht drum herum. Das ist in vielen Punkten auch sehr gut gelungen. Inwieweit das dann eine natürliche Optik produziert, hängt wiederum von der Auswahl und der Verarbeitung ab. Wir haben ja den Deutschen Nachhaltigkeitspreis und im letzten Herbst hat ein sehr großes Gebäude in Holz- und Lehmbauweise gewonnen.

Meinen Sie die Alnatura-Arbeitswelt? Was gefällt Ihnen an diesem Projekt in Darmstadt?

Da finde ich zum Beispiel gelungen, die Materialien auf moderne Art und Weise so zu verarbeiten, dass ein Gebäude in der Größenordnung auch gewährleistungstauglich und kalkulierbar möglich wird. Gleichzeitig ist auch die Ästhetik gelungen, die aus den verwendeten Materialien spricht.

An der Alnatura-Arbeitswelt gefällt Prof. Alexander Rudolphi die gelungene Ästhetik, die aus den verwendeten Materialien spricht
An der Alnatura-Arbeitswelt gefällt Prof. Alexander Rudolphi die gelungene Ästhetik, die aus den verwendeten Materialien spricht
Bild: Roland Halbe

Alnatura und die Grüne Erde-Welt haben für Ihre Neubauten sehr viel Abrissmaterial wiederverwendet. Das wird dann auch in dem Rückbauzertifikat der DGNB bewertet?

Ja, das wird sehr hoch und sehr positiv bewertet. Im cradle to cradle-Sinne sollen die Materialien auf funktional gleichwertiger Ebene wiederverwendet werden. Die Herausforderung ist, ein Gebäude beim Abriss so zu trennen, dass ich einen größtmöglichen Anteil von verwertbaren Materialien bekomme und einen kleinstmöglichen Anteil von nicht verwertbaren oder kontaminierten Materialien. Die werden in der Regel mit großen Kosten deponiert. Nichts ist schlimmer und teurer als Gebäude oder bestimmte Bauteile einfach zusammen abzureißen.

Den Innenraum der Alnatura-Arbeitswelt prägen Holz und formvollendeter Stampflehm
Den Innenraum der Alnatura-Arbeitswelt prägen Holz und formvollendeter Stampflehm
Bild: Achim Pilz

Was kommt denn da bei den Wärmedämmverbundsystemen auf uns zu?

Die billigen Wärmedämmverbundsysteme heute sind meistens ein chemisches Gesamtkunstwerk. Da wird alles im Verbund zusammengeführt, was der Markt an Kunststoffen so hergibt und ich kann es dann nicht mehr trennen. Wenn ich vorrechne, was das Deponieren in 10 bis 20 Jahren kosten wird, wird schnell klar, dass sich die Einsparung heute nicht rechnet. Dann kriegen alle sofort Angst. Hier sind mineralische, homogene oder trennbare Systeme gefragt.

(Kommentar der Redaktion: mehr zu den Problemen bei Wärmedämmverbundystemen finden Sie hier.)

Wir bei CRADLE wollen Materialien genau betrachten. Gibt es bestimmte Materialien, die Sie für den Innenbereich empfehlen?

Für den Innenbereich sollte das Material immer in der Lage sein, Feuchte und Wärme abzupuffern.

Im ‚DGNB Blog rund um nachhaltiges Bauen‘ mahnen sie in der ‚Blogserie zum neuen Jahrzehnt‘ Wohnungssanierungen an. Sind Sanierungen für Sie die aktuellen Herausforderungen des nachhaltigen Bauens?

Wir müssen uns um unseren Bestand kümmern, da können wir Energie einsparen. Im Neubau steckt kein signifikantes Einsparpotenzial. Und wir werden uns um die Energiebereitstellung kümmern müssen und natürlich auch um den ständig wachsenden Flächenverbrauch, das ist klar. Das sind die großen Handlungsfelder, mit denen wir hier zu tun haben. Die Größe der Aufgabe wird deutlich, wenn Sie bedenken, dass etwa 50 % unserer Wohngebäude – das sind zirka neun Millionen – heute noch fossile Energie in der Größenordnung von 180 bis 250 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen.

Was tut die Politik dafür, dass diese Ziele angegangen werden?

Leider viel, viel zu wenig. Auch beim neuen Gebäudeenergiegesetz wird nur wieder an altbekannten Schräubchen gedreht, die alle schon überdreht sind. Die Politik drückt sich eigentlich um einige sehr wichtige aktuelle Forderungen, wie z.B. die Änderung der Zielgröße bei der energetischen Performance von Gebäuden. Bisher heißt es immer Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Die Effektivität kann ich aber nur beurteilen, wenn ich die Umweltwirkung – also z.B. die Treibhausgasemissionen pro Person als Zielgröße oder als Indikator betrachte.

Die ‚2000-Watt-Gesellschaft‘ verpflichtete sich, persönlich höchstens 2000 Watt an Primärenergie zu verbrauchen. Inwieweit ist dieses Schweizer energiepolitische Modell da weiter?

Damit sind sie einen Schritt weiter. Wir müssen einen neuen Indikator überhaupt erst einmal publik und zum Genehmigungs- oder Förderungsthema machen. Das ist ein Paradigmenwechsel! Wichtig dabei ist, dass wir das mit der lebenszyklusumfassenden Bilanzierung von Gebäuden verbinden. Wir fordern ja seit 12 Jahren diesen Bewertungsansatz als Grundlage.

Wir als ‚Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen‘?

Nicht nur wir, das machen auch sehr viele Experten bei der Bundesregierung. Wir haben ja auch das Zertifikationssystem ursprünglich gemeinsam mit dem Ministerium entwickelt. Die Bilanzierung von Gebäuden soll von cradle to cradle, von der ‚Wiege bis zur Wiederverwendung‘, die Vorketten und die Nachketten mit einbeziehen. Heute verschieben wir Umweltgefährdungen wie CO², Flächenverbrauch oder Trinkwasserverbrauch einfach in die Produktionsphasen und Entsorgung vorzugsweise in die Entwicklungsländer.

Das DGNB Zertifikat ‚Innenräume‘ beinhaltet ja einige gesundheitliche Kriterien. Gilt es für Neu- und Altbau?

Das ist übergreifend, ja. Es geht aber eigentlich davon aus, dass man ein bestehendes Gebäude nur teilweise saniert. Im Fokus steht die Nutzungsqualität und die Hygiene, das heißt also Schwerpunkt Materialeinsatz, Produktauswahl, Anforderung der Ausschreibung und die thermische, visuelle und akustische Behaglichkeit.

Das DGNB Zertifikat 'Innenräume' fokussiert auch gesundheitliche Kriterien
Das DGNB Zertifikat ‚Innenräume‘ fokussiert auch gesundheitliche Kriterien
Bild: DGNB

Vielen Dank für das Interview, Herr Rudolphi.

Das Interview mit Prof. Alexander Rudolphi führte Achim Pilz.

Smarter Brückenbau – Innovation mit Biokompositen

Smarter Brückenbau: ein EU-Projekt macht Tests mit innovativen und ressourcenschonenden Materialien – sogenannte Smart Circular Bridges.
Bild: BioMat at ITKE/University of Stuttgart

Brückenbau wird smart, ganz im Sinne der Cradle-to-Cradle Bewegung. Ein EU-Projekt zeigt, dass Brücken aus Biokompositen möglich sind – sogenannte Smart Circular Bridges.

In diesem Artikel:

Eine Pressemitteilung von BioMat at ITKE/University of Stuttgart und Proesler Kommunikation.

Neue Werkstoffe für den Brückenbau

Im Rahmen eines EU-Projekts werden drei Brücken aus Biokompositen gebaut. Natürliche Pflanzenfasern und Biopolymere können nun für tragende Strukturen verwendet werden. Damit eröffnen sich spannende Perspektiven auf Nachhaltigkeit und Materialzirkularität für zukünftige Brückenkonstruktionen. Ein Structural Health Monitoring System wird die Tragsicherheit gewährleisten und neue Erkenntnisse über die Verwendung der Materialien in Tragwerken liefern.

September 2020. Die Bekämpfung des Klimawandels und das Streben nach Kreislaufwirtschaft werden in der Bauindustrie immer wichtiger. Insbesondere Tragwerke bieten ein großes Potenzial, vor allem wenn sie auf erneuerbaren, nicht fossilen Materialien basieren. Im Rahmen eines EU-Projekts werden derzeit drei Fußgänger- und Fahrradbrücken in Deutschland und den Niederlanden mit Bio-Verbundwerkstoffen geplant. Die erste Brücke wird im Frühjahr 2021 in Almere (NL) realisiert. Diese Brücke wird Teil der Gartenbau-Weltausstellung Floriade 2022 sein, die im folgenden Jahr unter dem Thema „Städte der Zukunft“ stattfinden wird. Zwei weitere Brücken werden in Ilsfeld (DE) und Bergen op Zoom (NL) platziert.

Bis 2023 werden drei Fahrrad- und Fußgängerbrücken in den Niederlanden und Deutschland gebaut – die erste bereits im Frühjahr 2021 in Almere (NL).  – sogenannte Smart Circular Bridges.
Bis 2023 werden drei Fahrrad- und Fußgängerbrücken in den Niederlanden und Deutschland gebaut – die erste bereits im Frühjahr 2021 in Almere (NL).
Bild: BioMat at ITKE/University of Stuttgart

Smart Circular Bridges

Die so genannten „Smart Circular Bridges“ sind aus Biokompositen hergestellt. Wie herkömmliche Verbundwerkstoffe bestehen sie aus zwei Materialien; Naturfasern wie Flachs und Hanf sorgen für die Steifigkeit und Festigkeit, das Bio-Harz verbindet die Fasern miteinander, sodass ein fester und leichter Werkstoff entsteht. Biokomposite bieten große Formfreiheit und ermöglichen strukturoptimierte und ressourcenschonende, aber dennoch elegante Designs.

Die innovativen Brücken entstehen im Rahmen der Bio-Wirtschaftsstrategie der Europäischen Union und werden durch das Interreg-Programm Nordwesteuropa gefördert. Das Projekt wird von der Technischen Universität Eindhoven geleitet, die mit insgesamt 14 Partnern aus Wissenschaft, Industrie sowie lokalen Behörden zusammenarbeitet, um die drei Brücken bis 2023 fertigzustellen. Die Universität baut auf umfangreichen Erfahrungen mit biobasierten Materialien auf. In einem früheren Forschungsprojekt im Jahr 2016 realisierte sie mit anderen Partnern eine Brücke in den Niederlanden über die Dommel mit einer Spannweite von 14 Metern.

Eleganter Brückenbau – Smart Circular Bridges, entworfen von Hanaa Dahy
Bild: Hanaa Dahy

Monitoring der Daten

Bei den Smart Circular Bridges kommt ein ausgefeiltes Monitoringsystem zum Einsatz. Durch den Einsatz von faseroptischen Sensoren (FBG-s) wird die Struktur und der Materialzustand sowie das Niveau der strukturellen Sicherheit ständig überwacht. Das Structural Health Monitoring System erkennt strukturelle Veränderungen und mögliche Materialdegradation wie zum Beispiel Ermüdung. Es kann eine Frühwarnung ausgeben, falls voreingestellte Grenzwerte erreicht werden.

Die vor Ort gesammelten Daten der Brücken des Projekts werden mit umfangreichen Forschungs- und Labortestdaten verglichen (unter Verwendung beschleunigter Bewitterungs- und Kriechverformungstests). Das Überwachungssystem sammelt Informationen über mechanische Reaktionen, Dimensionsänderungen sowie Umwelteinflüsse wie Temperatur und Feuchtigkeit. Durch die Kombination der Labortests mit konstanten in-situ-Überwachungsdaten wird nicht nur ein Höchstmaß an Nutzungssicherheit gewährleistet, sondern es werden auch umfangreiche, wertvolle Informationen für die Planung und Optimierung weiterer Brücken und anderer Bauwerke gesammelt.

Um eine maximale Materialzirkularität zu erreichen, ist die Rückgewinnung der Materialien aus den Biokompositen Teil der Forschung. Das Projekt nutzt nachwachsende Rohstoffe auf innovative Weise. Über den Brückenbau hinaus zeigt es das Potenzial einer klimafreundlichen Bio-Wirtschaft in der Bauwirtschaft auf.

Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.

Brückenbau Projektpartner und Kontakt

Smart Circular Bridge Partner:
– TU/e Eindhoven University of Technology (NL)
– KU Leuven (BE)
– FiberCore Europe BV (NL)
– 24SEA BVBA (BE); Sub-partner: Com&Sens BVBA (BE)
– VolkerInfra (NL)
– Lineo – groupe NatUp fibres (FR)
– University of Stuttgart (DE)
– Centre of Expertise Biobased Economy (NL)
– Vrije Universiteit Brussel (BE)
– Gemeente Bergen Op Zoom (NL)
– Gemeente Almere (NL)
– Gemeinde Ilsfeld (DE)
– Proesler Kommunikation (DE)
– Concrefy b.v. (NL) 

Kontakt: Projekt
Prof. Rijk Blok
2 De Rondom
Eindhoven
5612 AP
Niederlande
r.blok@tue.nl

Kontakt: PR
Proesler Kommunikation
Andre Jerke
Karlstraße 2
72072 Tübingen, Germany
+49 7071 23416
a.jerke@proesler.com

Unverpackt einkaufen: so funktioniert’s

Einkaufen gehen im unverpackt Laden: wie zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie das unverpackte Einkaufen funktioniert.

Wie funktioniert eigentlich unverpackt einkaufen gehen? Wir waren zu Besuch bei Randvoll – Café und Unverpacktes und zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie der Einkauf in einem unverpackt Laden abläuft. Denn mit einem verpackungsfreien Einkauf tun Sie nicht nur sich selbst, sondern auch der Umwelt etwas Gutes!

Wenn Sie noch unschlüssig sind, ob Sie den ersten Schritt Richtung „unverpackt“ gehen möchten, haben wir eine Übersicht mit den Vor- und Nachteilen für Sie erstellt.

In diesem Artikel:

Ein Beitrag unserer Redaktion.

randvoll unverpackt in Kaarst bei Neuss und Düsseldorf: hier können Sie gemütlich unverpackt einkaufen gehen und einen Kaffee trinken

Vor dem Einkauf: die Planung

Der Einkauf in einem unverpackt Laden benötigt ein wenig Vorbereitung. Da die Waren ohne Verpackung verkauft werden, müssen diese selber mitgebracht werden. Einige Produkte sind leicht verpackt; diese können Sie dann ohne eigenen Behälter in den Einkauskorb legen. Zum Beispiel haben einige Kosmetik- oder Küchenartikel ein Pappetikett.

Für einen EInkauf eigenen sich Gläser aller Größen mit Schraubverschlüssen sowie Einmachgläser, Einkaufsnetze, Jutebeutel, und Aluminium- oder Plastikdosen. Zusätzlich sollten Sie an eine ausreichend große Transportmöglichkeit denken. In den meisten unverpackt Läden kann man zudem vor Ort passende Behältnisse kaufen oder bereitstehende Papiertüten verwenden.

In Gläsern kann man gut die unverpackt gekauften Waren lagern und transportieren
Meistens können Sie och im unverpackt Laden Jutebeutel, Gläser oder Netze kaufen

Außerdem ist eine Einkaufliste hilfreich. Wenn man sich unsicher ist, welche Waren genau erhältlich sind, hilft ein Blick auf die Homepage des ausgewählten Geschäftes. Auch die gewünschte Menge sollte überlegt sein, damit Sie Behältnisse in passender Größe mitbringen. Wenn Sie ölige oder flüssige Lebensmittel einkaufen möchten, sollten Sie zudem auf eine gute Dichtung achten. Wenn Sie Eier kaufen möchten, könnten Sie noch einen aufbewahrten Karton von zuhause mitbringen oder im Laden anrufen und fragen, ob es auch vor Ort welche gibt.

Einkaufswägen stehen selten bereit, deshalb sollten Sie für den gesammelten Einkauf einen eigenen Korb mitbringen. Einige unverpackt Läden stellen für ihre Kunden auch Einkaufskörbe bereit.

Wichtig für einen Einkauf ohne Einkaufswagen und Verpackungen: der Transport

Falls Sie sich noch unsicher sind, ob Sie bereit für den ersten unverpackt Einkauf bereit sind; wir haben eine Übersicht mit den Vor- und Nachteilen von unverpackt Läden erstellt, die Sie hier finden.

Das Abwiegen der Behälter

Nachdem Sie Ihren Einkauf geplant und die Behälter vorbereitet haben, kann es nun losgehen. Bevor die Behälter befüllt werden, müssen sie jedoch gewogen werden. Dazu stehen eine Waage und die Möglichkeiten zur Beschriftung bereit. Sie stellen jeden Behälter einzeln auf die Waage und notieren sich dann, wie viel er wiegt. Man kann entweder mit einem Marker das Gewicht direkt auf das Glas oder die Dose schreiben, kleine Zettel verwenden oder eine Liste anlegen.

Die leeren Behältnisse werden gewogen; dann wird das Leergewicht vermerkt

Das Gewicht der Behälter ist essenziell für die Berechnung des endgültigen Preises. Ohne das Gewicht des Glases oder der Dose kann schließlich nicht festgestellt werden, wie viel die von Ihnen abgefüllte Waren wiegt. Denn damit festgestellt werden kann, welche Menge einer Ware Sie abgefüllt haben, wird das Gewicht des jeweiligen Behälters an der Kasse vom Gesamtgewicht abgezogen.

Beispiel:
Sie bringen ein Einmachglas mit und stellen es auf die Waage. Es wiegt 946 Gramm. Diese Zahl notieren Sie sich auf dem Glas. Sie befüllen das Glas bis oben hin mit Knuspermüsli.

An der Kasse wird das volle Glas anschließend gewogen: es bringt nun 1779 Gramm auf die Waage. Nun wird das von Ihnen notierte Gewicht des Glases abgezogen. Übrig bleiben 833 Gramm: so viel Müsli haben Sie abgefüllt. Die Kasse kann nun den Preis berechnen.

Für das unverpackte Einkaufen sind die Gewichte der leeren Behältnisse essenziell
Gewicht des Glases: 946 Gramm
Gesamtgewicht and der Kasse: 1779 Gramm
Berechnung: 1779g – 946g = 833 Gramm
Ihnen werden 833 Gramm Knuspermüsli berechnet

Das Befüllen

Bevor es ans Befüllen geht, können Sie erstmal einen Rundgang durch den Laden machen. So bekommen Sie einen guten Eindruck von der Sortierung und können sich einen Überblick über das Sortiment verschaffen.

Die Lebensmittel sind unterschiedlich gelagert und werden somit auch unterschiedlich befüllt. Getreide, Nüsse, Müslis und kleine Nudeln sind zum Beispiel in großen Glaszylindern mit Hebelmechanismen gelagert, sogenannten Bulk Bins. Aus diesen lässt sich mit dem Hebel vorsichtig die Ware direkt in Ihren Behälter abfüllen. Manche unverpackt Läden stellen auch eine Mühle bereit, in der man ausgewählte Lebensmittel anschließend noch mahlen kann.

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Andere Lebensmittel, wie zum Beispiel Trockenobst, Gewürze, Süßigkeiten und Tee oder Backzutaten, sind in großen Glasbehältern mit einfachen Deckeln gelagert.

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Für diese Waren stehen kleine Schäufelchen, Trichter oder Zangen bereit, mit denen Sie hygienisch die von Ihnen gewählte Menge umfüllen können. Dafür stehen zwei Kisten bereit: unterteilt in unbenutzte und benutzte Utensilien.

Für den hygienischen Einkauf stehen Schäufelchen und Zangen bereit

Flüssigkeiten, Kosmetikartikel und Putzmittel

Flüssigkeiten wie Essig, Öl und Saucen können Sie einfach in die von Ihnen mitgebrachte Flasche abfüllen. Auch die flüssigen Putzmittel füllen Sie direkt aus dem Kanister mit der Pumpe in Ihr Behältnis. Wenn Sie unsicher sind, wie etwas genau funktioniert, können Sie auch jederzeit das Personal fragen. Die Mitarbeiter*innen helfen Ihnen gerne bei der Befüllung und beantworten Ihre Fragen zum Thema unverpackt einkaufen!

Unverpackt einkaufen: auch Essig, Öle und Saucen können Sie abfüllen. Dafür sind dichte Behältnisse essenziell
Reinigungsmittel kännen Sie direkt in eine mitgebrachte Flasche füllen

In unverpackt Läden sind Kosmetik- und Reinigungsartikel oftmals die einzigen Waren, die tatsächlich mit ein wenig Verpackung bereit liegen. Es gibt Deocremes in Gläsern, Lappen mit Pappbanderole oder Wattestäbchen in kleinen Boxen. Doch auch hier findet man verpackungsfreie Artikel. Beispielsweise können Sie Haarseifen, Reinigertabletten und Bürsten verpackungsfrei kaufen.

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Obst, Gemüse und Milchprodukte

Zusätzlich zu Lebensmitteln, die nicht verderblich sind, gibt es meist noch ausgewähltes Obst und Gemüse, Eier und andere lokale Leckereien. Auch Milchprodukte können Sie unverpackt einkaufen.

Auch regionales Gemüse, Bioeier und Obst können unverpackt eingekauft werden

In einem Kühlschrank gibt es Joghurt und Milch in Glasflaschen und verschiedene Käsesorten. Wenn Sie sich für einen Käse entschieden haben, können Sie einfach dem Personal Bescheid geben und eine Dose dafür bereit halten.

Auch Käse kann ohne Verpackung gekauft werden
Einige Käsesorten auf Kuh- und Ziegenmilch stehen zur Auswahl

Das Sortiment ist in jedem unverpackt Laden unterschiedlich. Basics wie Reis, Nudeln und Hülsenfrüchte, weitere Getreide- und Kornprodukte, Gewürze und Tees, Nüsse und Füchte sowie Backzutaten gibt es jedoch fast überall.

Unverpackt einkaufen und schlemmen

Einige unverpackt Läden – so wie Randvoll in Kaarst bei Neuss und Düsseldorf – betreiben auch ein kleines Café. Für den Beginn oder Abschluss eines gemütlichen Einkaufes kann man hier einen Kaffee bestellen oder sich ein Stück Kuchen genehmigen. Auch das zeichnet die besondere Stimmung in unverpackt Läden aus. Denn der verpackungsfreie Einkauf hat eine ganz besondere Atmosphäre; die Geschäfte sind nicht so groß wie die gängigen Supermarktketten und oftmals liebevoll von den Inhabern gestaltet. Dadurch ist der Einkauf nicht so hektisch, man kann gemütlich durch den Laden schlendern und somit viel bewusster (unverpackt) einkaufen!

Bei randvoll.unverpackt in Kaarst bei Düsseldorf und Neuss können Sie in einem kleinen Familienbetrieb unverpackt einkaufen gehen
Die Stimmung beim unverpackt einkaufen gehen ist ganz besonders; es ist viel entspannter und sehr ansehnlich
In dem Cafe können Sie Kaffeespezialitäten und Gebäck genießen
Der Kaffe von Barista Stefan hat sich schon in Kaarst herumgeprochen

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei Ihrem ersten Einkauf in einem unverpackt Laden!

Text und Bilder: Jenny Heim